Schöne Kritik. Der Film ist aus meiner Sicht auch viel besser als sein Ruf. Den Mittelteil finde ich aber eigentlich aus sehr unterhaltsam oder zumindest nicht langweilig: Die Unterwasseraufnahmen sind allesamt schön gefilmt und toll mit Musik hinterlegt, da hat Barry wahrlich ein Wunder vollbracht. Möglicherweise ist diese Symbiose aus Unterwasseraufnahmen und Musik sogar noch besser gelungen als die entsprechenden Szenen in TB.AnatolGogol hat geschrieben: Hebt die Titanic (1980) – Jerry Jameson
Die ebenfalls sündhaft teure erstmalige Verfilmung eines von Clive Cusslers Dirk Pitt-Romanen (mit Sahara sollte erst rund 25 Jahre später eine weitere folgen – ebenfalls unter keinem guten Stern) gilt allgemein ebenfalls als ausgemachte Gurke. Allerdings hebt er sich allein schon durch seine professionelle Machart wohltuend von dem dilettantischen Inchon ab. Man kann Hebt die Titanic allerlei vorwerfen, aber sicherlich nicht dass man hier nicht professionelle Arbeit abgeliefert hätte. Das Darstellerensemble spielt – im Rahmen seiner Möglichkeiten – durchaus gefällig. Mit Jason Robards hat man zwar lediglich ein schauspielerisches Schwergewicht an Bord (mit Ausnahme der kleinen Nebenrolle von Alec Guinness) – macht aber eigentlich nix, da die Darsteller der zweiten Reihe (Richard Jordan, David Selby und Anne Archer) gut harmonieren. Die Inszenierung von Jameson ist ähnlich der seiner Airport Variante sehr gemächlich und wenig dynamisch. Richtig Fahrt nimmt der Film zu keinem Zeitpunkt auf, verliert aber das anfänglich durchaus anständige Tempo im Mitteldrittel durch doch allzu ausufernde minutenlange Panoramaaufnahmen der Unterwasserlandschaft incl. der Titanic. Wer sich an die sehr lange Einführungsszene der Enterprise in Wises Star Trek Kinofilm erinnert: genau so ist es hier auch – nur noch länger. Zuvor kann der Film durchaus als zwar utopisches, aber unterhaltsames Krimi-Abenteuer überzeugen. Auch der Schluss mit einer zwar nicht wirklich überraschenden, aber dennoch gekonnten Auflösung kann dann wieder deutlich mehr punkten als das lahme Mitteldrittel. Die Musik von Meister Barry ist fabelhaft, mit gewohnter Sicherheit variiert er zwischen majestätischen, bedrohlichen und romantischen Klängen. Das Kernstück des Films bilden natürlich die Effekte in die auch ein Großteil des Budgets geflossen sind. Und was soll man sagen: vieles sieht auch heute noch richtig gut aus. Vor allem die Hebung ist sehr gut getrickst, aber auch die Unterwasserszenen können sich sehen lassen. Ich war eigentlich selbst überrascht, dass mich dieser Tim und Struppi-meets-Spionagefilm Zwitter, den ich aufgrund seines schlechten Rufs bislang bewusst gemieden hatte, so gut unterhalten hat. Schade, dass der Mittelteil allzu behäbig vor sich hin schlummert, denn ansonsten wäre da noch deutlich mehr drin gewesen.
Wertung: 6,5 / 10
Den Film habe ich damals mit 6 oder 7 zum ersten mal auf SAT 1 gesehen und schon damals hat sich Barrys Soundtrack eingebrannt wie kaum ein anderer. Hier mal das Suite aus dem Film:
http://www.youtube.com/watch?v=Ubm2jxAHNh8
Ich gebe dem Film 7/10. Das einzige was man dem Film ernsthaft vorwerfen kann ist dass abgesehen von Dirk Pitt und ein oder zwei anderen Charakteren die Figuren zu eindimensional bleiben. Die Modellaufnahmen sind toll und das Auftauchen der Titanic wirkt noch heute besser als es jede CGI würde. Man sieht hier wirklich welch tolle Ergebnisse in Sachen SFX sich mit Modellen erzielen lassen. Ähnlich wie bei der Liparus-Zerstörung in TSWLM, wo ja auch nahezu alles mit Modellen gemacht wurde.
Irgendwie Schade dass sowohl hiermit als auch später bei Sahara Flops die Folge waren. In beiden Fällen hatte man ja ein Blockbuster-Franchise wie Bond im Auge. Bei Sahara komponierte man sogar ein Erkennungsthema für den Helden Dirk Pitt, anleihen bei Bond nicht verschwiegen. In diesem Track hört man es ab etwa 2 Min 50 Sekunden:
http://www.youtube.com/watch?v=APYJCQeQWmk