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Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 17:37
von FreddyKruemel2
Meiner Meinung nach muss Bond nicht unbedingt modernisiert werden. Ich sehe zwischendurch auch gerne wieder einen Bond, der in den 60er Jahren spielt, mit schönen alten Autos wie dem Rolls in Spectre etc. Die Story kann ja unabhängig gestaltet werden. Wäre auch mal nett. SPectre kommt dem schon recht nahe, wenn man mal den Aspekt der Überwachung etc weglässt ...
Ich finde Craig zeigt einen Bond für jeden. Jeder mag bestimmt einen der 4 Craig Filme.
Ob es eher ein Fleming-Klassiker wie Casino Royale ist, der eine etwas außergewöhnliche Story (Liebe etc.) hat wie OHMSS, ein DN oder LTK ähnlicher QoS, mit Bond als eiskaltem, brutalem Killer, ein SF, den ich persönlich als schlechtesten Craig sehe aber dann doch eher das "moderne" Publikum anspricht, das gerne irgendwelche "hintergründigen" Charakterschwächen sieht oder SP, der ganz im Sinne von TB und TSWLM einen leichten Over the top Bond mit Retrocharme zeigt.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 21:11
von MrWhiTe
danielcc hat geschrieben: und wie ich schon sagte. WAS IST DER KLASSISCHE BOND???????
Schwierige Frage.
Ich denke aber bei unserer Diskussion hier ging es eigentlich um etwas anderes:
Wie stellt man Bond in der Gegenwart dar, ohne den Charakter und dessen Umfeld zu stark neu zu erfinden, aber dennoch Innovative Neuerungen einfügen.
Kurz gesagt: Wie bringt stellt man den Bond von (z.B.) 1963 im Jahr 2016 dar?

Dieses "Retro-Gedöns" halte ich für den falschen Weg.
Man sollte Versuchen die ganzen alten klassischen Elemente mit denen der Charakter James Bond entstand, die ihn definieren in die Neuzeit zu führen.


Gibt es dazu nicht einen eigenen Thread?

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 21:49
von dernamenlose
MrWhiTe hat geschrieben:Man sollte Versuchen die ganzen alten klassischen Elemente mit denen der Charakter James Bond entstand, die ihn definieren in die Neuzeit zu führen.
Macht man das nicht gerade? Eigentlich ist es doch genau das, was SF und SPECTRE machen.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 22:10
von MrWhiTe
dernamenlose hat geschrieben:
MrWhiTe hat geschrieben:Man sollte Versuchen die ganzen alten klassischen Elemente mit denen der Charakter James Bond entstand, die ihn definieren in die Neuzeit zu führen.
Macht man das nicht gerade? Eigentlich ist es doch genau das, was SF und SPECTRE machen.
Ich habe natürlich schon gewusst, dass das kommt.

Nein, das machen SF und SP eben nicht so genau.
SF und SP versuchen mehr den "alten" Bond in der Gegenwart zu zeigen, ohne ihn dabei zu modernisieren.
SF und SP machen genau das Gegenteil von CR und QOS.


Du hast übrigens die entscheidende Zeile weggeschnitten:
MrWhiTe hat geschrieben: Dieses "Retro-Gedöns" halte ich für den falschen Weg.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 22:18
von Casino Hille
dernamenlose hat geschrieben:
MrWhiTe hat geschrieben:Man sollte Versuchen die ganzen alten klassischen Elemente mit denen der Charakter James Bond entstand, die ihn definieren in die Neuzeit zu führen.
Macht man das nicht gerade?
Nein, man nimmt die Klassik und inszeniert sie als Klassik.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 22:19
von danielcc
Mein Gott wegen 5 Sekunden Aston Martin?????

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 22:20
von dernamenlose
MrWhiTe hat geschrieben:Du hast übrigens die entscheidende Zeile weggeschnitten:

MrWhiTe hat geschrieben:
Dieses "Retro-Gedöns" halte ich für den falschen Weg.
Absichtlich. Dann hätte ich mich nicht so einfach auf deinen ersten Satz beziehen können und hätte mehr an meiner Formulierung arbeiten müssen :D
Aber abgesehen davon sehe ich bis auf die paar Anspielungen, die hin und wieder in die Filme eingeflossen sind kein Retrogedöns darin. Gut, vielleicht Ms altes Büro, aber freust du dich nicht darüber, dass sie uns das zurückgebracht haben. Das war viele Jahre lange eine Konstante, bis in die Brosnan-Ära. Warum sollte man das ändern?
MrWhiTe hat geschrieben:SF und SP versuchen mehr den "alten" Bond in der Gegenwart zu zeigen, ohne ihn dabei zu modernisieren.
Letztendlich das, was auch die ganzen Jahre davor so gemacht wurde. GE beispielsweise ist kein bisschen anders. Auch die große Veränderung durch/in TND und TWINE sehe ich nicht so gegeben wie Casino Hille das darstellt. TWINE inhaltlich ein bisschen. TND überhaupt nicht. Da werden eben aktuellere Themen angesprochen. Aber genau das macht SPECTRE ja auch. SF fällt zugegebener Maßen etwas aus dem Rahmen, was aber eben teilweise oder vielleicht sogar hauptsächlich dem Jubiläum geschuldet ist und in zwanzig Jahren keinen mehr stören wird.
MrWhiTe hat geschrieben:SF und SP machen genau das Gegenteil von CR und QOS.
So weit würde ich nicht gehen, aber sie machen auf jeden Fall einiges anders. Aber CR und QOS wollen ja auch anders sein als der Rest. Ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass die nie den neuen Bond zeigen sollten. Diese beiden Filme sollen anders sein als die Vorgänger und die Nachfolger. Und deshalb werden sie auch immer etwas besonderes bleiben.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 22:23
von Casino Hille
danielcc hat geschrieben:Mein Gott wegen 5 Sekunden Aston Martin?
Ne, das Aston Martin Ende in SP fand ich grandios. Das war richtig toll. Viel besser als das SF-Ende. Obwohl ich auch das mochte.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 22:24
von Henrik
dernamenlose hat geschrieben:
MrWhiTe hat geschrieben:SF und SP versuchen mehr den "alten" Bond in der Gegenwart zu zeigen, ohne ihn dabei zu modernisieren.
Letztendlich das, was auch die ganzen Jahre davor so gemacht wurde. GE beispielsweise ist kein bisschen anders. Auch die große Veränderung durch/in TND und TWINE sehe ich nicht so gegeben wie Casino Hille das darstellt. TWINE inhaltlich ein bisschen. TND überhaupt nicht. Da werden eben aktuellere Themen angesprochen. Aber genau das macht SPECTRE ja auch. SF fällt zugegebener Maßen etwas aus dem Rahmen, was aber eben teilweise oder vielleicht sogar hauptsächlich dem Jubiläum geschuldet ist und in zwanzig Jahren keinen mehr stören wird.
TND war der erste Bond-Film ohne Fleming-Bezug, TWINE dafür nicht. Allein deshalb ist TWINE klassischer als TND, aber ich schweife ab.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 22:25
von Casino Hille
Henrik hat geschrieben:TND war der erste Bond-Film ohne Fleming-Bezug, TWINE dafür nicht.
Öhm. Na ja... Die Story von YOLT hatte praktisch gar keinen Fleming-Bezug, LTK war schon der erste Film, der keinen Fleming-Titel mehr benutzte...

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 22:31
von MrWhiTe
Nein mit dem Büro und dem Aston Martin habe ich überhaupt kein Problem.
Ganz im Gegenteil sogar.

Es geht mir dabei mehr um den Charakter Bond selbst.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 22:39
von dernamenlose
Was soll an dem denn Retro sein? Man ist von der Andersartigkeit von CR und QOS etwas abgekommen, geht aber nachwievor einen leicht anderen Weg, als davor. Bei jedem Darsteller wurden bisher andere Eigenschaften Bonds betont, aber letztendlich waren immer alle enthalten. Das ist jetzt ganz genauso. Warum sollte man auch ein vierzig Jahre altes Erfolgsrezept verändern?

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 23:12
von MrWhiTe
dernamenlose hat geschrieben:Was soll an dem denn Retro sein? Man ist von der Andersartigkeit von CR und QOS etwas abgekommen, geht aber nachwievor einen leicht anderen Weg, als davor. Bei jedem Darsteller wurden bisher andere Eigenschaften Bonds betont, aber letztendlich waren immer alle enthalten. Das ist jetzt ganz genauso. Warum sollte man auch ein vierzig Jahre altes Erfolgsrezept verändern?
Das Erfolgsrezept ist doch, dass man die Rolle immer wieder der Gegenwart angeglichen hat bzw. sie ständig revolutioniert hat.

Und genau das hat in der Craig-Ära mit CR und QOS gemacht.
Aber SF und SP sind in dieser Hinsicht schon Rückschritte.



Anderes Beispiel: Hätte es noch 2 Dalton Filme nach LTK gegeben, in denen Dalton versucht hätte den Moore Bond zu verkörpern, Hättest du das toll gefunden?
Ich nicht.
Es wäre, wie jetzt bei Craig, ein Bruch in der Ära gewesen.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 23:17
von Casino Hille
MrWhiTe hat natürlich recht. Das SF in vielerlei Hinsicht die gesamte Craig-Ära auf den Kopf stellt, ist doch gar nicht das Problem, in 40 Jahren interessiert das keinen mehr, weil er als Jubiläumsspecial eh einen Sonderstatus erlangen wird (zurecht, denn das Jubiläum zelebriert er grandios und dafür alleine mag ich den Film mehr als manch anderen Bond), aber nach SP machen ich und offenbar White oder Goldi uns eben Gedanken darüber, wie man jetzt in Zukunft verfahren sollte, und da steht für uns (bzw. mich) fest: Einzelfilme ohne chronologischen Zusammenhang und eine stärkere Modernisierung sollten wieder in den Vordergrund treten (meinetwegen erst nach Craig und seiner SP-Trilogie). Aber daran führt kein Weg dran vorbei.

Noch mal: Ich kritisiere weniger SF und SP, die funktionieren doch beide wunderbar, ich stelle nur fest, dass ich nicht möchte, dass es jetzt auf Dauer so weiter geht.

Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"

Verfasst: 21. Januar 2016 23:26
von dernamenlose
MrWhiTe hat geschrieben:Anderes Beispiel: Hätte es noch 2 Dalton Filme nach LTK gegeben, in denen Dalton versucht hätte den Moore Bond zu verkörpern, Hättest du das toll gefunden?
Ich versteh worauf du hinaus willst. Nein, das hätte ich nicht gut gefunden. Aber in erster Linie, weil mir der Moore-Bond ohnehin nicht so sehr zusagt, und zusätzlich hätte es nicht zu Dalton gepasst. Craig passt aber wie ich finde wunderbar in die Rolle, wie er sie in SF und SPECTRE verlörpert.

Aber jetzt muss ich mal eine Gegenfrage stellen: Zu welchem Bond hat sich der Craig Bond denn "zurückentwickelt"? Wenn ich das Moore-Dalton Beispiel hierauf übertragen kann müsste es ja Brosnan sein. Aber ich sehe zwischen dem Bond in SF und dem in SPECTRE schon deutliche Unterschiede zum Brosnan-Bond. Wieder mehr Ähnlichkeiten wie in CR und QOS, aber doch deutliche Unterschiede. Und damit ist doch alles genauso, wie man Bond die Jahrzehnte zuvor auch immer wieder modernisiert hat. Bei Moore hat man die Albereien und Sprüche stärker betont, vorhanden waren sie auch bei Connery schon, und bei Dalton wurden sie zumindest in TLD übernommen, auch wenn der Schwerpunkt nicht mehr darauf lag. Auch bei Brosnan gab es die noch. Bei Brosnan wurden wieder andere Schwerpunkte gelegt, wie zum Beispiel die Eleganz (weswegen der Brosnan-Bond ja auch oft als Kleiderstangenbond bezeichnet wird). Auch die gab es davor schon, wurde aber nie so stark in den Vordergrund gestellt. Wurden die Eigenschaften seiner Vorgänger bei Brosnan weggelassen? Nein, sie wurden alle übernommen, aber mit unterschiedlicher Gewichtung. Genau das macht der Craigbond auch, und zwar durchgehend, durch alle Filme. Im Unterschied zu CR und QOS wurden aber auch ein paar andere Eigenschaften wieder stärker thematisiert, weil sie in CR und QOS nahezu ganz verschwunden waren (allerdings absichtlich und vollkommen zurecht!).