Diskurs in der Tat immer gerne - es erscheint aber müßig bis sinnlos, wenn man wirklich überall gepriesene Darstellung von Hathaway als "erbärmlich schlecht" betitelt. Oder das Kostüm und Produktionsdesign - welches von den Größten der Branche geliefert wurde - als "richtige Katastrophe" bezeichnet.
Ich könnte jetzt sagen: Vielleicht hat sich Nolan sogar so viel dabei gedacht, dass es sich dir nicht erschlossen hat. Das ist genau so wahr oder falsch, wie deine Annahme, dass er sich gar nichts gedacht hat, und alle alles nur vergeigt haben weil sie unfähig sind. Generell würde eine verbale Abrüstung bei der Darstellung der eigenen Meinung gut tun. Sonst wirkt es immer all zu sehr nach ragebait, weil man nicht mit dem Strom schwimmen will. Das weltweite Echo (von professionellen Kritikern als auch Zuschauern) ist ja überwältigend und selten wie nie einhellig. Allein schon deshalb würde ich mich selbst immer etwas hinterfragen, wenn ich zu einem ganz anderen Schluss komme. Zumindest aber würde ich die eigene Meinung nicht so faktisch (ja und auch überheblich) darstellen.
Ich will mich da gar nicht so echauffieren wie ich das früher getan hätte. Ich kenne die üblichen Verdächtigen ja inzwischen und verstehe ein stückweit wie sie ticken.
Eine anderes Detail, was ich nicht verstehen will, ist diese zwanghafte Kritik an Frauenrollen oder gleich Charakterisierung an sich. Nicht emanzipiert genug, zu emanzipiert, man nimmt ihr dies oder das nicht ab, warum trauert sie ihrem Mann hinterher, warum mal so und mal so,..
Das wirkt auf mich, als gebe es für dich (Hille) nur eine richtige Art, und die muss dann klar schwarz oder weiß sein, anstatt das man Figuren das zutraut, was man eigentlich auch verlangt: Dass sie realistisch sind, und da kann man eben einen Mann unendlich lieben und auf ihn warten, und dennoch frustriert sein, dass die Dinge so sind wie sie sind.
P.S. Schreibe das ganz nüchtern und nicht böse. After all, habe ich den Hille ja auch etwas lieb (aber nur ihn

)