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Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 3. Januar 2016 18:33
von Thunderball1965
Dass Bond die falsche Plattform ist, solltest du lieber Sam Mendes sagen. Die Geheimdienst-Abschafferei wird er vllt. auch noch ein drittes Mal bringen wollen, damit die starbesetzten Randfiguren auch wieder ihre Screentime bekommen.
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 3. Januar 2016 18:38
von Casino Hille
Aber von TB, YOLT und TSWLM erwartet auch keiner eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema "Möglicher dritter Weltkrieg und Folgen eines atomaren Fallout". Warum muss SP selbiges dann leisten? Ist doch totaler Quatsch, SP hat die Geheimdienstdiskussion, weil es ein populäres Thema ist und weil es sich gut als Katalysator für die bekannte Mixtur aus Action und Humor eignet. That's it. Wer ernsthafte Auseinandersetzungen damit sehen will, soll sich solche angucken, aber doch bitte keinen Bondfilm.
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 3. Januar 2016 19:09
von Thunderball1965
Ich verstehe ja, was du meinst. Wenn Mendes dir sagt "Das Programm darf nicht gestartet werden", "Geheimdienste dürfen nicht abgeschafft werden" etc. dann akzeptierst du das halt. Aber ich kaufe ihm den Schneid nicht ab - Stichwort NSA - dass die Geheimdienste unvermeidlich weiterexistieren müssen (und ohne Programmstart sind sie ohnehin nicht gefährdet, eigtl. ein dramaturgischer Fehler). Beim Atomkrieg wäre ich ja tatsächlich bedroht, aber wo besteht die Gefahr für mich, wenn Oberhauser meine e-Mails lesen will?
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 3. Januar 2016 19:19
von Casino Hille
Thunderball1965 hat geschrieben:Wenn Mendes dir sagt "Das Programm darf nicht gestartet werden", "Geheimdienste dürfen nicht abgeschafft werden" etc. dann akzeptierst du das halt.
Schon, das ist nur grad ein ganz anderes Thema. Und was an diesem Thema nicht bedrohlich sein soll, ist eigentlich die viel wichtigere Frage, M verweist an einer Stelle sehr zurecht auf George Orwell. Wenn ein Terrorist, der Menschenleben auf der ganzen Welt einfach so auslöscht, plötzlich über den größten Geheimdienstapparat der Welt verfügt, dann ist das sicher etwas gravierender in seinen Ausmaßen, als "dass jemand irgendwelche E-Mails mitliest" (auch wenn bedenklich genug ist, wie viele mit ihrer Freiheit sehr leichtsinnig umgehen). Wir sprechen von einem ausgeweitetem Drohnenkrieg mit gewalitgem Kollateralschaden (siehe den Vergleich zur Realität und Cs Visionen), wir sprechen aber eben auch von einer Kontrolle und Überwachung der Geheimdienste, die wir im Bondschen Universum nun mal als moralisch einwandfreie Parteien betrachten müssen (da sie so dargestellt werden).
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 3. Januar 2016 19:26
von Thunderball1965
Stimmt, da war was - darauf achte ich bei der nächsten "Spectre"-Sichtung.
Trotzdem wirkt das Szenario, von Unbekannten abgehört zu werden, nicht wirklich bedrohlich, "1984" hin o. her.
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 3. Januar 2016 21:04
von Maibaum
Thunderball1965 hat geschrieben:
Trotzdem wirkt das Szenario, von Unbekannten abgehört zu werden, nicht wirklich bedrohlich,
Für mich schon. Es geht ja auch um weitaus mehr als nur das Abhören von privatem.
Wer die Daten kontrolliert kann auch die ganze Welt verwüsten.
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 3. Januar 2016 21:15
von Henrik
Hab heute wieder CR gesehen und ich finde, das manche Verbindungen aus Spectre deutlich weniger konstruiert wirken, als ich bisher annahm. Le Chiffres Hintergrund erinnert mich beispielsweise sehr an Kronsteen.
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 4. Januar 2016 08:35
von NickRivers
Bond drischt Blofelds Handlanger ab CR nur so zusammen, dass sie heulen wie Tanzbären, und in SP wird Blofeld selber nicht zum Ritter sondern zum Krüppel geschlagen und da feiert er sich als "Urheber all seiner Schmerzen"?
Wahrlich eine Chronologie des Bösen
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 4. Januar 2016 08:44
von NickRivers
Maibaum hat geschrieben:Thunderball1965 hat geschrieben:
Trotzdem wirkt das Szenario, von Unbekannten abgehört zu werden, nicht wirklich bedrohlich,
Für mich schon. Es geht ja auch um weitaus mehr als nur das Abhören von privatem.
Wer die Daten kontrolliert kann auch die ganze Welt verwüsten.
Aber dass ausgerechnet der GEHEIMDIENST MI-6 da die drohende Datenkontrolle bekämpfen will und künftig wohl die Drei Affen in seinem Emblem führen will, ist wenig wahrscheinlich.
Korrekt wäre ja, dass die brit. Geheimdienste Datenkontrolle forcierten, dies aber in einem abgesicherten Rahmen. Nur das hätte die Handlung tausendfach verkompliziert
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 4. Januar 2016 14:27
von Casino Hille
NickRivers hat geschrieben:da feiert er sich als "Urheber all seiner Schmerzen"?
Du hängst dich an diesem Satz aber auch schon seit einer Ewigkeit auf oder? Du weißt auch, dass Oberhauser das sagt, bevor er von Bond geschnappt wird oder?
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 4. Januar 2016 14:34
von Invincible1958
Grad mal wieder den dritten "Fluch der Karibik"-Film gesehen,
und was sagt Jack Sparrow (Johnny Depp) da zum Bösewicht, als er dessen Herz in der einen, und einen Dolch in der anderen Hand hält?
- "Faszinierendes Gefühl, den Tod oder das Leben in der Hand zu halten."
- "Du bist ein grausamer Mann, Jack Sparrow"
- "Das ist alles eine Frage der Perspektive."
Nun gut, natürlich taucht dieser Satz in der Literatur und in der Filmgeschichte zigfach auf.
Trotzdem ist es ein bisschen Schwach, Bond sowas dann in den Mund zu legen, und damit auch noch die Werbe-Trailer auszustatten, als hätte man grad den coolsten One-Liner aller Zeiten erfunden.
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 4. Januar 2016 14:35
von danielcc
hä?
Das sind doch zwei vollkommen andere Dialoge, wobei das "Frage der Persektive" bei Bond viel besser passt
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 4. Januar 2016 15:05
von Casino Hille
Die Dialoge haben miteinander nichts zu tun. Aber der Satz funktioniert in SPECTRE eh viel besser.
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 4. Januar 2016 15:30
von Thunderball1965
Eigentlich ist es keine tolle Antwort von Bond. Aber "Matter of perspective" hört zu oft im Englischsprachigen, als dass ich da eine bestimmte Verbindung zu Jack Sparrow sehen würde.
Re: Filmbesprechung: "SPECTRE (SP)"
Verfasst: 4. Januar 2016 19:33
von NickRivers
Casino Hille hat geschrieben:NickRivers hat geschrieben:da feiert er sich als "Urheber all seiner Schmerzen"?
Du hängst dich an diesem Satz aber auch schon seit einer Ewigkeit auf oder? Du weißt auch, dass Oberhauser das sagt, bevor er von Bond geschnappt wird oder?
aber zu diesem Zeitpunkt waren schon alle seine Ober-Häscher (Chiffre, Silva und wie hieß noch der besonders dumme Depp in QOS?) als Löwen gegen Bond gezogen und als Bettvorleger heimgekehrt (die Anspielung auf Dinner for One ist bewusst provokativ)