Re: Euer persönlicher filmische Jahresrückblick 2016

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So, jetzt kommt auch noch mein Rückblick über das Kinojahr 2016. Im Vorfeld muss ich unbedingt ein großes Kompliment an alle, dir hier auf die unterschiedlichste Weise ihren Jahresrückblick präsentiert haben verteilen, und will dabei besonders HCN007 hervorheben, der sowohl was die Zahl der Filme angeht, als auch die Kreativität des Aufbaus angeht nochmal hervorsticht.
Es hat einen riesigen Spass gemacht, sich diese ganzen Rückblicke durchzulesen, und dabei viele eigene Kinomomente im Geiste nochmal revue passieren zu lassen. Bei meiner Filmauswahl war glücklicherweise kein wirklich schlechter Film dabei, lediglich kleine Enttäuschungen gab es mehrfach. Die Filmsparte, die ich abgedeckt habe dürfte wohl in erster Linie die der mittelgroßen Filme gewesen sein. Die Blockbuster habe ich großenteils gemieden, in kleinen Kunstfilmen war ich aber genauso wenig. Fankgen wir an, bei den schwächeren Filmen:

15. Triple 9 (Kinowertung: 6,5/10)

Von Triple 9 hatte ich mir mehr erhofft, versprach er doch im Vorfeld, einer der wenigen Actionfilme/thriller in diesem Jahr zu werden. Er hatte auch viele gelungene Momente, die dafür sorgen, dass er als Einmalunterhaltung auch durchaus sehenswert war, doch konnte selten wirklich Begeisterung bei mir entfacht werden, zumal sich manche seiner Figuren zu sehr ähnelten, sodass es für mich in den ersten Minuten schwierig war, sie in unterschiedlichen Situationen auseinanderzuhalten. Dabei konnte Triple 9 durchaus mit einem starken Cast aufwarten, bei dem aber vor allem die Frauenrollen gänzlich verschenkt und teilweise fast schon mit Cameoauftritten verschenkt wurden.
Hat zwar noch Spass gemacht, aber es bleibt ein fader Nachgeschmack; da wäre mehr drin gewesen.

14. Central Intelligence (Kinowertung: 6,5/10)

Einer der wenigen Kinobesuche in diesem Jahr, die nicht alleine stattfanden, sondern in Begleitung. Und beide kamen wir mit gemischten Gefühlen aus „Central Intelligence“ heraus. Es war irgendwie ein komischer Film. Es gab großartige, lustige Momente, in denen Dwayne Johnson und Kevin Hart ihren ganzen Charme und auch ihre Gruppendynamik auf der Leinwand ausspielen konnten, und die Rollenauslegung an sich war teilweise schon sehr selbstironisch und mit einem großen Augenzwinkern versehen, doch gleichzeitig gab es auch einige Stellen an denen der Humor nicht zündete, an der es vielleicht noch nicht unter, aber auf der Gürtellinie war, und speziell zum Ende hin kam „Central Intelligence“ einfach nicht zum Punkt, sondern hängte ans eigentliche Finale noch zwei oder drei weitere Enden dran, bis es irgendwann zu viel wurde.
Nicht schlecht, aber eben auch lange nicht gut.

13. The Boy (Kinowertung: 6,5/10)

Ein Horrorfilm der leichten Sorte, mit kleinem Budget (gut, für einen Horrofilm nichts ungewöhnliches) und eher unbekannten Schauspielern, die ihren Job aber allesamt solide erledigen. Nicht umsonst erhielt „The Boy“ nur ein FSK 12, er hält sich doch merklich mit Jumpscares, oder sämtlichen Brutalitäten zurück und hält auch die Atmosphäre zwar durchweg düster und leicht beklemmend, aber nie wirklich beängstigend. Das Finale ist dann etwas unerwartet und anders geraten, was einem zum Ende hin dann doch nochmal ein paar Schauer über den Rücken laufen lässt, und einen dann doch zufriedengestellt aus dem Kinosaal entlässt.
Netter, kleiner Film, den man aber nicht mehrfach gesehen haben muss.

12. The Jungle Book (Kinowertung: 7/10)

Mein bislang einziger 3D-Film. Und auch wenn ich einige Kritikpunkte habe, was das 3D angeht, war „The Jungle Book“ aller erste Sahne. Ebenso wie animationstechnisch. Dass der Film zu 98% aus CGI besteht sieht man ihm zu keiner Sekunde an und er ist visuell mehr als beeindruckend. Vor diesem Hintergrund ist auch die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers absolut zu loben. Als Kind quasi nur vor Greenscreen, eine solche Performence abzuliefern ist alles andere als selbstverständlich. Abgesehen davon hätte Favreau aber deutlich mehr aus dem Stoff herausholen können. Der schon im Trailer zu sehende Riesenaffe, der in solchen Ausmaßen nicht im Buch vorkommt, passt nicht wirklich in das Setting, die Einbindung der Elefanten ist etwas merkwürdig und Akelas Tod, der im Buch die Unbarmherzigkeit der Natur zur Schau stellte, wird hier einer billigen Gut/Böse-Charakterisierung geopfert, obwohl die Neuverfilmung eigentlich einen düstereren, ernsteren Ton treffen wollte, was ihr nur teilweise geglückt ist.
Visuell beeindruckend, aber deutliche Mängel an der Umsetzung des Stoffes und kleinere bei der Dramaturgie.

11. Suicide Squad (Kinowertung: 7/10)

Ich sehe jetzt schon zahlreiche schüttelnde Köpfe, bei dieser Wertung für Suicide Squad, aber gebe natürlich trotzdem meine ehrliche Wertung ab. Dass der Film bei mir vergleichsweise gut wegkommt, könnte daran liegen, dass ich die Comics absolut gar nicht kenne und keine der hier verwendete Figuren (abgesehen von Batman und dem Joker, die ja nur am Rande mitspielen) je in Comicform zu sehen bekommen habe. Ich sehe viele gelungene Einzelmomente in „Suicide Squad“, sowie mit Deadshot und Harley Quin, und in Teilen auch Letos Joker, durchaus interessante Figuren. Dazu ein guter, teilweise auch sehr gute Soundtrack und das ganze hätte ein hervorragender Film werden können, wenn man es geschafft hätte, die Einzelmomente zu einem dauerhaft funktionierenden ganzen zu verbinden und vor allem eine nicht vollkommen redundante Geschichte zu erzählen, der es vor allem zum Ende hin an jeglicher Kreativität, aber auch Entschlossenheit und Konsequenz mangelt.
Für den nicht Comickenner spassige Einmalunterhaltung, allerdings ohne jeden Mehrwert und größeren Wiedersehenswert.

10. Money Monster (Kinowertung: 8/10)

„Money Monster“ hat mir im Kino sehr gut gefallen, mich gepackt und in die Geschichte mitgenommen, aber nach nun mehr als einem halben Jahr, ist praktisch nichts mehr hängen geblieben. Und das ist selten ein gutes Zeichen, weshalb ich nicht weiß, ob ich bei einer Zweitsichtung ebenfalls ein so hohe Punktzahl vergeben würde.
Über jeden Zweifel erhaben ist jedenfalls die schauspielerische Leistung von Julia Roberts und vor allem George Clooney, die das ganze mit ihrem Charisma beinahe im Alleingang tragen. Thematisch bleibt „Money Monster“ relativ an der Oberfläche hat gute Ansätze und denkt nicht einseitig, geht aber selten wirklich in die Tiefe. Wenn man aber darauf verzichtet, unterhält er ziemlich gut und ist auch handwerklich einwandfrei produziert und auch mit einigen netten Einfällen versehen.
Zwar keine wirkliche zielführende Gesellschaft oder Wirtschaftskritik, sondern vor allem ein guter Thriller.

9. Ein Mann namens Ove (Kinowertung: 8/10)

Auch dem skandinavischen Film habe ich 2016 einen Kinobesuch gewidmet und mir „Ein Mann namens Ove“ angesehen. Eine kleine, rührende Geschichte, erzählt in verschiedenen Zeitebenen und gespielt von tollen, charismatischen Schauspielern. Was will man mehr? Selbstverständlich ist die Optik nicht unbedingt beeindruckend, sodass es die Kinoleinwand nicht unbedingt benötigt, doch auf erzählerischer Ebene funktioniert er voll und ganz. Irgendwo zwischen Drama und schwarzer Komödie angelegt (Tendenz eher zu letzterem) erzählt „Ein Mann namens Ove“ die eigentlich altbekannte Geschichte vom alten, mürrischen Rentner, mit harter Schale und weichem Kern neu aufbereitet und erfrischend, sodass man rundum zufrieden zurückgelassen wird.
Ein kleiner, aber feiner Film für Zwischendurch, der im Heimkino genausogut funktionieren dürft, wie auf der großen Leinwand.

8. The Magnificent Seven (Kinowertung: 8/10)

Ja, es gibt tatsächlich auch gute Remakes. Hier haben wir eines der wohl seltenen Beispiele. Die Neuauflage des 1960 erschienenen Films (der ja selbst nicht einmal das Original ist), macht eigentlich durchweg Spaß, und begeistert mit tollen Aufnahmen und einem charismatischen Cast, der nur auf der Antagonistenseite schwächelt. Das Setdesign ist modern und dem Genre dennoch gerecht und alleine der Blick auf tolle Westernkulissen ist den Gang ins Kino wert. Die dynamische und gegen Ende überraschend kompromisslose Inszenierung, speziell was die Action angeht weiß ebenso zu erfreuen, wie generell das ausschweifende Finale, mit einem bombastischen Look und vielen coolen Momenten.
Zwar minimal schwächer, als die 1960er Version, aber dennoch sehr unterhaltsam und mit anderen Vorzügen.

7. The Purge 3 Election Year (Kinowertung: 8,5/10)

Auch der dritte Teil der Purge-Reihe kann überzeugen, vor allem da er es schafft, erneut einen neuen Blick auf die Geschehnisse rund um die Purge zu werfen. „Election Year“ bewegt sich damit wie schon der Vorgänger stärker im Bereich des Actiongenres, als im Horror, weiß aber beides erneut gekonnt zu vermischen und mit neuen Ideen zu versehen. Besonders stark hebt er dieses Mal den Konflikt der Opfer hervor, wenn diese die Möglichkeit haben ungestraft Rache an ihren Kontrahenten zu nehmen, und zeigt dabei nicht immer nur die Guten und die Bösen, sondern versteht es, in Momenten, die man schon aus herkömmlichen Actionstreifen gewohnt ist, die Rache zu platzieren, sodass dem Zuschauer die Tragweite der Handlung erst später bewusst wird, ohne dass der Film es einem noch einmal unter den Nagel reibt.
An manchen Stellen übertreibt „Election Year“ die Charaktere etwas, an anderen Stellen schafft er es aber, die Perversität der vergangenen Teile noch weiter auf die Spitze zu treiben und erzeugt pures Kopfschütteln beim Zuschauer.
Eine tolle Fortführung der „Purge“-Reihe, die allemal eine Sichtung wert ist, allerdings kein Film für jede Stimmung.

6. The Accountant (Kinowertung: 8,5/10)

Ben Affleck verkörpert in „The Accountant“ auf großartige Weise den unter Autismus „leidenden“ Christian Wolff, einen hochbegabten Buchhalter, der besonderen Art. Das Genre das dieser Film bedient lässt sich kaum beschreiben, ein solch besondere und teils skurile Mixtur aus vielen Elementen stellt das ganze dar. Trockener, teils sehr subtiler Humor gemischt mit einer intelligenten Erzählung, einer interessanten Inszenierung sowie brachialer Action speziell im letzten Drittel (Stichwort Flugabwehrmunition) sorgen für einen der denkwürdigsten, intensivsten und vor allem besondersten Kinomomenten des Jahres 2016. Viel mehr kann und brauch man zu diesem Film nicht sagen, aber es ist definitiv eine Empfehlung für Filmfans.
Sehr speziell, nicht perfekt, aber auch ohne wirkliche Mängel, ein toller Film.

5. Arrival (Kinowertung: 9/10)

Denis Villeneuve hat sich mit diesem Film als einer der interessantesten akttuellen Regisseure etabliert. „Arrival“, die Geschichte vom Erstkontakt zwischen Menschen und Außerirdischen Wesen, handelt von Sprache, von Kommunikation, von Zusammenhalt, Krieg und Frieden und vielem mehr. Er ist keine reine Zukunftsvision, wie der erste Kontakt zu fremden Lebensformen ablaufen könnte, sondern er fügt dem ganzen auch noch eine Prise Sience Fiction hinzu, indem er der Wirkung von Sprache wohl noch mehr Bedeutung verleiht als sie ohnehin schon hat. Was auf den ersten Blick verwirrend sein kann und auch auf die Protagonisten im Film zeitweise verwirrend wird, ergibt sich erst durch intensives Auseinandersetzen mit dem Film zu einem ganzen Bild, das aber bewusst an einigen Stellen offen oder unklar bleibt. Normalerweise würde ich das wohl kritisieren, hier erfordert die Thematik dieses Vorgehen, was „Arrival“ in der Nachbetrachtung nur noch stärker macht.
Die sehr entschleunigte, ruhige aber auf den Punkt gebrachte Inszenierung, sowie der oft mit fremdartigen Klängen arbeitende Score, weiß nachhaltig zu beeindrucken und wird wohl dafür sorgen, dass die eine oder andere Oscarnominierung für „Arrival“ drin ist.
Für einen ruhigen, intensiven Filmabend bestens geeignet.

4. The Conjuring 2 (Kinowertung: 9/10 ; DVD-Wertung: 9/10)

Wer hätte gedacht, dass man die rührendsten und bewegendsten Kinomomente eines Jahres aus einem Horrorfilm ziehen kann? Ich jedenfalls nicht. Denn auch wenn schon der erste Conjuring-Film sich stark auf seine Charaktere konzentrierte und sie nicht wie viel andere Genrevertreter lediglich als Instrument für Jumpscares und noch mehr Jumpscares einsetzte, die Fortsetzung verstärkte das ganze noch. Während es ohne wirkliche Einleitung gleich gruselig und mit schönen Horrormomenten losgeht, und Spannung und Angst nie abreißen, lässt sich „Conjruing 2“ in der Mitte viel Zeit seine Figuren zu beleuchten und Beziehungen zu einander und zum Zuschauer aufbauen zu lassen. Und daraus zieht er letztendlich auch seine größte Kraft. Er nutzt dieses Verhältnis, das Mitfühlen und das Vertrauen zu bestimmten Charakteren, um genau im richtigen Moment eine weitere, ungeahnte Ebene des Horrors zu öffnen und den Zuschauer zur Fassungslosigkeit zu bringen.
Einen kleinen Abzug gibt es lediglich deshalb, weil manchmal weniger mehr gewesen wäre und ein oder zwei Schockmomente weniger vielleicht besser gewesen wären.
Horror vom Feinsten vom Meister des Grauens James Wan.

3. Zootopia (Kinowertung: 9/10)

Wer einen guten Animationsfilm sehen will, dem sei an dieser Stelle „Zootopia“ ans Herz gelegt, der im deutschen den deutlich unpassenderen Titel „Zoomania“ trägt. Möglicherweise ist es auch mit dieser Titeländerung zu erklären, dass die meisten Interpretationen des Films auf der obersten Ebene stehen bleiben, oder, in wenigen Einzelfällen ihn gar nicht verstehen. Denn Zootopia behandelt die Thematik rund um Vorurteile gleichzeitig kindgerecht einfach, wie intellektuell komplex und bietet die Möglichkeit lange über dieses Thema nachzudenken und tiefergehend zu beleuchten. Doch es ist nicht ein Film der in erster Linie intelligent sein, will, sondern ein großartiger Familienunterhaltungsfilm, der witzig, spannend und gefühlvoll zugleich ist und großen wie kleinen Zuschauern verschiedene Zugangsebenen anbietet und für Filmfans auch die ein oder andere Anspielung auf Filme oder Serien einbaut. Großartig animiert und mit einem tollen Filmsong versehen ergibt sich ein nahezu perfektes Filmerlebnis, das mich nachhaltig begeistert hat.
Nicht nur für Animationsfilmfans (Ich bin eher das Gegenteil davon) ein absoluter Pflichttermin.

2. The Revenent (Kinowertung: 9/10 ; DVD-Wertung: 9/10)

Der Film für den Leonardo di Caprio seinen Oscar bekam. Durchaus zurecht, bei meiner Zweitsichtung vor wenigen Wochen ist mir sein famoses Spiel erst richtig ins Auge gesprungen. Dennoch hat die Academy einen anderen Schauspieler zu Unrecht lediglich nominiert und nicht ausgezeichnet: Tom Hardy. Er liefert DIE schaupspielerische Leistung des Jahres ab, ich bin sogar geneigt es eine Jahrhundertdarbietung zu nennen. Tom Hardy weiß mich immer zu begeistern, doch dieses mal war es pure Faszination.
Zusätzlich zu diesen beiden schauspielerischen Schwergewichten weißt „The Revenent“ auch hinter der Kamera bewährte Größen aus. Kameramann Lubezki fängt die Schönheit, aber auch die Unbarmherzigkeit der Natur phänomenal ein, und trägt den Winter in den Kinosaal oder ins eigene Heim. Und Iñárritu inszeniert dieses Werk derart intensiv, dass ich über die leicht esoterisch angehauchten Traumsequenzen, die dem Film eher schaden als nützen auch leicht hinwegsehen kann.
Das ist Kino, so muss Kino sein!

1. The Hateful Eight (Kinowertung: 8/10 ; DVD-Wertung: 9/10)

Lange habe ich darüber nachgedacht, welcher Film jetzt den ersten Platz verdient hat und kam zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Speziell „The Hateful Eight“ schied für mich lange Zeit aus, weil ich ihm nach der Kinosichtung lediglich 8/10 Punkten gegeben habe. Doch schon damals hatte er eine längere Nachwirkung als „The Revenent“ der zwar im Kino intensiver war, den man aber auch schneller wieder vergessen hatte. Letztendlich habe ich mich dann doch für ihn entschieden, er hat mich von allen Filmen in diesem Jahr am meisten fasziniert.
Tarantino inszeniert hier seinen vielleicht geschwätzigsten Film , einzig Death Proof kann das noch toppen. Und er inszeniert hervorragend. Das Tempo ist unglaublich langsam, schon die erste Szene, wird enorm in die Länge gezogen, was bei der zweiten Sichtung aber überhaupt nicht mehr störte. Denn Samuel L. Jackson und Kurt Russel spielen ihre Rollen genial. Sie gehen voll darin auf und tragen eigentlich den gesamten Film. Denn auch der Rest des Casts ist durchaus beeindruckend zu lesen und spielt auch hervorragend, doch an das Spiel dieser beiden Haudegen kommt keiner heran. Das krimiartige Westernkammernspiel besticht durch die ständig spürbare Bedrohung und arbeitet konsequent auf das Tarantinotypische blutige Finale hin. Auch die Art der Gewaltdarstellung überrascht, ist sie doch nur selten ästhetisiert und oft schonungslos direkt, eklig und brutal. Doch es ist genau das was „The Hateful Eight“ benötigt. Wieder in Kapitel gegliedert, von einer klassischen Rückblende abgesehen aber völlig linear erzählt, und mit Erzähler (Tarantino selbst) ergänzt, ergibt sich hier sein geradlinigster und vielleicht konsequentester Film, der viel Sitzfleisch erfordert, für die Geduld aber belohnt.
Andersartig, beklemmend und unterhaltsam zugleich, ist „The Hateful Eight“ verdientermaßen Film des Jahres 2016.


Ende 2015 habe ich 2016 als schwaches Kinojahr bezeichnet, und speziell im Blockbusterbereich traf das mit Sicherheit auch zu. Auch gab es keinen absolut perfekten Film, dem ich 10/10 Punkte geben würde. Doch es warteten einige Perlen auf den interessierten Zuschauer, die auch in den kommenden Jahren noch für großartige Unterhaltung sorgen werden. Außerdem stellte sich kein hoffnungsvoller Film als wirklich große Enttäuschung heraus.
In diesem Sinne auf ein neues, hoffentlich noch besseres Jahr 2017!

PS: Es freut mich, dass mein 9000. Beitrag in diesem Forum solche Ausmaße erreicht ;)
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."