Re: Filmbesprechung: "Quantum of Solace (QOS)"
Verfasst: 3. November 2015 21:49
Muss man denn da einen Zusammenhang erkennen können bzw. muss es da überhaupt einen Zusammenhang geben?dernamenlose hat geschrieben:Ich fand die Parallelmontage bei Tosca schon immer gelungen, die erste in Sienna aber nicht, weil ich da keinen Zusammenhang erkennen konnte.
Jedes Mal wieder finde ich es interessant, wenn jemand das schreibt. Erst letzte Woche habe ich QOS (im Triple Feature mit CR und SF) wieder gesehen, gemeinsam mit fünf Leuten und drei davon kannten QOS nicht einmal. Und nicht einer von ihnen hatte auch nur zu einer Sekunde Probleme mit dem Schnitt oder mit der Erkennbarkeit der Szenen, viel mehr haben zwei von ihnen QOS sogar als den besten der drei Filme aufgrund seiner Actionszenen empfunden (!), während der dritte im Bunde war CR besser fand, er aber QOS auch mochte und ihm witzigerweise auch erst im Nachhinein auffiel, dass der Schnitt schneller war. Wie gesagt, interessant, dass da einige Probleme mit haben, aber ich finde die Action in QOS (fast) durchweg grandios, sehr übersichtlich und erkenne das alles ganz ausgezeichnet, gerade die Autoszene ist ein Genuss und nicht zuletzt durch den genialen Soundtrack sehr mitreißend. Mit der Flugzeugjagd habe ich ein paar Probleme, aber die haben wenig mit der Inszenierung zu tun (wobei natürlich schon, aber nicht mit dem Schnitt). Meine Lieblingsaction in QOS ist aber die anschließende Verfolgung in Siena, was eine tolle Stuntarbeit und eine schöne Bildkomposition. Ganz toll!Nico hat geschrieben:eine weniger schöne Autoverfolgungsjagd mündet. "Weniger schön" deshalb, weil man, obwohl sie anscheinend gut inszeniert ist, kaum etwas von ihr erkennt
Also mit den unzähligen Zweikämpfen mag ich nicht wirklich mitgehen. In meinem Kopf ist es genau einer, mit dem etwas ähnliches stattfinden könnte: Slade. Und der ist nicht wichtig, soll nie wichtig sein und darf daher auch schnell vergessen werden, soll sogar schnell vergessen werden. Aber wieso ist die Bootsaction sinnlos? Die ist doch eindeutig durch die Handlung motiviert und passt zum Charakter Bond (der die Jungfrau in Not nie einfach aufgibt) wie die Faust aufs Auge.Nico hat geschrieben:Zu nennen wären unzählige Zweikämpfe zwischen Bond und schnell vergessenen Gegnern, die sinnlose und schwer zu folgende Bootsaction,
Ich finde ja, dass QOS sich durchaus nach Bond anfühlt, nur in einer Neuinterpretation, wie eben auch Casino Royale. Es ist nur eindeutig kein Film der alten Formel mehr.Nico hat geschrieben:Fragt man sich zwischenzeitlich, ob man hier gerade wirklich einen James Bond-Film guckt
Endlich fällt das mal noch jemandem auf. QOS hat wirklich ein paar liebevolle Anspielungen an die großen Klassiker zu bieten. Und die auf GF ist natürlich ebenfalls top.Nico hat geschrieben: der Deckname R. Sterling (Robert Sterling war Bonds Tarnname in TSWLM!) auf Bonds Visitenkarte von Universal Exports
Nun ja, das mag sein, aber die Wirkung von QOS ist eben eine andere und der Schwerpunkt liegt anders. Ich finde, nicht jeder Film muss zwangsweise seinen Locations als solchen Raum und Luft geben, wenn es nicht ins Konzept passt und dafür das Gebotene alles schlüssig Sinn ergibt, dann darf man da von der Norm doch gerne abweichen. Aber ob das bei QOS der Fall ist, ist natürlich eine andere Geschichte.Nico hat geschrieben:Da liegt es auf der Hand, dass die einzelnen Locations viel zu wenig und viel zu kurz gezeigt werden