Tja, haltet mich jetzt wofür ihr wollt, und ich hätte auch wirklich nicht gedacht, das jemals zu schreiben, aber mir hat Indiana Jones and The Dial of Destiny tatsächlich sehr gefallen, ich betone - sehr gefallen
Kurzum, meiner Ansicht nach lebt der Film von der durchwegs tollen Besetzung - allen voran der schönen Chemie zwischen Ford und Waller-Bridge, hinzu kommt ein absolut astreines Pacing, ich habe mich keine einzige Sekunde gelangweilt. Der Film bietet alles, was von einem Indiana Jones-Film nach Traditionsrezept zu erwarten ist: Tolle Locations, furiose Verfolgungsjagden, viel Witz und er kommt überdies mit einer Leichtigkeit um die Ecke, die ich den Beteiligten nicht zugetraut hätte.
Ich kann die negativen Kritiken nicht nachvollziehen, ich wurde bestens unterhalten. Allerdings - und daran liegt's wahrscheinlich auch - bin ich wirklich mit sehr niedrigen Erwartungen ins Kino gegangen.
Erstaunlicherweise fand ich den Auftakt gemessen am Rest tatsächlich am schwächsten, wenn auch immer noch pfiffig gemacht, dafür die Marokko und Sizilien-Szenen, sowie den Tauchgang absolut fantastisch. Ich finde nicht, dass Mangold Spielberg in irgendeiner Form „kopiert“, zumal sich die Rührseeligkeiten erfreulich in Grenzen halten. Mangold ist hier eher angenehm unaufdringlich, etwa so wie Glen bei Bond. Er erfüllt seinen Auftrag, man merkt ihm - so empfinde ich es zumindest - den Spaß an.
Der Plot ist natürlich völlig drüber, aber das darf er auch sein. Ich habe in den letzten 15 Minuten sehr laut gelacht, allen voran als der gute Mads merkt, was läuft.
Negativ aufgefallen ist mir die teils echt fürchterliche CGI, allen voran gegen Filmende, ansonsten zum Glück nicht all zu oft. Das De-Aging funktionierte für mich total gut, ich hatte keinen Uncanny Valley-Effekt oder dergleichen. Von John Williams hätte ich etwas mehr erwartet, zumal ein wirklich prägnantes Thema wie jenes der Lade, des Tempels oder des Graals leider ausblieb. Aber es ist Williams und daher schon mehr oder weniger aus Prinzip gut und ein paar kurze magische Momente gibt es im Score dann doch.
Der Gesamtlook des Filmes ist zwar ein gänzlich anderer als unter Spielberg/Slocombe/Kahn, hat mich im Endeffekt jedoch erfreulich wenig tangiert, da mich das Ensemble und auch die nett getimeten Gags und Anspielungen auf die Spätsechziger wirklich abgeholt haben.
Somit schafft es Dial in meinem persönlichen Ranking straight auf Platz 3 noch vor Crusade.
Ich würde dem Film tatsächlich eine solide 8/10 geben und schäme mich etwas, ihn (aus offensichtlichen Gründen hehe) vorab so schlecht gemacht zu haben. Andererseits, was kümmert mich schon mein Geschätz von Gestern
