Re: Die Filme des Stanley Kubrick
Verfasst: 3. Januar 2016 09:34
Muss ich mir mal ansehen, habe ich bis heute nicht geschafft. Bin aber bekanntlich auch kein Kubrick-Fan.
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Was soll den daran ärgerlich sein daß man von einem Regisseur etwas erwartet? Und wer auf dieser Welt haftet ein "Meisterwerk" Etikett an nur aufgrund eines Namens oder einer Erwartung?danielcc hat geschrieben:
Das ärgerlichste was bei Regisseuren wie Stanley Kubrick passiert ist, dass mal an jeden Film gleich das Etikett "Meisterwerk" haften muss, oder aber ein solches vorab erwartet.
Das ist dann noch seltsamer. Die Novelle wird kaum jemand gelesen haben der den Film kennt, ob die Dreharbeiten lang oder kurz waren wird wohl kaum jemanden dazu animieren deswegen gleich auch mehr zu erwarten, bzw jemenden dazu verleiten den Film schon vorab als Meisterwerk zu bezeichnen, als welches EWS sowieso nicht gilt.Das wird dann noch schlimmer, wenn man ein Mega-Star Pärchen wie Cruise/Kidman engagiert, wenn man eine erotisch-psychologische Novelle verfilmt, und wenn sich Dreharbeiten absurd lange hinauszögern.
"Viel zu selbstbewusst für eine so sensible Darstellung", was soll denn das bedeuten?Nüchtern betrachtet ist Tom Cruise eine Fehlbesetzung. Für die Rolle des Normalo Arztes der staunend auf einen mehr oder weniger erotischen Extrem-Trip abdriftet hätte man jemanden anderen besetzen müssen. Cruise ist ein wundervoll charismatischer Leinwandheld, aber er ist viel zu selbstbewusst für eine so sensible Darstellung.
Die Story ist doch nicht dünn. Die ist doch sehr vielschichtig, nicht leicht zu erfassen, und kann zu vielfältigen Interpretationen einladen.Die Story ist dünn, das macht aber nichts. Kubrick geht es vielmehr um Atmosphäre und da liegt auch die Stärke des Films. Dreh-, Angel- und Höhepunkt des Films ist dabei klar der eine Besuch bei der erotischen Zeremonie in Geheimbund Manier mit anschließender Orgie. Allerdings plätschert der Film darum so vor sich hin. Ein bisserl Verfolgung, ein bisserl Ehe-Krise - viel mehr ist da nicht und das verteilt auf über zwei Stunden.
Woher hast du das denn? Und vor allem wozu erwähnst du es? Welche Bedeutung hat das für den Film, bzw für den Genuß des Films?Aufällig sind das sehr körnige Bild was wohl darauf zurückzuführen ist das der Film wohl in der Post Production aufgehellt werden musste,
Ja, es sind schon einige Stücke (ich schätze mal so ca. 8-9), aber es sind vor allem das Händel- und das Schubert-Stück, die immer wieder angespielt werden. Zuweilen in anderer Orchestrierung, aber eben immer klar als das erkennbar, was sie sind. Vor allem die Händel-Sarabande wird mir zu häufig genutzt, daher der repitative Charakter. Ich bin auch kein Freund davon, wenn prägnante musikalische Filmthemen immer und immer wieder gespielt werden, entsprechend empfand ich es vor allem in der zweiten Hälfte von Barry Lyndon durchaus als negativ ablenkend.Maibaum hat geschrieben:Aantol, was verstehst du denn bei Barry Lyndon unter einer überschaubaren Anzahl an verwendeten Musikstücken? Der enthält doch eine sehr reichhaltige Auswahl an Musik, die überwiegend auch aus der Zeit stammt. Und gilt als sehr komplexes Beispiel für die Verwendung von Filmmusik als miterzählender Bestandteil der Handlung.
Bisher sind ja auch erst die Film drangewesen, die ich von ihm eh schon immer gemocht habe.GoldenProjectile hat geschrieben:Da kommt jemand auf den Kubrick-Geschmack...
Bei Clockwork besteht durchaus die Gefahr, dass es mir bei einer weiteren Sichtung so ergeht wie Rocky im ersten Kampf mit Clubber.GoldenProjectile hat geschrieben:"Handverlies" doch als nächstes Clockwork Orange