Re: Zuletzt gesehener Film

11206
danielcc hat geschrieben: 18. Januar 2026 12:00 die Sweeney hat auch... viel zu bieten
Mir ist die Frau ein Rätsel. In einigen Sachen - "Euphoria", "Immaculate" - spielt sie so hölzern wie man nur sein kann, und ist von einer mittelmäßigen Schultheater-Abbrecherin der neunten Klasse nicht weit entfernt. Und dann gibt es Film wie "Eden" oder selbst die harmlose RomCom "Anyone But You", in der sie mich wirklich überzeugt und viel besser und charismatischer ist als man ihr zutraut. Ganz merkwürdig, wieso das bei ihr so extrem schwankt.
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Re: Zuletzt gesehener Film

11208
Kann sicherlich sein, aber eigentlich ist zum Beispiel Howard jetzt für mich niemand, der - trotz der Ausnahmen "Frost/Nixon" und "Eden" - je durch seine besonders hochklassige Schauspielführung aufgefallen wäre. Und in "Euphoria" sind ansonsten eigentlich alle im Ensemble, selbst so optische wie darstellerische Luftnummern wie Jacob Elordi, mindestens gut und authentisch, da fällt Sweeney also eher negativ raus. Sie bleibt da ein wenig ein Enigma für mich.
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Re: Zuletzt gesehener Film

11209
Also, ich fand die Sweeney eigentlich ganz gut. Sie passt in diese Rolle. Zumindest die anfängliche naiv süße Unbeholfenheit habe ich ihr abgenommen. Nun ist es aber auch so, dass der Film praktisch nur vier Rollen hat, und niemand davon ist vom Ende her betrachtet besonders sympathisch. Das hilft nicht :-)
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

11210
danielcc hat geschrieben: 18. Januar 2026 12:00 Ich denke, das war in 30 Jahren Kino für mich mit das aller dämlichste was mir je untergekommen ist.
Man muss dazu aber sagen, dass das irgendwo Absicht ist.

The Housemaid ist eine tödliche Telenovela, die nur auf übertriebenen Emotionen und ständigen Wendungen basiert, egal wie abstrus sie auch sind. Nichts an diesem Seifenopern-Thriller ergibt Sinn - wirklich: gar nichts! -, und mit jeder Wendung im dritten Akt wird die Handlung immer absurder, dümmer und unsinniger. Seit seiner amüsant-verrückten Noir-Satire A Simple Favor hat sich Regisseur Paul Feig als Experte für Edeltrash-Produktionen etabliert, und hier ist er in seinem Element: Jede einzelne Zeile dieses pompös arrangierten Müllhaufens ist darauf ausgelegt, ironischen Applaus vom Publikum zu provozieren.

Betrachtet man das Geschehen auf der Leinwand als vulgären Airport-Novel-Schund, ist es durchaus unterhaltsam: Die Darbietungen, insbesondere Amanda Seyfried als hysterische Matriarchin (oder ist sie das wirklich?), sind herrlich übertrieben und verleihen dem Material erst den nötigen Witz. Immer wenn es gewalttätig oder erotisch wird, geizt The Housemaid auch nicht mit expliziten Bildern, und beide Geschlechter werden angesichts der unverhohlenen Sexualisierung der attraktiven Körper von Brendan Sklenar und Sydney Sweeney sicherlich was zum Gucken haben. Feig weiß, dass er primitives Guilty Pleasure Kino dreht, und er gibt dem Publikum, was es will.

Aber, und da hat der Spaß sein Ende, er braucht ewig, um zum Punkt zu kommen: Die Länge von 131 Minuten ist einfach nur lächerlich. Überladen mit endlosen Erklärungen und sich wiederholenden Intrigen, erfordert der Film viel Geduld, bis er seine vibrierenden Pulp-Reize erreicht hat. Die verschachtelte Struktur soll wohl in diesem Fall das Erfolgsrezept sein, ist aber letztendlich eher Rezept als Erfolg, und obwohl niemand in so einem Film nach Wahrhaftigkeit sucht, hätte die psychologische Leere überzeugender vermittelt werden können. Das ist trotzdem geschickt inszenierter Camp, aber insgesamt einfach ein bisschen zu egal/whatever. 5/10.
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Re: Zuletzt gesehener Film

11211
sag ich doch. Nur nicht so verbal raffiniert :-)

Wenn der Camp Anteil doch wenigstens durchgängig wäre, aber leider denkt man über weite Strecken, das sei ernst gemeint und werde noch sehr spannend.
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