danielcc hat geschrieben: 18. Januar 2026 12:00
Ich denke, das war in 30 Jahren Kino für mich mit das aller dämlichste was mir je untergekommen ist.
Man muss dazu aber sagen, dass das irgendwo Absicht ist.
The Housemaid ist eine tödliche Telenovela, die nur auf übertriebenen Emotionen und ständigen Wendungen basiert, egal wie abstrus sie auch sind. Nichts an diesem Seifenopern-Thriller ergibt Sinn - wirklich: gar nichts! -, und mit jeder Wendung im dritten Akt wird die Handlung immer absurder, dümmer und unsinniger. Seit seiner amüsant-verrückten Noir-Satire A Simple Favor hat sich Regisseur Paul Feig als Experte für Edeltrash-Produktionen etabliert, und hier ist er in seinem Element: Jede einzelne Zeile dieses pompös arrangierten Müllhaufens ist darauf ausgelegt, ironischen Applaus vom Publikum zu provozieren.
Betrachtet man das Geschehen auf der Leinwand als vulgären Airport-Novel-Schund, ist es durchaus unterhaltsam: Die Darbietungen, insbesondere Amanda Seyfried als hysterische Matriarchin (oder ist sie das wirklich?), sind herrlich übertrieben und verleihen dem Material erst den nötigen Witz. Immer wenn es gewalttätig oder erotisch wird, geizt The Housemaid auch nicht mit expliziten Bildern, und beide Geschlechter werden angesichts der unverhohlenen Sexualisierung der attraktiven Körper von Brendan Sklenar und Sydney Sweeney sicherlich was zum Gucken haben. Feig weiß, dass er primitives Guilty Pleasure Kino dreht, und er gibt dem Publikum, was es will.
Aber, und da hat der Spaß sein Ende, er braucht ewig, um zum Punkt zu kommen: Die Länge von 131 Minuten ist einfach nur lächerlich. Überladen mit endlosen Erklärungen und sich wiederholenden Intrigen, erfordert der Film viel Geduld, bis er seine vibrierenden Pulp-Reize erreicht hat. Die verschachtelte Struktur soll wohl in diesem Fall das Erfolgsrezept sein, ist aber letztendlich eher Rezept als Erfolg, und obwohl niemand in so einem Film nach Wahrhaftigkeit sucht, hätte die psychologische Leere überzeugender vermittelt werden können. Das ist trotzdem geschickt inszenierter Camp, aber insgesamt einfach ein bisschen zu egal/whatever. 5/10.