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von ollistone
Agent
Die 4. Staffel "Stranger Things" hat mich wirklich fasziniert, muss ich zugeben. Weil sie so ganz anders war. Vor allem lang. Viel zu viel. Komplette Überdosis, ich bin übersättigt. Bitte ganz viel Abstand zur nächsten Staffel.
Dass die Serie mal ihr enges Hawkins-Korsett verlässt, gefiel mir gut. Kalifornien, Salt Lake City, die Wüste von Nevada, Alaska, Russland, diesmal kommt man ganz gut rum. Problematisch finde ich, dass die Gruppe von Staffel zu Staffel wächst und inzwischen eine Ensemble-Größe erreicht ist, bei der man offenbar kaum noch weiß, wie man alle sinnvoll beschäftigt. Gerade Mike und Will sind hier überwiegend in Sub-Plots involviert, die ein wenig nach Beschäftigungstherapie riechen. Auch Jonathan fällt in diese Kategorie.
Dass hier endlich mal alles richtig erklärt wird, teilweise in ausufernden Rückblenden, fand ich überraschend. Die Grundkonstellation, dass es da irgendeinen Riss zum Upside-Down gibt, hatte man ja eigentlich so akzeptiert. Wie und warum - das erklärt uns Staffel 4. Natürlich ist die Staffel viel zu lang. Jede Folge um die 75 Minuten, die vorletzte 90, die letzte gar 150 Minuten - aber die Eier muss man ja erstmal haben, wer gönnt sich schon den Luxus, das Finale mal eben in zweieinhalb Stunden zu erzählen? Episch - das trifft es wohl ganz gut. Episch und maßlos und daher einfach toll. Bis auf die Frisuren.
"Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen."