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Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 22. Juli 2016 13:12
von Casino Hille
Maibaum hat geschrieben:das ist mit Sicherheit schon vorher passiert
Ex-Akt.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 22. Juli 2016 13:25
von Henrik
NickRivers hat geschrieben:
Was ich auch nicht verstehe, ist die Sache mit LeChiffres Leerverkäufen (aka Short Sales):
nur zur Info: Leerverkäufe sind -man glaubt es nicht- legale kriminelle Geschäftspraktiken obwohl sie unfassbar dumm sind. Vermutlich gehen deswegen nach wie vor so viele geprellte Gläubiger dem auf dem Leim.
Leerverkauf ist eigentlich ein Glückspiel zwischen zwei Playern: dem Verleiher und dem Leerverkäufer. Der Verleiher "verleiht" Bonds (also Shares oder Stocks

) dem Leerverkäufer zum aktuellen Wert und macht mit ihm aus, die zu einem fixierten Zeitpunkt wieder aber dann zu diesem aktuellen Preis zurückzu"kaufen". Während der Phase darf der Leerverkäufer damit machen, was er will (weiterverleihen, verkaufen mit Rückkaufoption etc.).
Steigen die Bonds in der Zwischenzeit, dann hat der Verleiher das Spiel verloren: sinken sie, dann hat der Leerverkäufer das Pummerl.
Dieser Vorgang wird in CR korrekt beschrieben, NUR für den Gläubiger Obanna ist das, wären die Flugzeugaktien bei geglückter Sabotage gefallen, ein Nullsummenspiel. Er wäre bestenfalls Break Even ausgestiegen.
LeChiffre kauft um 10 Mio. $ die Flugzeugaktien, verleiht sie zum selben Preis und -sagen wir- nach geglückter Sabotage kauft er sie um eine Million $ aktuellem Wert zurück. Wie hoch ist sein Gewinn?
Richtig: 9 Mio.$! ABER wie hoch ist Obannas Gesamtkapital als Gläubiger am Geschäft?
Richtig: nach wie vor 10 Mio.$ (also 9 Mio.$ Cash + 1 Mio. $ Aktien). Wenn die Aktien dann noch fallen, wäre das für Obanna sogar ein Verlust!!
Da die Sabotage fehl schlug, hat jetzt LeChiffre einen saftigen Verlust, da er die stark an Wert gewonnenen Aktien zurückkaufen muss.
Nur ist das wirklich unbedingt ein Verlust?
Er kann ja noch hoffen, dass die Aktien nochmal an Wert steigen, und die könnte er dann zu einem noch größeren Gewinn verkaufen. Damit könnte er ohne Kriminalität seine Gläubiger ruhig stellen.
So ganz kann ich deiner Argumentation nicht folgen.
Le Chiffre verkauft die Skyfleet-Aktien, denen eine Wertsteigerung nachgesagt wird, zu einem günstigen Preis. Er würde also einen Verlust machen, da er die Aktien selber noch bezahlen muss. Durch die Zerstörung fes Prototyps und die daraus folgende Insolvenz der Firma wäre der Wert der Aktien gefallen, Le Chiffre hätte sie günstig bekommen aber trotzdem zu einem hohen Preis weiterverkauft, da der Deal schon fest vereinbart war. Somit hätte er einen Gewinn gemacht.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 22. Juli 2016 13:28
von Revoked
Casino Hille hat geschrieben:Maibaum hat geschrieben:das ist mit Sicherheit schon vorher passiert
Ex-Akt.
Echt hilfreich solche Aussagen. Ich liefere ja wenigstens noch meine Theorie.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 22. Juli 2016 13:31
von Casino Hille
Wenn Bond Vesper in der Reha ein Liebesgeständnis macht, scheint dies ihr erster gemeinsamer Moment oder zumindest kurz nach der Begegnung mit White verortet zu sein. Daher ist es arg unwahrscheinlich, dass da etwas passieren soll, dass längst passiert sein müsste. Und der Film erzählt das auch anders.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 22. Juli 2016 13:38
von Revoked
Casino Hille hat geschrieben:Wenn Bond Vesper in der Reha ein Liebesgeständnis macht, scheint dies ihr erster gemeinsamer Moment oder zumindest kurz nach der Begegnung mit White verortet zu sein. Daher ist es arg unwahrscheinlich, dass da etwas passieren soll, dass längst passiert sein müsste. Und der Film erzählt das auch anders.
Meine Theorie:
1. Bond findet sie von anfang an interessant.
2. Bond wird sich seiner Gefuehle nach dem Pokerspiel klar. Er ist verliebt. Vesper blockt beim Abendessen ab. Somit hat Bond vor der Folterung keine positive RM von Vesper und wuerde deshalb die Mission priorisieren.
3. Nach der Reha ist auch Vesper in Bond verliebt, beide wissen es. Somit wuerde Bond, wenn er jetzt entscheiden muesste Vesper retten, statt die Mission zu erfüllen.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 22. Juli 2016 15:52
von Casino Hille
Warum sollte das nach dem Pokerspiel der Fall sein? Es gibt doch nahezu keine Indikatoren oder Ereignisse, die seitens der Regie etwas derartiges suggerieren würden? Ich denke, die emotionale Tiefe erreicht deren Beziehung sehr eindeutig in der gemeinsamen Duschszene, die sowohl filmisch als auch musikalisch sehr eindeutig als Wendepunkt aufgebauscht wird und dementsprechend hier auch für Bond als emotionaler point of no return gesehen werden kann.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 22. Juli 2016 18:15
von Revoked
Casino Hille hat geschrieben:Warum sollte das nach dem Pokerspiel der Fall sein? Es gibt doch nahezu keine Indikatoren oder Ereignisse, die seitens der Regie etwas derartiges suggerieren würden? Ich denke, die emotionale Tiefe erreicht deren Beziehung sehr eindeutig in der gemeinsamen Duschszene, die sowohl filmisch als auch musikalisch sehr eindeutig als Wendepunkt aufgebauscht wird und dementsprechend hier auch für Bond als emotionaler point of no return gesehen werden kann.
Das koennte passen. Wie gesagt, erst ist es bei Bond wohl noch unter der Oberflaeche. Als er gewonnen hat kommen die Emotionen aus ihm raus. Ich denke Vesper ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 22. Juli 2016 21:52
von SirHillary
Casino Hille hat geschrieben:Warum sollte das nach dem Pokerspiel der Fall sein? Es gibt doch nahezu keine Indikatoren oder Ereignisse, die seitens der Regie etwas derartiges suggerieren würden? Ich denke, die emotionale Tiefe erreicht deren Beziehung sehr eindeutig in der gemeinsamen Duschszene, die sowohl filmisch als auch musikalisch sehr eindeutig als Wendepunkt aufgebauscht wird und dementsprechend hier auch für Bond als emotionaler point of no return gesehen werden kann.
Eine der besten Szenen des gesamten Franchise.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 6. August 2016 11:42
von chrimarx
Mein Senf zu 10 Jahre Casino Royale - der Film, der James Bond wieder relevant machte
http://www.marx-bloggt.de/10-jahre-casi ... nt-machte/
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 6. August 2016 11:51
von Casino Hille
EIniges davon kann ich teilen, anderes nicht. Ob CR ausschlaggebend war, dass sich Autorenfilmer für Bond interessierten? Vielleicht. Wohl eher aber die komplett veränderte Politik der EON-Führungsriege, die seit dem Reboot dem Regisseur deutlich mehr Macht und Einfluss zugestehen als früher. Obgleich man auch anmerken sollte, dass man bereits 2002 Lee Tamahori für "Die Another Day" auf den Regiestuhl setzte, der ebenfalls bereits in das Muster der Post-CR-Ära passt, womit dies zumindest keine grundlegende Neuerung der Craig-Zeit ist.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 7. August 2016 16:05
von danielcc
Mindestens Mendes, ich glaube aber auch Forser hat gesagt, dass es explizit CR war, die sie haben aufhorchen lassen.
Mendes hat das sogar sehr oft gesagt.
Warum wird hier eigentlich oft Tamahori genannt? Der hat ja nun grade mit DAD den absoluten Sargnagel was Anspruch angeht verpasst und sein Film ist ja ein einzigest möglichst massenkompatibles Popkorn Vehikel.
Auch sein folgender Film XXX2 strotz nicht grade von Autorenfilmer Qualitäten. Messers Schneide ist OK aber auch kein künstlerisch anspruchsvoller Autorenfilm.
Den ein oder anderen netten Film findet man wohl in der Biographie jedes Bondregisseurs.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 7. August 2016 16:53
von Casino Hille
Regisseure reden viel, wenn der Tag lang ist. Glaube nicht, dass einzig und allein CR ausschlaggebend war, die veränderte EON-Politik war deutlich wichtiger (und aus dieser resultierte CR dann, nicht andersrum!). Tamahori wird genannt, weil er vor DAD ausschließlich sehr interessante Filme gemacht hat, die auch gerne mal unkonventionell und mutig waren ("Once Were Warriors", "The Edge", "Along Came A Spider"), die auch von Kritikern anerkannt wurden (also nicht einfach bloß "nette" Filme sind). Übrigens war auch Apted vor TWINE bereits ein interessanter Regisseur, mit einigen nicht minder interessanten Filmen im Repertoire.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 1. Oktober 2016 23:10
von Berni
Da ich grad mal wieder CR geschaut habe, sind mir auch einige Parallelen zu SP aufgefallen
Bond und Dryden (CR) - M und C beim Finale (SP) -> jeweils Waffe leer
Bahamas Szene wo Bond den GPS Sender implantiert bekommt - Smart Blood (SP)
Sowohl Madeleine (Zug) als auch Vesper (Dinner) sagen zu Bond "Wir haben immer eine Wahl" (We've got always a choice) bzgl. Bonds Beruf
M wirft die aktuelle Zeitung vor Bond, wo er nach den jüngsten Aktivitäten er es aufs Titelblatt geschafft hat
Wie zum Teufel kommt Bond eigentlich während dem Dinner auf Mathis? Das hab ich bis heute nicht kapiert, wegen dem Zeichen (Bluff) kanns ja wohl kaum sein, dass wäre doch viel zu wenig um einen Verdacht zu haben, und die ganze Geschichte mit dem Polizeichef würde dann auch keinen Sinn ergeben.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 1. Oktober 2016 23:47
von Casino Hille
Doch, wegen des Zeichens, denn davon hat er nur Mathis und Vesper erzählt und da er Vesper vertraut, glaubt er in dem Moment, dass Mathis der Verräter ist.
Re: Filmbesprechung: "Casino Royale (CR)"
Verfasst: 2. Oktober 2016 00:39
von SirHillary
Genau genommen ist es nach dem Essen. Also erst, als vermeintlich Mathis Vesper zu sich bestellt hat.
Im Roman ist es diese ungewöhnliche Situation, die Bond stutzig macht...wieso kommt Mathis nicht herein und wieso 'verlangt' er nur nach Vesper?!
Das kommt im Film nicht so rüber. Könnte man aber rein interpretieren...wenn man möchte.

Nach der Folter kann für Bond nur Mathis der Schuldige sein, da (wie Hille schon erwähnt hat) er Vesper vetraut. Für ihn kann die Nachricht auf Vespers Handy nur von Mathis sein. Im Roman ist es noch ein Zettel...den kann jeder schreiben.