Welcher Film von Christopher Nolan ist der Beste?

Following (1998) (Keine Stimmen)
Memento (2000)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (12%)
Insomnia (2002) (Keine Stimmen)
Batman Begins (2005) (Keine Stimmen)
Prestige (2006)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (8%)
The Dark Knight (2008)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (16%)
Inception (2010)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (16%)
The Dark Knight Rises (2012) (Keine Stimmen)
Interstellar (2014)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 4 (16%)
Dunkirk (2017)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
Tenet (2020)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (12%)
Oppenheimer (2023)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (4%)
Die Odyssee (2026)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (12%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 25

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2161
danielcc hat geschrieben: Gestern 09:26
dernamenlose hat geschrieben: Gestern 09:12 Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass das Potential für die Kombination Odyssee + Nolan bei perfekten Rahmenbedingungen (Also ohne den Start von Spiderman Brand New Day) grundsätzlich bei 2 Mrd läge. Ich glaube viele Menschen unterschätzen die Zugkraft einer Geschichte, die es schafft seit 3000 Jahren relevant zu bleiben.
Ne sorry, sicher nicht. Spiderman wird nahezu Null Auswirkungen auf Odyssey haben. Das ist ein anderes Publikum. von den jüngeren (Spiderman) Fans, hat jeder 3 Wochen Zeit um Odyssey zu schauen - und dann in 3 Wochen wieder Zeit. Das reifere Publikum was jetzt in Odyssey strömt wird sich Nullkommanix für Spidey interessieren.

Was schade ist, dass vermutlich der Marvel für einige Wochen etwas von den IMAX Kapazitäten nehmen wird, aber dann werden die geneigten Nolan Zuschauer eben auf andere Säle ausweichen oder einfach warten.
Das schätzt du in meinen Augen etwas falsch ein: In den USA haben Premium Large Format-Screens an diesem WE 57% des Einspielergebnisses für "The Odyssey" ausgemacht, noch mehr als am ersten Wochenende. Die IMAX-Screens (29%) werden vollständig bei "The Odyssey" verbleiben, da wird Spiderman keinen einzigen wegnehmen, die anderen PLFs dürften aber zu großen Teilen wechseln. Ebenso wie die größeren regulären Leinwände. Und das wird sich am Box Office bemerkbar machen.

Außerdem solltest du die Überschneidungen des Publikums nicht unterschätzen. Du kommst nicht in diese Box-Office-Größenordnungen, wenn du nur eine Zielgruppe hast. Du musst quasi jede Zielgruppe abgreifen. Und das machen beide Filme. In Spiderman gehen nicht nur Jugendliche, da gehen auch junge Erwachsene rein und nicht nur unreife junge Erwachsene. Ebenso gehen auch genügend Jugendliche in "The Odyssey". Sicher ist das Publikum nicht komplett deckungsgleich, aber es gibt definitiv große Überschneidungen in der Mitte.
Und die Kapazitäten sind eben auch relevant. Denn du erreichst keine 2 Mrd Einspiel, wenn nur Leute reingehen, die den Film unbedingt sehen wollen. Du brauchst auch die, die nur ein oder zwei Filme im Jahr ansehen und die, die ins Kino laufen und dann erst vor Ort entscheiden, was sie eigentlich sehen wollen. Und um von denen möglichst viele zu erreichen spielt es halt eine Rolle, ob ein Film 3 mal oder 5 mal am Tag läuft. Über mehrere Wochen eingeschränkte Kapazitäten werden da spürbar.
Ich bin vollkommen bei dir, dass das "The Odyssey" nicht die Beine brechen wird, wie manch anderer es aktuell vermutet, aber nahezu Null wird die Auswirkung nicht sein.
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2162
Also konkret: Falls Odyssey jetzt am Ende 1.3 Mrd einspielt, dann hätte er sicher ohne Spiderman nicht 2 Mrd geschafft. Das wären 53% mehr!
Am Ende des Tages kann jeder der will den Film sehen. 3 Wochen ohne Spiderman, dann 3-5 Woche neben Spiderman, und danach vermutlich wieder ohne Spiderman (der wird ja eher front loaded sein).
Außerdem, nur weil in den ersten Wochen der Anteil an PLFs bei 57% war, heißt das ja nicht, dass niemand (oder auch nur weniger) in den Film gehen, wenn Teile der PLFs an einen anderen Film gehen. Das ist eine falsche Schlussfolgerung :-)

Ich bleibe wie immer dabei, dass Leute nicht einfach zu einem Kino fahren und dann sagen "oh, es läuft Spiderman und Odyssey. Spiderman läuft auf dem $25 screen also gehen wir jetzt da rein" :-) Jeder der eine Film sehen will wird ihn sehen können.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2163
danielcc hat geschrieben: Gestern 10:29 Also konkret: Falls Odyssey jetzt am Ende 1.3 Mrd einspielt, dann hätte er sicher ohne Spiderman nicht 2 Mrd geschafft. Das wären 53% mehr!
Da stimme ich dir absolut zu, so groß wird der Effekt nicht sein. Aber 1,3 Mrd sind inzwischen eine sehr konservative Schätzung. Wenn der Film am Ende 1,7 Mrd einspielen sollte (was optimistisch, aber definitiv möglich ist), dann halte ich es schon für möglich, dass er in einem anderen Umfeld auf 2 Mrd gekommen wäre.
danielcc hat geschrieben: Gestern 10:29 Außerdem, nur weil in den ersten Wochen der Anteil an PLFs bei 57% war, heißt das ja nicht, dass niemand (oder auch nur weniger) in den Film gehen, wenn Teile der PLFs an einen anderen Film gehen. Das ist eine falsche Schlussfolgerung
Weniger definitiv. Nicht nur IMAX hat Zugkraft, die anderen PLFs haben es auch. Insbesondere, wenn es um Zweit- und Drittsichtungen geht. Es gibt genügend Leute, die den Film in einem Format gesehen haben und ihn dann auch noch in einem anderen sehen wollen. Wenn sie ihn beispielsweise zuerst in digitalem IMAX gesehen haben, wollen sie ihn danach in 70 mm sehen und dann vielleicht im September nochmal in IMAX 70 mm. Wenn die 70 mm Screens aber mehrere Wochen von Spiderman belegt werden ist es gut möglich, dass die zweite Sichtung entfällt. Ich selbst habe meine zweite von vier "John Wick 4"-Sichtungen gemacht, als er das letzte Mal im großen Saal meines damaligen Kinos war. Hätte ich an dem Tag keine Zeit gehabt hätte ich ihn nur drei mal gesehen. Da ging es nicht mal um das Format, sondern nur um die Größe der Leinwand...
danielcc hat geschrieben: Gestern 10:29 Ich bleibe wie immer dabei, dass Leute nicht einfach zu einem Kino fahren und dann sagen "oh, es läuft Spiderman und Odyssey. Spiderman läuft auf dem $25 screen also gehen wir jetzt da rein" Jeder der eine Film sehen will wird ihn sehen können.
Richtig. Jeder der ihn wirklich sehen will. Du brauchst aber eben auch die, die ihn nicht unbedingt sehen wollen, sondern die einfach nur ein Kinoerlebnis wollen, oder die, die vom Hype kurz angefixt werden, bei denen dieser Hype aber eben nicht viele Wochen anhält. Wenn jemand nur ein oder zweimal im Jahr ins Kino geht, er bekommt von Freunden erzählt, dass er unbedingt "The Odyssey" sehen muss, schafft es aber nicht in den ersten zwei Wochen und dann erzählt ihm jemand, dass er unbedingt Spiderman sehen muss, dann geht der halt eventuell da rein. Und dann ist der eine Kinobesuch im Sommer halt weg. So jemand geht dann nicht einfach zwei Wochen später wieder ins Kino. Du musst weg von dem Gedanken, dass im Kinosaal nur Leute sitzen, die unbedingt genau diesen Film sehen wollen. Das ist nicht der Fall. Ich hab es schon erlebt wie Leute vor mir in der Schlange an der Kinokasse noch darüber debattiert haben in welchen Film es jetzt geht, mit Blick auf die nächsten paar Vorstellungen. Und dann entscheidet man sich eher für einen Film, der in einer halben Stunde startet, als für einen, der in zweieinhalb startet.
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2164
habe übrigens gerade zufällig ein Video auf insta gesehen, was erklärt, warum Hathaway in ihren Dialogen oft nicht richtig im Fokus ist. Der Typ behauptet, dass es wirklich ein IMAX Problem sei. bei dem riesigen Filmmaterial brauche man extrem viel Licht um gute Bedingungen zu haben, was aber bewusst in vielen Szenen nicht so ist (Kerzen, Flackern,...). Der Bereich in dem man dann scharf sieht sei winzig klein. Da sich Hathaway aber viele bewege im Dialog, gerate sie daher immer aus diesem winzigen "in focus" Bereich.
Bin doch froh, dass es auch viele gab, die dieses Problem wahrgenommen haben.

Quelle: @goodtimeatthemovies
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Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2166
dernamenlose hat geschrieben: Gestern 09:12 Das ist absolut richtig. Und die Auswahl des Stoffs kommt auch noch dazu. Die Odyssee bietet ein ganz anderes Potential als andere Stoffe. Ich hab nie verstanden, dass einige Leute dachten, dass man mit diesem Stoff niemals die Milliarde erreichen könnte. Nach den eher schwachen Trailern und dem Online-Shitstorm war ich zwar auch skeptisch ob das klappen würde, aber dass das Potential da ist, sollte eigentlich jedem klar sein. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass das Potential für die Kombination Odyssee + Nolan bei perfekten Rahmenbedingungen (Also ohne den Start von Spiderman Brand New Day) grundsätzlich bei 2 Mrd läge. Ich glaube viele Menschen unterschätzen die Zugkraft einer Geschichte, die es schafft seit 3000 Jahren relevant zu bleiben.
2 Milliarden ist viel zu hoch gegriffen.
Und die Odyssee ist 2026 bestimmt nicht der alles schlagende Super-Stoff mit dem man die Massen ködert. Troja hat seinerzeit im Nachgang von Gladiator zwar Kasse gemacht, aber war bestimmt kein Überblockbuster. Und Petersen kann inszenieren und das Staraufgebot war locker vergleichbar.

Nein, es ist einzig und allein die Marke Nolan, die für solche Fabelergebnisse verantwortlich ist. Er hat auch den sperrigen Oppenheimer, noch dazu über einen Wissenschaftler, von dem die Masse der Kinozuschauer noch nie etwas gehört hatte (da bin ich sicher), zu einer fast Milliarde geführt.

Bin mir sicher, dass derselbe Film - sagen wir mal von Abrams oder irgendeinem anderen - nicht mal ein Drittel von Nolans Ergebisn gemacht hätte.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2167
danielcc hat geschrieben: Gestern 09:26 Ne sorry, sicher nicht. Spiderman wird nahezu Null Auswirkungen auf Odyssey haben. Das ist ein anderes Publikum. von den jüngeren (Spiderman) Fans, hat jeder 3 Wochen Zeit um Odyssey zu schauen - und dann in 3 Wochen wieder Zeit. Das reifere Publikum was jetzt in Odyssey strömt wird sich Nullkommanix für Spidey interessieren.
Der wird Auswirkungen haben. Der Vorverkauf ist immens und natürlich bindet er Leinwände und Kapazitäten. Die Odyssee wird nicht abstürzen, aber ohne Spiderman als frühe Konkurrenz noch besser laufen.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2168
dernamenlose hat geschrieben: Gestern 09:34 Definitiv. Dass der Fokus auf einen technischen Aspekt einen Film zu einem Massenphänomen machen kann hat ja Avatar schon gezeigt. Hier im Forum wurde die Wichtigkeit davon massiv unterschätzt (und da will ich mich selbst gar nicht rausnehmen). Man sieht gerade sehr gut, dass es dem gemeinen Kinogänger eben NICHT egal ist, in welchem Format der Film zu sehen ist. Schon jetzt ist der Anteil von IMAX-Vorstellungen sehr relevant fürs Gesamteinspielergebnis und der Anteil dürfte jetzt von Woche zu Woche steigen.
Aber klar, auch die Werbung mit seinem Namen allein wird von Film zu Film einfacher. Ähnlich wie bei einem Spielberg kann man auch bei ihm die Filme, die Filmgeschichte geschrieben haben bald nicht mehr an einer Hand abzählen. Aber im Gegensatz zu einem Spielberg stammen seine relevanten Filme aus diesem Jahrtausend und sind dem Kinopublikum daher generationenübergreifend ein Begriff.
Die IMAX-Dichte ist in Europa sehr unterentwickelt, das ist nicht der entscheidende Faktor für diese Zahlen. In den USA und Kanada sieht es ganz anders aus, da gibt es praktisch in jeder mittelgroßen Stadt ein IMAX.
http://www.vodkasreviews.de


https://www.ofdb.de/autor/reviews/45039/

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2169
vodkamartini hat geschrieben: Gestern 14:52 2 Milliarden ist viel zu hoch gegriffen.
Und die Odyssee ist 2026 bestimmt nicht der alles schlagende Super-Stoff mit dem man die Massen ködert. Troja hat seinerzeit im Nachgang von Gladiator zwar Kasse gemacht, aber war bestimmt kein Überblockbuster. Und Petersen kann inszenieren und das Staraufgebot war locker vergleichbar.
Locker vergleichbar? Wer außer Pitt und Bloom war damals im Aufgebot denn ein wirklicher Star? Zwischen Troja allein und der Odyssee sehe ich aber auch nochmal einen Popularitätsunterschied. Zumal "The Odyssey" das einzig wirklich bekannte Element der Geschichte rund um Troja (das trojanische Pferd) selbst enthält, aber die ganzen zusätzlichen Elemente eben auch noch. Und eben durch diese mythischen Elemente ist die Geschichte eben nicht nur Liebhabern antiker Epen zugächlich, sondern auch Fantasyfans. Allein das erhöht die Anziehungskraft enorm. "Troja" und "The Odyssey" sind definitiv nicht so einfach vergleichbar.
vodkamartini hat geschrieben: Gestern 14:52 Nein, es ist einzig und allein die Marke Nolan, die für solche Fabelergebnisse verantwortlich ist. Er hat auch den sperrigen Oppenheimer, noch dazu über einen Wissenschaftler, von dem die Masse der Kinozuschauer noch nie etwas gehört hatte (da bin ich sicher), zu einer fast Milliarde geführt.
Richtig, zu einer Milliarde. Mit freundlicher Unterstützung des Barbenheimer-Phänomens. Ohne wäre es durch seinen Namen auch ein Hit geworden, aber sicherlich ein kleinerer. "The Odyssey" dürfte am Ende in einer ganz anderen Liga spielen als Oppenheimer. Der Film hatte in den USA gerade ein besseres zweites Wochenende als Oppenheimer ein erstes...
vodkamartini hat geschrieben: Gestern 14:52 Bin mir sicher, dass derselbe Film - sagen wir mal von Abrams oder irgendeinem anderen - nicht mal ein Drittel von Nolans Ergebisn gemacht hätte.
Bei Oppenheimer hast du sicherlich recht, bei "The Odyssey" wäre ich mich da nichtmal sicher. Aber deutlich weniger auf alle Fälle, das steht außer Frage.
vodkamartini hat geschrieben: Gestern 14:55 Die IMAX-Dichte ist in Europa sehr unterentwickelt, das ist nicht der entscheidende Faktor für diese Zahlen. In den USA und Kanada sieht es ganz anders aus, da gibt es praktisch in jeder mittelgroßen Stadt ein IMAX.
Du hast natürlich recht, dass der IMAX-Faktor in den USA relevanter ist als in Europa. Aber auch hier ist er nicht zu vernachlässigen. Außerhalb der USA und Kanada hat "The Odyssey" ebenfalls schon 62 Mio in IMAX-Kinos eingespielt, im Vergleich zu 78 in Nordamerika. Am zweiten Wochenende sogar mehr als am ersten. Da wird auch international noch einiges an IMAX-Box Office kommen, zumal die drei großen asiatischen Märkte Süd Korea, China und Japan, von denen zumindest die beiden letztgenannten relevante IMAX Kapazitäten haben, noch nicht mal gestartet sind. Mich würde es nicht wundern, wenn "The Odyssey" am Ende auf 500 Mio aus IMAX-Kinos kommt. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber bei den ausgebuchten Vorstellungen würde es mich wirklich nicht wundern.
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Re: Die Odyssee? Nicht woke, aber sex- und blutleer

2170
Casino Hille hat geschrieben: 20. Juli 2026 00:07
Maibaum hat geschrieben: 18. Juli 2026 18:49 Letztendlich hat Nolan keinen interessanten Ansatz gefunden um der Geschichte mehr abzugewinnen als hier und da ein paar starke Bilder, aber auch da hat er mir im Ganzen nicht viel zu bieten, vieles sieht belanglos aus, jedenfalls wenig beeindruckend.

5/10
Bin da bei dir. Ein teilweise schön anzusehendes, aber emotional völlig leeres Spektakel, welches der Vorlage wenig abgewinnen kann. Das Ensemble ist teils recht okay (Holland, Damon, Morton), teils erbärmlich schlecht (Hathaway, Pattinson, Bernthal). Die Action ist insgesamt mittelmäßig choreographiert, vor allem den Endkampf fand ich einem Regisseur von Nolans Größe unwürdig. Wie da die Freier einer nach dem anderen Odysseus angreifen und alle brav warten, bis sie an der Reihe sind, geht eigentlich gar nicht. Die Zyklop-Episode hat er auch völlig verkackt, das war öde und fantasielos. Dafür fand ich Circe richtig super. Die Sequenz hatte schön fiese Bodyhorror-Elemente. Auch sein Verweilen bei Kalypso funktioniert gut. Witzig: Damon spielt mal wieder jemanden, der in den Ozean plumpst und danach an Amnesie leidet.

Eine richtige Katastrophe war das Kostüm- und Produktionsdesign:
- Agamemnons "Darth Vader bei Wish bestellt" Rüstung sieht aus wie aus dem 3D Drucker.
- Kaum Bronze in der Bronze Ära. Dabei wird die Bronze Ära sogar im Dialog benannt (was ein wenig albern ist).
- Alle Outfits wirken stets wie aus dem Ei gepellt.
- Die Riesen tragen einfach Mittelalter-Ritterrüstungen? Häää? Wieso haben die überhaupt Rüstungen?
- Das Wikingerschiff von Odysseus reißt mich völlig aus der Immersion. War es so schwer, da was historisch halbwegs Passenderes zu finden?
- Ob Sparta oder Ithaka, all diese farblosen dunkelbraunen Thronsäle lösen nullkommanull Abenteuerfeeling aus.
- Generell sind die Settings oft abstrus weit weg von der Mittelmeer-Region. Dieser nordenglische Düsterwald bei den Riesen sieht mehr nach "King Arthur" als "The Odyssey" aus.

Und das ausgerechnet in einem Film, in dem wieder groß und sinnfrei um zivilisatorische Brüche schwadroniert wird und wie ausgerechnet das blöde Attrappen-Hottehü die Menschlichkeit verraten und "die Welt für immer verändert hat". Drunter macht er es wohl nicht mehr.

Kein Film für mich. Aber ich gönne es allen, die es irgendwie mochten. Ich hab mich leider meist eher gelangweilt.
Du sprichst mir aus der Seele, Hille.
Rüstungen, Outfits, Schiffe. Gerade die Immersion wird immer wieder gebrochen und ich konnte einfach nicht in die Story eintauchen. Das farbenprächtige Mittelmeer wirkt meistens nur düster, schroff und unwirtlich, dazu kommen immer wieder Fehler wie Odysseus' Crew schrumpft und wächst wie es Nolan gerade braucht, uvm.

Die Bindung und Kameradschaft zwischen O. und seinen Männern fehlte völlig. Stattdessen beginnen die Typen gleich Odysseus' Entscheidungen und Kurs in Frage zu stellen. Hey, die waren gerade 10 Jahre lang gemeinsam im Krieg, den sie sogar gewonnen haben, unter entscheidender Beteiligung des Chefs. Da hätte ich eigentlich mehr Vertrauen in den Chef erwartet. :D

Nolans Odysseus ist eine komische Figur, mir war er weder sympathisch noch abstoßend, er war eher langweilig und blass. Ein richtiges Heldenfeeling durfte nicht aufkommen.
Odysseus kennzeichnet normalerweise seine Klugheit und Listigkeit aus, zwar ist er nicht der größte Krieger, aber dennoch einer von Agamemnons wichtigsten Generälen ohne den praktisch nix läuft:

- Odysseus gewinnt Achilles und Patroklos für den Krieg
- O. ermöglicht Iphigenies "Opferung"
- O. gewinnt auch mehrere Wettkämpfe bei den Leichenspielen des Patroklos -> auch Muskeln, nicht nur Grips
- O. ist ein Günstling Athenes (#Streit mit Ajax um die Waffen des toten Achilles)
- O. holt Achilles' Sohn Neoptolemos nach
- O. klaut heimlich das Athena-Bild aus dem Athena-Tempel in Troja, uvm.
- erfindet das Trojanische Pferd
- entwickelt den Plan zur Flucht aus Polyphems Höhle (okay, wegen seiner Neugier sind sie überhaupt in der Höhle gefangen, aber auch von dieser Neugier und Abenteuerlust des O. war bei Nolan für mich wenig zu spüren. Der Mann verabschiedet sich am troj. Strand von Agamemnon und nimmt eine andere Route durchs Mittelmeer, weil er noch etwas von der Welt sehen will, stattdessen scheint er mir bei Nolan irgendwie verloren, antriebslos und planlos.
Irgendwann auf seiner Irrfahrt schlägt das Ganze natürlich in Sehnsucht nach der Ithaka um, aber wirklich von Heimweh und Sehnsucht nach Weib und Sohn geplagt scheint mir der Damon' sche Odysseus nicht zu sein.

Stattdessen wird uns ein Odysseus mit PTSB und angeblichen gewaltigen Schuldgefühlen präsentiert, der sich selbst bestrafen will?,
Casino Hille hat geschrieben: 20. Juli 2026 00:07 Und der Film schwadroniert groß und sinnfrei um zivilisatorische Brüche und wie ausgerechnet das blöde Attrappen-Hottehü die Menschlichkeit verraten und "die Welt für immer verändert hat". Drunter macht er es wohl nicht mehr.
und alles wird mit dieser angeblichen Xenia, Gastfreundschaft, die in meinen Augen nicht ausführlich eingeführt bzw. genau genug erklärt wird, begründet.
Casino Hille hat geschrieben: 20. Juli 2026 14:46 Aber da ist halt auch sonst nicht viel. Nolan hat kaum interessante oder gute Ideen zur Odyssee und diesem Stoff, außer alles in Bombast zu ersaufen. Für mich ergibt sich da kein schlüssiges Gesamtwerk. Für ein Epos sind die Figuren zu schal, für ein großes Abenteuer ist die Stimmung zu deprimierend und trist, für ein richtiges Drama fehlt es an guten Dialogen und smarten Ideen.

Auch das meine ich mit "emotional leer". In dem Film ist ganz viel bedeutungsschweres Schwadronieren um das Ende der Zivilisation, das Aufkündigen des "ungeschriebenen Vertrags zwischen den Kulturen", es wird generell ganz viel traurig und nachdenklich durch die Gegend geguckt, aber dahinter verbirgt sich dann in der Umsetzung eine Geschichte, die kaum komplexer oder interessanter ist als ein handelsüblicher Errol Flynn Robin Hood.
Richtig.
Mich haben die Story nicht gepackt und die Figuren nicht mitgerissen. Eine große Rolle spielt sicherlich, dass ich gerade die griechischen Mythen und Heldensagen sehr gerne mag und Nolan praktisch jegliche Fantasien und göttliche Interventionen entfernt bzw. rationalisiert hat:
Die Sirenen waren lächerlich und Skylla eines der am kläglichsten animierten Monster, die ich je sehen durfte. Und das im Jahr 2025, mit bester Tricktechnik und riesigem digitalen Arsenal und einer 300-Mio-Produktion.
Stattdessen nervt uns Odysseus mit seinen Visionen von Athene, die sein Gewissen, seine Schuld darstellt?,

Wahrscheinlich ist Nolan für mich auch einfach der falsche Regisseur bzw. sein Mindset mir zu hoch. In Sachen Filmen bin ich öfters mal eher leicht gestrickt bzw. bin traditionell oder konservativ.

P.S. Das Ende ist ja der Gipfel. Der Typ kommt nach verdammten 20 Jahren endlich nach Hause und bricht sofort mit seiner Frau zur nächsten Kreuzfahrt auf. Ich weiß, mögliches Exil oder so, nervt mich trotzdem. :evil:

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2171
Ich schaue gerade Tenet noch einmal, damals im Kino war ich mir noch unsicher was ich davon halten soll, aber jetzt beim 2. Mal funktioniert der sehr gut. Tolle Bilder und sehr charismatische Schauspieler (trotz oder wegen einer Charakterisierung die überwiegend gegen Null geht), und natürlich viel zum Mitdenken bzw Grübeln.

Aber ist da ein Fehler in der Oper Szene zu Beginn?
Als man zum ersten Mal etwas invertiertes sieht, mit der Kugel die rückwärts fliegt, da vom invertierten Neil abgeschossen, aber wenn der dann vom Protagonisten weg läuft, müsste er sich dann nicht ebenfalls rückwärts bewegen, weil von seiner Position aus läuft er ja auf unseren Helden zu? Grübel, grübel ...

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2172
Maibaum hat geschrieben: Heute 09:49 Ich schaue gerade Tenet noch einmal, damals im Kino war ich mir noch unsicher was ich davon halten soll, aber jetzt beim 2. Mal funktioniert der sehr gut. Tolle Bilder und sehr charismatische Schauspieler (trotz oder wegen einer Charakterisierung die überwiegend gegen Null geht), und natürlich viel zum Mitdenken bzw Grübeln.
Ja, ein großartiger Film - über den man immer mehr hört, dass Leute beim dritten oder vierten Mal den Zugang finden, und er plötzlich geschmeidig für sie läuft. Ich bin mir sicher, dass der über die Jahre ein immer größeres Following haben wird.

Und ja, mit der Szene in der Oper müsstest du recht haben (die Kugel scheint invertiert zu sein, aber Neil nicht --> was nicht unmöglich ist, aber die Frage aufwirft, wieso sich in der Oper eine invertierte Kugel befindet), und wenn man gut aufpasst, gibt es viele kleine Details und Konzepte, die nur wenig Sinn ergeben. Die große Autoverfolgung in der Mitte des Films hat gleich mehrere Elemente, die im Detail betrachtet nicht so wirklich stimmen können. Und auch das "doppelt" explodierende Haus im Showdown (eine der visuell coolsten Ideen des Films) kann eigentlich in der Form nur existieren, wenn es zusätzliche Regeln gibt, die uns im Film nie mitgeteilt werden. Aber es ist insgesamt ziemlich egal, und muss für mich auch nicht perfekt stimmen. Wichtiger ist, dass Tenet ein audiovisueller Rausch für mich ist, ein richtiger Hochgenuss.
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

Let the sheep out, kid.

Re: Grasp for resonant symbols – Die Filme des Christopher Nolan

2173
Ich habe Tenet noch nicht zu Ende geschaut, und ob mit der Autoverfolgung "alles stimmt" ist schwer zu sagen, dazu ist die Szene mit viel zu viel Material voll gestopft, das muß ich mir in Ruhe zurecht denken.

Was das Visuelle betrifft, das ist zumindest witzig, im Großen und Ganzen hat Die Odyssee für den Anfang wenig große Bilder, sogar vieles was überraschend banal aussah, während Tenet da oft fantastisch aussieht. Mal schauen wie sich das alles so entwickelt ...