Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Casino Hille hat geschrieben: 17. Mai 2026 20:28 Ganz im Gegenteil, ich empfinde das als wunderbar, wenn man auf dem Höhepunkt oder im Moment des Spannungsabfalls endet, statt wie heute üblich noch unnötig lange den Abspann hinauszuzögern.
Die einzige Art nicht, aber das klingt schon verallgemeinernd.
Wenn dem nicht so ist, alles gut. :-)
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Es ist auch eine Verallgemeinerung, aber trotzdem meinst sie nicht alles und nicht jeden, aber eben viele, teils sehr viele.
Es muss am Ende eben passen, und stimmig sein mit dem, was da erzählt wird. Das ist es bei Hitch für mich in allen genannten Fällen. Am wenigsten in Psycho, da nervt der abschließende Psychiater-Monolog leider und macht das fantastische Ende ein klein wenig kaputt.
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Casino Hille hat geschrieben: 17. Mai 2026 22:03 Aber "Rebecca" ist doch vor der Schlussszene zu Ende, da gibt es den großen Twist, der die Auflösung bietet.
Die Schlussszene ist dann nur die Abrechnung mit dem wahren "Antagonisten" des Films, der Haushälterin, und bietet einen ziemlich makabren Schluss. Das würde man heute glaub ich auch nicht zwangsläufig ausführlicher machen.
......
Gebe dir bei Rebecca grundsätzlich Recht, aber irgendwie fehlt mir zum Schluss noch eine etwas längere Szene mit dem Paar. Ich empfinde die kurze Wiederbegegnung während dem Feuer als zu kurz.

Jetzt muss ich mir tatsächlich bei Gelegenheit nochmal das Ende von Suspicion anschauen (den letzten Satz von dir im Spoiler muss ich überprüfen ;-) ).
Anbei der Link zum Wiki-Artikel. Bereich Hintergrund ist interessant, auch zum Thema des Endes. Kannte ich bisher auch nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Verdacht_(1941)

Kommen bei Sixth Sense zum Schluss nicht die ganzen Beispiele/Erläuterungen, die den Twist verdeutlichen?

Bei Unbreakable stimme ich dir zu.

Man kann das alles so sehen wie du. Bei den angeführten Filmen hat es für mich eben nicht gepasst.
Bei anderen wiederum schon. Das Ende von Inception würde ich auch nicht ändern wollen, obwohl es einer der wenigen (nicht aufgelösten) Twists gewesen ist, den ich frühzeitig erahnt hatte. Wobei das eigentlich auch eine ergänzende Szene nach dem Höhepunkt ist... Verflixt. ;-)
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Casino Hille hat geschrieben: 17. Mai 2026 22:32 Es ist auch eine Verallgemeinerung, aber trotzdem meinst sie nicht alles und nicht jeden, aber eben viele, teils sehr viele.
Es muss am Ende eben passen, und stimmig sein mit dem, was da erzählt wird. Das ist es bei Hitch für mich in allen genannten Fällen. Am wenigsten in Psycho, da nervt der abschließende Psychiater-Monolog leider und macht das fantastische Ende ein klein wenig kaputt.
tja, die Geschmäcker sind verschieden
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Casino Hille hat geschrieben: 17. Mai 2026 22:03 Das vermeintliche Finale (der Mordversuch) endet plötzlich mit der Erklärung Grants, er sei eigentlich ein liebender Ehemann und seine gute Frau habe sich alles nur eingebildet. Aber dann mit der letzten Einstellung schürt Hitchcock wieder Zweifel und suggeriert uns, Grant könne doch ein potenzieller Gattinnenmörder sein.
So, jetzt habe ich mir das Ende nochmal angeschaut und ich sehe keine letzte Einstellung womit Hitchcock Zweifel schüren möchte.
So hatte ich es auch in Erinnerung.
Er kreiert ein Happyend, was ihm scheinbar (siehe Wiki) selbst nicht gefallen hat, aber das spielt hierfür keine Rolle.
Dadurch ist das Ganze eben kein Mordversuch und die rasante Autofahrt ist "nur" ein Spannungsaufbau für den Zuschauer.

Das Buch erzählt es wohl anders und Hitch hätte das wohl auch lieber anders gehabt. Das entnehme ich jetzt aber nur dem Wiki-Artikel.
Muss mal in meinem Buch über Hitch nachblättern, ob darüber auch etwas steht.
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Da deute ich den Schluss einfach ganz anders als du.
Spoiler
Die allerletzte Einstellung, in der Grant nochmal den Arm um Fontaine legt, weckt bei mir wieder massive Zweifel an der Glaubwürdigkeit seiner etwas zu perfekten vorherigen Heile-Welt-Erklärung. Hitchcock könnte beide auch nur wegfahrend zeigen, aber wie Grant ganz langsam und beinahe creepy den Arm um Fontaine legt, lässt mich beim Anschauen dann wieder denken: Ach scheiße, der Schuft hat sich rausgeredet. Er wird sie doch noch umbringen!
Der ganze Film nimmt ja eigentlich den drei Jahre später erschienenen "Gaslight" mit Ingrid Bergman vorweg, ist aber noch eine Spur stärker und cleverer, weil er konsequent neben der Fontaine Figur auch den Zuschauer "gaslightet", ihn also immer wieder etwas glauben macht, ihm etwas suggeriert, was dann womöglich gar nicht der Fall ist. Es ist eigentlich einer der besten Filme, der Hitchcocks Fähigkeiten als Manipulator zeigt. Er zwingt uns die subjektive Sichtweise von Fontaine regelrecht auf, schürt immer nur mit seiner Inszenierung Misstrauen an dem, was eigentlich passiert. Cary Grant spielt seine Rolle ziemlich straight, kein Stück mehr oder weniger "bedrohlich" oder "unheilvoll" als in anderen Filmen (weshalb er oft als Fehlbesetzung galt), aber grade das macht es wirkungsvoll. Es gibt eigentlich keinen Grund, Grant zu verdächtigen, nur Hitchcocks visuelle Grammatik deutet etwas gegenteiliges an.

Und deshalb ist das Ende auch so stark, weil alles was gesagt wird für sich schlüssig ist und Sinn ergibt (es ist quasi ein Anti-Twist, eine Enthüllung zwar, aber sie wirkt eher wie eine Entschärfung), die dann durch Hitchcock wieder kurz in etwas anderes verkehrt wird. Toll!

Dass das Ende eigentlich ein Kompromiss war, und Hitchcock es gerne an vielen Stellen deutlicher gemacht hätte, mag sein bzw. ist natürlich ganz eindeutig so, aber der Zwang zur Verkürzung und "Selbstzensur" macht diesen Film für mich psychologisch viel unangenehmer als das intendierte Ende gewesen wäre. Bei dem geplanten Ende hätten wir Gewissheit, und Ungewissheit ist manchmal noch viel nachhallender.
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Casino Hille hat geschrieben: Gestern 23:36 Da deute ich den Schluss einfach ganz anders als du.
Das scheint so zu sein. :-)
Und das darf dann auch sein.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 23:36 Der ganze Film nimmt ja eigentlich den drei Jahre später erschienenen "Gaslight" mit Ingrid Bergman vorweg,
Den kenne ich nicht.
Casino Hille hat geschrieben: Gestern 23:36 ist aber noch eine Spur stärker und cleverer, weil er konsequent neben der Fontaine Figur auch den Zuschauer "gaslightet", ihn also immer wieder etwas glauben macht, ihm etwas suggeriert, was dann womöglich gar nicht der Fall ist. Es ist eigentlich einer der besten Filme, der Hitchcocks Fähigkeiten als Manipulator zeigt. Er zwingt uns die subjektive Sichtweise von Fontaine regelrecht auf, schürt immer nur mit seiner Inszenierung Misstrauen an dem, was eigentlich passiert. Cary Grant spielt seine Rolle ziemlich straight, kein Stück mehr oder weniger "bedrohlich" oder "unheilvoll" als in anderen Filmen (weshalb er oft als Fehlbesetzung galt), aber grade das macht es wirkungsvoll. Es gibt eigentlich keinen Grund, Grant zu verdächtigen, nur Hitchcocks visuelle Grammatik deutet etwas gegenteiliges an.
Das unterschreibe ich so.

Casino Hille hat geschrieben: Gestern 23:36 Und deshalb ist das Ende auch so stark, weil alles was gesagt wird für sich schlüssig ist und Sinn ergibt (es ist quasi ein Anti-Twist, eine Enthüllung zwar, aber sie wirkt eher wie eine Entschärfung), die dann durch Hitchcock wieder kurz in etwas anderes verkehrt wird. Toll!
Dadurch, dass ich das nicht so sehe/erkenne, ist es für mich dann nicht ganz so stark.
Und dass Hitchcock dann schlussendlich einen Film fertiggestellt hat, den er so nicht machen wollte/konnte...schmälert es dann doch ein bisschen, weil nach meiner Wahrnehmung das "Team Hitch" schon immer an der Perfektion gekratzt hat oder zumindest kratzen wollte..inhaltlich, künstlerisch und auch technisch.

Casino Hille hat geschrieben: Gestern 23:36 Dass das Ende eigentlich ein Kompromiss war, und Hitchcock es gerne an vielen Stellen deutlicher gemacht hätte, mag sein bzw. ist natürlich ganz eindeutig so, aber der Zwang zur Verkürzung und "Selbstzensur" macht diesen Film für mich psychologisch viel unangenehmer als das intendierte Ende gewesen wäre. Bei dem geplanten Ende hätten wir Gewissheit, und Ungewissheit ist manchmal noch viel nachhallender.
Vielleicht war es so das interessantere Ende bzw. die interessantere Geschichte, obwohl der Mord an seiner Frau in Verbindung mit dem Brief auch seinen Charm/Twist gehabt hätte.
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