Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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SirHillary hat geschrieben: 3. Februar 2026 20:59
craigistheman hat geschrieben: 3. Februar 2026 00:07 Es folgen dann sicherlich noch 5 8/10-Filme (z.B. Frenzy, m.E. der letzte wirklich starke Hitchcock)
hmm...als vorletzter Film von Hitch, ist das jetzt irgendwie eine komische Aussage...
Ja oder auch nicht, weil ich Family Plot nicht sonderlich mag... Bin auch von Topas und Torn Curtain nicht so begeistert.

Re: Der Hitchcock Thread

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007James Bond hat geschrieben: 13. Dezember 2009 03:18 Der unsichtbare Dritte
....
Trotzdem bleibt das Ende sehr gelungen und ist spannend, obwohl ich noch dazu anmerken möchte, das die erfolgreiche Flucht des Bösen noch eine Zwischenschnitt verdient hätte in dem das Flugzeug über den Köpfen des Mt. Rushmoore und dem hochblickenden, fliehenden Paar fliegt. So übersieht man schon fast das der Bösewicht davon kommt, da seine Präsenz ohnehin unauffällig war.
Dass damals keiner widersprochen hat?!
Der Bösewicht entkommt doch nicht.
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Irgendwie wird das mit meiner Rangliste nichts...

Was mir aber öfters bei den Sichtungen aufgefallen ist...um es mal positiv auszudrücken...Hitch lies sich bei der Exposition bzw. der Einführung der Charaktere viel Zeit. Das ist man heutzutage gar nicht mehr gewohnt, zumindest nicht bei den typischen "Unterhaltungsfilmen". Da muss es gleich am Anfang "knallen", sonst erreicht man das junge Publikum nicht mehr.

Aber im Gegensatz dazu kommen viele Enden mMn äußerst abrupt.
Negativ im Gedächtniss geblieben sind mir besonders Rebecca, Suspiscion und auch der unsichtbare Dritte.
Bei den Vögeln, Berüchtigt oder Bei Anruf Mord finde ich es ganz passend.
Gegenbeispiele sind Psycho oder To catch a thief bei denen noch eine "schöne" Schlussszene den Film abrundet, was mir persönlich besser gefällt.

Wie seht ihr das?
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Da wir uns hier zuletzt über North by Northwest ausgetauscht haben, hierzu noch zwei Anmerkungen.

Zwei Dinge habe ich nicht verstanden bzw. sind mir ein Dorn im Auge:

1. Wieso der Mord an dem ahnungslosen/wahren Townsend im UN-Gebäude? Wenn, dann versuche ich Thornhill/Kaplan zu töten.
Aber ist das überhaupt noch nötig? Nach dem Besuch von Thornhill, Mutter und der Polizei in der Villa wird dieser Standort sowieso verlassen und auch James Mason sollte es klar sein, dass Cary Grant nicht Kaplan ist.

2. Die kultige Fliegerverfolgungsszene (FRWL lässt später grüßen) stört mich immer mehr. Was soll das?
Bei Bond ist man es ja gewohnt, das die Gegner sich die unmöglichsten Tötungsmethoden/-versuche an Bond ausdenken, die scheitern müssen. Aber so etwas in einem Hitchcock?! Wieso bestelle ich den Protagonisten auf ein Feld um ihn dann mit einem Sprühflugzeug zu töten/anzugreifen? Völliger Unsinn.

Habt ihr andere Theorien? Habe ich etwas übersehen?
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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SirHillary hat geschrieben: Gestern 19:38 Aber im Gegensatz dazu kommen viele Enden mMn äußerst abrupt.
Negativ im Gedächtniss geblieben sind mir besonders Rebecca, Suspiscion und auch der unsichtbare Dritte.
Ganz im Gegenteil, ich empfinde das als wunderbar, wenn man auf dem Höhepunkt oder im Moment des Spannungsabfalls endet, statt wie heute üblich noch unnötig lange den Abspann hinauszuzögern. Hitch endet immer auf einem Hoch, und die drei Filmenden, die du hier als Beispiele nennst, finde ich alle großartig und sehr erinnerungswürdig. Das Ende von Rebecca ist ja sogar eigentlich noch recht ausführlich, und das von Suspicion halt ein (doppelter) Twist. Aber das Ende von NBN ist großartig. Direkt aus dem spannenden Endpunkt des Films rüber zum "Tension Relief" und dann geht das Licht im Kino an. Magisch.
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Ne, ich empfinde das nicht als magisch.

Bei Rebecca und Suspicion ist das Ende jeweils extrem kurz und abgehackt.
Und auch bei NbN gibt es natürlich diese doppelte (kunstvolle) Montage vom Mount Rushmore zum Zugabteil und dann zur "Einfahrt in den Tunnel"...aber der Schnitt vom Berg ins Abteil (trotz dem am Arm hochziehen) ist mir dann doch zu grob.

Von unnötig lange hinauszögern kann bei Psycho oder To catch a thief keine Rede sein.
Die Erläuterungen des Psychologen sind passend aber vor allem die Szene in der Zelle ist großartig.
Und auch die Abschlussszene von Grant und Kelly würde ich nicht missen wollen.
Auch bei den Bonds gibt es oft diese "entspannte" Schlussszene, die einen mit einem Lächeln mehr aus dem Kino schickt (bei Psycho gibt es kein Lächeln, das ist mir bewusst ;-) )
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Da bin ich mal bei Hille. Es ist doch viel schöner, einfach abrupt auf dem Höhepunkt zu enden, anstatt die Emotionen dann wieder filmisch einfangen zu wollen und "abzubinden". Heute sind fast alle Filme die ich schaue zu lang. selbst top Regisseure bekommen kein Ende mehr hin.
Es ist doch viel schöner, wenn der Zuschauer mit den Emotionen entlassen wird, und sich dann noch damit selbst beschäftigen kann.
Mit zu viel Erklärung, zu viel "Ende", zerstört man Magie
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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SirHillary hat geschrieben: Gestern 21:41 Bei Rebecca und Suspicion ist das Ende jeweils extrem kurz und abgehackt.
Aber "Rebecca" ist doch vor der Schlussszene zu Ende, da gibt es den großen Twist, der die Auflösung bietet.
Die Schlussszene ist dann nur die Abrechnung mit dem wahren "Antagonisten" des Films, der Haushälterin, und bietet einen ziemlich makabren Schluss. Das würde man heute glaub ich auch nicht zwangsläufig ausführlicher machen.

Für "Suspicion" gilt gewissermaßen das gleiche, weil der Film mit einem Twist endet. Theoretisch nimmt dieser Schluss ja viele Shyamalan Filme vorweg, die ähnlich "abrupt" enden, wenn du so willst. Ich denke da an "The Sixth Sense" oder "Unbreakable".
Spoiler
Das vermeintliche Finale (der Mordversuch) endet plötzlich mit der Erklärung Grants, er sei eigentlich ein liebender Ehemann und seine gute Frau habe sich alles nur eingebildet. Aber dann mit der letzten Einstellung schürt Hitchcock wieder Zweifel und suggeriert uns, Grant könne doch ein potenzieller Gattinnenmörder sein.
Auch da glaube ich nicht, dass man das heute wirklich anders machen würde. Grade solche Plottwists haben, wenn sie unmittelbar am Ende stehen, immerhin die größte Wirkung.
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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Naja, dass manche Filme heutzutage zu lange sind, hat nicht unbedingt etwas mit dem Ende zu tun.

Ich habe auch nicht von den heutigen Filmen gesprochen, sondern habe die Hitchcocks an sich verglichen, mit einem Sprung zu Bond.
D.h. ihr findet die Schlussszenen von den meisten Moores (oder generell von einigen Bonds) nicht gut?

Jetzt bitte aber nicht mit dem Satz kommen, doch aber die enden ja auch meist mit einem Höhepunkt...
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Re: Von Suspense & MacGuffins: Die Filme des Alfred Hitchcock

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SirHillary hat geschrieben: Gestern 22:06 D.h. ihr findet die Schlussszenen von den meisten Moores (oder generell von einigen Bonds) nicht gut?
Doch, sicher. Ich sehe aber auch den Widerspruch nicht.

Nur weil ich das bei Hitchcock in diesen genannten Beispielfällen sehr stark und magisch finde, heißt das doch übersetzt nicht, dass ich das in jedem Film so will und das die einzige Art ist, wie man es machen kann, damit es mir gefällt.
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