danielcc hat geschrieben: Heute 18:50
Invincible1958 hat geschrieben: Heute 17:50
danielcc hat geschrieben: Heute 17:45
Ich nenne nur Ideen, wie die Preisverleihung wieder mehr Zuschauer bekommen könnte. Ich will auch nicht alles umkrempeln, aber wenn so viele verschiedene Gruppen in dieser riesigen Jury sind, warum gibt es dann keine Vertreter des Publikums?
Weil hier Kollegen untereinander Preise vergeben.
Wenn ich auf der Weihnachtsfeier, des Unternehmens, für das ich arbeite, das Jahr ausklingen lasse, ist das auch kein Kundenevent.
Dafür gibt es andere Anlässe.
Und wie gesagt: es gibt ja diverse Preisverleihungen, bei denen das Publikum abstimmt.
Das ist aber doch absurd. Warum erwartet dieser abgeschlossene Zirkel dann, dass Millionen Menschen auf der Welt dabei zusehen, wenn es ja nur ihre interne Weihnachtsfeier ist? Es ist offensichtlich eine Preisverleihung die es nur gibt, weil man eben damit viel Geld machen kann. Wenn immer weniger Leute zuschauen, sollte man sich Gedanken machen. Ansonsten kann man eines Tages wieder in den Ballsaal des Roosevelt Hotels (den habe ich mal besucht

)
Zuschauerzahlen im linearen TV sinken weltweit in jedem Land auf jedem Sender.
Niemand erwartet, dass die Oscars im linearen TV die Zahlen schreiben, die sie z.B. in den 90ern geschrieben haben.
Dafür geht heute darum, im Vorfeld, aber besonders auch im Anschluss an die Verleihung auf Instagram, TikTok und sonstwo besprochen zu werden. Dazu trägt ein viral gehender Michael B. Jordan bei In & Out Burger bei, dazu trägt ein extra inszeniertes neues Di Caprio Meme bei - dazu trägt eine öffentlich genervte Jane Fonda bei, die sich darüber aufregt, dass Barbra Streisand Robert Redford ehren durfe und nicht so, obwohl sie doch drei Filme mit ihm gedreht habe und nicht nur einen. Und so weiter.
Und auch werden Gewinnerfilme wie "One Battle After Another" und "Sinners" erneut vermehrt in Social Media und auch in den "alten" Medien erneut besprochen.
Früher gab es eben höherer Einschaltquoten während der eigentlichen Verleihung. Aber wenn da etwas Kurioses passierte, dann hat man davon nie wieder was gehört - außer es wurde in einem TV-Promo-Magazin in der Folgewoche extra aufgegriffen oder die Tageszeitungen haben es erwähnt. Und dann war es weg. Dass Momente ewig auf YouTube weiterleben oder zeitnah viral gehen - das gab es damals alles nicht.
Also: eine gewisse Relevanz scheint diese Veranstaltung noch zu haben.
Dass jetzt auf einmal wieder weitere Millionen Menschen zu "Avatar 3" ins Kino rennen, weil dieser den Oscar für die besten visuellen Effekte gewonnen hat - das passiert nicht. Das ist früher so aber auch nicht wirklich passiert.
Und jetzt noch kurz zur eigentlichen Verleihung:
Jemand wie Jessie Buckley würde den Preis als Beste Hauptdarstellerin für "Hamnet" evtl. nicht gewissen, wenn die Öffentlichkeit darüber abstimmt. Denn dann gewinnen in jeder Kategorie einfach die bekanntesten Menschen und Filme. Ein Film, der vor allem in den USA nur $24 Mio eingespielt hat, wurde dort also so gut wie von niemandem gesehen. Heißt: die meisten "normalen" Menschen da draußen wissen gar nicht von diesem Film und der Performance.
Das würde ja bedeuten, dass die Oscars einfach nur das weltweite Box Office in Preise umwandeln.
Nach dem Motto: wenn dein Film kein Milliarden-Hit war, dann wirst du es auch bei den Oscars schwer haben.
Aber in einer idealen Welt soll es genau darum ja gerade nicht gehen.
Und nein, ich behaupte nicht, dass die Oscar-Academy ständig richtige Entscheidungen trifft. Aber darum geht es ja auch nicht. Der Oscar fürs Beste Drehbuch geht an die Person, die nach Meinung der Academy-Mitglieder das beste Buch geschrieben hat. Ob das Leute, die selbst nicht in der Filmbranche arbeiten, auch so sehen, hat gar keine Bedeutung für diesen Preis.
Genauso wie der Oscar fürs Beste Drehbuch nicht bedeutet, dass dies objektiv gesehen das beste Drehbuch des Jahres war - sondern eben nur, dass es innerhalb der Branche von einer Mehrheit der abstimmenden Menschen so bewertet wurde. Und nichts weiter wird behauptet. That's all.