Avatar interessiert mich auch gar nicht. Hatte Teil 1 damals nicht gesehen, als er rauskam und zu Hause hole ich einen fast dreistündigen Schinken, der vom 3D-Effekt leben soll, auch nicht nach.
Was ich in den letzten Tagen geschaut habe:
The Third Man (1949) - aber analog zur Annie-Hall-Diskussion vor ein paar Wochen müsste er eigentlich "Der Romanautor" heissen, nach seinem eigentlichen Protagonisten

- konnte mich nicht mehr ganz so stark begeistern wie bei der letzten Sichtung vor über zehn Jahren, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Immer noch ein toller, poetischer, leicht fatalistischer Film mit ikonischem Postwar-Wien-Setting und ikonischer Zither-Musik, der Moment, wenn Orson Welles im Hauseingang erscheint ist brillant und eigentlich müsste Welles' Beteiligung an dem Film ein absolutes Marketing-Geheimnis sein,
das wäre mal ein Überraschungseffekt. Und M als gutmütiger Unteroffizier sieht man auch nicht alle Tage. 8,5 / 10
Pépé le Moko (1937) ist ein schön inszenierter, klassischer Gangsterfilm, angesiedelt in der sogenannten Kasbah des kolonialen Algiers - ich würde das zwar eher Medina nennen, aber was solls. Die angebliche Kasbah wird als Mikrokosmos stimmig und toll zum Leben erweckt, gleich die visuell untermalte Montage, in der ein Polizist das Setting erklärt, ist ein Highlight. Jean Gabin als - wie soll es anders sein? - knallharter Meisterganove mit hohem Frauenverschleiss verliebt sich in irgendeine Dame, was ihm letztlich zum Verhängnis wird. Cooler Film, wenn auch im Schlussakt etwas arg melodramatisch. 7,5 / 10
Und dann noch
Analyze This (1999), eine witzige Mafia-Komödie, in der man sich De Niro als selbstgefälliger Cosa Nostra mit Angststörungen ganz gut geben kann, auch wenn er fast ein Jahrzehnt nach Goodfellas immer noch nicht richtig weinen kann. Running Gags und Wortwitz halten einen bei Laune und das Mafia-Thema wird trotz des komödiantischen Ansatzes seriös und authentisch genug aufgegriffen. Kann man sich anschauen und einen Abend damit vertreiben. 6,5 / 10