Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

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Die Western von John Sturges:

1949: Treibsand (The Walking Hills) 6,5/10
1953: Verrat im Fort Bravo (Escape from Fort Bravo) 7
(1955: Stadt in Angst (Bad Day at Black Rock) 8 )
1956: Das Geheimnis der fünf Gräber (Backlash) 8
1957: Zwei rechnen ab (Gunfight at the O.K. Corral) 8
1958: Der Schatz des Gehenkten (The Law and Jake Wade) 8
1959: Der letzte Zug von Gun Hill (Last Train from Gun Hill) 6
1960: Die glorreichen Sieben (The Magnificent Seven) 7
1962: Die siegreichen Drei (Sergeants 3) 3
1965: Vierzig Wagen westwärts (The Hallelujah Trail) 6 (als Komödie)
1967: Die fünf Geächteten (Hour of the Gun) 7
1972: Sinola (Joe Kidd) 4
1973: Wilde Pferde (Valdez, il mezzosangue) 6,5

Sergeant's 3 war nebenbei erwähnt der erfolgreichste nicht-Winnetou Western in der BRD in den 60ern, und auch mit großem Vorsprung Sturges Erfolgreichster in Deutschland. Falls ich jetzt nichts übersehen habe.
Rein von den Zahlen her wäre natürlich Spiel mir das Lied vom Tod noch erfolgreicher, aber die Zahlen legen auch nahe daß er anfangs nicht so gut lief, und der eigentliche Erfolg erst später in den 70ern kam.

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Auf 3Sat lief heute The Big Sky in der vom ZDF erstellten 115 Min Fassung (etwa 120 Min im Kino). Aber Arte hat auch schon eine rekonstruierte 138 Min Fassung ausgestrahlt, die ich zumindest auf VHS habe .
Hat die jemand heruntergeladen?

ps://www.3sat.de/film/spielfilm/der-weite-himmel-100.html

Hmm, den Film gibt es in so vielen Fassungen, und mit noch viel mehr verschiedenen Längenangaben, da blicke ich kaum noch durch. Und die vielen Angaben passen nur bedingt zu den offiziellen Angaben. Wenn die Arte Version in Pal ist, und das müsste sie sein, dann lief er dort mit quasi 144 Min, das wäre mehr als alles was mir bekannt ist.

Re: Das Western-Genre: Tipps, Kritiken & Diskussionen

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Heute habe ich Da Uomo a Uomo / Death Rides a Horse geschaut, ein Spaghetti-Western, in dem sich John Philip Law (hölzern, aber erträglich) und Lee Van Cleef (gewohnt souverän) aus unterschiedlichen Gründen an einer Bande Outlaws rächen wollen und dabei immer wieder widerwillig gemeinsame Sache machen. Im Fahrwasser der Leone-Filme gedreht riecht der Film zwar immer wieder etwas nach "We have For A Few Dollars More at home", Spass macht es trotzdem, weil es mit erstaunlich viel Aufwand und einer gesunden Menge Einfallsreichtum gedreht ist. Denkwürdig sind etwa Laws virtuos geschnittene Schiessübungen zu Beginn, die groteske Dehydrierungs-Folterszene und natürlich der Showdown mit allerhand Tricks und Listen von Seiten der Helden in einer Geisterstadt während eines Sandsturms. Von Morricone gibt es einen gewohnt guten Score - nicht sein bester, aber was wäre das für eine Messlatte - der mir teilweise bekannt vorkam, also bestimmt auch irgendwo mal von Tarantino recycelt wurde. Und Anthony Dawson alias Professor Dent alias Blofelds Hände alias nicht fähig Grace Kelly zu töten verdingt sich als schmieriger Schurke. Insgesamt eine spassige Angelegenheit. 7 / 10
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GoldenProjectile hat geschrieben: 15. Februar 2026 23:41 Heute habe ich Da Uomo a Uomo / Death Rides a Horse geschaut, ein Spaghetti-Western, in dem sich John Philip Law (hölzern, aber erträglich) und Lee Van Cleef (gewohnt souverän) aus unterschiedlichen Gründen an einer Bande Outlaws rächen wollen und dabei immer wieder widerwillig gemeinsame Sache machen. Im Fahrwasser der Leone-Filme gedreht riecht der Film zwar immer wieder etwas nach "We have For A Few Dollars More at home", Spass macht es trotzdem, weil es mit erstaunlich viel Aufwand und einer gesunden Menge Einfallsreichtum gedreht ist.

Insgesamt eine spassige Angelegenheit. 7 / 10
Das ist so ein Klassiker des Italowestern den ich nicht so interessant finde.
Es gibt ein paar gute Szenen, ja, aber auch viel einfallsloses Zeugs. Wenn ich ihn schaue hoffe ich jedesmal ihn besser zu finden, aber am Ende änder sich wenig. Die Parallelen zu Für ein paar Dollar mehr sind mehr als offensichtlich (selber Drehbuchautor), aber da schneidet er im direkten Vergleich gar nicht gut ab. Immerhin ganz früher fand ich ihn komplett mittelmäßig, jetzt zumindest akzeptabel. Für mich ganz sicher keiner der 50 besten IW, gerade noch so 6/10

In der deutschen Filmliteratur spielte der übrigens früher überhaupt keine Rolle, aber gerade in der englischsprachigen Welt hat der einen guten Ruf. Ja, und QT mag ihn offensichtlich

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Maibaum hat geschrieben: 3. April 2025 21:26 Die besten von Mann sind The Naked Spur und Man of the West.
Man of the West habe ich übrigens vor ein paar Wochen gesehen, auch ein guter und interessanter Film. Ich glaube, ich fand Gary Cooper hier charismatischer und für mich überzeugender als in seinem Über-Klassiker High Noon (den ich irgendwann letztes Jahr auch nochmal geschaut hatte). Die minimalistische, figurenorientierte Geschichte über einen geläuterten Banditen, den das Schicksal zurück in den Schoss seiner Bande führt, ist figürlich spannend aufbereitet, das hat im Kern ein bisschen was von einem Entführungsthriller. Und Lee J. Cobb spielt einen tollen Schurken, der eher eine tragische Figur ist. Weitere Höhepunkte sind wie sich Gary Cooper und Jack Lord gefühlt eine Viertelstunde lang gegenseitig die Fresse polieren und jedes Mal wenn man denkt, einer habe gewonnen, der andere doch wieder aufsteht, sowie der fantastische Showdown in einer Geisterstadt, bei dem Mann ein vorzügliches Gespür für Kameraperspektiven und räumliche Komposition unter Beweis stellt. Ich gebe mal 8/10.
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GoldenProjectile hat geschrieben: Gestern 23:37 . Die minimalistische, figurenorientierte Geschichte über einen geläuterten Banditen, den das Schicksal zurück in den Schoss seiner Bande führt, i
Ich denke das ist ein interessanter Punkt,
Einerseits ist es klar das Schicksal das Cooper nach dem Zugüberfall weitab der nächsten Stadt zurücklässt, aber warum geht er genau dahin wo die Banditen sein könnten? Anstatt sich genau von diesem Ort fern zu halten? Wenn ich da eine Absicht drin sehen will (und keine Drehbuchschlamperei), dann ist das die verborgene Sehnsucht nach dem alten Leben das ihn dahingehen lässt, wo er sein alten Leben wieder finden könnte, mit allen negativen Konsequenzen. Und dann wird es schnell komplex weil er ja auch seine 2 Begleiter dorthin schleppt, und damit für alles verantwortlich ist was denen geschieht. Und dann muß er diesen Teil seines alten Lebens, die Schuld von früher und die der Gegenwart in sich ausbrennen, und das geht nur mit derselben viehischen Gewalt die die degenerierten Banditen verkörpern. Exemplarisch in der quasi-Vergewaltigung in der für die 50er bemerkenswert brutalen (und unangenehmen) Keilerei mit Jack Lord.
Aber da der Film 10 Jahre zu früh gedreht wurde konnte vieles nur angedeutet werden, so ist der Vater nur ein Adoptivvater und die Frau nicht die Ehefrau. In den 70ern wäre das ein sehr, sehr fieser Film geworden. Was er aber auch so schon ist. Als Jugendlicher fand ich Man of the West eher unangenehm.

Ich bin von Cooper jedoch weniger beeindruckt, ich denke James Stewart hätte aus der Rolle weitaus mehr gemacht, ihr mehr Wahnsinn gegeben, Cooper bleibt immer viel zu unemotional.