Wie findet ihr GF?

1/10 (Keine Stimmen)
2/10 (Keine Stimmen)
3/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (2%)
4/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (2%)
5/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (3%)
6/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (5%)
7/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 9 (15%)
8/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 15 (25%)
9/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 13 (21%)
10/10
Insgesamt abgegebene Stimmen: 17 (28%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 61

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

826
Für die meisten Bond-Puristen gehört GF in die Top 3, ich fremdel nach wie vor ein wenig mit diesem Film. Mein Eindruck hat sich bestätigt, dass der Film kippt und an Drive verliert, sobald die Handlung nach Amerika wechselt. Das hat einerseits mit einem zur Passivität verdammten Bond zu tun, aber auch mit einem Verlust an herausragenden Szenen oder Bildern in der zweiten Hälfte. Da ist der Billard-Raum, der sich zum Multimedia-Saal verwandelt, schon fast das Interessanteste, ansonsten ist das alles visuell so flach wie die Landschaft Kentuckys. Das Finale im Tresorraum ist natürlich fantastisch.

Was mein Sehvergnügen zusätzlich trübt, ist der fragwürdige Einsatz von Spezialeffekten - da wäre es mir fast lieber, man ließe es ganz (vgl. FRWL). Die Laserkanonen sehen nach genau dem Pappmaschee und Aluminium aus, aus dem sie vermutlich sind, und wenn Goldfingers Privatjet in der Luft zu sehen ist, sucht man unwillkürlich nach den Bindfäden. Goldingers Ende und der wacklige Absturz der Maschine wirken so unbeholfen wie die künstlich beschleunigte Autoverfolgung in Goldfingers Fabrik in der Schweiz. In dem nur ein Jahr jüngeren TB erkenne ich schon einen Quantensprung gegenüber GF, wenn man sich nur mal die Szenen mit dem entführten Kampfjet ansieht, das wirkt richtig modern (auch wenn TB diese Fähigkeiten im Finale eindrucksvoll vergisst). Bonds Seitenhieb auf die Beatles nehme ich persönlich übel, ich empfinde das aber auch objektiv als erstaunlich reaktionär - für 1964, für Bond.

Auf der Habenseite: Barrys vielleicht beste Arbeit und Q's erster Einsatz im Labor.
"Wenn man sämtliche Schöpfungen des weißen Mannes von diesem Planeten entfernte, besäßen seine Ankläger weder Zeit noch Mittel, ja nicht einmal Begriffe, um ihn mit Vorwürfen zu überhäufen."

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

827
Ich sehe eher die Stärken in Amerika, mag die Szenen in der Schweiz aber auch recht gerne.

Den Hype um den Film konnte ich nie nachvollziehen (in Fankreisen scheint der Film aber ohnehin deutlich weniger als 'Über-Bond' angesehen als es in der Öffentlichkeit den Eindruck macht). Das gilt insbesondere im Vergleich zu den beiden Vorgängern, die ich höher sehe.

Nichtsdestotrotz halte ich GF für einen guten Film. Kurz, knapp und super unterhaltsam. An keiner Stelle lässt der Flm so etwas wie Langeweile aufkommen. Und die Szenen in Kentucky fühlen sich schön amerikanisch an. Wenn ich spontan gute Unterhaltung will, landet der im Player (die Länge ist tatsächlich von Vorteil gegenüber solchen Filmen wie OHMSS, den ich mir, trotz höherer Wertschätzung, nicht so kurzfrtistig anschaue. Warum muste aman die letzten Filme eigentlich so lang machen?).

Insgesamt ist der Film damit für mich ein typischer Mittelfeld-Bond. Ein guter, unterhaltsamer Film. Nicht mehr und nicht weniger.
Zuletzt geändert von Henrik am 7. Dezember 2022 20:10, insgesamt 3-mal geändert.

Re: Filmbesprechung: "Goldfinger (GF)"

828
GF Mittelmaß zu bescheinigen halte ich angesichts der Tatsache, dass eben dieser Bondtreifen es war, der das Bondfieber erst so richtig entfachte und dafür sorgte, dass Bond Einzug in die Popkultur hielt, etwas befremdlich. Über den Inhalt kann man ja durchaus geteilter Meinung sein und aus heutiger Sicht wirkt der Streifen unbestreitbar in Teilen etwas bieder, trotzdem: Ehre, wem Ehre gebührt. GF etablierte die typische Bondformel, die Gadgets, stellte quasi die Weichen und sorgte für endlos lange Schlangen an den Kinokassen, so dass sogar mobile Ticketverkaufstellen aufgestellt werden mussten. Irgendwas muss also doch dran sein. GF bietet einen der besten, für viele den besten Villan aller Zeiten und führte das Bondcar schlechthin ein. Das Gezeigte war damals faszinierend, auch, wenn das aus heutiger Sicht altertümliche Navigationssystem heute allenfalls noch ein müdes Schmunzeln entlockt. Man muss es eben im Kontext der Enstehungszeit sehen. Ich fühle mich jedesmal gut unterhalten und GF ist nicht mein absoluter Liebling, im obere Drittel würde ich ihn aber in jedem Fall ansiedeln. Immerhin war der Aufschrei im Kinosaal bei SF als der Aston Martin auftauchte dank GF so groß, da es ja wohl eine eindeutige Reminiszenz an GF war.
You have this nasty habit of surviving