Re: Zuletzt gesehener Film

10306
Wild Things ist einer der Filme, bei denen ich mich wirklich ärgere, dass es sie hierzulande nicht auf Blu-ray gibt …
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Zuletzt gesehener Film

10307
Maibaum hat geschrieben: 11. August 2022 23:00 Ach jungs, nun sagt doch nicht ohne große Not so schlimme Dinge ...
Von wegen schlimme Dinge, wart nur mal ab bis ich meine Drohung wahrmache und endlich den offiziellen "Eis am Stiel"-Thread eröffne! 8)

Aber eigentlich ist das eine schöne Kopfnuss: wer findet die meisten Stangen-Thriller der 90er :)
Ich schmeiss mal noch ein paar in den Raum:

Getäuscht / Deceived (1991)
mit Goldie Hawn


Bad Company (1995)
mit Laurence Fishburne und Ellen Barkin


Wehrlos / Defenseless (1991)
von Martin Campbell mit Barbara Hershey und Sam Shepard


Blink (1994)
von Michael Apted mit Madeleine Stowe und Aidan Quinn


Body Of Evidence (1993)
mit Madonna und Willem Dafoe


Fremde Schatten / Pacific Heights (1990)
mit Melanie Griffith und Michael Keaton


Desperate Measures (1998)
mit Michael Keaton und Andy Garcia


Auge um Auge / Eye for an Eye (1996)
mit Sally Field, Ed Harris und Kiefer Sutherland


China Moon (1994)
mit Ed Harris und Madeleine Stowe


Gewagtes Spiel / Consenting Adults (1992)
mit Kevin Kline und Kevin Spacey


Eiskalte Leidenschaft / Final Analysis (1992)
mit Richard Gere, Kim Basinger, Uma Thurman


Knight Moves (1992)
mit Christopher Lambert und Diane Lane


Extrem / Extreme Measures (1996)
von Michael Apted mit Hugh Grant und Gene Hackman


Außer Kontrolle / Chain Reaction (1996)
mit Keanu Reeves und Morgan Freeman
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

10311
iHaveCNit: Nope (2022) – Jordan Peele – Universal
Deutscher Kinostart: 11.08.2022
gesehen am 15.08.2022 in Dolby Atmos
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 9 – Reihe 9, Platz 13 – 20:30 Uhr


Natürlich gehören mittlerweile Filme von Jordan Peele auch zu meinem regulären Kinoplan, nachdem mir bereits seine beiden vorigen Werke „Get Out“ und „Us“ gefallen haben. Da war ich gespannt, was mich bei seinem neuen Film „Nope“ erwartet, nachdem die Trailer bereits mein Interesse geweckt haben. Kann ich nach der Sichtung eine bestimmte Tendenz abgeben – Nope !

OJ und Em´ Haywood unterstützen ihren Vater im Familienunternehmen, dass auf einer Farm Pferde für Filmproduktionen züchtet und trainiert. Bei einem mysteriösen Zwischenfall stirbt ihr Vater und Monate später haben beide mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch nicht nur mit diesen Schwierigkeiten haben sie zu kämpfen, denn mysteriöse Zwischenfälle scheinen sich zu häufen und beide hoffen, Beweise für diese Zwischenfälle aufzeichnen zu können.

„Nope“ ist ein großartiges zum Staunen und Spekulieren anregendes Mystery-Spektakel geworden. Der Anteil symbolischer Statements zur Aufarbeitung des Rassismus in den USA gegenüber den Afroamerikanern ist bei „Nope“ zwar wesentlich geringer als noch bei seinen Vorgängerfilmen „Get Out“ und „Us“, dafür aber ein Kontext, der sehr punktuell und auch sehr gut in die Geschichte des Films passt. Der Film, den man als Mysterythriller hybrid sowohl im Western als auch Science-Fiction-Bereich einordnen könnte, spielt gekonnt mit den Erwartungen und kreiert dabei sehr viele spannende Sequenzen, deren Inszenierung und auch die Kameraarbeit eines Hoyte van Hoytema neben dem großartig aufspielenden Geschwisterduo aus Keke Palmer und Daniel Kaluuya mir sehr gut gefallen haben. Man spürt in dem Film sehr stark einen weiteren Teil des popkulturellen Einflusses eines Jordan Peele und viele spürbare Reminiszenzen an einige Klassiker des Horror- und Science-Fiction-Bereichs. Interessant ist auch eine an dieser Stelle aus Spoilergründen nicht näher erwähnte parallel eingewobene Nebenhandlung, die durchaus einen wichtigen Stellenwert zur Entschlüsselung des Rätsels von „Nope“ beitragen kann – vor allem wenn es um einen kritischen Unterton zum Umgang mit Tieren bei Tierproduktionen geht. Dahingehend ist auch der Blick und die Sichtweise sehr interessant zu betrachten. Da kommt es nicht von ungefähr, dass Fotografie und Kinematografie natürlich einen gewissen Stellenwert im Rahmen des Films bekommen hat, der Eingangs vielleicht ein wenig Pacing-Probleme hat und innerhalb seines Rätsels ein wenig die charakterliche Tiefe der Protagonisten vermissen lässt. Insgesamt bleibt „Nope“ aber ein großartiger Film. Somit kann ich die Frage mit „Nope“ beantworten, ob der Film mir nicht gefallen hat.

„Nope“ – My First Look – 9/10 Punkte.

iHaveCNit: Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr (2022) – Gillies MacKinnon – Capelight Pictures
Deutscher Kinostart: 11.08.2022
gesehen am 16.08.2022
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema - Studio – Reihe 3, Platz 1 – 18:45 Uhr


Am aktuellen Kino-Wochenende habe ich mich für den Film mit dem wohl sperrigsten Filmtitel des gesamten bisherigen Filmjahres entschieden, der im Originaltitel eigentlich „The Last Bus“ heißt und hierzulande den Filmtitel „Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr“ trägt. Natürlich war ich gespannt, was mich bei dem Film erwartet, auch wenn natürlich der Filmtitel selbst bereits einiges vorweg nehmen könnte.

Tom Harper lebt im Norden Schottlands, seitdem er vor Jahrzehnten mit seiner Frau Mary aus dem südwestlichen Lands End in Cornwall dorthin gezogen ist. Nun ist seine Frau verstorben und er erfüllt ihr den letzten Wunsch, in die Heimat zurückzukehren, indem er mit Sack und Pack in den Bus steigt und mit einer Vielzahl an Umstiegen mit dem Bus seine Reise zurücklegen möchte, bei der er durchaus auch mit der ein oder anderen Herausforderung zu kämpfen hat, denn diese Reise könnte auch seine Letzte sein.

Normalerweise könnte ein Film wie dieser sehr nüchtern werden und auch im Gewand eines Roadmovies durchaus ein größerer Grad eher unpassender Humor enthalten sein, aber der Film schafft es diese Stolpersteine weitestgehend zu umfahren. Denn der Film schafft es mit seinem Aufbau gekonnt die Handlung und die Hintergründe Etappe für Etappe entwickeln zu lassen, so dass man kleine Episoden innerhalb der beschwerlichen Reise zu sehen bekommt und auch die Geschichte des von Timothy Spall großartig gespielten Tom Harper damit Stück für Stück entfaltet wird. So geht einem dann auch die Reise von Tom Harper ans Herz mit einer schönen Balance aus schweren und auch leichteren Themen. Da ich gerne Bus fahre, wäre ich sofern es das 9-Euro-Ticket auch auf der britischen Insel geben würde, durchaus auch mal daran interessiert die Route zu reisen und das Land und die Leute damit kennenzulernen.

„Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr“ - My First Look – 8/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Zuletzt gesehener Film

10312
Ich sehe gerade dass Ashley Judd ja die unangefochtene Meisterin meiner 90er-Krimi Genres ist

- A Time to Kill (96)
- Kiss the Girls (97)
- Double Jeopardy (99)
- High Crimes (02)

Vermutlich sind noch einige andere ihrer Filme in dieser Liga.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

10313
Gestern gesehen:

Denn zum Küssen sind sie da (Kiss the Girls, 1997)

Ein klassischer 90er Thriller mit einem starken Star in der Hauptrolle und ein paar tollen Darstellern in Nebenrollen. Herausragend ist hier aber vor allem Ashley Judd in der Rolle einer extrem mutigen und starken Frau. Allein sie in Kombination mit dem wie immer souverän auftretenden Freemann wäre für mich ein Kinoticket wert gewesen. Überhaupt ist Judd eine Darstellerin, die irgendwie nie ganz den Durchbruch bekommen hat, den sie verdient hätte.

Inhaltlich ist Kiss the Girls leider etwas unterdurchschnittlich. Trotz viel Psychologie und Ermittlung überwiegen am Ende eher Zufälle m Showdown. Auch ist die Idee mit den zwei "rivalisierenden" oder doch sich gegenseitig anstachelnden Killern etwas wirr. Gerade zu dämlich erscheint im Showdown, wie oft Cross völlig das stark traumatisierte Opfer (Judd) einfach allein im Wald lässt (den gleichen Fehler den er schon vorher bei dem Wochenendhaus gemacht hat)...
Auch erscheint die finale Enttarnung des Schurken als recht unglaubwürdig.

Fazit: Großartige Darsteller, einige spannende Sequenzen, aber nicht ganz logisch und wenig raffiniert.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

10314
danielcc hat geschrieben: 18. August 2022 09:43 Überhaupt ist Judd eine Darstellerin, die irgendwie nie ganz den Durchbruch bekommen hat, den sie verdient hätte.
Da kann sie sich bei Harvey Weinstein bedanken …
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Re: Zuletzt gesehener Film

10316
Casino Hille hat geschrieben: 18. August 2022 09:52 Da kann sie sich bei Harvey Weinstein bedanken …
Ohne da den Weinstein verteidigen zu wollen glaube ich nicht, dass Judd nur wegen Weinsteins Intervention der große Durchbruch verwehrt geblieben ist. Ob allein ein paar künstliche Spitzohren ihr dazu verholfen hätten bezweifle ich, da letztlich kein Schauspieler aus Jacksons Ringelei wirklich einen echten Karriere-Boost erfahren hat. Am ehesten vielleicht noch Mortensen, aber auch dem blieb der ganz große Durchbruch letztlich ja verwehrt. Blanchett lasse ich da bewusst aussen vor, da sie bereits als Oscar-Preisträgerin und nicht zuletzt auch daher bereits als eine der grössten Nummern in die Trilogie reinging und ihre Karriere aus meiner Sicht sich weitgehend unabhängig von Jacksons Mummenschanz entwickelt hat. Und Judds Filme waren halt weder qualitativ noch wirtschaftlich wirklich überdurchschnittlich (mit Ausnahme von Heat, aber da war ihre Rolle ja auch eher klein). Von daher: ich mochte die Ashley immer sehr gern, aber ihre Karriere gab nicht mehr her, als das was sie erreicht hat.

Edit: ok, bei nochmaliger Überlegung würde ich Ian McKellens Karriere durchaus nachhaltig und positiv von der Gandalf Rolle beeinflusst einstufen. Aber trotzdem: McKellen hatte auch vor LOTR bereits ein anderes Industriestanding als Judd, X-Men war kurz vorher bereits auch auf kommerzieller Ebene sein Durchbruch und schauspielerisch war er da auch schon längst etabliert. Von daher bleibe ich dabei, Judds Karriere hätte auch durch ein elbisches Zwischenspiel nicht wesentlich profitiert.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Zuletzt gesehener Film

10317
aber es geht ja nicht nur um eine mögliche Rolle in HdR oder?

Sie war eine junge, sehr gut aussehende Darstellerin, die auch in einigen Rollen schon gezeigt hat, dass sie richtig was kann.
Nüchtern betrachtet findet man tatsächlich auch sehr wenige Frauen die es in Hollywood überhaupt auf eine doch beachtliche Reihe von größeren Rollen in eine Vielzahl von Filmen (von beachtlicher Bandbreite) bringen und das schon in so jungem Alter ohne ein großer Star zu sein/werden.
Selbst ohne ganz große Karriere ist sie nunmehr seit über 25 Jahren im Geschäft mit guten Rollen und zwei GG Nominierungen. Auch das ist sehr sehr selten für Frauen in Hollywood.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Zuletzt gesehener Film

10318
danielcc hat geschrieben: 18. August 2022 17:06 aber es geht ja nicht nur um eine mögliche Rolle in HdR oder?
So hatte ich es mitbekommen, also dass Jackson da aufgrund seines schlechten Gewissens das öffentlich gemacht hat, dass er Ashley Judd (und Mira Sorvino) nicht besetzt hat, weil Weinstein ihm davon abgeraten hat. Die Presse schrieb dann von "Blacklisting", aber ich denke man sollte da Weinsteins Einfluss innerhalb der Industrie auch nicht überschätzen. Denn Rollen in ordentlich budgetierten Produktionen hat sie ja auch nach 1998 (das Jahr welches Jackson angab) bekommen. Weitere konkrete Einflussnahme Weinsteins auf ihrer Karriere ist meines Wissens nicht bekannt.
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Re: Zuletzt gesehener Film

10320
Ihr fehlt ein bisschen die Leinwand-Persona, also das große Charisma, das aus einer Julia Roberts eine Julia Roberts macht oder aus einem Leonardo DiCaprio einen Leonardo DiCaprio. Eine gute Schauspielerin ist sie, aber wie wir Bond-Fans ja vom Kollegen Timmy Dalton wissen, muss es manchmal mehr sein, um die große Masse für sich einzunehmen.
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