Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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vodkamartini hat geschrieben: 27. Mai 2022 15:12 Das ist Malen nach Bond-Zahlen, das ist Baukasten, das ist Checklisten-Kino.
Also für mich gibt es schon einen Unterschied zwischen "Fanservice" und "Checklisten-Kino".

"Checklisten-Kino" ist bei Bond die seit GF etablierte Formel. "Fanservice" sind zusätzliche Reminiszenzen an frühere Bondfilme.

In den Moore-Bonds gab es dann zusätzlich zur Formel-Checkliste dann auch noch die Postkartenmotivlocation-Checkliste, die man dann auch ordentlich abgearbeitet hat. Gleiches gilt aber auch für die M:I-Filme, die da wieder ähnlich unterwegs sind.
Böser schwarzer Mann

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Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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vodkamartini hat geschrieben: 27. Mai 2022 15:12 Auch der Hinweis auf QOS ist richtig, jeder hier kennt meine Haltung dazu und die ist nicht so negativ, aber mit Bond hat das nicht mehr viel zu tun und ich bin froh, dass es bei einem Film dieser Sorte geblieben ist. Da hat man ein paar typische Elemente/Szenen (Fields in Öl, Snobismus durch Hoteltausch, Galaveranstaltung um den schwarzen Abendanzug tragen zu können etc.) eingebaut, um überhaupt noch irgendwie an Bond zu erinnern.
Jein, denn man kann auch sagen: trotz ein paar "Vesper blah blah CR sequel blah can I trust you 007"-Dialogen ist QoS im Kern (rasanter Actionfilm, Mission, Villain mit politisch relevantem bzw. an relevante Realitäten angelehntem Komplott, starker Lady-Sidekick, wenn auch passenderweise kein Love Interest) näher an den "klassischen" Bondfilmen dran, bzw. eine zeitgemässe Weiterentwicklung derer Grundideen als SF (shakespeareskes Drama mit M als eigentlich betroffener Hauptrolle, Spionagemission kaum vorhanden, Bond wird mit Kindheit und Kindheitstrauma ausstaffiert) oder NTTD (wenig Spionagemission, filmübergreifendes Beziehungs- und Familiendrama, Bond mit Kind, Bond als Held der eher nebenbei noch ein (Ex-)Spion ist). Und man kann auch sagen dass die Menge an Retro-Elementen ("klassische" Musik, DB5, Alibigadgets) in letzteren störender, vielleicht sogar etwas heuchlerisch wirken, als die Parallelen in QoS (die eher dem beibehaltenen - obgleich sehr ungewohnt aufbereiteten - Grundrezept geschuldet sind, und weniger dem "Fanservice", ausser Fields in Öl eingelegt).

Und mit "man könnte auch sagen" meine ich eigentlich "ich sehe das ziemlich so", aber das ist wohl auch schon bekannt. :wink:
We'll always have Marburg

Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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Man könnte da natürlich auch sagen: SF ist so sehr als Retro-Bond angelegt und so sehr eine Art Meta-Abhandlung über Bond als Figur, als Popkultur-Phänomen etc., dass er ohne den Bond-Kontext nicht funktionieren würde oder zumindest nie gemacht worden wäre. Während QOS und NTTD beide auch genauso gut irgendein x-beliebiger Agenten-Actionblockbuster sein könnten.

Man könnte darüberhinaus sagen: Alle fünf Craig-Bonds (am wenigsten allerdings SP) sind so darum bemüht, bloß nicht wie der Prä-89-Bond zu sein, dass man sich bei ihnen allen berechtigterweise fragen kann, warum sie sich dann überhaupt so nennen und alibihaft ein paar Klischees und den DB5 auffahren lassen, um zu kompensieren, dass sie sich für ihren Reihenbezug fast ein wenig schämen.

Man könnte aber noch zu guter Letzt sagen: Im Tom Cruise Thread sind wir ab einem gewissen Punkt mit dieser Diskussion ein wenig fehl am Platz.
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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Es war nicht sooo überraschend, dass nach dem erledigten Auftrag noch was kommen würde. Das wurde ja auch schon von den Protagonisten im Film mehrfach angedeutet. Außerdem musste die Goose-Geschichte bzw. Mavericks Konflikt noch aufgelöst werden. Das haben sie sehr gut hin bekommen. Das ist sehr stimmig und befriedigend. Nicht weil es so genial geschrieben ist, sondern weil es so simpel und auf den Punkt geschrieben ist. So wie der Film ist, für das was er sein will und als Sequel zu diesem speziellen Original habe ich nach einer Sichtung wirklich gar nichts auszusetzen.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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Ich glaube, ich habe von niemandem mehr Filme (im Kino) gesehen als von Tom Cruise.


1986 – Top Gun (Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel) --> mal gesehen aber niht so recht in Erinnerung
1988 – Rain Man - dito
1992 – A Few Good Men (Eine Frage der Ehre) - zig mal gesehen; liebe den Film
1993 – The Firm (Die Firma) - gute Unterhaltung
1994 – Interview with the Vampire: The Vampire Chronicles (Interview mit einem Vampir) - Nur in Teilen gesehen; niht so meines
1996 – Mission: Impossible - Toller Film mit einer cleveren Story um 2-3 große Actionszenen gestrickt
1999 – Eyes Wide Shut - joah, hat eine packende Atmosphäre aber ansonsten viel Lärm um Nichts
2000 – Mission Impossible II - damals total geflasht im Kino; tolle Bilder, eine schöne Frau, ein cooler Star; aber auch ziemlich plattes Hedonisten Kino
2001 – Vanilla Sky - ganz ganz großartig; hat mich damals völlig gepackt; vor allem die junge Penelope Cruz war der Hit
2002 – Minority Report - Top
2003 – The Last Samurai (Last Samurai) - Gut
2004 – Collateral - Klasse
2005 – War of the Worlds (Krieg der Welten) - Finde ich viel viel besser als allgemein berichtet
2006 – Mission: Impossible III - Ich mag ihn; kurz schnell schnörkellos
2010 – Knight and Day - Letztens noch mal gesehen; ein merkwürdiger FIlm wie auf Drogen
2011 – Mission: Impossible – Ghost Protocol (Mission Impossible – Phantom Protokoll) - Klasse! Der wohl beste der Serie weil hier das Erfolgsmodell etabliert wurde
2012 – Jack Reacher - Ein schöner kleiner Film wie es ihn lange Zeit nicht mehr gab
2013 – Oblivion - Spannend und clever
2014 – Edge of Tomorrow - Mega!
2015 – Mission: Impossible – Rogue Nation - Fast so gut wie der Vorgänger; was den Bösewicht angeht sogar besser
2016 – Jack Reacher: Never Go Back (Jack Reacher: Kein Weg zurück) - Nicht ganz so gut wie der Vorgänger
2017 – The Mummy (Die Mumie) - Oh je! Was hat Cruise da geritten???
2018 – Mission: Impossible – Fallout - Auch gut aber mir doch ein wenig überschätzt (vor allem hier im Forum)
2022 – Top Gun: Maverick - Klasse Unterhaltung wie in den späten 80ern/frühen 90ern
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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Top Gun - Maverick

Hab mich gestern auch in der DBox durchschaukeln lassen.
Ein klasse Sequel, dass zum Glück ein gutes Gespür für das richtige Maß an Reminiszenzen zu seinem Vorgänger hat.
Schmissige Story, gute Gags, unglaublich realistische Action.
Klar, für mich kommt er am Erstling nicht vorbei, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Trotzdem freue ich mich auf den zweiten Kinobesuch!
This is the the tale of Robin Hood in reverse

Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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Klar, hab mich nach meinem "Top Gun"-Double-Feature gleich verpflichtet. Hoffentlich sehe ich mit meiner Ray Ban auch mindestens so cool wie Cruise aus.
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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He he, aber er ist das trotzdem, nicht wahr?
Ich bin ja auch seit QoS beim MI 5 angestellt, und hey, die Geheimdienstarbeit (ich nenns mal Arbeit, ist ja eher Spaß) ist tatsächlich ungefähr genau so wie in QoS geschildert ...

Alles was ich bislang drüber gelesen habe, egal ob positiv oder negativ, klingt nach einem großen Langeweiler. Und die paar Szenen die ich gesehen habe sahen eigentlich auch nicht gut aus. Nicht einmal die Flugszenen.

Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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Man mag solche Filme, oder man mag sie nicht. Früher war ich da noch mit deutlich mehr missionarischem Eifer unterwegs, inzwischen ist es mir völlig schnurz. Ich hatte Spaß, mochte und mag aber auch das Original. Dennoch finde ich, dass man hier sinnvoll angeknüpft und einen sehr guten Weg gefunden hat zwischen Hommage, Sequel und Modernisierung. Das ist alles sehr stimmig. Wer's doof findet soll's tun.
Ich fand zum Beispiel Scorseses Irishman fürchterlich, weil langweilig, angestaubt und erkennbar nicht in der Jetztzeit verhaftet (trotz der Computertricks). Für mich zählt in erster Linie, dass ich mich unterhalten, mit genommen, als Zuschauer ernst genommen fühle (war wie gesagt bei Scorsese - ist nur ein Beispiel, das mir gerade einfiel - in keiner Weise der Fall). Und da macht Cruise kaum jemand etwas vor. Er liebt das Kino und sein Publikum und das merkt man. Mögen muss man es dennoch nicht, schon klar. Aber bei mir springt der Funke über und das gelingt nach all den Filmen die ich schon gesehen habe nicht mehr ganz so oft wie früher.
http://www.vodkasreviews.de

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Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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Der Film funktioniert sicherlich hervorragend fürs Recruiting der Armee insbesondere der Navy. Aber dennoch ist er da eigentlich relativ harmlos was den missionatischen Eifer angeht, oder Patriotismus, etc.

Im Grunde gehe es eher um Kameradschaft, Freundschaft, Heldentum. Ja sicher, vor dem Hintergrund der Navy, aber eigentlich sind 2 der 3 im Film auftauchenden Vertreter der Navy (Ed Harris, Jon Hamm) eher unsympathisch dargestellt.


Die Flugsequenzen waren auf jeden Fall herausragend. So viel Tempo und dennoch volle Übersicht. Klasse!
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Er fürchtet weder Tod noch Teufel – Die Filme des Tom Cruise

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Nun ja klar, man mag Filme oder man mag sie nicht, das gilt nicht nur für diesen, das gilt für alle anderen auch.
Aber der Propaganda Anteil hat halt auch Einfluß auf Handlung und Charaktere und auf den Stil. Und der ist meist negativ, und da ist der alte TG ein ziemlich negatives Beispiel für. Und der Neue scheint da sehr, sehr ähnlich.

Vodka, du hast doch öfters hier russische Kriegsfilme kritisiert für ihren Mangel an Realismus, ihre primitive Kriegsverherrlichung, oder nicht?

Ich meine, ich schaue ja auch viele total verlogene Filme, und manche machen mir auch Spaß, aber dann müssen sie schon etwas mehr zu bieten haben als TG oder Rambo 2. John Ford war da sicher der begabtere Verklärer der US-Army, aber seine schlichteren Filme in der Hinsicht leiden auch darunter. She Wore a Yellow Ribbon und Rio Grande sind da für mich weitaus weniger interessant als Fort Apache.
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