Wer war der beste Blofeld?

Anthony Dawson - FRWL 1963 / TB 1965
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (27%)
Donald Pleasence - YOLT 1967 (Keine Stimmen)
Telly Savalas - OHMSS 1969
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6 (55%)
Charles Gray - DAF 1971 (Keine Stimmen)
John Hollis - FYEO 1981 (Keine Stimmen)
Max von Sydow - NSNA 1983
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (9%)
Christoph Waltz - SP 2015 / NTTD 2021
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (9%)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 11

Re: Wer war der beste Blofeld?

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Casino Hille hat geschrieben: 13. Mai 2022 13:44 voll von kruden Dialogen und Plattitüden ("Information is everything", "Finish it") und unfreiwillig komischen Momenten ("You can touch it", "Cuckoo")
Für mich sind das definitiv zwei der besten Momente des Filmes. Allerdings muss ich sagen, dass der mit der Zeit schon etwas abgenommen hat in meinem Ranking. Sein Gelächter in London etwa, kurz bevor er den Countdown für die Sprengung aktiviert, geht mir schon etwas auf den Keks. Insgesamt sehe ich ihn aber trotzdem deutlich höher.
Casino Hille hat geschrieben: 13. Mai 2022 13:44 7. John Hollis & Robert Rietty
– Ist natürlich nur der Vollständigkeit halber aufgeführt, aber mir ist die PTS aus FYEO wirklich ein wenig peinlich. Die Stunts selbst am Helikopter sind sogar sehr beeindruckend, aber wie hier gänzlich ohne jede Würde die große Nemesis von James Bond als alberne Witzfigur abgefrühstückt wird, wie er in seinem Rollstuhl hampelt, wie er Bond ein Delikatessengeschäft anbietet, sollte dieser ihn dafür am Leben lassen … Puh. Slapstick bei Moore immer gerne und viel Selbstironie brauche ich bei Bond auch, aber die Szene ist auf so vielen Ebenen seltsam unpassend. John Hollis und Robert Rietty können selbst für ihren letzten Platz nicht, sie sind nur eben die Kasperle, die sich für den Einsatz hier geopfert haben.
Die PTS scheint ja nicht allzu beliebt zu sein...

Ich mochte die PTS hingegen schon immer sehr (zeitweise stand sie sogar auf Platz 1). Zum einen sind die Stunts sehr spektakulär, außerdem mag ich es, dass man ihm (und das wird nun niemand nachvollziehen können...) einen würdigen Abschied gegeben hat. Das Ende von DAF war in dieser Hinsicht nicht konsequent genug. Einerseits könnte er die Aktion eigentlich nicht überlebt haben, andererseits passiert mir zu wenig on screen, als dass ich von einem gelungenen Villain-Tod sprechen könnte. Das Ende von DAF war einem Blofeld nicht wiklich würdig und er brauchte deshalb mMn eine Rückkehr mit konsequentem Abschluss.
Casino Hille hat geschrieben: 13. Mai 2022 13:44 4. Charles Gray– "It's just a jump to the left … " Muss noch jemand bei Charles Gray in DAF immer an seinen Auftritt in "The Rocky Horror Picture Show" denken?
Ja.
Casino Hille hat geschrieben: 13. Mai 2022 13:44 : Das Script ist nicht gerade nett zu ihm, wenn er als Frau verkleidet durch ein Casino rennt oder im großen Finale zwanghaft darauf besteht, mit seinen Mini-U-Boot gewassert zu werden. Aber so over-the-top die Rolle auch sein mag,
Das stört mich an der Rlle sehr und macht mir Blofeld in diesem Film auch kaputt, andererseits...
Casino Hille hat geschrieben: 13. Mai 2022 13:44 der triefende Snobismus, den Gray zu jeder Zeit ausstrahlt, ist ein Gewinn für die Rolle und hebt ihn angenehm von den zuvor genannten Blowys ab.
Das kann ich schon nachvollziehen und ich halte Gray weder für einen schlechten Schauspieler, noch für eine Fehlbesetzung, aber die bereits oben angesprochenen Szenen machen mit Blofeld in DAF kaputt. Schade, ich hätte ihm eine würdigere Rolle gegönnt.
Casino Hille hat geschrieben: 13. Mai 2022 13:44 3. Anthony Dawson & Eric Pohlmann
– Vorfreude ist oft schöner als das Endresultat. Der gesichtslose Blofeld aus FRWL und TB ist vielen seiner Nachfolgern klar überlegen, obwohl er in beiden Filmen nur kurze Auftritte hat. Die Anonymität macht ihn bedrohlich, vor allem aber sind es die Schauspielleistungen aller anderen in seinen Szenen, die ihm Gravitas verschaffen. Wie ängstlich, nervös und unsicher Lotte Lenya etwa in ihren Szenen mit "Nummer 1" wirkt, ist im Direktvergleich zu ihren sonstigen Auftritten als Rosa Klebb absolut zentral für die Wirkung des Katzenstreichlers. Die pulpige erste Blofeld-Inkarnation von Anthony Dawson & Eric Pohlmann gefällt mir also –wie fast allen Fans – richtig gut, meine "Nummer 1" sind sie aber dennoch nicht.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Der Kerl hat eine besonders bedrohliche Ausstrahlung.
Casino Hille hat geschrieben: 13. Mai 2022 13:44 2. Telly Savalas
– Gott, wie gerne hätte ich Telly Savalas im Zusammenspiel mit Sean Connery gesehen. Leider musste er mit George Lazenby einen schauspielerischen Totalausfall gegenüber gestellt bekommen. Trotzdem lässt sich Savalas in OHMSS genießen. Wenn er seine weiße Muschi mit gehöring Schwung auf den Tisch donnert, um den flüchtenden Bond durch die Alpen zu jagen, kommt erstmals wirklich das Gefühl auf, Bond könnte hier seinen Meister, seine Nemesis gefunden haben – ganz wie es im Sinne von Ian Fleming wäre. Savalas ist gar das schauspielerische Zentrum des Ausnahme-Bondfilms und zeigt, dass die Kombination "Glatze mit Katze" eben doch sehr zufriedenstellend gelingen kann.
Zustimmung.
Casino Hille hat geschrieben: 13. Mai 2022 13:44 1. Max von Sydow
– Es hätte Fortsetzungen von NSNA geben sollen, einfach, um Connery auf den Blofeld dieses Films treffen zu lassen. EON tat sich mit der Figur oft schwer, dabei zeigt NSNA in wenigen Szenen, wie es geht: Max von Sydow schafft es, ohne sein Gesicht verbergen zu müssen, die bedrohliche, geheimnisvolle Aura des Blofelds der frühen Bonds zu entfalten. Seine Betonung ist im Originalton zudem schlicht ein Genuss. Er spielt die Rolle gar als eine Art ehrfurchterweckenden Aristokraten, der einfach gerne ganz oben in der Nahrungskette steht, der SPECTRE nur um des Befehlens Willen leitet. Eine wunderbare Ergänzung des Bond-Kosmos und – wenn man mich fragt – ohne Überlegung der beste Blo-Job aus 60 Jahren 007.
Das sehe ich anders. Wie schon oben geschrieben, wenn man ihn schon im SPECTRE-Meting zeig, dann möchte ich ihn auch, dass er mysteriös gehalten wird. FRWL, TB und auch SP (aber nur in Rom) zeigen, wie es mMn besser geht.

Re: Wer war der beste Blofeld?

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Für mich eindeutig Telly Savalas, gefolgt von Anthony Dawson/Eric Pohlman in TB, auf den dritten Platz setze ich dann Christoph Waltz, der nichts dafür kann, dass man ihm derartige Scripte zugemutet hat, und einen mehr als überzeugenden Job macht.

Es wäre sehr viel cleverer gewesen, Waltz' Blofeld kühl, unnahbar und distanziert, aber nicht per se unsympathisch oder humorlos auf Bond einwirken zu lassen, anstatt irgendwelche sentimentalen Verbindungspunkte zu behaupten. Ich denke, Waltz hätte etwas abwesendes, geisterhaftes in die Rolle bringen können, was die anfangs auch schön umgesetzte Bedrohlichkeit der Figur aufrecht erhalten hätte. Das Genecke macht vieles einfach kaputt und nervt tierisch.
Statt der Storyline um die Stiefbruderschaft, wäre folgende verworfene Idee meines Erachtens sehr viel stimmiger gewesen:

Blofeld und White kennen sich aus der Fremdenlegion. Im Rahmen einer aus dem Ruder gelaufenen Mission, meuchelt Blofeld die gesamte Kompanie im Schlaf, um sich die Rationen seiner Kamaraden unter den Nagel zu reißen. White verschont er, weil er jemanden braucht, der ihm hilt die Verpflegung zu tragen.
Das bringt die Figur ziemlich schön auf den Punkt. Überhaupt wäre es schlüssiger gewesen, eine enge Verbindung zwischen Blofeld, White und Madeleine herzustellen, anstatt das über 1000 Umwege bei Bond zu versuchen, wo es einfach nur angedichtet und Fehl am Platz wirkt.

Re: Wer war der beste Blofeld?

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Das Problem mit Waltz war die blöde - und in den Augen der Produzenten offenbar naheliegende Idee - Hans Landa zu reloaden. Wobei Waltz das auch in anderen Filmen gerne mitgemacht hat, offenbar ist das seine Schokoladen-Performance (vielleicht kann er auch nicht mehr). Dazu kommt noch, dass dieses Spiel inzwischen nicht nur ausgelutscht ist, sondern von Waltz ungemein selbstverliebt dargeboten wird. In Kombination ist das dann ein Stück weit nervtötend.
Als Blofeld ist er damit einer der Schlechtesten, ich würde sogar sagen bei denen mit Gesicht und Sprechanteil der Schlechteste.

Meine Nummer 1 ist ohne wenn und aber Telly Savallas. Bedrohlich, fies, jovial und ungemein präsent. Danach kommt gleich von Sydow in NSNA.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Wer war der beste Blofeld?

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Welchen Kurs? In Rom sieht und hört man fast nix von ihm. Im Meteoritenraum sorgt der grauenvolle Dialog für ungewolltes Gelächter: "You can touch it if you want." Vodka hat recht: Waltz spielt nur zum x-ten Mal rine banalere Hans-Landa-Version und das auch noch schlecht.
Then out spake brave Horatius, the Captain of the Gate: "To every man upon this earth, death cometh soon or late. And how can man die better than facing fearful odds, for the ashes of his fathers, and the temples of his gods."

― Thomas Babington Macaulay, Lays of Ancient Rome.

Re: Wer war der beste Blofeld?

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Casino Hille hat geschrieben: 22. Mai 2022 20:35 Welchen Kurs? In Rom sieht und hört man fast nix von ihm. Im Meteoritenraum sorgt der grauenvolle Dialog für ungewolltes Gelächter: "You can touch it if you want." Vodka hat recht: Waltz spielt nur zum x-ten Mal rine banalere Hans-Landa-Version und das auch noch schlecht.
Das empfinde ich ganz anders. In Rom hat Waltz eine ungeheuere Präsenz, jedes einzelne Wort ist mit Bedacht gewählt. Mir hat der Auftritt sehr gefallen. Gerade, dass wir ihn nicht sehen und er fast schon vor sich hin murmelt, macht die Szene doch stark. Im Meteoritenraum gefällt mir gerade, dass er einfach aus dem Schatten heraus, fast schon kindlich anmutend sagt: „Nur zu, ihr könnt ihn ruhig anfassen, wenn ihr wollt“ (und jetzt lachen wir alle ganz laut und beruhigen uns wieder, danke ;D), um dann auf einmal bitter ernst zu werden. Nur diese TKKG-Besserwisser Pose ist ein bisschen doof. Ich hätte ihn langsam auf Bond und Madeleine zugehen lassen, am besten wäre es gewesen, wenn er hinter ihnen stünde.
Von Landa erkenne ich da aber nichts um ehrlich zu sein. Ab dem Gang zum Kontrollraum wird's dann mies, und im Kontrollraum dann sogar unterirdisch, wobei Craig mit seinen gewollt hasserfüllten Mimiken keine Große Hilfe ist. Während der Folter sehe ich schon eher das neckische Landa-mäßige zum Vorschein kommen.
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