Filmbesprechung: TB

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Re: Filmbesprechung: "Thunderball (TB)"

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Casino Hille hat geschrieben: 8. April 2021 19:27 Madame Boitier ist die Fake-Identität von Jacques Bouvar. Da Rose Alba die Person bis zur Enthüllung gespielt hat, ergibt es Sinn, dass sie im Abspann so gelistet wird, während Bob Simmons dann bei Jacques Bouvar steht.
Ich dachte immer, dass der Name der Fake-Identität Madame Bouvar ist, also seine vermeintliche Witwe.

Aber danke auf jeden Fall für die Aufklärung! Man lernt eben nie aus, auch nicht bei Bond.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: "Thunderball (TB)"

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ProfessorDent hat geschrieben: 10. April 2021 01:09 Wo ist da genau der Widerspruch?
Darüber habe ich mich gestern schon gewundert. Nach gefühlt 10 mal lesen ist es mir gerade aber aufgefallen.
Samedi hat geschrieben: 8. April 2021 19:39
Casino Hille hat geschrieben: 8. April 2021 19:27 Madame Boitier ist die Fake-Identität von Jacques Bouvar. Da Rose Alba die Person bis zur Enthüllung gespielt hat, ergibt es Sinn, dass sie im Abspann so gelistet wird, während Bob Simmons dann bei Jacques Bouvar steht.
Ich dachte immer, dass der Name der Fake-Identität Madame Bouvar ist, also seine vermeintliche Witwe.
Ich denke mal, das war so gemeint, dass Samedi dachte, dass die Rolle Madame Bouvar heisst, nicht Madame Boitier. Aber Bouvars Witwe ist es doch trotzdem(?) Man merkt es ja auch im Laufe der Beerdigung in dem Gespräch zwischen Bond und dem Gespräch mit der jüngeren Dame ganz am Anfang, es handelt sich um die vermeindliche Beerdigung von Jacques Bouvar.

Re: Filmbesprechung: "Thunderball (TB)"

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Henrik hat geschrieben: 10. April 2021 08:01 Ich denke mal, das war so gemeint, dass Samedi dachte, dass die Rolle Madame Bouvar heisst, nicht Madame Boitier.
Genauso ist es. Dass Bouvar vorgibt, seine eigene Witwe zu sein, ist ja der logische Schluss aus dem gezeigten. Warum er sich dann aber einen anderen Namen für seine Figur gewählt haben soll, bleibt zumindest mir ein Rätsel. Daher auch die ganze Verwirrung.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

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Re: Filmbesprechung: "Thunderball (TB)"

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Feuerball (1965)

Szene 1 – Gunbarrel & PTS
Im Gegensatz zu den drei ersten Bondfilmen, sehen wir hier zum allerersten Mal Sean Connery höchstpersönlich in der Gunbarrel Sequenz und löst damit Bob Simmons ab. Ebenfalls mit einem Hut bekleidet schreitet Connery ein und geht beim Schuss in die Knie. Dann sehen wir einen Sarg mit der Aufschrift „JB“ und eine Trauerzeremonie mit der dazugehörigen Witwe. „JB“ kann allerdings nicht für „James Bond“ stehen, da dieser die Zeremonie von einer Empore aus beobachtet. Die Witwe fährt zu ihrem großzügigen Anwesen und betritt ein Zimmer, in dem Bond bereits auf sie wartet. Als er sie zur Rede stellen will, versetzt er ihr plötzlich einen Schlag und unter der Maskerade der trauernden Witwe kommt kein gewisser Jaques Bouvar zum Vorschein. Es folgt ein heftiger Kampf, den Bond am Ende für sich entscheiden kann. Nach getaner Arbeit flieht er per Jetpack zu seinem Aston Martin DB5 und kann mitsamt Bondgirl und DB5 endgültig fliehen.

Mein Kommentar:
Die TB PTS kommt mir immer sehr sehr kurz vor – höchstwahrscheinlich ist sie dies auch. Aber das stört mich ganz und gar nicht, die Screentime wird hier nämlich perfekt ausgenutzt. Direkt zu Beginn folgt direkt ein Mini-Schocker, da man zumindest kurz auf die Idee kommen könnte, bei dem Verstorbenen handele es sich um James Bond. Bob Simmons Rolle als Bouvar fand ich schon immer super, in jüngeren Jahren war ich allerdings minimal verstört. Bob Simmons war mir nämlich durchaus ein Begriff und ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass er eine Frau so perfekt imitieren konnte (Gang, usw…), bis ich irgendwann hinter das Geheimnis kam – es war immer eine Schauspielerin namens Rose Alba. Die Kampfszenen sind für damalige Bondverhältnisse relativ hart, aber kurz und schmerzlos. Den Seitenhieb mit den Blumen finde ich originell und das Jetpack ist wieder ein sehr cooles Gadget, das in der damaligen Zeit noch keinerlei Bekanntheit genoss (Ähnlich wie der Jetski in TSWLM). Den DB5 hätte man aber durchaus etwas restaurieren können. Natürlich sollte das eine Anspielung auf GF und die Verschrottung sein, aber er sieht mir einfach zu demoliert aus. Trotzdem ist es sehr schön ihn wieder zu sehen und auch die eingebauten Gadgets machen wieder Spaß. Eine gelungene PTS.

Punkte: 9/10


Szene 2 – TB – Theme

Tom Jones interpretiert dieses Mal das Theme des Films. Maurice Binders visuelle Untermalung liefert uns nun Bilder schwimmender Personen, die sich gegenseitig mit Harpunen jagen. He strikes – like Thunderball.

Mein Kommentar:
Ich mag den leicht martialischen Score aus TB eigentlich ganz gerne. Barry hat hier zumindest ganze Arbeit geleistet. Mir gefällt, dass viele Elemente des Scorers im Titelsong vorkommen. Tom Jones ist ein zweischneidiges Schwert. Mal gefällt mir sein Gesang, mal nicht. Es ist wirklich sehr schwer zu beurteilen. Ich würde „Thunderball“ knapp über dem Mittelmaß einordnen.

Punkte: 6/10


Szene 3 – In Bonds Apartment

Wir befinden uns in Paris und ein mit Augenklappe bekleideter Mann betritt ein Amtsgebäude. Durch einen geheimen Eingang, der durch einen verschiebbaren Schrank verdeckt wird betritt er einen geheimen Konferenzsaal. Dort sehen wir eine uns sehr bekannte Person – es ist Ernst Stavro Blofeld, dessen Hände und weiße Katze wir sehen, nicht aber sein Gesicht. Dort erfahren wir, dass Jaques Bouvar ein Spectre-Mitglied war. Blofeld liquidiert zum Beginn der Konferenz ein Spectre Mitglied mittels elektrischem Stuhl, da dieses Mitglied Gelder unterschlagen hat. Der Mann mit der Augenklappe, namens Emilio Largo, bzw. Nr. 2 erzählt den Mitgliedern vom neuen Nato-Projekt Spectres. Dabei geht es darum, Kampfflieger, bzw. Bomben zu entführen und ein Lösegeld zu erpressen.

Mein Kommentar:
Paris ist sofort eine tolle Kulisse. Hohe Häuser, ein ganz besonderer „Rauch“ der in der Luft liegt und ein Blick auf den Eiffelturm. Sehr originell finde ich den Geheimgang durch den verschiebbaren Schrank. Das ist sehr bondig und dass wir es wieder mit Spectre zu tun haben umso mehr. Dass Blofeld hier durch eine Art „Rolladen“ verdeckt wird, finde ich sehr gut gelöst. So bleibt er auch vor den Mitgliedern Spectres inkognito. Largo wird zudem durchweg respekt- und angsteinfläßend portraitiert und ist auch der Einzige, der bei der Liquidierung des Spectre Mitglieds durch den elektrischen Stuhl keine Miene verzieht. Das Set des geheimen Konferenzraumes ist auch sehr ansprechend gestaltet. Obwohl es sehr großzügig daherkommt, spürt man ein minimals Gefühl der Beklemmung. Wieder einmal eine gelungene, düstere Einführung Spectres in einem Bondfilm.

Punkte: 8/10


Szene 4 – Das Sanatorium
Weiter geht es in Südengland – genau genommen in einem Sanatorium. Dort befindet sich Graf Lippe, ein Phantomagent, der mit der Durchführung des Plans beauftragt wurde. Ebenfalls im Sanatorium residiert James Bond, der gerade von einer jungen Dame massiert wird und am Handgelenk Lippes eine verdächtige Tätowierung erkennt. Bond schleicht sich in Lippes Abwesenheit in seine Suite um Nachforschungen anzustellen und wird dabei von einem maskierten Eindringling überrascht, kann sich aber scheinbar verstecken. Der maskierte Mann beobachtet ihn jedoch. Bond lässt es sich danach nicht nehmen seine Masseuse zu verführen, aber diese blockt zunächst ab und ordnet ihm eine Dehnungsbank-Einheit zur Pflege seiner Wirbelsäule an. Leider erscheint Graf Lippe und schraubt an der Dehnungsbank herum. Bond, der angebunden ist findet beinahe den Tod, wird aber rechtzeitig von Patricia (Masseuse/Pflegerin) gerettet. Als Strafe sperrt Bond Lippe in seinem Sitzbad ein. Es folgen Mußestunden, in denen Bond Patricia massiert. Dann führt Lippe einen Anruf mit Fiona Volpe und die Kamera zeigt Volpe mitsamt ihres Ehemanns. Dann klingelt es an der Tür und der Ehemann wird vom maskierten Eindringling aus dem Sanatorium betäubt. Dieser wurde im Sanatorium kosmetischen Operationen unterzogen, um seine Optik der Optik Major Dervals (Fionas Ehemann und Kampfpilot) anzugleichen. Mit dessen Pass und seinem neuen Aussehen, möchte der neue Derval nun einen Kampfjet entführen – mit Erfolg. Der falsche Derval entführt das Flugzeug und landet es in der Nähe der Bahamas unter Wasser, wo es von Largo und seinen Männern verdeckt wird. Der falsche Derval wird dabei erschossen. Währenddessen wird der echte Derval in das Sanatorium gelegt, um keinen Verdacht zu erregen. Bond kriegt Wind davon und beginnt Nachforschungen. Er nimmt Derval den Verband ab und wird dabei von Lippe beobachtet. Ein weiterer Henchman Lippes greift Bond an, wird von diesem jedoch eliminiert. Bond löst daraufhin den Alarm im Sanatorium aus um selbst nicht aufzufallen. Als Bond sich von Patricia verabschiedet, bemerkt er auf der Straße einen Verfolger. Es ist Graf Lippe, der Bond beseitigen will um Spuren zu verwischen. Auf einmal erscheint jedoch ein Motorradfahrer, der Lippes Wagen samt Lippe in die Luft Jagd – wahrscheinlich auf Geheiß von Phantom. Eine kleine Szene später wissen wir – es ist Fiona Volpe.

Mein Kommentar:
Die Szenen im Sanatorium gehören zu meinen Lieblingsszenen. Dort ist alles perfekt. Bond residiert mit einem wunderschönen Bondgirl, es ist alles sehr ruhig und tempoarm erzählt, was mir im Gegensatz zum hektischen Goldfinger bei jeder Sichtung sehr positiv auffällt. Irgendwie möchte man in diesen Szenen mehr denn je Bond sein – ich empfehle TB nach einem langen Arbeitstag zu gucken, denn irgendwie entspannt man sich während dieser Szenen mit. Aber andererseits verlässt man auch nie den klassischen Bondfilm. Bond spioniert wieder, er kämpft und in den Nebenszenen bekommen wir reichlich Action serviert. Allein der Plot, die Idee mit den Kampffliegern und dem Lösegeld finde ich ziemlich gelungen, vor allem die Idee, Derval optisch zu imitieren, um in den Luftwaffenstützpunkt zu gelangen. Ein weiteres absolutes Highlight dieser Szenen – Fiona Volpe. Sie ist nicht nur optisch sehr sehr attraktiv, sondern strahl auch insgesamt einfach nur geballte Erotik aus. Viel besser geht es nichtmehr. Zudem ist sie im ganzen Film eine ernstzunehmende Henchwoman (im Gegensatz zu zB. Pussy Galore). Eine klassische femme fatale eben. Zu den Sanatorium-Szenen habe ich nichts Negatives beizufügen – sie sind perfekt.

Punkte: 10/10


Szene 5 – Der Auftrag geht an 007

Natürlich Muss Bond über die Ereignisse im Sanatorium Bericht erstatten und so begibt er sich schnellstens in Ms Büro, genau gesagt ins Vorzimmer und trifft dort natürlich auf Moneypenny, die ihn allerdings in den Konferenzsaal verweist. Dort versammeln sich alle Minister und 00-Agenten und es wird von der Entführung der Kampfflieger berichtet. Gemeinsam hören sie sich ein Tonband Blofelds an, auf dem ein Lösegeld gefordert wird. Sollte den Bedingungen nicht nachgekommen werden, wird Spectre eine Großstadt durch einen Atomangriff zerstören. Die 00-Abteilung unter der Leitung Ms wird beauftragt Nachforschungen anzustellen. Natürlich beauftragt M Bond mit dieser Aufgabe, obwohl er anfangs auf Grund Bonds körperlicher Verfassung davon absehen will. Bond bittet jedoch um seinen Einsatz, da er Derval tot im Sanatorium sah. Im Vorzimmer unterhält sich Bond noch einmal kurz mit Moneypenny über ein Foto einer gewissen Domino Derval, der Schwester des getöteten Derval. M unterbricht beide beim Gespräch und schickt Bond schnellstens in Richtung seines neuen Auftrags – er soll mit Domino Kontakt aufnehmen.

Mein Kommentar:
Die M Szenen sind diesmal etwas aussergewöhnlich, da wir ihn nicht direkt am Schreibtisch, sondern im Konferenzsaal sehen. Das stört mich jedoch nicht weiter und gefällt mir definitiv besser als M im Außendienst. Außerdem betreten wir danach noch sein Büro. Insgesamt finde ich die Szenen, samt Blofeld Tonband wieder sehr spannend und bondig. Auch die Mappe, in der Bond einige Details über den Auftrag erfährt ist ein tolles Element, um das Agentengeschäft näher zu beschreiben. Ms Zynismus und die Gespräche mit Moneypenny sind hier auch ziemlich gut gelungen. Im Großen und Ganzen eine runde Sache, die sich in TB in Ms Räumlichkeiten abspielt.

Punkte: 7/10


Szene 6 – Erste Nachforschungen auf den Bahamas

Nachdem der Auftrag zugeteilt wurde, befinden wir uns direkt unter Wasser in einem Riff bei den Bahamas und sehen eine schöne Taucherin – es ist Domino Derval, die sich plätzlich mit ihrem Fuß in 2 Korallen verhakt. „Rein zufällig“ ist Bond auch unter Wasser und rettet Domino, lässt sich einen Flirt natürlich auch nicht nehmen. Bond ist mit seiner Assistentin Paula Caplan mit einem Motorboot unterwegs, doch der Motor streikt. So lässt sich Bond kurzerhand von Domino abschleppen und wird dabei von einem Largo-Henchman mit einem Fernglas beobachtet und außerdem von Felix Leiter. Bond diniert mit Domino, als Domino die Disco Volante im Hafen sieht. Es ist die Yacht des uns bekannten Emilio Largo, der neben seiner Spectre Tätigkeit auch als Dominos Vormund auftritt. Am selben Abend trifft Bond dann nicht nur erneut auf Domino, sondern am Spieltisch erstmals auch auf Largo. Bond provoziert Largo und stellt sich zudem als Bond vor. Sofort wird erkennbar, dass Largo sehr wohl weiss wer Bond ist und sich nun vorsichtig verhalten möchte. Bond nimmt mit Domino einen Drink ein und tanzt mit ihr und wird von Largo prompt zum Essen eingeladen. In seinem Hotelzimmer angekommen, stößt Bond sofort auf gleich 2 „Eindringlinge“. Der eine ist der Henchman Largos, der Bond zuvor per Fernglas beobachtete, der andere ist Felix Leiter. Gemeinsam werfen sie den Henchman raus und Largo wirft diesen erbost den Haien zum Fraß vor. Am nächsten Tag erhält Bond von Leiter eine Tauchermontur und taucht aus Spionagegründen an der Disco Volante. Dabei wird Bond jedoch von Überwachungskameras entdeckt und muss gegen Taucher kämpfen, sowie vor Handgranaten fliehen. Bond schafft es jedoch sich tot zu stellen und die Mission war ein voller Erfolg – Bond hat eine Schleuse an der Disco Volante entdeckt. Am Ufer angekommen entdeckt Bond auf einer einsamen Landstraße ein rasendes Auto. Rein zufällig ist es Fiona Volpe. Bond kennt sie noch nicht, erkennt aber recht schnell den Phantomring an ihrem Finger. Nach einer sehr rasanten Fahrt kommt Bond schließlich wieder im Hotelzimmer an.

Mein Kommentar:
Dass sich hier ein minimaler Filmfehler eingeschlichen hat, sollte bekannt sein. Bond tanzt am Abend seiner Ankunft mit Domino und wird an diesem Abend von Largo zum Essen am nächsten Tag eingeladen. Bond entdeckt aber auch den Henchman am ersten Abend und Largo liquidiert ihn am nächsten Tag. Bond schwimmt am nächsten Abend unter der Disco Volante herum, was bedeutet dass er am nächsten Tag nicht zum Essen erschien. Aber das sind (Bondfilm als Maßstab) eher Kleinigkeiten und für mich auch ziemlich belanglos. Die Bahamas sind wieder atemberaubend. Im Vergleich zu den Sanatoriums Szenen gewinnt der Film hier wieder an Tempo, aber weiss wann er dieses wieder verlangsamen muss. Die Bahamas wirken exotisch, die Lokalitäten sehr edel. Das Hotelzimmer ist ebenfalls ein absoluter Traum und Domino ein extrem schönes Bondgirl, wenn auch etwas naiv. Natürlich gefallen mir auch die Fiona Szenen wieder sehr gut, auch wenn ihr charakteristisches Haar leider etwas verdeckt wird. Die Bahamas Szenen catchen mich bei jeder Sichtung und erzeugen das ganz besondere Bondfeeling. Nach FRWL (obwohl ich Istanbul als Schauplatz liebe) und Goldfinger (der eher schwache Locations bot), sind die Bahamas wieder ein wichtiger Schritt in die richtige exotische Richtung. Ich liebe zudem das Katz- und Mausspiel zwischen Largo und Bond – beide wissen ganz genau wie weit sie gehen dürfen. „Fragen sie doch mal ihr Phantom, vielleicht verhext es sie?“ – genial.

Punkte: 9/10


Szene 7 – Largo-Lunch

Weiter geht es mit Bonds und Largos Katz- und Mausspiel in Largos Behausung, direkt am Strand der Bahamas. Dort tauschen beide „Nettigkeiten“ aus und Largo zeigt Bond seine Disco Volante, die etwas entfernt im Hafen liegt, sowie seinen Pool, indem sich auch Haue befinden. Domino ist ebenfalls im Bikini anwesend und schlägt vor den Karneval zu besuchen, der am Abend auf den Bahamas stattfinden soll. Largo verneint, da er keine Zeit habe, aber schlägt Bond als Partner Dominos vor. Dieser willigt ein. Leider macht sich Fiona Volpe während Bonds und Largos Meeting auf den Weg in Bonds Hotelzimmer. Unter dem Vorwand sie sei mit Bond verabredet, lockt Volpe die dort anwesende Paula Caplan in die Hände verschiedener Henchmen, darunter Vargas, Largos „Hauptkiller“.

Mein Kommentar:
Die Szenen mit Largo und Bond in Largos Residenz sind wieder sehr ruhig erzählt. Hier spürt man beinahe eine Verbundenheit zwischen zwei Killern, Bond bleibt aber stets Herr der Lage. Der Besuch dient dem Zweck sich einen groben Überblick über Largos Behausung zu machen, dieser könnte ja für spätere Nachforschungen von Interesse sein. Wunderbar ist hier abermals Domino im Bikini, aber auch Paula Caplan macht eine tolle Figur. Wie bereits gesagt, werden wir in TB mit schönen Bondgirls überhäuft – im Gegensatz zu GF haben jedoch alle deutlich mehr Screentime und sind zudem mit interessanteren Charakterzügen versehen. Für Caplan geht es leider auch viel zu schnell dem Ende entgegen.

Punkte: 8/10


Szene 8 – Der Karneval, die Befreiungsaktion und die schöne Fiona
Wie versprochen besucht Bond mit Domino den Karneval mit Domino. Plötzlich erkennt Bond den winkenden Felix Leiter und folgt ihm in die unterirdische CIA Basis. Paula Caplan ist verschwunden und befindet sich in Largos Residenz. Dort soll Vargas Informationen über Bond aus ihr herausquetschen. Bond macht sich auf den Weg zu Largos Domizil und es folgen einige stealth-Szenen. Als Bond Paula entdeckt, ist sie leider tot. Bond gelingt es sehr lange lautlos zu bleiben, doch es kommt wie es kommen musste und der erste Schuss fällt. Danach gelingt es Bond sogar weiterhin unentdeckt zu bleiben, er gerät jedoch in den Nahkampf mit einem Henchman und beide fallen dabei in Largos Haifischpool. Largo erkennt nicht genau um wen es sich handelt, schließt jedoch das Becken und lässt die Haie herein. Bond schafft es den Henchman den Haien zu überlassen und überlebt unter Wasser dank eines Gadgets, einer Art „Mini-Sauerstoffflasche“. Danach geht es für Bond wieder in seine Suite und wer wartet dort? Es ist Fiona Volpe in seiner Badewanne. Sie wirkt minimal erstaunt über seine Ankunft, da sie Bond für tot vermutet. Es folgen Szenen in Bonds Bett, ehe sich beide für den umziehen. Auf dem Karneval angekommen, lockt Fiona Bond in die Fänge der Largo Henchmen. Bond wird dabei sogar angeschossen, schafft es aber zu entkommen und benutzt Fiona schließlich als menschlichen Schutzschild. Fiona stirbt auf dem Karneval.

Mein Kommentar:
Die Stealth-Action in Largos Residenz ist phänomenal gut inszeniert. Diese leisen, heimlichen Kills mag ich an Bond viel mehr als das neuartige stumpfe Rumgeballer. Alles ist sehr geheimnisvoll und toll gestaltet. In der Szene, in der sich der Schuss auf dem Dach löst, leidet man förmlich mit. Auch der Kampf im Haifischbecken ist durchweg spannend und Bond benutzt ein Gadget, das auch zum Markenzeichen dieses Films geworden ist. Es ist zwar etwas schade, dass Paula stirbt, dadurch wird jedoch Vargas Skrupellosigkeit noch deutlicher in Szene gesetzt. Was folgt sind meine Lieblingsszenen mit Fiona. Wie schon gesagt, diese Frau strahlt geballte Erotik aus – die Szenen im Hotel sind einfach nur perfekt. Ihr kaufe ich andererseits aber den plötzlichen Wechsel von Gut zu Böse wieder total ab. Der Karneval wird hier als leicht hektisches Element benutzt, um Bond die Flucht zu ermöglichen. Dass Fiona dann stirbt ärgert mich noch mehr als Paulas Tod, aber als Henchwoman musste sie ja irgendwann einmal dran glauben. Auch wenn das Tempo hier wieder etwas schneller ist, weiss der Film mal wieder damit umzugehen.

Punkte: 10/10


Szene 9 – Dunkle Geheimnisse
Um Largo und dem Verschwinden der Kampfjets weiter auf den Grund zu gehen, fliegen Bond und Leiter per Helikopter über die Gewässer der Bahamas. Mit dem Fernglas findet Bond relativ schnell das Versteck der Kampfjets. Leiter erschiesst einen Hai, um die anderen Haie abzulenken. Währenddessen taucht Bond unter und zerschneidet das Netz, das Largo zur Tarnung über den Kampfjets anbringen ließ. Er entdeckt unter Wasser zudem den toten Derval. Dann folgt ein Cut und man filmt unter Wasser Bond und Domino, die sich ein paar Mußestunden erlauben. Wieder an Land, erzählt Bond Domino von Major Derval, der Spectre zum Opfer fiel. Er erzählt ihr zudem, dass Largo der Killer war. Domino ist entsetzt und emotional mitgenommen, erkennt jedoch rechtzeitig Vargasm der sich hinter den Palmen an beide heranpirscht. Bond führt glücklicherweise eine Harpune mit sich und kann Vargas mit Dieser erschiessen. Am Abend desselbigen Tages kehrt Domino auf die Disco Volante zurück.

Mein Kommentar:
Die Ermittlungsszenen per Helikopter gehen mir etwas zu schnell. Das oft angesprochene Tempo wird hier wieder erhöht – zu schnell für meinen Geschmack. Bond guckt 1,2 mal durch sein Fernglas und findet die Jets direkt. Unten findet er zudem den toten Derval. Grundsätzlich mag ich Helikopterflüge in Filmen, besonders in Bondfilmen, aber hier wird mir zu wenig gezeigt, auch von der Landschaft. Dafür geht es wieder etwas länger unter Wasser – auf die damals sehr bahnbrechende Kameratechnik war man sichtlich stolz und hier ist auch noch alles in Ordnung. Die Tauchszenen mit Domino sind ganz nett. Der Höhepunkt dieser Szenen ist aber erreicht, als Domino die Wahrheit erfährt. Diese Wahrheit führt zu einer Art Wendepunkt in der Darstellung Dominos Charakters. Ab jetzt ist sie etwas weniger naiv und vorsichtiger. Ich finde auch, dass Auger die leicht emotionalen Szenen ganz gut meistert. Die Eliminierung Largos durch die Harpune sagt mir wieder zu. Das ist toll und spannungsvoll inszeniert.

Punkte: 7/10

Szene 10 – Ab ins Wasser

Largo plant die Atombomben der Kampfflieger mit Hilfe seiner Männer zu bergen. Bond kann sich unter Largos Männer mischen und an der Operation teilnehmen. In vielen hektischen Tauch- und Unterwasserszenen, schafft es Bond natürlich stets die Oberhand zu haben und sich aus den misslichsten Situationen zu befreien. Largo ist Domino derweil auf die Schliche gekommen, sperrt sie ein und foltert sie. Er schafft es sich am Ende der Kämpfe an die „Tragflächen“ der Disco Volante zu hängen.

Mein Kommentar:
Ich habe mich bei der Inhaltsangabe dieser Szenen absichtlich kurzgehalten. Sie sind für meinen Geschmack viel zu hektisch und chaotisch gedreht. Natürlich war die Kameratechnik für das Jahr 1965 wie bereits gesagt bahnbrechend und man wollte so viel wie möglich davon nutzen. Nicht umsonst sind die Verantwortlichen TBs noch heute besonders stolz auf diese Szenen und das höchstwahrscheinlich auch zurecht. Die Szenen passen ja auch zum Bahamassetting und sind eine logische Konsequenz der Handlung. Trotzdem passen sie irgendwie nicht zum Stil dieses Films. Die schon angesprochene Hektik stört mich dabei am meisten. Ständig tauchen irgendwelche Killer auf, die Liquidierungsmethoden sind immer dieselben und jeder Kampf sieht irgendwie gleich aus. Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass ich bei einigen Sichtungen sogar vorgespult habe. Die Szenen sind gut gefilmt, aber langweilen mich leider trotzdem. Sehr schwierig zu beschreiben, aber leider ziehen sie den Film etwas runter, obwohl sie eigentlich das Markenzeichen des Films sein sollen. Das ist vermutlich ein Paradebeispiel für Szenen, die ich vor 50-60 Jahren anders wahrgenommen hätte.

Punkte: 3/10


Szene 11 – Das Finale
Die Disco Volante hat mittlerweile (wahrscheinlich CIA alamiert) Verdacht geschöpft und beginnt die Disco Volante zu verfolgen. Doch da haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Disco Volante kann sich nämlich tatsächlich verwandeln und zwar, indem sie sich in zwei Hälften teilt. Aus einer eher langsameren Yacht wird ein schnelles Boot, welches sich auf Tragflächen fortbewegt. Dagegen hat die Küstenwache absolut keine Chance mehr und Largo entflieht den schweren Geschützen. Der hintere Teil der ehemaligen Yacht fliegt jedoch in die Luft. Bond hat nun Probleme, sich an den Tragflächen des Speedboats festzuhalten und Domino wird von Largos Helfer aus schlechtem Gewissen heraus befreit. Sie kann ihn überwältigen und so ihrer Zelle entkommen. Bond nimmt im Steuerraum angekommen den Kampf mit diversen Henchmen, sowie Largo auf. Dabei müssen beide darauf achten, dass die Disco Volante nicht an aus dem Wasser ragenden Felsen zerschellt- ein schwieriges Manöver. Largo kann Bond letztlich in seine Gewalt bringen und bedroht ihn mit einer Pistole. Aus dem Hintergrund taucht jedoch Domino auf und rettet Bond mit einem Harpunenschuss das Leben. Leider bewegt sich das Schiff immer schneller aufs Festland zu und das Steuer ist blockiert. Bond und Domino springen ab und sehen die Disco Volante mitsamt Largo explodieren. Bond hat an ein Rettungsboot gedacht und macht es sich mit Domino bequem. Ein Flugzeug sammelt Beide samt Rettungsboot ein.

Mein Kommentar:
Nun nimmt der Film so richtig an Fahrt auf – für ein Finale ist das jedoch durchaus angemessen. Mir gefallen die Kampfszenen im Steuerraum der Disco Volante extrem gut. Sie sind zwar für Bondverhältnisse recht brutal, aber kraftvoll und authentisch inszeniert. Besonders gut gefälllt mir hier die Tatsache, dass Domino ihre wohlverdiente Rache erhält. Es ist insgesamt eine sehr interessante Entwicklung vom naiven Bondgirl mit Vormund zur Erschiessung des Vormunds. So etwas gefällt mir und damit hat TB insgesamt auch kein wirklich naives Bondgirl. Patricia, Paula, Fiona und am Ende auch Domino wirkten auf mich im Großen und Ganzen selbstbewusst und bestimmt, was auf mich wiederrum attraktiver wirkt als naive Girls wie Solitaire oder Jill Masterson. Was mich am Finale stört ist zum einen der miserable Greenscreen beim Slalomkurs der Disco Volante. In alten Bonds sehe ich über Vieles hinweg, zB. Auch über die Gyrokopter Szenen in YOLT, aber die Disco Volante Fahrt ist ein Negativbeispiel per excellence. Auch die wilden Kurven sehen aus wie in einem alten Videospiel, nicht aber realistisch. Natürlich wollte man damals irgendwie das höllische Tempo des Schiffes darstellen. Das ging aber nach hinten los. Die Schlusszene mit dem Flugzeug ist auch absolut albern. Wie soll das bitte funktionieren? Kein Realismus ist total okay in einem Bond – aber doch bitte nicht so. Ich finde das Finale nicht perfekt, bin aber im Großen und ganzen noch realtiv zufrieden.

Punkte: 6/10


Durchschnittspunktzahl: 7,55


Fazit:
Mit dieser Durchschnittspunktzahl schiebt sich TB dann doch recht souverän vor DN und hinter FRWL. Ich hatte nach dem semi-optimalen Ende schon schlimmste Befürchtungen, der Film würde abrutschen – ich mag ihn nämlich sehr. Bis auf die zähen Unterwasserszenen am Ende des Films, unterhält mich TB ansonsten wirklich in der einzelnen Szene. Connery ist wieder in Topform, Spectre auch wieder mit von der Partie, mit Largo hat man einen tollen Schurken – ich liebe das Katz- und Mausspiel zwischen ihm und Bond, man sieht wieder exotische Schauplätze und vor allem durchweg wunderschöne Bondgirls. Das Einzige was mir minimal fehlt ist nach GF die Vielzahl an Gadgets. Es gibt zwar teilweise coole Gadgets, aber TB spezialisiert sich dann doch eher auf „Schläuche durchschneiden“ und Harpunen. Dieses Schläuche durchschneiden…es nervt tatsächlich irgendwann kolossal…aber naja, wie dem auch sei. Ich mag TB sehr gerne. Auch das klassische Bond Theme am Ende sagt mir zu. Minimalistisch – aber gut.

Re: Filmbesprechung: "Thunderball (TB)"

1060
Nach knapp 2 Jahren habe ich heute Feuerball erneut geschaut. Nach dem für mich überragenden und grandiosen Goldfinger war Feuerball immer eine Enttäuschung für mich. Die Wasserszenen haben mir nie gefallen, die Henchman nicht, der Score nicht sonderlich, das Finale mit den Speed-up-Szenen nicht…. Daher kam meine Bewertung 5/10 zustande.

Da NTTD auch wie bei dem ein oder anderen hier das Bond-Fieber geweckt hat, wollte ich Feuerball nochmal eine Chance geben. Und er hat mir tatsächlich besser gefallen. Der Score funktionierte für mich besser, wie auch die Wassersequenzen. Lediglich mit dem Endkampf auf der Disco Volante hab ich selbst noch zu kämpfen. Durch die z.T. viel und deutlich eingesetzten Rückprojektionen sieht Feuerball für mich älter aus als Dr. No und Goldfinger. Was mir diesmal aufgefallen ist, dass es wirklich sehr viele Filmfehler, Anschlussfehler und auch tatsächlich bei Felix / Bond im Heli eine Bildspiegelung gibt. Und diese Dinge springen einem bei Feuerball mehr ins Auge, als bei anderen Bonds (nach meinem Empfinden). Dennoch hat mich der Film deutlich besser unterhalten als bei vorherigen Sichtungen. Daher habe ich meine Bewertung auf 7/10 geupdated.
"Was sagtest du, machst du beruflich?"

Re: Filmbesprechung: "Thunderball (TB)"

1061
Patrice hat geschrieben: 22. Oktober 2021 22:58 Durch die z.T. viel und deutlich eingesetzten Rückprojektionen sieht Feuerball für mich älter aus als Dr. No und Goldfinger.
Dieses Problem habe ich auch mit TB. Die ersten Filme sind weitaus unspektakulärer, wobei dort dann auch nichts auffällt, was man damals noch nicht so gut hinbekommen hat. Für die damalige Zeit mag das technisch sehr gut gewesen sein, im direkten Vergleich mit den Vorgängern fällt mir das aber immer wieder negativ auf.

Hinzu kommt, dass die ersten drei Film einen besonderen Retro-Charme haben. Auch davon kann ich bei TB nichts finden. Auch an den Locations passt mir einiges nicht. Bahamas vs. Jamaika, da mag jetzt nicht so viel unterschied liegen, allerdings wirkten die Bahamas in TB teilweise eher wie ein überfüllter Touri-Ort, anders als DN. Hierdurch kann ich die DN-Locations deutlich besser auf mich einwirken lassen.

Re: Filmbesprechung: "Thunderball (TB)"

1062
Henrik hat geschrieben: 23. Oktober 2021 09:24 Hinzu kommt, dass die ersten drei Film einen besonderen Retro-Charme haben. Auch davon kann ich bei TB nichts finden. Auch an den Locations passt mir einiges nicht. Bahamas vs. Jamaika, da mag jetzt nicht so viel unterschied liegen, allerdings wirkten die Bahamas in TB teilweise eher wie ein überfüllter Touri-Ort, anders als DN. Hierdurch kann ich die DN-Locations deutlich besser auf mich einwirken lassen.
Retro-Charme hat der Film meines Erachtens mehr als genug. Die Bahamas finde ich auch schön eingefangen und stören mich im direkten Vergleich zu Dr. No nicht.

Mich stören eben die Filmfehler extrem. Die sind nicht im Hintergrund oder schwer zu erkennen, sondern springen einem quasi ins Gesicht und brüllen „Hier bin ich“. Sowas reißt mich immer aus Filme raus. Und TB ist glaube ich bisher der Film, bei dem mir das am meisten auffällt. Es gibt auch genügend andere Filme mit Filmfehlern, die aber nicht so offensichtlich sind wie hier.
"Was sagtest du, machst du beruflich?"

Re: Filmbesprechung: "Thunderball (TB)"

1063
Henrik hat geschrieben: 23. Oktober 2021 09:24
Patrice hat geschrieben: 22. Oktober 2021 22:58 Durch die z.T. viel und deutlich eingesetzten Rückprojektionen sieht Feuerball für mich älter aus als Dr. No und Goldfinger.
Dieses Problem habe ich auch mit TB. Die ersten Filme sind weitaus unspektakulärer, wobei dort dann auch nichts auffällt, was man damals noch nicht so gut hinbekommen hat. Für die damalige Zeit mag das technisch sehr gut gewesen sein, im direkten Vergleich mit den Vorgängern fällt mir das aber immer wieder negativ auf.

Hinzu kommt, dass die ersten drei Film einen besonderen Retro-Charme haben. Auch davon kann ich bei TB nichts finden. Auch an den Locations passt mir einiges nicht. Bahamas vs. Jamaika, da mag jetzt nicht so viel unterschied liegen, allerdings wirkten die Bahamas in TB teilweise eher wie ein überfüllter Touri-Ort, anders als DN. Hierdurch kann ich die DN-Locations deutlich besser auf mich einwirken lassen.
Ich stimme zu dass DN und FRWL mehr retro Charme versprühen.

GF wirkt dann aber plötzlich deutlich moderner als die beiden und auch als TB. Ist zumindest mein Empfinden.

Re: Filmbesprechung: "Thunderball (TB)"

1064
So nun zu TB im Rückwärts Connery Marathon.

Wahnsinn wie viel besser ich TB direkt nach YOLT fand. Von Connerys worst zu Connerys best Bond performance. Ich finde er sah nie besser aus, hatte nie mehr Spaß, und bringt bei einigen Szenen sogar einen Funken mehr Mitgefühl rüber als sonst. Der ganze Film schaut einfach wunderbar aus, ich schau immer Bluray Ultimate Edition im Oton auf einem 54 Zoller und TB ist wohl einer der schönsten Bondfilme ever.

Klar hat der Film seine Schwächen. Wird wohl keine TB Review geben wo nicht die Unterwasser Aufnahmen kritisiert werden. Auch wenn sie noch so gut gefilmt und schön anzuschauen sind, in Summe sind einfach zu viele davon und es bremst den Film schon gewaltig aus. Der Schnitt in der PTS (im Kampf gegen Bouvar) und im Showdown auf dem Boot stört mich sehr. Und die Szene wo Bond Patricia mehr oder weniger zum Sex nötigt damit sie nicht ihren Job verliert finde ich auch furchtbar. Zuguterletzt sind Largo und Vargas irgendwie eher lächerliche Schurken, was aber auch damit zu tun hat das Bond sich fast nur über sie lustig macht. Aber die eigentliche Bedrohung geht ja von Blofeld aus, und der ist hier perfekt dargestellt und auch Fiona find ich sehr gut.

Ansonsten gibt es für mich in TB ein Highlight nach dem anderen. PTS, Spectre Meeting und Meeting der 00 Agenten mit M im Konferenzraum (was für geile Sets), Casino, Largos Anwesen, die ganzen Märchenhaften Locations. Claudine Augner find ich das schönste aller Bondgirls und auch die tragische Story um ihren Bruder und Largo ist sehr gelungen. Aber auch viele kleine Momente, Szenen und Dialoge bleiben mir hier besonders in Erinnerung. Wie M sagt "wenn 007 etwas sagt dann ist das für mich Grund genug". Und danach der kurze Dialog von M und Bond ob es wohl Sinn mache sich an Domino ranzumachen. So viel Wertschätzung und Vertrauen. Auch die Dialoge mit Largo im Casino (i thought i saw a spectre around your shoulder :mrgreen: ) und auf seinem Anwesen sind herrlich, wenn auch wie gesagt eher schädlich für Largos Bedrohlichkeit. Auch die Bond/Fiona Szenen sind alle sehr gut.

Alles in allem einfach ein wundervoller Film.
Did you ever expect me to die? No Mr. Bond, but some assholes must have thought it was a good idea..
cron