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Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

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Revoked hat geschrieben: 21. Mai 2020 20:27 Meinte damit auch nicht, dass Kanaga Voodoo-Fähigkeiten hat, dann hätte ich Voodoo-Zauberer geschrieben. Ich meinte einen Anhänger von Voodoo mit „Voodoo-Typen“.
Naja, aber das spielt doch dann bei der Vaterschaft keine Rolle.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

798
Ich habe noch mal ganz genau darüber nachgedacht, was Solitaire gesagt hat. Sie sagt, sie habe sich, wie ihre Mutter und deren Mutter, "irdischer Liebe unterworfen und dadurch ihre Fähigkeiten verloren."

Das kann man jetzt auf zwei Arten deuten:

1. Solitaire stammt selber von einem Vater ohne die Voodo-Fähigkeien ab und es hat "beim ersten Mal geklappt" → dann sollte sich Kananga aber besser informieren, ob das was "auf dem Weg ist", bevor er sie tötet.

2. Solitaire stammt von einem Voodo-Vater ab, allerdings konnte ihre Mutter damals bereits nichts mehr aus den Karten lesen → dann ist es aber unerheblich, ob sie jetzt noch Jungfrau ist oder nicht, in jedem Fall könnte sie ihre Fähigkeiten weitervererben.

Völlig egal, wie man es versteht. Es ist jedenfalls dumm von Kananga, Solitaire sofort zu töten.

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

799
Nein, ist es nicht. Er liebt sie, sie hat ihn betrogen. Das macht die Szene, in der Kotto die Seymour anbrüllt, mehr als deutlich. Er handelt aus verletztem Stolz, aus gebrochenem Herzen. Der ganze Voodoo-Kram hat nichts damit zu tun und Kotto findet sicher auch irgendeine andere Priesterin mit übernatürlichen Fähigkeiten. Wird ja nicht nur eine geben.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

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Leben und sterben lassen (1973)

Szene 1 – Gunbarrel & PTS
LALD startet selbstverständlich mit einer neuen Version der Gunbarrel. Sean Connery ist nun Geschichte und Roger Moore betritt die Bühne. Dann folgt die PTS in der 3 britische Agenten auf unterschiedliche Art und Weise an unterschiedlichen Orten umgebracht werden. Ein Agent in New York durch einen hochfrequentierten Ton über sein Headset, einer wird in New Orleans während eines Trauerzuges erstochen und der letzte stirbt während einer Voodoo-Zeremonie auf einer Insel in der Karibik namens San Monique.

Mein Kommentar:
Ich mag Roger Moore als Bond, aber seine Gunbarrels sind eine Katastrophe. Sein Ganz ist völlig legitim, aber die Art mit der er seine Waffe hält wirkt auf mich immer wie Slapstick. Leider folgt auf die Gunbarrel auch eine recht schwache PTS. Sie ist generell sehr kurz gehalten und einzig die Szenen in New Orleans wissen zu überzeugen. Die Tode durch den Ton, sowie den Schlangenbiss auf San Monique finde ich fast schon lächerlich inszeniert.

Punkte: 3/10


Szene 2 – LALD – Theme

Auf die PTS folgt wie immer das Theme des Films. Paul McCartney (Beatles). Im Hintergrund sieht man durchgehend Flamen und zudem wechselnde Personen oder deren Umrisse.

Mein Kommentar:
Im Gegensatz zur PTS weiss das Theme LALDs zu überzeugen. Mit Paul McCartney kann man nicht viel falsch machen – der Song wurde später auch von den Guns n Roses gecovert. Nicht mein Lieblingsbondsong, aber einer der stärksten. Minipunktabzüge gibt es allerdings bereits hier für die Ansätze der Voodoo-Thematik.

Punkte: 8/10



Szene 3 – In Bonds Apartment

Das erste Mal sieht man Roger Moore als Bond in Aktion – und wie – er liegt mit einer jungen Dame im Bett seiner Wohnung. Prompt wird er von M „gestört“, der ihn in der Nacht aus dem Schlaf holt. Während M Bond Instruktionen für seinen Auftrag erteilt, versucht dieser immer wieder Miss Caruso (die junge Dame) in seiner Wohnung zu verstecken. Es wird offensichtlich, dass Caruso eine Agentin aus einer vergangenen Rom-Mission Bonds ist die nun vermisst wird. Moneypenny erscheint ebenfalls in Bonds Wohnung und hilft beim Versteckspiel. Am Ende dieser Szene lässt sich Bond weitere Mußestunden mit Miss Caruso natürlich nicht nehmen – trotz Zeitdruck.

Mein Kommentar:
Bonds Wohnung versprüht natürlich einen ganz besonderen Charme. Es ist ein sehr stilvoll eingerichtetes Junggesellen Apartment und auch sehr gemütlich. Die „Art zu leben“ sagt mir durchaus zu. Generell ist es eine sehr humorvolle Szene. Ich mag M zwar am liebsten in seinem Büro und Moneypenny im Zimmer davor, aber hier sehen wir sie (was in den frühen Bondfilmen ja eher selten ist) mal außerhalb dieser Orte. Miss Caruso ist währenddessen das Highlight der Szene. Ein sehr schönes und „angenehmes“ Bondgirl, bzw. Nebenfigur. Insgesamt mag ich diese Szene sehr und Moore kann hier für seine Verhältnisse noch relativ zurückhaltend mit seinem Humor glänzen.

Punkte: 8/10


Szene 4 – Bonds Ankunft in New York und die Harlem Szenen
Sein neuer Auftrag führt Bond nach New York. Während seiner Ankunft sieht man eine Frau die Tarot Karten auslegt und das Schicksal vorauszusagen vermag. In New York will sich Bond mit Felix Leiter treffen, sein Taxifahrer wird jedoch von einem Attentäter ermordet und Bond muss auf riskante Art und Weise das Steuer übernehmen. Felix beschattet einen gewissen Kananga und seine Gefolgschaft. Kananga lässt indes ein Tonband abspielen um ungestört anderem Geschäften nachzugehen. Bond ermittelt unterdessen auf eigene Faust in einem Voodoogeschäft wo er den Attentäter und dessen Auto in einem unterirdischen Parkhaus wiedererkennt. Im Parkhaus taucht dann die Gefolgschaft Kanangas auf, Bond kann sich gerade noch verstecken. Bond nimmt die Verfolgung in einem Taxi auf das ihn nach Harlem in das Soul Lokal „Fillet of Soul“ fährt. Der Taxifahrer entpuppt sich als Informant und Bond wird im Lokal durch eine drehbare Wand direkt zu einem gewissen „Mr. Big“ gebracht. Dort macht er auch Bekanntschaft mit Solitaire, der Dame die für Kananga die Tarot Karten legt, sowie auf Tee Hee. Mr Big selbst erscheint nur kurz und befiehlt seinen Männern Bond umzubringen. Bond kann sich in den Straßen Harlems jedoch erfolgreich wehren und erhält zudem Hilfe der CIA. Von Felix erfährt Bond, dass Kananga nach San Monique geflogen ist und plant Bond ebenfalls dorthin zu schicken.

Mein Kommentar:
Grundsätzlich finde ich die ersten Harlem Szenen sehr stimmig. Bond kommt „endlich“ mal in eine Gegend, in der er nicht die Oberhand hat. Warum Bond direkt von Whisper (Attentäter auf dem Highway) angegriffen wird bleibt leider unklar – Außer – die Tarotkarten haben ihn verraten. Und hier kommen wir zum größten Problem der Story – den Tarotkarten. Kananga ist ein überzeugender Schurke, Tee-Hee kein schlechter Henchman, aber die Tarotkarten und die gesamte Voodoo-Thematik waren für mich schon immer der größte Schwachpunkt LALDs. Irgendwie führt das alles in meinen Augen dazu, dass der Film etwas lächerlich wirkt – dabei ist es vielleicht Moores ernstester Film. Auch Jane Seymour, die gerade in dem brauen Outfit wahnsinnig gut aussieht, ist in LALD größtenteils verschenktes Potential. So gibt es was ihren Charakter betrifft keinerlei Entwicklung und sie bleibt ein Anhängsel Kanangas – dazu später mehr.

Punkte: 6/10


Szene 5 – Mr. & Ms. Bond
Bond ist im Hotel angekommen und wird laut Rezeption von einer gewissen „Ms. Bond“ erwartet. Begleitet wird die Ankunft Bonds im Hotel durch ein Voodoo-Schauspiel unter der Leitung Baron Samedis. Im Hotelzimmer angekommen bestellt sich Bond zunächst den Zimmerservice, der in Person von Whisper (dem Autoattentäter) erscheint. Dann widmet sich Bond seiner Rasur und bemerkt plötzlich, dass sich eine Schlange (die zuvor durch ein Geheimfenster eingelassen wurde) im Bad befindet. Er tötet die Schlange mit zum Flammenwerfer umfunktionierten Haarspray. Dann bemerkt Bond einen Schatten an der Tür, überwältigt die Person und – es handelt sich um besagte MS. Bond – Rosie Carver, eine CIA Agentin unter dem Kommando Felix Leiters. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht fahren Bond und Rosie zum Hafen um nach San Monique überzusetzen. Es Stellt sich heraus, dass der Kapitän des Bootes kein geringerer als Quarrel Jr., der Sohn des in „Dr. No“ verstorbenen Quarrel ist. Die Kamera schwenkt zu Kanagas Palast, in dem Solitaire mit Hilfe ihrer Karten Bonds Ankunft vorhersagt. Es Stellt sich heraus, dass Rosie ein doppeltes Spiel treibt und eigentlich für Kananga arbeitet. Bond will Rosie zur Rede stellen, diese flieht jedoch und wird von einer Vogelscheuche Kanangas tödlich getroffen.

Mein Kommentar:
Und hier haben wir grauenhafte Bondszenen per Excellence. Positive Aspekte dieser Szenen sind die Hommagen an Dr. No, in Form von Quarrel Jr. und der Schlange als kleiner Querverweis zur Vogelspinne aus Dr. No. Die Voodoo-Szenen im Hotel reichen mir persönlich schon um die Szenen nicht zu mögen, aber man hat mit Rosie Carver das Fass zum Überlaufen gebracht. Ihr Geschrei, als sie sich vor den Voodoo-Symbolen erschrickt ist einfach nur nervtötend. Ich frage mich was sich dabei gedacht wurde, dass Carver eine CIA-Agentin (Sie jobbt zumindest bereits seit einigen Jahren für Leiter), und schlimmer noch – eine Doppelagentin Kanangas glaubhaft darstellen würde. Das funktioniert vorne und hinten nicht und Rosie Carver ist für mich eines der nervigsten Bondgirls des gesamten Franchise. Sollte das Alles nur als Witz gemeint sein, war und ist es nicht einmal lustig.

Punkte: 2/10


Szene 6 – Bond verhilft Solitaire zur Flucht von San Monique

Bond gelangt mit Hilfe eines Flugdrachen sofort und lautlos zu Kanangas Palast. Dort angekommen erschleicht er sich den Weg in Solitaires Gemächer. Diese ist auf Grund ihrer Tarotkarten davon überzeugt, dass Bond und sie füreinander bestimmt sind. Bond startet nach einer gemeinsamen Liebesnacht daraufhin die Flucht mit Solitaire. Dabei halten sie sich an die Vogelscheuchen als grobe Wegweiser. An einem Friedhof treffen sie auf den Flöte spielenden Baron Samedi, der Kananga über die Flucht informiert. Bond entdeckt Kanangas Opiumplantagen und prompt werden er und Solitaire von einem Helikopter angegriffen, der die Beiden jedoch kurz darauf schon wieder aus dem Blickfeld verliert. Die zwei Flüchtingen nehmen sich daraufhin einen Schulbus zum Vehikel und fliehen mit diesem vor Polizisten, die allesamt von Kananga bestochen wurden. Mit Quarrels Boot können sie von der Insel fliehen.

Mein Kommentar:
Leider muss es an dieser Stelle wieder einen großen Punktabzug geben. Eigentlich sind die Fluchtszenen nahezu perfekt. Die Busszenen sind mittlerweile Kult und Stunts, die ich mir immer wieder sehr gerne ansehe. Unterlegt werden Diese mit einem meiner Meinung nach genialen Score – mit Elementen des Titelsongs „Live and let Die“ – das passt alles und auch die naive Solitaire fällt da nicht negativ ins Gewicht. Negativ erscheint sie mir allerdings in den Szenen in ihren Gemächern in Kanangas Palast. Die Dialoge sind leider sehr flach und die Tarot-Thematik wird mir ein immer größerer Dorn im Auge. Wieso vernachlässigt Bond eigentlich seinen eigentlichen Auftrag auf der Insel total, nur um die naive Solitaire aus den Klauen des bösen Drogenbarons zu befreien. Sehr viel Aufwand, ohne einen wirklichen Mehrwert. Solitaire kann, so Leid es mir tut – wieder nur mit ihrem Äußeren trumpfen.

Punkte: 6/10


Szene 7 – Und wieder geht es nach Harlem

Nach ihrer erfolgreichen Flucht von San Monique, kommen Bond und Solitaire am Flughafen New Orleans an und werden vom selben Taxifahrer, der in der ersten Harlemszene erschien, entführt. Auf einem Flugplatz kommt es zum Showdown und Bond muss mit ansehen wie Solitaire von Kanangas Männern entführt wird. Dabei zerstört Bond den halben Flugplatz, worüber Felix Leiter nicht sehr erfreut ist. Wieder in New York, sucht Bond mit Felix Leiter erneut das Fillet of Soul auf. Dort wird Bond abermals durch einen als Aufzug umfunktionierten Stuhl in Mr. Bigs Zentrale entführt. Neben Mr. Big sind auch Solitaire und Tee-Hee anwesend. Mr. Big entpuppt sich nach Ablage seiner Maskerade als Kananga selbst. Durch die gemeinsame Liebeskraft, hat Solitaire ihre „Kräfte verloren“. Das und die Tatsache, dass Bond über Kanangas Opiumhandel Bescheid weiss sind die Grüne dafür, dass sich Kananga Bonds entledigen möchte. Er testet, ob Solitaire noch Kräfte besitzt, indem Diese einfache Aufgaben bewerkstelligen muss. Sollte Solitaire falsch liegen, soll Tee-Hee Bond mit Hilfe seiner „Zangenhand“ nacheinander die Finger abtrennen. Solitaire besteht die Aufgabe.

Mein Kommentar:
Während die ersten New York/Harlemszenen noch gute Ansätze hatten, sind diese an Blödsinn wieder kaum zu überbieten. Schon wieder dreht sich alles um Voodoo, Tarot und Solitaires magische Kräfte. Die einzig coolen Elemente sind hier der erste richtige Auftritt Tee-Hees, der zweifelsohne zu den besten Charakteren dieses Bondfilms gehört, sowie Mr. Bigs/Kanangas Maskerade. Auch Kanangas Darstellung ist der eines guten Bondbösewichtes absolut würdig. Ansonsten ist es überwiegend Klamauk, die weibliche Version des Titelsongs gefällt mir auch absolut nicht.

Punkte: 4/10


Szene 8 - Bond in Louisiana
Nach der Konfrontation mit Kananga, schickt Dieser Bond nach Louisiana – auf seine Krokodilfarm. Dort wird 007 auf einer kleinen Insel, umringt von Krokodilen ausgesetzt. Den Krokodilen, denen vermutlich das Futter verwehrt blieb haben es nun auf Bond abgesehen. Diesem gelingt jedoch knapp die Flucht über die Körper der lebendigen Krokodile. Bond schnappt sich daraufhin ein Schnellboot und rast durch die Flüsse Louisianas. Dabei wird er unter der Führung Adams, eines weiteren Henchman Kanangas von Kanangas Männern verfolgt. Adam wird indes wegen überhöhter Geschwindigkeit von Sheriff Pepper angehalten. Adam kann jedoch fliehen, da ein Schiff der Verfolger Bonds seinen Streifenwagen crasht. Erbost über die Boote, die mit überhöhtem Tempo durch die Flüsse rasen, ruft Pepper seinen Schwager zur Hilfe, dem ein besonders schnelles Boot zur Verfügung steht. Zu Peppers Pech wird sein Schwager jedoch von Adam überfallen, der das Boot selbst zur Verfolgung Bonds benutzt. In einem Showdown kann Bond Adam schließlich in eine Falle locken und Adam mitsamt seinem Boot explodieren lassen. Pepper will am Ende der Verfolgungsjagd Bond dingfest machen – erfährt dann aber über Bonds Berufsbild und ist fassungslos.

Mein Kommentar:
Nach einem erneut schwächeren Teil des Films, folgen in diesen Szenen wieder unfassbar starke bondige Momente. Die Krokodilszenen sind typische Hinrichtungstaktiken typischer Bondbösewichte. Nicht unbedingt effektiv, aber durchaus unterhaltsam. Besser geht es kaum. Solche Szenen brennen sich ein und machen Bondfilme zu Bondfilmen. Auch die Verfolgungsjagden sind (wenn auch etwas zäh, da sehr lang) ein elementarer Bestandteil LALDs, an den man sich immer wieder zurück erinnert. Adam ist eigentlich ein ganz guter Henchman und Pepper hat sogar das Potential ein lustiger Nebencharakter zu sein – wäre da nicht der unnötige Rassismus. Pepper hat nämlich, obwohl er den Trottel spielt die dumme Angewohnheit trotzdem Sympathien auszulösen. Man will irgendwie Gefallen an dem humoristischen Einwurf in Person des tollpatschigen Scheriffs finden. Ich persönlich kann das jedoch leider auf Grund diverser Aussagen nicht. Irgendwann hört der Spaß auch mal auf. Der Gesamteindruck und die Qualität der Szenen werden dadurch aber fast nicht geschmälert.

Punkte: 9/10


Szene 9 – Der Showdown auf San Monique
Nach seiner abermals geglückten Flucht, reist Bond wieder Mit Hilfe Quarrels nach San Monique. Hier findet eine große Voodoo-Zeremonie statt, deren Opfer Solitaire persönlich werden soll. Bond bringt indes Sprengsätze an Kanangas Opiumfeldern an und macht sich danach auf den Weg um Solitaire zu retten. Ohne auf großen Widerstand zu stoßen, gelingt es Bond alles in die Luft zu jagen und in einem kleinen Duell Baron Samedi in einen Sarg voller Schlangen zu stoßen. Durch ein Klopfsignal auf einen Grabstein, gelangen Bond und Solitaire in Kanangas unterirdische Basis, aus der bei der vorigen Zeremonie Baron Samedi emporstieg. Bond und Solitaire nehmen die unterirdische Flucht auf, werden aber schließlich von Kananga gestellt. Dieser ritzt Bond den Arm auf und will Bond und Solitaire auf qualvolle Art und Weise sterben lassen – er will sie den Haien zum Fraß vorwerfen. Mit Hilfe eines Q-Gadgets – einer Druckluftpatrone, gelingt es Bond Kananga explodieren zu lassen.

Mein Kommentar:
Beim Showdown auf San Monique bin ich leicht zwiegespalten. Kanangas Basis und die Dialoge mit Bond sagen mir sogar ziemlich zu. Solitaire im weißen Kleid ist ein schöner Anblick – es sind eigentlich Szenen mit Stil. Auch die Liquidierung als Haifutter empfinde ich als sehr bondig und die Hilfe durch das Q-Gadget „Armbanduhr“ auch gelungen. Das passt alles. Was abermals nicht passt sind die Voodoo-Szenen. Generell scheint Kananga alles auf die leichte Schulter zu nehmen. Er muss doch damit rechnen, dass Bond nach San Monique kommt, um seinem Opiumhandel den Kampf anzusagen und Solitaire zu retten. Im Endeffekt kann Bond Solitaire ganz ohne Widerstand retten und Kanangas gesamte Existenz ebenfalls ohne Widerstand in die Luft jagen. Man bekommt hier beinahe den Eindruck, es ginge Kananga nur um einen Showdown mit Bond. Kananga gehört aber ein ganzes Drogenimperium, das er leichtfertig verliert.

Punkte: 6/10

Szene 10 – Das finale Duell mit Tee-Hee
Bond betrachtet die Mission als abgeschlossen und ha mit Solitaire ein Zugabteil angemietet, in dem er vermutlich einen gemeinsamen Urlaub anstrebt. Als Solitaire im Bett auf Bond wartet, erscheint Tee-Hee im Abteil, der kurz davor ist Solitaires Finger abzutrennen. Bond entdeckt ihn rechtzeitig und kann ihn letztendlich überwältigen und aus dem Fenster werfen. Solitaire hat, versteckt im klappbaren Bett nichts von dem Kampf mitbekommen und verbringt vermutlich die Nacht mit Bond. Am Ende sieht man Baron Samedi schallend lachend und auf dem Zug sitzend und der Titelsong ertönt erneut.

Mein Kommentar:
Ich bin ja ein absoluter „Bond im Zug – Befürworter“. Hier wurde allerdings ein wenig ansprechender Zug ausgewählt. Die Szenerie wirkt dadurch etwas zu „kalt“ für meinen Geschmack. Es ist zwar schön Tee-Hee nochmal wiederzusehen, aber insgesamt wirken die Szenen doch etwas zu „albern“. Das Ende mit Baron Samedi ist eigentlich ein gelungener Abschluss des Films, der an mangelndem Realitätsgehalt kaum zu überbieten ist – der lachende Samedi. Der war doch eigentlich tot… Ein Highlight des Finales, ist erneut der Titelsong.

Punkte: 5/10



Durchschnittspunktzahl: 5,70

Fazit:

LALD ist, wie bereits angesprochen ein sehr durchwachsener Bondfilm. Einerseits gibt es sehr viele bondige Momente, wie die Krokodilszenen und die verschiedenen Verfolgungsjagden. Das größte Problem ist aber die Hauptstory, die sich fernab jeglicher Realität mit der Voodoo und Tarot-Thematik beschäftigt. Der Opiumhandel ist zwar relativ down-to-earth, aber ehrlichgesagt nur eine untergeordnete Story. Jane Seymour ist zwar eines der schönsten Bondgirls (Optisch eigentlich total mein Geschmack), macht aber absolut keine charakterliche Entwicklung durch und ist nur minimal hilfreicher als Rosie Carver. Das Fazit fällt eigentlich recht simpel aus: Entweder man hat kein Problem mit der Voodoo-Thematik, die eher einem Märchenbuch entnommen wirkt – oder man kann damit eben überhaupt nichts anfangen. Leider zähle ich mich selbst zu Letzteren. Der größte Trumpf des Films ist tatsächlich der sehr gelungene Soundtrack

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

802
RumbleFish hat geschrieben: 17. Oktober 2021 22:19 Pepper hat sogar das Potential ein lustiger Nebencharakter zu sein – wäre da nicht der unnötige Rassismus. Pepper hat nämlich, obwohl er den Trottel spielt die dumme Angewohnheit trotzdem Sympathien auszulösen. Man will irgendwie Gefallen an dem humoristischen Einwurf in Person des tollpatschigen Scheriffs finden. Ich persönlich kann das jedoch leider auf Grund diverser Aussagen nicht. Irgendwann hört der Spaß auch mal auf.
Vielleicht fehlt es mir da an Sensibilität in der Wahnehmung, aber machen sich die Filme nicht mit Pepper eher über das Klischee des dickbäuchigen, rassistischen und dümmlichen Südstaaten Amis lustig? Klar, 1-2 Sprüche würde man heute nicht mehr so machen, aber Pepper selbst ist ja auch bereits eine Karikatur auf eine spezifische demografische Gruppe.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

803
RumbleFish hat geschrieben: 17. Oktober 2021 22:19 Mein Kommentar:
Ich mag Roger Moore als Bond, aber seine Gunbarrels sind eine Katastrophe. Sein Ganz ist völlig legitim, aber die Art mit der er seine Waffe hält wirkt auf mich immer wie Slapstick. Leider folgt auf die Gunbarrel auch eine recht schwache PTS. Sie ist generell sehr kurz gehalten und einzig die Szenen in New Orleans wissen zu überzeugen. Die Tode durch den Ton, sowie den Schlangenbiss auf San Monique finde ich fast schon lächerlich inszeniert.

Punkte: 3/10
Die Gunbarrel finde ich auch ganz furchtbar. Roger Moore hält die Waffe in einer Hand und stützt diese mit der anderen Hand ab. Dabei verreißt er die Waffe so weit, dass er Scaramanga nie im Leben treffen wird :lol: Moment, falscher Film. Seine spätere Gunbarrel, wo er beide Hände direkt an der Waffe hält, finde ich deutlich gelungener. Immerhin: Die Musik überzeugt mich.
RumbleFish hat geschrieben: 17. Oktober 2021 22:19 Mein Kommentar:
Und hier haben wir grauenhafte Bondszenen per Excellence. Positive Aspekte dieser Szenen sind die Hommagen an Dr. No, in Form von Quarrel Jr. und der Schlange als kleiner Querverweis zur Vogelspinne aus Dr. No. Die Voodoo-Szenen im Hotel reichen mir persönlich schon um die Szenen nicht zu mögen, aber man hat mit Rosie Carver das Fass zum Überlaufen gebracht. Ihr Geschrei, als sie sich vor den Voodoo-Symbolen erschrickt ist einfach nur nervtötend. Ich frage mich was sich dabei gedacht wurde, dass Carver eine CIA-Agentin (Sie jobbt zumindest bereits seit einigen Jahren für Leiter), und schlimmer noch – eine Doppelagentin Kanangas glaubhaft darstellen würde. Das funktioniert vorne und hinten nicht und Rosie Carver ist für mich eines der nervigsten Bondgirls des gesamten Franchise. Sollte das Alles nur als Witz gemeint sein, war und ist es nicht einmal lustig. [/i]
Punkte: 2/10
Das sehe ich genauso. Rosie finde ich einfach nur nervig. Ich bin immer froh, wenn Bond erstmals auf Solitaire trifft und dadurch ein etwas interssanteres Bondgirl auftritt. Aber die scheinst du ja auch nicht zu mögen. :lol:

Der Voodo-Kram? Bond scheint sich ja eher darüber lustig zu machen ("I mean you believe, really beliefe in the cards"), bevor er Solitaire am Ende fragt, wo Kananga ist. Mich stört das nicht.
Zuletzt geändert von Henrik am 18. Oktober 2021 11:26, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

804
Casino Hille hat geschrieben: 17. Oktober 2021 23:27
RumbleFish hat geschrieben: 17. Oktober 2021 22:19 Pepper hat sogar das Potential ein lustiger Nebencharakter zu sein – wäre da nicht der unnötige Rassismus. Pepper hat nämlich, obwohl er den Trottel spielt die dumme Angewohnheit trotzdem Sympathien auszulösen. Man will irgendwie Gefallen an dem humoristischen Einwurf in Person des tollpatschigen Scheriffs finden. Ich persönlich kann das jedoch leider auf Grund diverser Aussagen nicht. Irgendwann hört der Spaß auch mal auf.
Vielleicht fehlt es mir da an Sensibilität in der Wahnehmung, aber machen sich die Filme nicht mit Pepper eher über das Klischee des dickbäuchigen, rassistischen und dümmlichen Südstaaten Amis lustig? Klar, 1-2 Sprüche würde man heute nicht mehr so machen, aber Pepper selbst ist ja auch bereits eine Karikatur auf eine spezifische demografische Gruppe.
Ne, ich hab diese Theorie selbst bereits aufgestellt.
Aber dann überzeugt es mich eben nicht so ganz.
Pepper bietet eigentlich unendlich Angriffsfläche, man hätte ihn deshalb auch noch offensichtlicher unsympathisch darstellen können.
Aber es bleiben halt diese minimalen Restsympathien für einen tollpatschigen Nebencharakter - das ist irgendwie meine Wahrnehmung.

Ich hab den Szenen aber trotzdem eine sehr hohe Punktzahl gegeben, also zerstört es den Film für mich nicht völlig.
Da sind die Voodoo-Szenen ein größeres Problem.

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

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Henrik hat geschrieben: 18. Oktober 2021 08:59 Das sehe ich genauso. Rosie finde ich einfach nur nervig. Ich bin immer froh, wenn Bond erstmals auf Solitaire trifft und dadurch ein etwas interssanteres Bondgirl auftritt. Aber die scheinst du ja auch nicht zu mögen. :lol:

Der Voodo-Kram? Bond scheint sich ja eher darüber lustig zu machen ("I mean you believe, really beliefe in the cards"), bevor er Solitaire am Ende fragt, wo Kananga ist. Mich stört das nicht.

Doch ich mag Solitaire schon...ansatzweise :D
Zunächst einmal ist sie bildschön, ich glaube dass ich sie sogar mal in meiner Top Ten der Bondgirls hatte (hier im Forum).
Allerdings gibt ihr Charakter recht wenig her.
Zwar spielt Seymour die Naive, von Kananga Unterdrückte nicht schlecht - man kauft ihr die Rolle zumindest ab.
Aber es ist halt kein angenehmer Charakter - vielleicht weckt er minimal den Beschützerinstikt - mehr aber auch nicht.

Jaaa den Voodoo-Kram nehme ich halt als übergeordnetes Element wahr. Für mich dreht sich der Film zu mehr als 50 % um Voodoo-Kram und Tarot-Karten. Hätte man das angedeutet, hätte ich damit kein Problem gehabt.
Es bekommt allerdings eine ernsthafte Note, allein dadurch dass Solitaire Bonds Ankunft vorhersagen kann.
Das ist mir zuviel Glaskugel-Logik in für einen Bondfilm :D

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

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Was auch offensichtlich ist - bei meiner "Art" die Filme jetzt zu bewerten, bekommen sie eigentlich immer eine niedrigere Punktzahl als bei der "Bauchgefühlwertung".

FRWL hatte ich ja nach Bauchgefühl eine 10er - Wertung verpasst. Nach Szenen stand er zwischen 7 und 8.

LALD steht jetzt zwar bei 5,7, aus dem Bauch heraus hätte ich ihm aber auch um die 7 Punkt gegeben.

Vielleicht lasse ich das "Bauchgefühl" auch nochmal in ein Endranking mit einfließen.

Re: Filmbesprechung: "Live and Let Die (LALD)"

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Samedi hat geschrieben: 21. Oktober 2021 12:47 Ich finde, durch das Voodoo-Thema bekommt LALD so ein Alleinstellungsmerkmal in der Reihe, das den Film vom Rest abhebt.
Da stimme ich voll und ganz zu, aber das ist trotzdem eine 50/50-Angelegenheit - entweder man mag es, oder man hasst es :D
Hätte man den Voodoo Kram angedeutet, hätte ich damit weniger ein problem gehabt.
Aber er wirkt auf mich tonangebend und ich befinde mich immernoch in einem Bond- und nicht in einem Fantasyfilm.
cron