Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

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Es hat lange gedauert, aber schließlich bin ich doch auf 100 Filme gekommen. Hier ist meine Liste:

1. Batmans Rückkehr
2. Der talentierte Mr. Ripley
3. Disneys Der Glöckner von Notre Dame
4. Die Schöne und das Biest (natürlich der Zeichentrickfilm von 1991)
5. Hook
6. Peter Pan (Die Realversion von 2003)
7. Jurassic Park
8. Der Morgen stirbt nie
9. Im Geheimdienst Ihrer Majestät
10. La Vie en rose
11. Der Geschmack von Rost und Knochen
12. Collateral
13. Jakob der Lügner (Die Version mit Robin Williams)
14. Kevin- allein zu Haus
15. Kevin- allein in New York
16. Skyfall
17. Die nackte Kanone 33/1
18. Die nackte Kanone 22/1
19. Die nackte Kanone
20. Der Dummschwätzer
21. Carol
22. The Disaster Artist
23. Batman
24. X-Men: First Class
25. The Green Mile
26. Zurück in die Zukunft
27. Der König der Löwen (auch der Zeichentrickfilm)
28. Die Rückkehr der Jedi-Ritter
29. Das Imperium schlägt zurück
30. Octopussy
31. Arielle, der Meerjungfrau
32. Die Maske (Die Version mit Jim Carrey)
33. Wonder Woman
34. Aladdin (der Zeichentrickfilm)
35. Tarzan
36. Die Welt ist nicht genug
37. Goldeneye
38. Forrest Gump
39. Mulan (Zeichentrickfilm)
40. Eiskalte Engel
41. Zwielicht
42. Indiana Jones und der Tempel des Todes
43. Big Eyes
44. Jim Carroll
45. Batman Forever
46. Batman vs. Superman
47. Bruce Allmächtig
48. Joker
49. Mrs. Doubtfire
50. The Sixth Sense
51.Pünktchen und Anton (Die Version von 98)
52. Troja
53. Der Mann in der eisernen Maske (Die Version mit Leonardo DiCaprio)
54. Alle Mörder sind schon da
55. Jumanji (die alte Version mit Robin Williams)
56. The Dark Knight
57. Spy Kids
58. Feuerball
59. Fight Club
60. American Beauty
61. Das Experiment
62. Roter Drache
63. Falsches Spiel mit Roger Rabbit
64. Sieben
65. Toy Story
66. Die Welle
67. Die Addams Family in verrückter Tradition
68. Die Muppets Weihnachtsgeschichte
69. In einem Land vor unserer Zeit
70. Napola
71. Das Dschungelbuch (Zeichentrickfilm)
72. Das Schicksal ist ein mieser Verätter
73. Catch me if you can
74. Die Entdeckung der Unendlichkeit
75. A Beautiful Mind
76. Aus dem Dschungel in den Dschungel
77. The Social Network
78. Hin und weg
79. Cap und Capper
80. Die Truman Show
81. Die Mumie kehrt zurück
82. Die Mumie
83. Philadelphia
84. Scary Movie
85. Titanic
86. Shutter Island
87. Asterix und Obelix: Mission Cleopatra
88. Asterix bei den Briten
89. Final Destination
90. Düstere Legenden
91. Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen
92. Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte
93. Sehnsüchtig
94. Pocahontas
95. Die dunkle Bedrohung
96. 10 Dinge, die ich an dir hasse
97. Freaky Friday
98. Teuflisch
99. Männerherzen
100 Dracula- Tot aber glücklich
"Verstehen Sie mich nicht falsch es ist nichts persönliches, es ist was rein geschäftliches."

Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

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Ich danke euch Beiden.

Casino Hille: Ja, ich finde den Film auch immer wieder schön und sogar besser als "Sleepy Hollow". Nicht das ich "Sleepy Hollow" schlecht finde, aber bei "Ichabod" finde ich die Verfolgungsjagd einfach so geil.

Samedi: Wie schön, dass ich damit nicht alleine dastehe. Ich finde auch der Film wird total unterschätzt und meiner Meinung spielt Matt Damon da seine beste Rolle, die einfach nicht genug gewürdigt wird.
"Verstehen Sie mich nicht falsch es ist nichts persönliches, es ist was rein geschäftliches."

Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

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Zumindest die Ripley-Buchvorlage von Patricia Highsmith ist große Klasse - und auch eigentlich alle ihre literarischen Fortsetzungen. Den Film habe ich als etwas zähe Angelegenheit in Erinnerung, in der man so dusselig war, Schauspiel-Nichtskönner Matt Damon neben eine Riege grandioser Darsteller zu stellen. Vorne weg Cate Blanchett, Jude Law und Philip Seymour Hoffman. Der Film zeigt außerdem hübsch auf, wie man durch nur wenige Änderungen eine Romanvorlage gnadenlos verwässern und fast schon demontieren kann.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

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Für mich sind die beiden Verfilmungen des Romans gleichzeitig auch die besten Ripley-Verfilmungen überhaupt.

Die anderen Ripley-Filme haben mich trotz großen Namen (u. a. Dennis Hopper oder John Malkovich) gar nicht überzeugt.

@ Hille: Bevorzugst du dann Delon oder wer ist für dich dann der bisher beste Ripley-Darsteller?
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

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AnatolGogol hat geschrieben: 15. Dezember 2014 14:18 Ok, das wird jetzt etwas länger - auf besonderen Wunsch hier mal der Versuch einer Zusammenstellung meiner liebsten 100 Filme. Auf eine Reihenfolge verzichte ich, da das eh in weiten Teilen absolut willkürlich wäre. Daher chronologische Reihenfolge mit jeweils ein paar Anmerkungen zu den einzelnen Titeln. Berücksichtigt habe ich nur Kinofilme. Die Zusammenstellung sollte in erster Linie als Momentaufnahme verstanden werden, da sicherlich mindestens 1/4 der Filme gut und gerne auch durch andere, die hier nicht aufgeführt werden ausgetauscht werden könnten.
Hehe, ich klaue unserem Anatol nicht nur Aufbau und Struktur, sondern auch die Einleitung! :mrgreen:
Ich tue mich mit solchen Rankings einerseits immer schwer, habe andererseits aber auch viel Spaß damit. Letztendlich habe ich oft das Gefühl, bei mir kommen da am Ende nur Aufzählungen von Klassikern heraus, die eh jeder kennt und von denen jeder weiß, dass sie toll sind, aber sei es drum! :) Ich würde diese Top 100 jetzt auch nicht als in Stein gemeißelt sehen und es hätten locker auch mindestens 50 andere drauf sein können. Dafür lasse ich mich zu gerne von vielen Filmen mitreißen und kann mich (so lange ein Film gut ist) für den dollsten Scheiß interessieren. Manchmal kann auch ein Faktor sein, was man zuletzt eher gesehen und dadurch präsenter hat. Anatols Begriff der Momentaufnahme passt ganz gut, denn die folgenden 100 sind einfach die Filme, die mir aktuell einfallen, wenn man mich nach den 100 besten / unterhaltsamsten fragt.

Einige Filme nenne ich vorab als Honorable Mentions, soll heißen: Diese Filme hatte ich ernsthaft in Erwägung gezogen und hätte sie vielleicht auch platziert, aber ich habe sie bislang nur ein einziges Mal gesehen – und für so eine Liste wollte ich mich auf Favoriten beschränken, die ich mindestens zweimal geschaut habe. Alles klar? Alles klar!

Honorable Mentions:

Der Mann, der zuviel wusste (Alfred Hitchcock, 1934)
- Die erste Großtat des Meisters Alfred Hitchcock hat bereits alle seine Stärken: Eine schnörkellose Inszenierung, tolle Schauspielleistungen (insbesondere herausragend: Peter Lorre), cleveren Suspense und wunderbare Filmmusik – hier noch von Arthur Benjamin, statt wie später oft von Bernard Herrmann. Sein eigenes Remake, 22 Jahre später, ist ähnlich großartig.

Verdammt in alle Ewigkeit (Fred Zinnemann, 1953)
- Die Kussszene am Strand ist legendär, die finale Inszenierung des Angriffs auf Pearl Harbor nach wie vor beeindruckend. Vor allem das zentrale Darsteller-Quintett (Montgomery Clift, Burt Lancaster, Deborah Kerr, Donna Reed, Frank Sinatra) transzendiert die Geschichte um Männlichkeit, Stolz, Pflichtgefühl und Begierde zu einem der besten Melodramen aus Hollywood.

Asphalt-Cowboy (John Schlesinger, 1969)
- Der bisher sperrigste Oscar-Gewinner in der Kategorie "Bester Film" ist gleichzeitig ein Runterzieher-Charakterdrama par excellence (mit einem famosen Jon Voight und einem noch famoseren Dustin Hoffman!) und ein um Authentizität bemühtes Porträt der Stadt, die niemals schläft. Oft wurde der American Dream angegriffen, so intensiv traf aber kaum ein Film je in Schwarze.

Der Tod kennt keine Wiederkehr (Robert Altman, 1973)
- Raymond Chandler zu verfilmen ist schwierig. Hier gelingt es durch eine eigenwillige Neuinterpretation, in der Elliott Gould sich als verblödeter Philip Marlowe beweist. Als Satire auf den Film Noir und seine Protagonisten wie Humphrey Bogart ein großer Spaß, der trockene Humor ist oft ein Tritt in die Fresse. Joel & Ethan Coen müssen dieses Werk oft gesehen haben.

Sunshine (Danny Boyle, 2007)
- Nachdenklicher Space-Horror, der weniger als großes Genrespektakel angelegt ist und sich weit mehr auf die Dynamik der Protagonisten-Gruppe fokussiert – dabei aber auch rechtzeitig den Übergang vom verklausulierten Slasher zum metaphorischen Epos schafft. Intellektuell und visuell ein Erlebnis, selbst auf dem kleinen TV-Gerät, mit überraschend-konsequentem Ende.

Der Mann, der niemals lebte (Ridley Scott, 2008)
- Starker, beängstigend kühler Thriller, der den brutalen Alltag der Terroristenbekämpfung zeigt. Der zentrale Kontrast des Films ist seine große Stärke: Auf der einen Seite schwitzt, schießt, blutet und schreit Leonardo DiCaprio um sein Leben, auf der anderen Seite befiehlt Russell Crowe beim Mittagessen im Büro den Tod von Hunderten. Großes Spannungskino.

Und hier jetzt wirklich die Top 100, für die ich mich entschieden habe. Wer auf die kleinen Text-Segmente keinen Bock hat, kann einfach runterscrollen und unten den Spoiler-Tag öffnen, dort ist die ganze Liste ohne mein zusätzliches Geschreibsel noch einmal drin.

M (Fritz Lang, 1931)
- Neunzig Jahre alt, trotzdem noch ein genialer Knüller: Die Jagd auf einen Kindermörder ist visuell einfallsreich, thematisch vielseitig und als ein Stück Zeitgeschichte auch ein Einblick in die Mentalität der auslaufenden Weimarer Republik. Das Schreckenspotenzial der gepfiffenen Melodie "In der Halle des Bergkönigs" kann nicht genug gewürdigt werden. Große Filmkunst wird nicht alt, sie reift.

Scarface (Howard Hawks, 1932)
- Es ist faszinierend, wie modern der Prototyp des US-Gangsterfilms heute noch wirkt: Spektakuläre Verfolgungsjagden, komplizierte lange Aufnahmen ohne Schnitt und harte Schießereien bestimmen dieses Meisterwerk, welches durch seine zeitliche Nähe zur Al-Capone-Ära besonders "real" wirkt. Das Remake ging in den 1980ern in die Popkultur ein, aber das Original noch eine Spur famoser.

Robin Hood, König der Vagabunden (Michael Curtiz / William Keighley, 1938)
- Ein beinharter Klassiker, völlig zurecht: Errol Flynn ist mit großen Gesten selbst in grünen Strumpfhosen eine coole Socke. Die bekannteste Verfilmung der Sherwood-Forest-Legende bietet prächtige Technicolor-Aufnahmen, charmantes Abenteuerfeeling, viel Humor und einen toll aufgelegten Basil Rathbone als schmieriger Widersacher. Bis heute die absolute Referenz des Genres.

Der Zauberer von Oz (Victor Fleming, 1939)
- Zeitlose Geschichte, Ohrwurm-Gesang am laufenden Band: Der Ausflug nach Oz lohnt sich alle Jahre wieder. Judy Garland ist ent-zück-end, die Spezialeffekte heute noch beeindruckend, die Figuren knuffig und herzerwärmend und die Moral simpel, aber klug. Nur laut mitsingen nicht vergessen! "We're off to see the wizard, the wonderful wizard of Oz. We hear he is a whiz of a Wiz if ever a Wiz there was …"

Bambi (David Hand, 1942)
- Der artistischste Zeichentrickfilm in der Geschichte von Walt Disney. Der Werdegang des Hirsches Bambi ist eine Ode an die Kräfte der Natur. Sein erstes Mal Spielen im Schnee ist so unvergesslich wie sein bildgewaltiger Kampf um das Herz der schönen Feline oder der Tod seiner Mutter, die traurigste Szene der Filmgeschichte. Eine bezaubernde, bewegende Odyssee durch das Abenteuer namens Leben.

Casablanca (Michael Curtiz, 1942)
- Humphrey Bogart und Ingrid Bergman sind das größte Liebespaar der Leinwand-Kultur, das Wort 'Casablanca' ist längst ein Synonym für anerkannte Klassiker. Ein Liebesfilm allein ist das Meisterwerk aber nicht: Er ist ein emotionaler Anti-Nazi-Propagandafilm, ein hochspannender Thriller und ein bestechendes Charakterdrama, kurzum: Ein Film für die Ewigkeit! Spiel's also gern noch einmal, Sam.

Berüchtigt (Alfred Hitchcock, 1946)
- Sein großes Jahrzehnt waren die 1950er, sein visuell eindrucksvollster Film gelang ihm jedoch schon ein paar Jahre zuvor. Der stilbildende Thriller ist purer Alfred Hitchcock: Romantisch, gefährlich, witzig, geistreich, atemberaubend, kurz gesagt: Meisterhaft! Worum es geht? Irgendwas mit Uran, eigentlich aber kämpfen Cary Grant und Claude Rains um die verboten schöne Ingrid Bergman.

Ist das Leben nicht schön? (Frank Capra, 1946)
- Der viel zitierte Inhalt, ein Engel würde George Bailey aka James Stewart eine Welt ohne seine Existenz zeigen, spielt nur am Ende eine Rolle. Capras Opus magnum ist im Kern ein phantastisches Märchen, in dem die gutbürgerliche Solidarität über den fiesen Kapitalisten triumphiert. Gnadenlos und entwaffnend unterhaltsam und herzlich, unvergessen der Tanz am sich öffnenden Swimmingpool.

Der dritte Mann (Carol Reed, 1949)
- Kann man einen Schurken besser einführen, als hier in der Szene, in der Orson Welles seinen ersten Auftritt hat? Brillanter Film Noir, in dem die feine Zither-Musik ebenso eine Hauptrolle bekleidet wie das zerbombte Wien. Beide sind essentiell für den filmischen Gesamteindruck, gibt es doch keinen anderen Film, dessen Stimmung mit der von dieser Graham-Greene-Verfilmung vergleichbar ist.

Adel verpflichtet (Robert Hamer, 1949)
- Schwarzer Humor geht immer, er ist die Königsdisziplin der Briten. Besonders fies wird es, wenn Allzweckwaffe Alec Guinness dabei in Höchstform aufläuft. Hier spielt er aber gleich neun Rollen, und das allein ist schon so beeindruckend wie urkomisch. Als Zusatz gibt es einige erstaunlich tolle Aufnahmen des späteren "Indiana Jones"-Kameramanns Douglas Slocombe zu bestaunen.

Zwölf Uhr mittags (Fred Zinnemann, 1952)
- Inspirerende, kunstvoll aufgezogene Western-Fabel, die sowohl als lupenreiner Genre-Klassiker in Echtzeit zündet als auch im Bezug auf seine moralische Kritik am McCarthyismus. Strukturell lebt der flotte 85 Minüter quasi einzig von der sich steigernden Antizipation des finalen Shootouts, der das Versprechen fulminant einlöst. Zur Filmmusik sei nur gesagt: Dimitri Tiomkin war ein Genie!

Du sollst mein Glücksstern sein (Gene Kelly / Stanley Donen, 1952)
- Wer in seinem Leben nur ein Musical sehen will, sollte Gene Kelly beim Singen und Tanzen im Regen beiwohnen. Der wohl größte Feelgood-Hit aller Zeiten ist eine phänomenale Vorstellung der absurd talentierten Hauptdarsteller, und eine nostalgische Aufarbeitung des Umbruchs vom Stumm- zum Tonfilm. Inbesondere das lange 'Broadway Melody'-Segment ist der Höhepunkt in Kellys Lebenswerk.

Der schwarze Falke (John Ford, 1956)
- Das immer genannte Über-Meisterwerk des Westerns ist einfach wirklich ganz großes Tennis. John Wayne zeigt seine allerbeste Leistung, und rettet als reitender Ahab nach langjähriger Suche seine Nichte aus den Händen der Kommantschen, bleibt aber allein. Hervorragend inszeniert, perfekt zwischen Action, Drama und Humor ausbalanciert. So einprägsam wie es große Klassiker eben sind.

Die Brücke am Kwai (David Lean, 1957)
- Prächtig erzähltes, enorm überzeugend gespieltes Epos von der Qualität, wie es allein visuell eben nur David Lean konnte. Er hatte ein Auge für die ganz besonderen Aufnahmen, ein Gespür für das Gefühl der totalen Überwältigung. Gleichzeitig konnte er auch sehr subtil sein, die psychologische Figurenzeichnung ist hier sogar äußerst differenziert, die Aussage jedoch eindeutig: Krieg ist Wahnsinn.

Die zwölf Geschworenen (Sidney Lumet, 1957)
- Für viele ein Moralstück, das die Stärken und Schwächen des Geschworenensystems vorführt, doch funktioniert es auch brillant als psychologischer Krimi, nicht zuletzt dank der in dieser Qualität womöglich einmaligen Besetzungen. Henry Fonda spielt gar die Rolle seines Lebens, einnehmend ist in Lumets Debütwerk außerdem die bemerkenswert klaustrophobische Stimmung.

Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Alfred Hitchcock, 1958)
- Der größte Runterzieher, der je gedreht wurde. Mit dem an Tragik nicht zu überbietenden Schluss wird Hitchcock zum bitteren Ironiker, mit der Absicht, dem Zuschauer das Herz zu zerreißen. James Stewart und Kim Novak faszinieren in diesem surrealistischen Detektivfilm, den eine morbide Romantik durchzieht. Gewissermaßen das Vorwerk zum gesamten Arbeitsnachweis von David Lynch.

Im Zeichen der Bösen (Orson Welles, 1958)
- Ein Film wie ein albtraumhafter Rausch: Das große Meisterwerk von Orson Welles sprengte damals Sehgewohnheiten und ist heute noch unerhört rasant, zynisch und dabei auch auf abstoßende Art cool. Eigentlich ist das hier kein Film Noir mehr, sondern schon seine Antithese, sein Schwanengesang. In jedem Fall die Messlatte für komplexe Thriller, zugleich ein visuelles Feuerwerk.

Der unsichtbare Dritte (Alfred Hitchcock, 1959)
- Das Hitchcock-Best-Of: Hier vereinte der Meister all seine Erfahrungen, all seine Vorlieben und schuf den ultimativen Unterhaltungsfilm, der zugleich locker leicht und filmisch immens anspruchsvoll ist. Allein über den legendären Flugzeugangriff lassen sich Romane schreiben. Grandios witzig, irre spannend, unendlich elegant und sogar Bernard Herrmann schuf hierfür seine beste Filmmusik.

Nur die Sonne war Zeuge (Réne Clément, 1960)
- Alain Delon in seiner Paraderolle als Tom Ripley ist Filmgeschichte zum Miterleben. Das exzellente Krimi-Drama übernimmt die minutiös aufgebaute, morbide Spannungs-Rhetorik der Romanvorlage von Patricia Highsmith, Henri Decaë liefert dazu traumhafte Aufnahmen der italienischen Küstenlandschaft, und weckt Sympathien mit einem Mörder. Auch in dieser Hinsicht der noch bessere "Psycho".

Haie der Großstadt (Robert Rossen, 1961)
- Coolness kann man nicht erlernen. Entweder man ist cool oder eben nicht. Paul Newman war einfach cool und der Billard-Spieler Eddie Felson ist seine beste Rolle. Er allein ist die fesselnd geschriebene Milieustudie wert, die aber auch besonders durch eine intelligente Kameraführung begeistert. Anders als sein Nachfolger kein Sportfilm, sondern ein introspektives Drama mit Gänsehaut-Garantie.

Lawrence von Arabien (David Lean, 1962)
- Peter O'Toole in den epischen Weiten der Wüste ist längst eine Ikone. Unter allen großen Hollywood-Epen ist dieses noch eine Spur mitreißender, noch einen Hauch grandioser, noch einen Tick gewaltiger. Ein Abenteuer, für das man sich gehörig Zeit nehmen muss, nachdem der ein oder andere aber am liebsten sofort sein Pferd satteln möchte. Überwältigungskino durch und durch!

Gesprengte Ketten (John Sturges, 1963)
- Die Mutter aller Ausbruchsfilme. Steve McQueen und die Motorradflucht sind für sich bereits große Klasse, aber auch die restliche Besetzung von Weltrang (James Garner, Charles Bronson, Donald Pleasance, Richard Attenborough) und die militärisch zackige Filmmusik von Elmer Bernstein reißen gehörig mit. Weniger ein Kriegs-, und mehr ein waschechter, dynamischer Männerfilm.

Liebesgrüße aus Moskau (Terence Young, 1963)
- Bevor die James-Bond-Filme zum großen Eskapismus-Spektakel für Popcorn-Mampfer wurden, versuchte sich der zweite Teil der Reihe als harter Thriller. Sean Connery ist auf ewig prägend in der Rolle als Doppel-Null, sein tödlicher Gegenspieler wird durch die beeindruckende Präsenz von Robert Shaw zum Damoklesschwert über dem Haupt von 007. Ein meisterhaft-spannender Agentenfilm.

Die Vögel (Alfred Hitchcock, 1963)
- Seine Begeisterung für Freud spielte wohl eine große Rolle, als Hitchcock auf die armen Bewohner der Küstenstadt Bodega Bay einen tödlichen Vogelschwarm losließ. Die Zeichnung dieses Mikrokosmos gelingt dem Master of Suspense phänomenal, dazu sind die Trickeffekte heute noch bahnbrechend. Ein melancholisch-düsterer Albtraum, mit dem rätselhaftesten Filmende aller Zeiten.

Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Stanley Kubrick, 1964)
- Peter Sellers ist genial, noch genialer sind drei Peter Sellers. Dachte sich auch Stanley Kubrick, und besetzte den Comedy-Weltmeister in seiner apokalyptischen Weltkriegssatire, bei der die größte Gefahr ist, sich kringelig zu lachen. Zu gut: Sterling Hayden und sein Monolog über die "Körpersäfte". Bei aller Raffinesse ist das Ende erschütternd bitter. Aber: So radikal darf und kann nur das Kino sein!

Die Strohpuppe (Basil Dearden, 1964)
- Er wollte unbedingt einmal einen Bösewicht spielen, also drehte Sean Connery zwischen zwei James-Bond-Filmen diesen mustergültig entwickelten, schleichend-langsamen Thriller, bei dem er seine eigene Paraderolle ins Dämonische kippen lässt. Als sexistisches Scheusal intrigiert er gegen seinen Film-Onkel. Hervorragende Version eines fast perfekten Verbrechens à la Patricia Highsmith.

Für eine Handvoll Dollar (Sergio Leone, 1964)
- Die Geburtsstunde des Italowesterns ist ein Film voll fatalistischer Gewalt, illustriert eine Welt, in der nur der Stärkere (oder Schnellere) gewinnt. Clint Eastwood ist von der ersten Sekunde eine mystische Erscheinung als namenloser Fremder, der ein Dorf zum Narren hält. Die Bilder von Sergio Leone sind hart, überwältigend und rau, die Musik von Ennio Morricone visionär, mitreißend.

Feuerball (Terence Young, 1965)
- Niemand verstand James Bond als Figur und als Phänomen so wie Terence Young: Bei seinem dritten und letzten Film der Reihe inszenierte er einen brutalen, zynischen, und doch humorvollen Actionfilm als Parabel auf die Kubakrise. Perfektionistisch gerieten ihm die vielfältigen, atemberaubenden Unterwasseraufnahmen. Sensationell: Der Titelsong, gesungen von Chart-Stürmer Tom Jones.

Doktor Schiwago (David Lean, 1965)
- Lyrisch, poetisch, monumental: Das letzte der drei großen Epen von David Lean um einen russischen Arzt zur Zeit der Revolution ist vielleicht sogar sein bestes. Unfassbare Bilder von Kameramann Freddie Young sorgen für Kino-Zauber, die Schauspiel-Titanen Omar Sharif, Alec Guinness, Julie Christie und Rod Steiger waren nie besser. Neben "Casablanca" die definitive Hollywood-Romanze.

Für ein paar Dollar mehr (Sergio Leone, 1965)
- Noch besser als der Vorgänger! Der zweite Italowestern von Sergio Leone ist eine postmoderne, maximal lakonische Bleioper. Clint Eastwood und Lee Van Cleef erweisen sich als ein geniales Duo, das finale Duell gegen den hervorragend psychotischen Gian Maria Volonté hat an Gravitas nur Leone selbst noch übertreffen können. Meisterlich außerdem erneut die Leitthemen von Ennio Morricone.

Der Flug des Phoenix (Robert Aldrich, 1965)
- Dieser Abenteuerfilm lebt von seinem Generationenkonflikt: James Stewart muss als alternder Pilot nach einem Flugzeugabsturz zu einem jungen Konstrukteur, gespielt von Hardy Krüger, Vertrauen fassen. Hierin findet der toll fotografierte Wüstenausflug seine Seele, und unterhält gleichermaßen wie er zum Nachdenken anregt. Schnökellose, wirkungsvolle Unterhaltung der Extraklasse.

Zwei glorreiche Halunken (Sergio Leone, 1966)
- Das ist Kino! In epischer Länge formvollendet Sergio Leone seinen Italowestern-Stil, schafft so ein cineastisches Kunstwerk, bei dem die drei Stunden Laufzeit in Windeseile vergehen. Sensationell in der Figurenzeichnung, ausgeklügelt in der Bildgestaltung, bewegend in den emotionalen Szenen. Ein zynisch und dreckiges Meisterwerk für die Ewigkeit, fraglos einer der besten Filme aller Zeiten.

2001: Odyssee im Weltraum (Stanley Kubrick, 1968)
- Beginnend bei den Affen der Vorzeit und endend mit der nächsten Evolutionsstufe des Menschen, erzählt Stanley Kubrick eine der größtmöglichen Geschichten, nämlich die Suche nach unserem Platz im Universum, als existenziellen, audiovisuellen Hochgenuss, dessen mythopoetische Komplexität bis heute (und für alle Zeiten) ihresgleichen sucht. Ein ganz großer Meilenstein in den Annalen des Kinos.

Rosemaries Baby (Roman Polański, 1968)
- Der gruseligste Film, den es gibt, und das ganz ohne Schockeffekte. In aller Ruhe entfaltet sich der präzise durchgetaktete Plot, arbeitet mit den subtilen Apparaturen der Verunsicherung und des Misstrauens, ehe das Finale ein Atemstopper wird. Exzellent geschrieben, dabei subliminal in seiner Effektivität. Insbesondere aus heutiger Sicht ein Gegensatz zum Horrorkino der Attraktionen.

Der Löwe im Winter (Anthony Harvey, 1968)
- Ein intellektueller Kostümfilm um die Nachfolge von Heinrich II., der in seinen Dialogen auf Dauer-Sarkasmus setzt. Richtig schön giftig wird der Adel demaskiert, das Ensemble rund um Anthony Hopkins, Peter O'Toole und Timothy Dalton agiert herausragend. Sehr amüsant der große Auftritt von Katherine Hepburn, der selbstironisch auch ihren Status als Hollywood-Legende reflektiert.

Spiel mir das Lied vom Tod (Sergio Leone, 1968)
- Sergio Leone war im Italowestern unschlagbar: Seine Kameraführung? Berauschend! Seine Perspektive auf das Genre? Bestechend. Seine vierte Pferdeoper ist eine melancholische, mystische Dodekaphonie für die Sinne, seine Erzählung eine einzige große, geheimnisvolle Ellipse. Ein weiteres Meisterwerk mit Langzeitwirkung: Die Todesmelodie von Ennio Morricone kennt jedes Kind.

Waterloo (Sergei Bondartschuk, 1970)
- Ein Schlachtengemälde auf Zelluloid. Die endgültige Niederlage des Napoleon Bonaparte ist ein Film der gesprengten Dimensionen: 16.000 Statisten erwecken den vergangenen Krieg zum Leben, ein beachtlicher Aufwand wurde für die wahrlich epischen Aufnahmen betrieben. Ein Dekor-Film, aber was für einer! Zudem mit Christopher Plummer, Orson Welles und Rod Steiger famos besetzt.

Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (Dario Argento, 1970)
- Seinen Stil perfektionierte Giallo-Spezi Dario Argento über die Jahre, doch schon sein Erstling ist ein fantastischer Film. Unglaublich spannend tanzt einem die wirklich überraschende Auflösung von Beginn an auf der Nase herum: Ein Lehrstück in Publikumsmanipulation. In Verbindung mit der Musik von Ennio Morricone sind vor allem die ästhetisch fein justierten Mordszenen herausragend.

Barquero (Gordan Douglas, 1970)
- Man muss schon sehr cool sein, um seine eigene Comicfigur bei "Lucky Luke" zu bekommen. Doch wie cool Lee Van Cleef wirklich ist, stellte er hier unter Beweis, in einem Western, dessen psychologisch fein ausgearbeitetes Script fast kammerspielartig funktioniert und mit der Figur des Fährmannes einen reizvollen mythologischen Unterbau bietet. Dazu kommt eine formal hervorragende Regie.

Little Big Man (Arthur Penn, 1970)
- Entmythologisierender Anti-Western, der einerseits den Frontier-Mythos als große Lüge entlarvt und andererseits damit das gegenwärtige Amerika kritisiert. Sensationell umgesetzt ist der episodische Aufbau des unpathetischen Films, der bei aller Anklage und Subversion auch einen herrlich schrulligen Ton anschlägt. Dustin Hoffman, Martin Balsam und Faye Dunaway laufen zur Höchstform auf.

Vier im roten Kreis (Jean-Pierre Melville, 1970)
- Atmosphärisch unglaublich dichtes, kontemplativ-pessimistisches Meisterwerk aus einer abstrakten Trenchcoat-Parallelwelt, in der eine kalte und trostlose Ästhetik eine noch kältere und trostlosere Weltsicht präsentiert. Wenn Alain Delon, Gian Maria Volonté und Yves Montand einen Juwelier überfallen, trifft im besten Sinne quasi französisches Kunstkino auf US-amerikanisches Genre.

Dirty Harry (Don Siegel, 1971)
- Erst als Selbstjustiz-Propaganda verschrien, mittlerweile als Klassiker anerkannt: Clint Eastwood fand im knallharten, unkonventionellen Polizisten Harry Callahan seine Paraderolle. Der Erstling der Reihe ist auf den Punkt inszeniert, rotzig, suggestiv und cool. Großen Anteil am Spaß haben die Monologe von John Milius, toll auch das Western-Ende in der Tradition von "Zwölf Uhr mittags".

Der Pate (Francis Ford Coppola, 1972)
- Selbst für eine Länge von 175 Minuten scheint das Mafia-Epos zu komplex. Mit beeindruckender Leichtigkeit jedoch gelingt die künstlerisch äußerst anspruchsvolle Nabelschau in die Welt des organisierten Verbrechens, aus der heraus sich eine deutlich von William Shakespeare inspirierte menschliche Tragödie entsprinnt. Das gesamte Ensemble ist perfekt, die Musik von Nino Rota ist eine Sensation!

Beim Sterben ist jeder der Erste (John Boorman, 1972)
- Packendes Survival-Abenteuer, bei dem sich zivilisierte Großstädter als nicht so hartgesottene Naturburschen behaupten dürfen. Heftige Szenen gibt es so manche (mit sichtbar wenig Einsatz von Stuntpersonal), wichtiger sind aber die ruhigen, existenzialistischen Momente, in denen auch die Auswirkungen sowohl psychischer als auch physischer Gewalt genauer beleuchtet werden.

Mein Name ist Nobody (Tonino Valerii, 1973)
- Melancholisches Alterswerk und Spaghetti-Klamauk zugleich: Der ironische Spät-Italowestern um die Entstehung von Mythen und Legenden formuliert in furiosen Bildern einen Genre-Endpunkt, um ihn rankt sich dabei selbst eine Legende: Wie sehr Sergio Leone in die Entstehung eingebunden war, ist unklar. Sein Stammkomponist Ennio Morricone veredelte den Film mit einigen seiner besten Musikstücke.

Chinatown (Roman Polański, 1974)
- Einer der allerbesten! Das Drehbuch von Robert Towne ist ein dramaturgisches Meisterstück, vereint Detektivkrimi mit griechischer Tragödie, das pessimistische Ende ist Gänsehaut pur. Auch visuell brillant: Jede Einstellung ist bis ins kleinste Detail durchdacht, die Atmosphäre, die Musik (Jerry Goldsmith!) sind unübertrefflich. Jack Nicholson und Faye Dunaway faszinieren in schwierigen Parts.

Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3 (Joseph Sargent, 1974)
- Launiger Katz-und-Maus-Thriller, bei dem der großartige Robert Shaw als Geiselnehmer sein ganzes Talent zeigen kann. Als Gegenüber für das Kräftemessen leistet ihm Walter Matthau Gesellschaft, der als Held mit viel Schwarzem Humor glänzt. Für viel Freude sorgt die straffe Inszenierung, großartig ist auch die flotte Jazz-Musik von David Shire. Die Schlussszene ist so genial wie saulustig.

Der Pate: Teil 2 (Francis Ford Coppola, 1974)
- Die wohl beste Fortsetzung überhaupt. Als Vorgeschichte und Weitererzählung zugleich wird die dreidimensionale, verzwickte Welt der Familie Corleone vertieft und ausgebaut. Aus der Kapitalismusparabel des Vorgängers, die vom moralischen Verfall handelt, wird hier ein Generationenporträt, eine Fabel auf den Amerikanischen Traum und seine Pervertierung. Auf einem Niveau mit Teil 1.

Der Wind und der Löwe (John Milius, 1975)
- Grandioses Wüstenepos, das sich vor dem großen Vorbild "Lawrence von Arabien" nicht zu verstecken braucht. John Milius beweist sich als epischer Autorenfilmer und inszeniert ein auf Tatsachen basierendes Meisterwerk, bei dem trotz glutvoller Aufmachung der subtile Witz des Drehbuchs dank der genialen Performance von Sean Connery als marokkanischer Scheich nicht verloren geht.

Der weiße Hai (Steven Spielberg, 1975)
- Der Urknall des Blockbuster-Kinos ist ein Abenteuerfilm par excellence: Mustergültig werden die drei Protagonisten eingeführt, vertieft und zusammengebracht. Roy Scheider, Robert Shaw und Richard Dreyfuss sind alleine pures Gold, dazu kommt die pointierte Regie von Steven Spielberg, die bedrohliche Musik von John Williams und die unglaubliche Präsenz des titelgebenden Monsters.

Der Mann, der König sein wollte (John Huston, 1975)
- Sean Connery und Michael Caine fanden beide, ihr Auftritt als Kolonialsoldaten im besetzten Indien sei ein Höhepunkt ihrer Karriere. Sie liegen ganz richtig: Die Panorama-Aufnahmen sind grandios, die brillante Musik von Maurice Jarre nicht zu verachten und die zeitlose Geschichte nach Rudyard Kipling unerhört packend, wenn im letzten Drittel aus Abenteuerkomödie galgenhumorige Tragödie wird.

Robin und Marian (Richard Lester, 1976)
- Nostalgische Alternativ-Version des Robin-Hood-Mythos, in der Sean Connery als desillusionierter Volksheld ein letztes Mal um Maid Marian alias Audrey Hepburn buhlt. Herausragend das finale Duell zwischen den "Liebesgrüße aus Moskau"-Konkurrenten Connery und Robert Shaw als gar nicht so böser Sheriff von Nottingham. Ironische Allegorie auf den Schrecken des Vietnamkriegs.

Network (Sidney Lumet, 1976)
- Wenige Filme sind auf so lustige Art und Weise sehr böse, und irgendwie prophetisch: Der satirische Angriff auf das kommerzielle Fernsehen und die Gier nach Quoten und Reichweite lockert den Kloß im Hals immer nur kurz, um einen weiteren draufzusetzen. An Aktualität hat der Film im Lauf der Jahrzehnte sogar noch gewonnen, wie er selbst ankündigte: Mensch bleibt Mensch, Quote bleibt Quote.

Der Stadtneurotiker (Woody Allen, 1977)
- Ein Film zum mehrfachen Anschauen, einfach, weil beim ersten Mal vor lauter Lachen viele Gags überhört werden. Im Sekunden-Takt jagt ein irrwitziger Einfall den nächsten, wenn eine Liebesgeschichte mit Split-Screen, Rückblenden, Off-Kommentaren, Traumphantasien etc. erzählt wird, durchgängiger Bruch der Vierten Wand inklusive. Neurotisch, hyperaktiv, intellektuell, extrem spaßig.

Der Spion, der mich liebte (Lewis Gilbert, 1977)
- "Nobody Does It Better" heißt es im zehnten James-Bond-Film, es könnte zutreffender nicht sein. Roger Moore jagte als 007 neben der atemberaubend schönen Barbara Bach quer über den Globus, um einen Atomkrieg zu verhindern. So locker, so lässig, so spektakulär und so witzig war die Reihe nie wieder. Toll inszenierter Comic-Strip mit gigantomanischer Action, und das alles very british.

Die durch die Hölle gehen (Michael Cimino, 1978)
- Drei Stunden lang, in drei Teile geteilt: Der einzig wahre Antikriegsfilm zeigt das Vorspiel, das Währenddessen und die Nachwirkungen des Vietnamkriegs exemplarisch an drei US-Amerikanern und geht an die Grenzen des Ertragbaren, vor allem im dramatischen Höhepunkt bei einer tödlichen Partie Russisch Roulette. Schockierend realistisch und dennoch irgendwie sehr kunstvoll und poetisch.

Alien (Ridley Scott, 1979)
- Aus der Kraft der Xenophobie und der Angst vor Isolation schöpfen viele Horrorfilme ihre Kraft, doch nirgendwo gelang dies so bis unter die Haut gehend wie beim Meilenstein von Ridley Scott. Ein nicht enden wollender Höllentrip, der bis zur allerletzten Sekunde die Faszination und das Grauen ganz hochhält. Das glitschige Monstrum ist wahrlich der Stoff, aus dem die Albträume sind.

Apocalypse Now: Final Cut (Francis Ford Coppola, 1979-2019)
- Bei der dritten Fassung machte es Klick: Die Irrfahrt durch den Horror des Vietnamkriegs bis ins Herz der Finsternis ist eine meisterhafte Sinfonie aus Bild, Ton und Musik, einer der in seiner gesamten Konzeption vollkommensten Filme, die je gedreht wurden. Jede Aufnahme von Vittorio Storaro könnte glatt in einem Museum hängen. Für solche Meisterwerke wurde das Kino einst erfunden.

Der Sinn des Lebens (Terry Jones, 1983)
- Monty Python liebt man oder hasst man. Für ihre Fans ist ihr letztes Filmprojekt locker der wohl witzigste Film, den es überhaupt gibt. Aus sämtlichen Segmenten tropfen die urkomischen Einfälle, die irren Ideen. In einer Musicaleinlage beschwören Katholiken "Every Sperm is Sacred", ein Arzt diskutiert auf der Entbindungsstation in Seelenruhe Gender-Rollen. Große Kunst, wenn auch nur für Eingeweihte.

Paris, Texas (Wim Wenders, 1984)
- Nastassja Kinski und Harry Dean Stanton schultern einige der denkwürdigsten Dialoge, die einem Filmdrehbuch je gelangen, als wären es spontane Eingebungen. Das langsame Roadmovie folgt mehr einem spirituellen als einem dramaturgischen Aufbau, und hat dabei eine Vielzahl an kraftvollen und lebensbejahenden, sogar trostspendenden Momenten. Ein Film, der erarbeitet werden will, doch es lohnt sich.

Aliens (James Cameron, 1986)
- Die "Alien"-Fortsetzung ist filmische Katharsis: Nach dem Horrortrip des Vorgängers ist das Sequel ein Actionkracher sondergleichen, in dem ein Trupp einfältiger und doch liebenswerter Soldaten einen noch größeren Trupp brandgefährlicher Xenomorphen zerballert, abfackelt und sprengt. Ein Meisterwerk des Actionkinos, in seiner brachialen Wirkung oft kopiert, allerdings auch nie erreicht.

Zwei stahlharte Profis (Richard Donner, 1987)
- Ein Referenzwerk für den Actionfilm, mehr noch aber für das Buddy-Genre. Mel Gibson und Danny Glover sind als Duo so kultig, dass sich ihre Spuren in jedem ähnlichen Film der letzten dreißig Jahre finden. Inspiriert durch "Dirty Harry" schrieb der junge Autor Shane Black einen archaischen Großstadt-Western, der dank der stilbewussten Inszenierung gar Einflüsse des Neo-Noirdramas erkennen lässt.

The Untouchables (Brian De Palma, 1987)
- Robert De Niro als Al Capone ist Motivation genug, den Cop vs. Gangster Clash von Brian De Palma in jeder Bestenliste zu nennen. Zum Glück ist sein exquisitier Film darüber hinaus voll von herausragenden Actionszenen, tollen Charakteren, authentischer Ausstattung, grandiosen Schauspielern (Kevin Costner, Sean Connery) und hat einen wie so oft wunderbaren Soundtrack von Ennio Morricone.

Stirb langsam (John McTiernan, 1988)
- Zu Weihnachten darf John McClane nicht fehlen, wie er die Geiseln aus dem Nakatomi Plaza befreit. Bessere Action als hier gibt es nicht, Bruce Willis bei der Jagd nach Alan Rickman zu beobachten ist jedes Jahr wieder ein Fest für Jünger des tempobetonten Kinos. Grandios auch die vielen Western-Anleihen! Da kam keine der Fortsetzungen oder der unzähligen Epigonen je wieder heran.

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (Steven Spielberg, 1989)
- Eine Unterhaltungsatombombe: Die Paarung zwischen Harrison Ford als Indiana Jones und seinem Film-Papa Sean Connery ist sagenhaft! Die Frequenz an gelungenen Wortgefechten ist in Zahlen kaum widerzugeben. Und die Geschichte um die Suche nach den Heiligen Gral ist voller Überraschungen, Gefahren und Wundern. Geschliffenes Entertainment, auch noch beim zwanzigsten Ansehen.

Miller's Crossing (Joel & Ethan Coen, 1990)
- Edel fotografierter, schwarzhumoriger Gangsterfilm, dessen Plot augenscheinlich nur die Spielwiese bietet für ein Konglomerat aus improvisiert wirkenden Dialogperlen, zynisch-kaltschnäuzigen Typen und brüllend komischen Ballereinlagen. Nichts ist den Feder und Zepter führenden Coen-Brüdern heilig, dennoch lässt sich über ihr Mafia-Antiepos so gut lachen wie es bitter ernstzunehmen ist.

Jagd auf Roter Oktober (John McTiernan, 1990)
- Der beste Auftritt in der beeindruckenden Karriere von Sean Connery: Als russischer U-Boot-Kommandant gibt er eine Glanzvorstellung, zum Glück ist auch der Rest des hochintelligenten Politthrillers der Wahnsinn! Die Atmosphäre ist immens, die Kinematografie wunderschön und zugleich effizient. Ein Gedicht ist zudem die Jahrhundert-Filmmusik des sträflich unterschätzten Basil Poledouris.

Das Russland-Haus (Fred Schepisi, 1990)
- Das hypnotische Leitmotiv des Filmkomponisten Jerry Goldsmith gibt die Stimmung vor: Die Verfilmung eines der komplexesten Romane von John le Carré ist ein ruhig erzählter Thriller, der in nachdenklichen Dialogen eine rührend-humanistische Geschichte erzählt. Das Ensemble rund um Sean Connery, Michelle Pfeiffer, Klaus Maria Brandauer und Roy Scheider spielt sich gegenseitig an die Wand.

GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (Martin Scorsese, 1990)
- Als Gegenentwurf zu "Der Pate" gedacht gelang Martin Scorsese ein vergleichbares Meisterwerk um den faktenbasierten Aufstieg und Fall des Gangsters Henry Hill, nicht als stringente Handlung, sondern als Serie von Einzelmomenten. In seinen Montagen ähnlich virtuos wie in manch langer Kamerafahrt von Michael Ballhaus, in der Stimmung gleichermaßen episch und dokumentarisch.

Das Schweigen der Lämmer (Jonathan Demme, 1991)
- Grauenerregende, psychonanalytische Studie um gestörte Mörder, die den Horror fast vollständig der Fantasie der Zuschauer überlässt und ganz über die distanzierte, suggestive Inszenierung das Denken des Publikums steuert. Gleichzeitig ist dies kein einfacher Serienkiller-Flick, sondern ein feministischer Film um eine Frau, die in einer von Männern dominierten Welt um Selbstermächtigung kämpft.

JFK: Tatort Dallas (Oliver Stone, 1991)
- Ein Gerichtsfilm von beachtlicher Länge. Akribisch und detailversessen wird der Prozess des Anwalts Jim Garrison rekonstruiert, der die öffentliche Version des Attentats auf John F. Kennedy anzweifelte. In seiner aufgebauten Stimmung der Paranoia, den virtuosen Bildern und seiner subversiven Sprengkraft schlummert ein Sieg des Mediums Film über den Zuschauer und dessen schnöde Realität.

Robin Hood: König der Diebe (Kevin Reynolds, 1991)
- Von der verklärten Romantik alter Tage ist nichts übrig, wenn Kevin Costner als moderner Actionheld für Zunder im Sherwood Forest sorgt. Der hervorragende postmoderne Abenteuerfilm vergisst trotzdem nicht den nötigen Schuss Lagerfeuerromantik. Heimlicher Held ist Morgan Freeman als Mauren Azeem, der sich als Schwarzer gegenüber den britischen Rebellen erst beweisen muss.

Barton Fink (Joel & Ethan Coen, 1991)
- Ein surrealer Abstieg in den Höllenschlund der Vorstellungskraft! Wie Joel & Ethan Coen den akut schreibblockierten Drehbuchautoren Barton Fink durch ein Kuriosum an schrägen, rätselhaften und existenziell furchterregenden Situationen jagen, ist bahnbrechend, sogar virtuos. Ein Geniestreich irgendwo zwischen Federico Fellini und David Lynch, vor allem aber zu einhundert Prozent Coen.

Glengarry Glen Ross (James Foley, 1992)
- Ganz großes Schauspielkino. Die Besetzungsliste alleine ist das einzig entscheidende Argument: Jack Lemmon, Al Pacino, Ed Harris, Kevin Spacey, Jonathan Pryce, Alan Arkin und Alec Baldwin. Sie alle spielen sich die Bälle zu, als seien sie nicht durch die Linse einer Kamera, sondern wahrhaftig auf einer Bühne zu sehen. Ein exzellenter Dialogfilm, der in all seinen Facetten nie langweilig wird.

Erbarmungslos (Clint Eastwood, 1992)
- Formal ein kompetent visualisierter Spätwestern, inhaltlich aber der Abschied einer Leinwand-Legende von ihrem Heimat-Genre: Clint Eastwood gönnte sich selbst einen phänomenalen letzten Einstand als gealteter Revolverheld, der vom Idealisieren des Tötens mindestens so angewidert ist wie von sich selbst. Emotional gerät das aufwühlend, hintergründig und außerdem unerwarteterweise tieftraurig.

Reservoir Dogs (Quentin Tarantino, 1992)
- 95 Minuten kreisen um einen Raubüberfall, der nie gezeigt wird – nur das Vor- und Nachher. In rauen, brutalen Bildern entsteht eine fatalistische, genauer gesagt gar nihilistische Räuberpistole, die in ihrem Kern als Moralstück zu identifizieren ist: Pro- wie Antagonisten sind nur Teil einer Gewaltspirale, in die sie sich selbst immer tiefer verschlingen, je mehr sie versuchen, ihr mit aller Macht zu entkommen.

Basic Instinct (Paul Verhoeven, 1992)
- Triebgesteuerte Figuren sind dem Film Noir nicht unbekannt, doch das F*cken wird bei Paul Verhoeven ritualisiert. Sharon Stone gab die attraktive Femme Fatale mit neuer Freizügigkeit, und machte inmitten der betont abstoßend-kalten (und doch grandiosen) Inszenierung ein pornografisches Versprechen. Eingehalten wurde es nicht. Ein bemerkenswerter Sex & Crime Thriller, voll von kühner Suspense.

Léon – Der Profi (Luc Besson, 1994)
- Spätestens bei der Schlussballade "Shape of My Heart" von Sting brechen alle Dämme. Vordergründig ein astrein choreografierter und ausgeleuchteter Actionfilm, ist das Meisterwerk von Luc Besson näher betrachtet die Geschichte zweier seelenverwandter Außenseiter, die zueinander gehören, aber kein Liebespaar sein können. Perfekt gespielt von Jean Reno und der nur 13-jährigen Natalie Portman.

Pulp Fiction (Quentin Tarantino, 1994)
- Intelligent und satirisch versucht Quentin Tarantino eine Aufwertung und Unterwanderung der Klischees und Stereotypen von Groschenliteratur und B-Movies. Die kunstvolle Inszenierung lässt dabei die Grenzen zwischen Trivial- und Hochkultur verschwinden und verleiht dem Episodenfilm eine eigene Identität des Ungewissen, des Mysteriösen und Überraschenden. Neo Noir in seiner besten Form.

Showgirls (Paul Verhoeven, 1995)
- Dramatisch falsch verstandenes Sexploitation-Epos um die verführende, aber auch absorbierende Kraft des Sündenpfuhls Las Vegas, bei der vor allem der männliche Blick der Kino-Kultur auf den weiblichen Körper an den Pranger gestellt wird. Die misogyne Natur der Unterhaltungsindustrie zur kurzlebigen Bespaßung der amerikanischen 'White Trash'-Mittelschicht wurde nie zutreffender seziert.

Die Brücken am Fluss (Clint Eastwood, 1995)
- Egal ob man an die wahre Liebe glaubt, Clint Eastwood bringt mit seinem gefühlvollen Liebeswerk selbst die größten Romantik-Allergiker den Tränen nah. Er und die wunderschöne Meryl Streep zeigen eine aufrichtige, menschliche Zuneigung, wie sie die Hollywood-Kitschmaschinerie sonst nie zulässt. Die unaufdringliche Inszenierung leitet nur an, die Zügel nimmt sie klugerweise nicht in die Hand.

The Rock: Fels der Entscheidung (Michael Bay, 1996)
- Explosions-Fanatiker Michael Bay präsentiert in effektgeladener Bilderflut ein destilliertes Kino der Geschwindigkeiten. Ed Harris übt als tragischer Geiselnehmer Kritik am Umgang der US-Regierung mit Ex-Militärs, Sean Connery als pensionierter 007-Verschnitt und Nicolas Cage als zappeliger Laborant sind ein unverschämt formidables Duo. Auf eigenem Niveau: Die Musik von Hans Zimmer und Co.

The Big Lebowski (Joel & Ethan Coen, 1998)
- Eine Kiffer-Parodie auf Raymond Chandler und den Film Noir, die ein riesiges Aufgebot an schrägen Figuren in einen überkomplexen Plot einwebt, nur um diesen am Ende so trivial wie möglich aufzulösen. Die Coen-Brüder leisten sich ein einziges meta-referenzielles Spiel mit der Erwartungshaltung und den Kino-Konventionen. Ein ungebremst fantasievoller Spaß, bei dem alle auf ihre Kosten kommen.

Zug des Lebens (Radu Mihăileanu, 1998)
- Sich dem Schrecken der Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg komödiantisch zu nähern, ist ein Drahtseilakt. Autorenfilmer Radu Mihăileanu aber gelingt das tragikomische Meisterstück, bei dem der deftige jiddische Humor nicht die Sensibilität der Erzählung oder gar die Integrität des Gesamtkunstwerks gefährdet. Ein Film wie das Leben: Betörend schön, schockierend grausam.

Eyes Wide Shut (Stanley Kubrick, 1999)
- Für sein letztes Werk hat Stanley Kubrick sich extra viel Zeit genommen, und der verstörende, surreale Reigen an Ereignissen (meist sexueller Natur) ist eine letzte Zurschaustellung der Meisterschaft seines Könnens als ganz großer visueller Künstler. Die Traum-ähnliche, unwirkliche Bildgestaltung ist grandios hypnotisch, expressiv analytisch und wunderbar nachtschwärmerisch.

Mulholland Drive – Straße der Finsternis (David Lynch, 2001)
- David Lynch ist bekannt für seine filmisch ansprichsvollen Puzzles, bei denen er das letzte Mosaik-Stück dem Zuschauer genüsslich vorenthält. Sein Opus summum ist eine brillante, so noch nie dagewesene kafkaeske Hollywood-Satire, die neben den labyrinthisch und bizarren Bilderwelten durch die schauspielerische Kraft einer auf höchstem Niveau agierenden Naomi Watts getragen wird.

Master & Commander – Bis ans Ende der Welt (Peter Weir, 2003)
- Nie war Russell Crowe besser als in der Rolle eines grummeligen, verbissenen Seebären während der napoleonischen Kriege. Technisch ein besonders auditiv an Perfektion grenzender, massiv unterschätzter Ausstattungsfilm, der sich nie dem leinwandfüllenden Spektakel ergibt, sondern ein zumeist ruhiges, historisch weitgehend akkurates Personendrama auf hoher See erzählt.

Coffee & Cigarettes (Jim Jarmusch, 2003)
- In elf kleinen Episoden sitzen Prominente zusammen, trinken Kaffee, qualmen und palavern über Alltägliches. Der angeberisch lässige Kompi­la­ti­ons­film ist ein großes "Ich bin der Welt abhanden gekommen", ein zarter Film voll von erquickenden Momenten des im Augenblick Verweilens, der so leicht verdaulich ist wie eine Tasse Kaffee und so lange nachwirkt wie ein tiefer Zug am Glimmstängel.

Million Dollar Baby (Clint Eastwood, 2004)
- Ausgezeichnetes Sportdrama, das vollkommen zurecht mit Preisen überhäuft wurde. Die gefällige Underdog-Wohlfühlgeschichte zeigt hier unerwartet ihre hässliche Visage, doch Clint Eastwood lässt daraus keine bittere Kritik werden, sondern erlaubt einen rührenden, emotional aufrichtigen Einblick in geschundene Seelen. Hilary Swank ist als Hauptdarstellerin ohne jeden Zweifel eine Urgewalt.

Children of Men (Alfonso Cuarón, 2006)
- Der beste Actionfilm der 2000er brilliert in minutenlangen Gefechten und Verfolgungsjagden, die ohne sichtbaren Schnitt gefilmt sind. Sie sorgen für maximale Immersion in eine pervertierte, dystopische Neu-Interpretation der christlichen Weihnachtsgeschichte. Ein geradliniger, finsterer Sog in die Apokalypse ist das Resulltat. Dem zu entkommen ist für die Charaktere und den Zuschauer unmöglich.

Seraphim Falls (David von Ancken, 2006)
- Ein Mann (Liam Neeson) jagt einen anderen (Pierce Brosnan). Warum erfährt man in diesem Western erst sehr spät, wichtig ist es aber kaum. Es geht eher ums Grundsätzliche: Um Männer, die durch die nackte Natur hetzen, die vom Hass zerfressen sind, denen die Wüste den Verstand malträtiert. Ein wortkarges, schonungsloses Epos. Eindringlich gespielt, von John Toll bemerkenswert gefilmt.

Abbitte (Joe Wright, 2007)
- Opulente Romanverfilmung, in visuellen Details erfinderisch: Faszinierend gerät eine lange Plansequenz über den mit Soldaten gefüllten Strand von Dünkirchen während des Zweiten Weltkriegs, eine Sexszene zwischen Keira Knightley und James McAvoy ist ein Höhepunkt der Montage. Leidenschaftliches Drama mit fesselnden Dialogen und einer so geistreichen wie auch arg deprimierenden Auflösung.

Ratatouille (Brad Bird, 2007)
- Kunstvoll bedienen die Pixar-Visionäre verschiedene Genres in spielerischer Leichtigkeit: Das animierte Abenteuer einer kochenden Ratte ist zugleich Actionfilm, Melodram, Kunstfilm und Stummfilm-Komödie, vor allem aber eine Ode an künstlerischen Schaffensdrang. Ironisch: Trotz modernster Tricktechnik ist dieses famose Stück Film im Kern dem Kino der 1930er näher als der Jetztzeit.

No Country for Old Men (Joel & Ethan Coen, 2007)
- Das Kinomeisterwerk unserer Zeit. Melancholie und Fatalismus dominieren den Neo-Western, den Drei-Personen-Thriller, über den Jäger und den Gejagten, und den alten Mann von außen, der über die neuen Dimensionen der Grausamkeit in der Welt nur resignieren kann. Ein beängstigend großartiger Film, der die dunkelsten Ecken der menschlichen Seele erforscht. Joel & Ethan Coen übertrafen sich selbst.

Across the Universe (Julie Taymor, 2007)
- Ein Jukebox-Musical mit Songs der Beatles – kann das gutgehen? Es kann! Dieser schwungvolle und äußerst artistisch inszenierte Film entführt in eine 1960er-Traumwelt, interpretiert die über 30 Songs der britischen Pilzköpfe auf virtuose Weise neu und wirft für die ganz schrägen Nummern eine Ladung LSD ein. Für Fans der Beatles ein Muss, aber auch für jeden sonst ein einziger Rausch.

Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis (Edgar Wright, 2007)
- Maximale Aufmerksamkeit von Nöten, denn der Ausflug in eine Buddy-Cop-Parodie von Simon Pegg & Nick Frost ist bis zum Rand gefüllt mit Anspielungen, Wortwitzen und visueller Komik, sodass die genial ausgetüftelte Handlung, deren großer Twist zehn Jahre zu früh die Brexit-Generation Großbritanniens vorführte, beinahe an einem vorbeirast. Also anschallen und ab ins Vergnügen!

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (Andrew Dominik, 2007)
- Ein künstlerisches Drama der Entschleunigung, ein Psychogramm zweier Männer, von denen einer unter einem Mythos leidet, dem der andere erlegen ist. In gewaltigen Bildern hinterfragt das desillusionierende, lyrische Epos die Konventionen des Western-Genres, die anmutige Kamera von Roger Deakins zeichnet derweil ein todessehnsüchtiges Bild eines innerlich kaputten Amerikas.

Dame, König, As, Spion (Tomas Alfredson, 2011)
- Nervenzerfetzend spannender, paradigmatischer Thriller mit vielen überraschenden Wendungen, zugleich aber auch stylische Dekonstruktion des Agentenfilm-Genres. Mit beeindruckendem Tempo wird eine moralisch stark ambivalente Geschichte um Verrat, Loyalität und Patriotismus erzählt, die in klugen Analogien den ideologischen Verfall des Westens kompromisslos versinnbildlicht.

Inside Llewyn Davis (Joel & Ethan Coen, 2013)
- So nah beieinander lagen Tristesse, Tragik und Komik selbst bei den Coen-Brüdern noch nie. Sie widmen sich einem liebenswerten Loser, einem verkannten (und fiktiven) Genie der Folk-Musik, der es nie zum Weltruhm schaffte und an seiner Passion zerbrach. Außergewöhnliche Liebeserklärung an alle Verlierer des Systems, an übersehene Künstler, mit fantastischen Gesangseinlagen.

Porträt einer jungen Frau in Flammen (Céline Sciamma, 2019)
- Grandioses französisches Liebesdrama um die Suche nach präsenter Weiblichkeit in einem engstirnigen Patriarchat. Die geheime, sinnliche Affäre zweier Frauen im Jahre 1770 ist ein Gefecht der Blicke, des Verlangens, des eigenen Ausdrucks. Hinreißend gespielt, vor eindrucksvoller Naturkulisse. Ein Film der großen Gefühle, die im Kleinen verborgen und ausgedrückt werden müssen.

Die Liste im "Überblick":
Spoiler
1. M (Fritz Lang, 1931)
2. Scarface (Howard Hawks, 1932)
3. Robin Hood, König der Vagabunden (Michael Curtiz & William Keighley, 1938)
4. Der Zauberer von Oz (Victor Fleming, 1939)
5. Bambi (David Hand, 1942)
6. Casablanca (Michael Curtiz, 1942)
7. Berüchtigt (Alfred Hitchcock, 1946)
8. Ist das Leben nicht schön? (Frank Capra, 1946)
9. Der dritte Mann (Carol Reed, 1949)
10. Adel verpflichtet (Robert Hamer, 1949)
11. Zwölf Uhr mittags (Fred Zinnemann, 1952)
12. Du sollst mein Glücksstern sein (Gene Kelly / Stanley Donen, 1952)
13. Der schwarze Falke (John Ford, 1956)
14. Die Brücke am Kwai (David Lean, 1957)
15. Die 12 Geschworenen (Sidney Lumet, 1957)
16. Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Alfred Hitchcock, 1958)
17. Im Zeichen des Bösen (Orson Welles, 1958)
18. Der unsichtbare Dritte (Alfred Hitchcock, 1959)
19. Nur die Sonne war Zeuge (Réne Clément, 1960)
20. Haie der Großstadt (Robert Rossen, 1961)
21. Lawrence von Arabien (David Lean, 1962)
22. Gesprengte Ketten (John Sturges, 1963)
23. Liebesgrüße aus Moskau (Terence Young, 1963)
24. Die Vögel (Alfred Hitchcock, 1963)
25. Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Stanley Kubrick, 1964)
26. Die Strohpuppe (Basil Dearden, 1964)
27. Für eine Handvoll Dollar (Sergio Leone, 1964)
28. Feuerball (Terence Young, 1965)
29. Doktor Schiwago (David Lean, 1965)
30. Für ein paar Dollar mehr (Sergio Leone, 1965)
31. Der Flug des Phoenix (Robert Aldrich, 1965)
32. Zwei glorreiche Halunken (Sergio Leone, 1966)
33. 2001: Odyssee im Weltraum (Stanley Kubrick, 1968)
34. Rosemaries Baby (Roman Polański, 1968)
35. Der Löwe im Winter (Anthony Harvey, 1968)
36. Spiel mir das Lied vom Tod (Sergio Leone, 1968)
37. Waterloo (Sergei Bondartschuk, 1970)
38. Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (Dario Argento, 1970)
39. Barquero (Gordon Douglas, 1970)
40. Little Big Man (Arthur Penn, 1970)
41. Vier im roten Kreis (Jean-Pierre Melville, 1970)
42. Dirty Harry (Don Siegel, 1971)
43. Der Pate (Francis Ford Coppola, 1972)
44. Beim Sterben ist jeder der Erste (John Boorman, 1972)
45. Mein Name ist Nobody (Tonino Valerii, 1973)
46. Chinatown (Roman Polański, 1974)
47. Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3 (Joseph Sargent, 1974)
48. Der Pate: Teil 2 (Francis Ford Coppola, 1974)
49. Der Wind und der Löwe (John Milius, 1975)
50. Der weiße Hai (Steven Spielberg, 1975)
51. Der Mann, der König sein wollte (John Huston, 1975)
52. Robin und Marian (Richard Lester, 1976)
53. Network (Sidney Lumet, 1976)
54. Der Stadtneurotiker (Woody Allen, 1977)
55. Der Spion, der mich liebte (Lewis Gilbert, 1977)
56. Die durch die Hölle gehen (Michael Cimino, 1978)
57. Alien (Ridley Scott, 1979)
58. Apocalypse Now: Final Cut (Francis Ford Coppola, 1979 – 2019)
59. Der Sinn des Lebens (Terry Jones, 1983)
60. Paris, Texas (Wim Wenders, 1984)
61. Aliens (James Cameron, 1986)
62. Zwei stahlharte Profis (Richard Donner, 1987)
63. The Untouchables (Brian De Palma, 1987)
64. Stirb langsam (John McTiernan, 1988)
65. Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (Steven Spielberg, 1989)
66. Miller’s Crossing (Joel & Ethan Coen, 1990)
67. Jagd auf Roter Oktober (John McTiernan, 1990)
68. Das Russland-Haus (Fred Schepisi, 1990)
69. GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (Martin Scorsese, 1990)
70. Das Schweigen der Lämmer (Jonathan Demme, 1991)
71. JFK: Tatort Dallas (Oliver Stone, 1991)
72. Robin Hood: König der Diebe (Kevin Reynolds, 1991)
73. Barton Fink (Joel & Ethan Coen, 1991)
74. Glengarry Glen Ross (James Foley, 1992)
75. Erbarmungslos (Clint Eastwood, 1992)
76. Reservoir Dogs (Quentin Tarantino, 1992)
77. Basic Instinct (Paul Verhoeven, 1992)
78. Léon – Der Profi (Luc Besson, 1994)
79. Pulp Fiction (Quentin Tarantino, 1994)
80. Showgirls (Paul Verhoeven, 1995)
81. Die Brücken am Fluß (Clint Eastwood, 1995)
82. The Rock: Fels der Entscheidung (Michael Bay, 1996)
83. The Big Lebowski (Joel & Ethan Coen, 1998)
84. Zug des Lebens (Radu Mihăileanu, 1998)
85. Eyes Wide Shut (Stanley Kubrick, 1999)
86. Mulholland Drive (David Lynch, 2001)
87. Master & Commander – Bis ans Ende der Welt (Peter Weir, 2003)
88. Coffee and Cigarettes (Jim Jarmusch, 2003)
89. Million Dollar Baby (Clint Eastwood, 2004)
90. Children of Men (Alfonso Cuarón, 2006)
91. Seraphim Falls (David von Ancken, 2006)
92. Abbitte (Joe Wright, 2007)
93. Ratatouille (Brad Bird, 2007)
94. No Country for Old Men (Joel & Ethan Coen, 2007)
95. Across the Universe (Julie Taymor, 2007)
96. Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis (Edgar Wright, 2007)
97. Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (Andrew Dominik, 2007)
98. Dame, König, As, Spion (Tomas Alfredson, 2011)
99. Inside Llewyn Davis (Joel & Ethan Coen, 2013)
100. Porträt einer jungen Frau in Flammen (Céline Sciamma, 2019)

Lobenswerte Erwähnungen:
Der Mann, der zuviel wusste (Alfred Hitchcock, 1934)
Verdammt in alle Ewigkeit (Fred Zinnemann, 1953)
Asphalt-Cowboy (John Schlesinger, 1969)
Der Tod kennt keine Wiederkehr (Robert Altman, 1973)
Sunshine (Danny Boyle, 2007)
Der Mann, der niemals lebte (Ridley Scott, 2008)
Prejudice always obscures the truth.

Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

85
Casino Hille hat geschrieben: 11. Mai 2021 11:37Letztendlich habe ich oft das Gefühl, bei mir kommen da am Ende nur Aufzählungen von Klassikern heraus, die eh jeder kennt und von denen jeder weiß, dass sie toll sind, aber sei es drum! :)
Die Filme in deiner Liste sind meindes Empfindens aber zurecht Klassiker, und der Großteil davon würde auch in einer Top 100 von mir auftauchen.
Warum sollte man einen guten Film, den man mag, extra nicht auflisten, weil er bereits einen bestimmten Stempel von der Öffentlichkeit bekommen hat?
Es geht ja nicht um eine Top 100 an Geheimtipps, in der Klassiker gezielt nicht genannt werden dürfen. ;-)

Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

86
Tja, was soll man sagen - wenig überraschend (aber muss es ja auch nicht sein), viel sehr Gutes bis Exzellentes, noch mehr das ich nicht gesehen habe und einiges, das lange her ist. Die grösste Überraschung ist für mich die völlige Abwesenheit eines Peckinpah-Films. Oder wurde hier schlicht der Sam vergessen?

Hier wären mal meine Einschätzungen aus dem Gedächtnis heraus, auch wenn ich Filme mit Namen wie "Du sollst mein Glücksstern sein", "Zwei Glorreiche Halunken", "Beim Sterben ist jeder der Erste" oder "Zwei Abgewichste Profis" am liebsten gar nicht kennen würde...
Spoiler
1. M (Fritz Lang, 1931)
2. Scarface (Howard Hawks, 1932)
3. Robin Hood, König der Vagabunden (Michael Curtiz / William Keighley, 1938)
4. Der Zauberer von Oz (Victor Fleming, 1939)
5. Bambi (David Hand, 1942)
6. Casablanca (Michael Curtiz, 1942) 9
7. Berüchtigt (Alfred Hitchcock, 1946) 9
8. Ist das Leben nicht schön? (Frank Capra, 1946) 9,5
9. Der dritte Mann (Carol Reed, 1949) 9
10. Adel verpflichtet (Robert Hamer, 1949)
11. Zwölf Uhr mittags (Fred Zinnemann, 1952) 8
12. Du sollst mein Glücksstern sein (Gene Kelly / Stanley Donen, 1952) 9 *Titelwürg*
13. Der schwarze Falke (John Ford, 1956) 8
14. Die Brücke am Kwai (David Lean, 1957)
15. Die 12 Geschworenen (Sidney Lumet, 1957) 9
16. Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Alfred Hitchcock, 1958) 10
17. Im Zeichen des Bösen (Orson Welles, 1958)
18. Der unsichtbare Dritte (Alfred Hitchcock, 1959) 9,5
19. Nur die Sonne war Zeuge (Réne Clément, 1960)
20. Haie der Großstadt (Robert Rossen, 1961)
21. Lawrence von Arabien (David Lean, 1962)
22. Gesprengte Ketten (John Sturges, 1963)
23. Liebesgrüße aus Moskau (Terence Young, 1963) 8
24. Die Vögel (Alfred Hitchcock, 1963) 8
25. Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Stanley Kubrick, 1964) 8
26. Die Strohpuppe (Basil Dearden, 1964)
27. Für eine Handvoll Dollar (Sergio Leone, 1964) 8
28. Feuerball (Terence Young, 1965) 8
29. Doktor Schiwago (David Lean, 1965)
30. Für ein paar Dollar mehr (Sergio Leone, 1965) 9
31. Der Flug des Phoenix (Robert Aldrich, 1965)
32. Zwei glorreiche Halunken (Sergio Leone, 1966) 10 *Titelwürg*
33. 2001: Odyssee im Weltraum (Stanley Kubrick, 1968) 12
34. Rosemaries Baby (Roman Polański, 1968) 8,5
35. Der Löwe im Winter (Anthony Harvey, 1968)
36. Spiel mir das Lied vom Tod (Sergio Leone, 1968) 12
37. Waterloo (Sergei Bondartschuk, 1970)
38. Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (Dario Argento, 1970) 7,5
39. Barquero (Gordon Douglas, 1970) 7
40. Little Big Man (Arthur Penn, 1970)
41. Vier im roten Kreis (Jean-Pierre Melville, 1970)
42. Dirty Harry (Don Siegel, 1971) 8,5
43. Der Pate (Francis Ford Coppola, 1972) 10
44. Beim Sterben ist jeder der Erste (John Boorman, 1972) 8
45. Mein Name ist Nobody (Tonino Valerii, 1973)
46. Chinatown (Roman Polański, 1974) 9
47. Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3 (Joseph Sargent, 1974)
48. Der Pate: Teil 2 (Francis Ford Coppola, 1974) 10
49. Der Wind und der Löwe (John Milius, 1975) 9
50. Der weiße Hai (Steven Spielberg, 1975) 8
51. Der Mann, der König sein wollte (John Huston, 1975)
52. Robin und Marian (Richard Lester, 1976)
53. Network (Sidney Lumet, 1976) 6 (ewig her)
54. Der Stadtneurotiker (Woody Allen, 1977) 7 (ewig her)
55. Der Spion, der mich liebte (Lewis Gilbert, 1977) 9,5
56. Die durch die Hölle gehen (Michael Cimino, 1978) 9,5
57. Alien (Ridley Scott, 1979) 9
58. Apocalypse Now: Final Cut (Francis Ford Coppola, 1979 – 2019) 8 (nur Redux-Cut, ewig her)
59. Der Sinn des Lebens (Terry Jones, 1983) 4 (ewig her)
60. Paris, Texas (Wim Wenders, 1984) 9
61. Aliens (James Cameron, 1986) 8
62. Zwei stahlharte Profis (Richard Donner, 1987)
63. The Untouchables (Brian De Palma, 1987) 8
64. Stirb langsam (John McTiernan, 1988) 8 (ewig her)
65. Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (Steven Spielberg, 1989) 8 (ewig her)
66. Miller’s Crossing (Joel & Ethan Coen, 1990) 9 (ewig her)
67. Jagd auf Roter Oktober (John McTiernan, 1990)
68. Das Russland-Haus (Fred Schepisi, 1990)
69. GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (Martin Scorsese, 1990) 9,5
70. Das Schweigen der Lämmer (Jonathan Demme, 1991) 7,5
71. JFK: Tatort Dallas (Oliver Stone, 1991)
72. Robin Hood: König der Diebe (Kevin Reynolds, 1991) 7,5
73. Barton Fink (Joel & Ethan Coen, 1991)
74. Glengarry Glen Ross (James Foley, 1992)
75. Erbarmungslos (Clint Eastwood, 1992) 9
76. Reservoir Dogs (Quentin Tarantino, 1992) 9
77. Basic Instinct (Paul Verhoeven, 1992)
78. Léon – Der Profi (Luc Besson, 1994) 8,5
79. Pulp Fiction (Quentin Tarantino, 1994) 8
80. Showgirls (Paul Verhoeven, 1995)
81. Die Brücken am Fluß (Clint Eastwood, 1995) 10
82. The Rock: Fels der Entscheidung (Michael Bay, 1996)
83. The Big Lebowski (Joel & Ethan Coen, 1998) 9
84. Zug des Lebens (Radu Mihăileanu, 1998)
85. Eyes Wide Shut (Stanley Kubrick, 1999) 9
86. Mulholland Drive (David Lynch, 2001) 12
87. Master & Commander – Bis ans Ende der Welt (Peter Weir, 2003)
88. Coffee and Cigarettes (Jim Jarmusch, 2003)
89. Million Dollar Baby (Clint Eastwood, 2004) 8,5
90. Children of Men (Alfonso Cuarón, 2006)
91. Seraphim Falls (David von Ancken, 2006) 6 (ewig her)
92. Abbitte (Joe Wright, 2007)
93. Ratatouille (Brad Bird, 2007)
94. No Country for Old Men (Joel & Ethan Coen, 2007) 8,5
95. Across the Universe (Julie Taymor, 2007) 9,5
96. Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis (Edgar Wright, 2007) 9,5 *Mega-Titelwürg*
97. Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (Andrew Dominik, 2007)
98. Dame, König, As, Spion (Tomas Alfredson, 2011) 5 (ewig her)
99. Inside Llewyn Davis (Joel & Ethan Coen, 2013)
100. Porträt einer jungen Frau in Flammen (Céline Sciamma, 2019) 9,5

Lobenswerte Erwähnungen:
Der Mann, der zuviel wusste (Alfred Hitchcock, 1934)
Verdammt in alle Ewigkeit (Fred Zinnemann, 1953)
Asphalt-Cowboy (John Schlesinger, 1969)
Der Tod kennt keine Wiederkehr (Robert Altman, 1973)
Sunshine (Danny Boyle, 2007)
Der Mann, der niemals lebte (Ridley Scott, 2008) 7
We'll always have Marburg

Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

87
Schöne Liste, fast so langweilig wie meine. :lol: Spass beiseite, das liest sich doch (fast) alles sehr vernünftig, wobei interessant ist, dass die 50er und 80er Jahre quantitativ unterrepräsentiert scheinen. Und weil es so Spass macht gleich auch mal von mir das gute alte Notenspielchen... :D
Casino Hille hat geschrieben: 11. Mai 2021 11:37
Spoiler
1. M (Fritz Lang, 1931) 9
2. Scarface (Howard Hawks, 1932) 5
3. Robin Hood, König der Vagabunden (Michael Curtiz / William Keighley, 1938) 7,5
4. Der Zauberer von Oz (Victor Fleming, 1939) 7,5
5. Bambi (David Hand, 1942) 7
6. Casablanca (Michael Curtiz, 1942) 9
7. Berüchtigt (Alfred Hitchcock, 1946) 9
8. Ist das Leben nicht schön? (Frank Capra, 1946) 8
9. Der dritte Mann (Carol Reed, 1949) 5,5
10. Adel verpflichtet (Robert Hamer, 1949) 5
11. Zwölf Uhr mittags (Fred Zinnemann, 1952) 7
12. Du sollst mein Glücksstern sein (Gene Kelly / Stanley Donen, 1952) -
13. Der schwarze Falke (John Ford, 1956) 8,5
14. Die Brücke am Kwai (David Lean, 1957) 10
15. Die 12 Geschworenen (Sidney Lumet, 1957) 8
16. Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Alfred Hitchcock, 1958) 10
17. Im Zeichen des Bösen (Orson Welles, 1958) 6,5
18. Der unsichtbare Dritte (Alfred Hitchcock, 1959) 10
19. Nur die Sonne war Zeuge (Réne Clément, 1960) 6,5
20. Haie der Großstadt (Robert Rossen, 1961) 8
21. Lawrence von Arabien (David Lean, 1962) 8,5
22. Gesprengte Ketten (John Sturges, 1963) 9
23. Liebesgrüße aus Moskau (Terence Young, 1963) 9
24. Die Vögel (Alfred Hitchcock, 1963) 8
25. Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (Stanley Kubrick, 1964) 3
26. Die Strohpuppe (Basil Dearden, 1964) 8
27. Für eine Handvoll Dollar (Sergio Leone, 1964) 8
28. Feuerball (Terence Young, 1965) 7
29. Doktor Schiwago (David Lean, 1965) 8,5
30. Für ein paar Dollar mehr (Sergio Leone, 1965) 8,5
31. Der Flug des Phoenix (Robert Aldrich, 1965) 9,5
32. Zwei glorreiche Halunken (Sergio Leone, 1966) 10
33. 2001: Odyssee im Weltraum (Stanley Kubrick, 1968) 7,5
34. Rosemaries Baby (Roman Polański, 1968) 7,5
35. Der Löwe im Winter (Anthony Harvey, 1968) 4
36. Spiel mir das Lied vom Tod (Sergio Leone, 1968) 8
37. Waterloo (Sergei Bondartschuk, 1970) 10
38. Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (Dario Argento, 1970) 9
39. Barquero (Gordon Douglas, 1970) 6,5
40. Little Big Man (Arthur Penn, 1970) 6,5
41. Vier im roten Kreis (Jean-Pierre Melville, 1970) 8
42. Dirty Harry (Don Siegel, 1971) 9,5
43. Der Pate (Francis Ford Coppola, 1972) 10
44. Beim Sterben ist jeder der Erste (John Boorman, 1972) 9
45. Mein Name ist Nobody (Tonino Valerii, 1973) 4
46. Chinatown (Roman Polański, 1974) 9
47. Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3 (Joseph Sargent, 1974) 8,5
48. Der Pate: Teil 2 (Francis Ford Coppola, 1974) 10
49. Der Wind und der Löwe (John Milius, 1975) 9,5
50. Der weiße Hai (Steven Spielberg, 1975) 10
51. Der Mann, der König sein wollte (John Huston, 1975) 8
52. Robin und Marian (Richard Lester, 1976) 7,5
53. Network (Sidney Lumet, 1976) 7,5
54. Der Stadtneurotiker (Woody Allen, 1977) 10
55. Der Spion, der mich liebte (Lewis Gilbert, 1977) 9
56. Die durch die Hölle gehen (Michael Cimino, 1978) 10
57. Alien (Ridley Scott, 1979) 9
58. Apocalypse Now: Final Cut (Francis Ford Coppola, 1979 – 2019) 6,5
59. Der Sinn des Lebens (Terry Jones, 1983) -
60. Paris, Texas (Wim Wenders, 1984) 4,5
61. Aliens (James Cameron, 1986) 9
62. Zwei stahlharte Profis (Richard Donner, 1987) 9
63. The Untouchables (Brian De Palma, 1987) 8,5
64. Stirb langsam (John McTiernan, 1988) 8,5
65. Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (Steven Spielberg, 1989) 10
66. Miller’s Crossing (Joel & Ethan Coen, 1990) 6
67. Jagd auf Roter Oktober (John McTiernan, 1990) 9
68. Das Russland-Haus (Fred Schepisi, 1990) 10
69. GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia (Martin Scorsese, 1990) 8
70. Das Schweigen der Lämmer (Jonathan Demme, 1991) 9,5
71. JFK: Tatort Dallas (Oliver Stone, 1991) 7
72. Robin Hood: König der Diebe (Kevin Reynolds, 1991) 6,5
73. Barton Fink (Joel & Ethan Coen, 1991) 6
74. Glengarry Glen Ross (James Foley, 1992) 8,5
75. Erbarmungslos (Clint Eastwood, 1992) 8
76. Reservoir Dogs (Quentin Tarantino, 1992) 8,5
77. Basic Instinct (Paul Verhoeven, 1992) 9
78. Léon – Der Profi (Luc Besson, 1994) 8
79. Pulp Fiction (Quentin Tarantino, 1994) 8,5
80. Showgirls (Paul Verhoeven, 1995) 6,5
81. Die Brücken am Fluß (Clint Eastwood, 1995) 10
82. The Rock: Fels der Entscheidung (Michael Bay, 1996) 6
83. The Big Lebowski (Joel & Ethan Coen, 1998) 9
84. Zug des Lebens (Radu Mihăileanu, 1998) -
85. Eyes Wide Shut (Stanley Kubrick, 1999) 6
86. Mulholland Drive (David Lynch, 2001) 8,5
87. Master & Commander – Bis ans Ende der Welt (Peter Weir, 2003) 9
88. Coffee and Cigarettes (Jim Jarmusch, 2003) -
89. Million Dollar Baby (Clint Eastwood, 2004) 8,5
90. Children of Men (Alfonso Cuarón, 2006) 7
91. Seraphim Falls (David von Ancken, 2006) 6,5
92. Abbitte (Joe Wright, 2007) -
93. Ratatouille (Brad Bird, 2007) -
94. No Country for Old Men (Joel & Ethan Coen, 2007) 8,5
95. Across the Universe (Julie Taymor, 2007) -
96. Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis (Edgar Wright, 2007) 7
97. Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (Andrew Dominik, 2007) 2,5
98. Dame, König, As, Spion (Tomas Alfredson, 2011) 4
99. Inside Llewyn Davis (Joel & Ethan Coen, 2013) 6,5
100. Porträt einer jungen Frau in Flammen (Céline Sciamma, 2019) -

Lobenswerte Erwähnungen:
Der Mann, der zuviel wusste (Alfred Hitchcock, 1934) 6
Verdammt in alle Ewigkeit (Fred Zinnemann, 1953) 7
Asphalt-Cowboy (John Schlesinger, 1969) 6,5
Der Tod kennt keine Wiederkehr (Robert Altman, 1973) 9
Sunshine (Danny Boyle, 2007) 5,5
Der Mann, der niemals lebte (Ridley Scott, 2008) 7
GoldenProjectile hat geschrieben: 11. Mai 2021 14:06 Hier wären mal meine Einschätzungen aus dem Gedächtnis heraus, auch wenn ich Filme mit Namen wie "Du sollst mein Glücksstern sein", "Zwei Glorreiche Halunken", "Beim Sterben ist jeder der Erste" oder "Zwei Abgewichste Profis" am liebsten gar nicht kennen würde...

14. Die Brücke am Kwai (David Lean, 1957)

21. Lawrence von Arabien (David Lean, 1962)

29. Doktor Schiwago (David Lean, 1965)
Amtliche Verfügung: abschätzige Bemerkungen über glorreiche deutsche Titel-Legenden sind ab sofort erst wieder erlaubt sofern mindestens ein Lean-Film gesehen wurde! :mrgreen:
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

88
Auch die Wertungen des Kollegen Anatol sind aufschlussreich! Ein paar haben offenbar gelitten (#Justice4HotFuzz aber auch FRWL). Und...
GoldenProjectile hat geschrieben: 11. Mai 2021 14:06 63. The Untouchables (Brian De Palma, 1987) 8
AnatolGogol hat geschrieben: 11. Mai 2021 14:23 63. The Untouchables (Brian De Palma, 1987) 8,5
Witzig, das war doch einst noch andersrum und ich wollte Bekehrungsarbeit leisten.
AnatolGogol hat geschrieben: 11. Mai 2021 14:23 12. Du sollst mein Glücksstern sein (Gene Kelly, 1952) -
Ach komm, es tut (bis auf den deutschen Titel) auch gar nicht weh! :D
Spoiler
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Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

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AnatolGogol hat geschrieben: 11. Mai 2021 14:23das liest sich doch (fast) alles sehr vernünftig, wobei interessant ist, dass die 50er und 80er Jahre quantitativ unterrepräsentiert scheinen
Hehe, da konnte er sich das "fast" nicht verkneifen. :wink:

Ja, die 80er sind wirklich stark unterrepräsentiert. Auch in meinem Blu-ray-Regal ist das Jahrzehnt enorm überschaubar. Keine Ahnung, woran das eigentlich so genau liegt, einen konkreten Grund kann ich dafür nicht ausmachen. Allerdings habe ich immerhin bei der Vorüberlegung u.a. Filme wie "E.T.", "The King of Comedy", "The Killing Fields", "Mosquito Coast" und "Die Braut des Prinzen" in Betracht gezogen, andere hatten dann nur eben den knappen Vorzug. Liegt mir das "Kino der 70er" und das "Kino der 90er" (um es mal so vereinfachen) im Vergleich wirklich mehr? Hab ich so eigentlich nie ausmachen können, aber vielleicht ist da in der Summe ja etwas dran. Wer weiß …
GoldenProjectile hat geschrieben: 11. Mai 2021 14:06Die grösste Überraschung ist für mich die völlige Abwesenheit eines Peckinpah-Films. Oder wurde hier schlicht der Sam vergessen?
Ich hab doch statt Bloody Sam schon Michael Bayhem drauf. Also wenn das nichts ist … :mrgreen:
Außerdem findet er in einem der 100 Filme direkt Erwähnung: "That's a beautiful name in Navajo."
Prejudice always obscures the truth.

Re: Die persönliche Top-100 Eurer Lieblingsfilme

90
AnatolGogol hat geschrieben: 11. Mai 2021 14:23 wobei interessant ist, dass die 50er und 80er Jahre quantitativ unterrepräsentiert scheinen.
Naja, nicht so unterrepräsentiert wie die 2010er Jahre :D

In der neueren Zeit hätte ich noch "The Dark Knight" und vor allem "Inglorious Basterds" erwartet, bei letzterem erinnere ich mich auch an eine 11/10er Wertung. Vergibst du die häufiger als 100 Mal Hille?
"You only need to hang mean bastards, but mean bastards you need to hang."