Re: Zuletzt gesehener Film

9811
Maibaum hat geschrieben: 15. Februar 2021 17:03 so wie es generell wenig Sinn macht von Einzelfällen auf das Ganze zu schließen.
Ich sage ja auch nicht, dass es immer so ist, aber in den genannten Fällen ist eben trotzdem was ganz tolles (um nicht zu sagen: Meisterwerke) draus geworden.
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"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Zuletzt gesehener Film

9813
Maibaum hat geschrieben: 15. Februar 2021 17:15 mehr Chaos bei Dreharbeiten geht nicht ...
Hab ich sowas geschrieben? Natürlich geht immer auch mehr Chaos, aber wenn man sich die genannten Filme ansieht, würde man als nicht informierter Zuschauer eben denken, dass alles, was man da sieht, genauso geplant war, weil es eben so perfekt ist. Und das ist in diesen drei Fällen eben nicht der Fall. Die Umstände, die am Set herrschten, haben sich überhaupt nicht auf das Endprodukt niedergeschlagen und vielleicht hatten sie an machen Stellen sogar noch einen positiven Einfluss.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9814
Samedi hat geschrieben: 15. Februar 2021 17:07
Maibaum hat geschrieben: 15. Februar 2021 17:03 so wie es generell wenig Sinn macht von Einzelfällen auf das Ganze zu schließen.
Ich sage ja auch nicht, dass es immer so ist, aber in den genannten Fällen ist eben trotzdem was ganz tolles (um nicht zu sagen: Meisterwerke) draus geworden.
Aber "oft" hast du gesagt, und das halte ich für falsch, und in 2 der 3 genannten Fälle sehe ich weder Chaos noch allzu große Probleme, und das was diese beiden Filme groß machte (auch wenn Für eine Handvoll Dollar kein Meisterwerk ist) hat für mich nichts mit Problemen zu tun, sondern mit Inspiration. Und generell ist auch eher Inspiration und Intiution für "Großes" verantwortlich als Improvisation oder eben Chaos.

Und in 2 der 3 Fälle sehe ich ja nicht mal das Meisterwerk, und ob SW seinen Erfolg auf Grund von großen Problemen oder gar Chaos hatte sei von mir ebenfalls angezweifelt angesichts deiner anderen 2 Beispiele. Aber da müssen andere hier drüber urteilen, da ich mich dafür zu wenig interessiere.

Re: Zuletzt gesehener Film

9815
Maibaum hat geschrieben: 15. Februar 2021 17:25 Und in 2 der 3 Fälle sehe ich ja nicht mal das Meisterwerk, und ob SW seinen Erfolg auf Grund von großen Problemen oder gar Chaos hatte sei von mir ebenfalls angezweifelt angesichts deiner anderen 2 Beispiele. Aber da müssen andere hier drüber urteilen, da ich mich dafür zu wenig interessiere.
Ist natürlich immer jedem selbst überlassen, wie man am Ende einen Film bewertet. Für mich sind das schon drei Meisterwerke, obgleich Leone im Anschluss noch viel bessere Filme abgeliefert hat. U. a. auch den für mich besten Film aller Zeiten "Es war einmal in Amerika".
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Re: Zuletzt gesehener Film

9816
Der Schakal (Michael Caton-Jones)

In der zweiten Hälfte der 90er waren Remakes noch deutlich seltener anzutreffen als in der heutigen Zeit, aber dennoch gab es sie. So wagte sich Michael Caton-Jones, der kurz zuvor mit dem atmosphärisch-packenden Rob Roy auf sich aufmerksam gemacht hatte, an Fred Zinnemanns Klassiker "Der Schakal" und spendierte ihm eine zeitgemäße Neu-Interpretation.

Wobei Remake bei Caton-Jones Schakal eigentlich kaum der richtige Begriff ist, denn außer einem titelgebenden Killer und dem Versuch diesen bei seinen Attentatsbemühungen aufzuhalten gibt es keinerlei Berührungspunkte zum Vorgänger von 1973. Und das macht dann auch den Reiz der 90er Vesion aus, nämlich dass er aus einer bekannten Prämisse einen ganz neuen und eigenständigen Film macht. Dabei geht die Neu-Interpretation deutlich weniger subtil vor als der Zinnemann-Schakal und setzt viel mehr auf vordergründige, knallige Action und Tempo denn auf ruhig-präzisen Spannungsaufbau.

Die 1997er Version wartet dabei mit einer prominenten Besetzungsriege auf, die ihren Job durch die Bank hervorragend macht. Bruce Willis ist in der Titelrolle zwar weit entfernt von der chamäleonartigen, undurchsichtigen schauspielerischen Glanzleistung des Ur-Schakals Edward Fox, dafür gibt er hier aber eine Gala-Vorstellung in Sachen Coolness. Richard Gere macht als Gegenspieler und Protagonist ebenfalls einen guten Job und punktet wie so oft vor allem durch sein Charisma und seine hohen Sympathiewerte. Schauspielerisch herausragend ist Diane Venora, die mit ihrer eindrucksvollen Darstellung dem Film sogar eine gewisse Tiefe zu verleihen weiss. Und mit dem gewohnt souveränen Sidney Poitier als FBI-ler ist der Schakal dann am Ende sogar sowas wie die inoffizielle Fortsetzung zu Roger Spottiswoodes Survival-Kracher Mörderischer Vorsprung, da Poitier im Grunde mit seiner Rolle direkt an seinen Warren Stantin aus dem früheren Film anknüpft.

Vorwerfen kann man dem 97er Schakal sicher, dass er eigentlich ein recht oberflächlicher Film ist mit vergleichsweise wenig "inneren Werten", aber angesichts seines hohen Unterhaltunsgwertes ist das nicht so wirklich zielführend (da der Film nie mehr sein will als knalliges Popcornkino). Die Dreiecksbeziehung zwischen Willis, Gere und Mathilda May ist auch ziemlich weit hergeholt und unglaubwürdig, aber immerhin effektiv eingebaut und die daraus resultierende Schlusspointe wird sogar recht subtil von langer Hand vorbereitet. Von daher gibt es angesichts des hohen Spass-Faktors eigentlich wenig zu meckern, der 97er Schakal macht auch heute noch ordentlich Laune und ist auch wenn er den Standard des Vorgängers nie erreicht eine würdige, da extrem eigenständige, Neu-Interpretation.

Wertung: 8 / 10
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Re: Zuletzt gesehener Film

9817
Interessant, alter Freund. :) Ich mag den irgendwie auch, obwohl ich damals im Kino etwas enttäuscht war, Bruce ist hier tatsächlich ein Fest mit seiner wölfischen Aura, die Verkleidungen machen Spaß und man hofft beinahe, dass Gere es nicht schafft (zumindest mir geht es jedesmal so). Ich sehe ihn auch als Spaßfilm und Kind seiner Zeit, er ist durch und durch ein 90er Hochglanzstreifen, was ich jetzt nicht abwertend meine. Manches ist etwas cheesig, aber Optik, Darsteller und Tempo reißen es raus. Irgendwie mag ich besonders die Segelszene, kombiniert mit dem insgesamt sehr gelungenen Score von Vielvertoner Carter Burwell. 7/10 allemal
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Re: Zuletzt gesehener Film

9818
Ich hab den damals auch im Kino gesehen und der traf schon ziemlich genau meinen damaligen Geschmack. Ich weiss noch, dass am Abend des Kinobesuchs das mir bis dahin unbekannte Original im TV lief und ich den einprgrammiert und am nächsten Tage dann angeschaut habe. Erstaunlicherweise fand ich den Zinnemann-Film dann nur so lala, irgendwie recht bieder und altmodisch. Das Remake musste in den anschliessenden Jahren aber mit jeder weiteren Sichtung Federn lassen, während ich das Original erst ein paar Jahre später so richtig zu schätzen lernte. Die 97er Version hatte ich nun fast 15 Jahre gar nicht mehr gesehen und um so erfreuter war ich dann gestern, als ich tatsächlich wieder ähnlich begeistert war wie seinerzeit im Kino. :)
vodkamartini hat geschrieben: 20. Februar 2021 11:39 Bruce ist hier tatsächlich ein Fest mit seiner wölfischen Aura, die Verkleidungen machen Spaß und man hofft beinahe, dass Gere es nicht schafft (zumindest mir geht es jedesmal so).
Das geht mir genauso, Bruce ist halt nun mal der Star des Films und die Inszenierung lässt daran ja auch keinen Zweifel. Witzig und auch bezeichnend im Vergleich zum Original finde ich, dass bei Willis Verkleidungen eine auffälliger ist als die andere, dabei sollte der Schakal doch eigentlich daran interessiert sein möglichst unauffällig zu agieren (so wie im 73er Film) . Stattdessen sind Willis Alter Egos lauter Exzentriker (mein liebster ist davon der dicke, kurzatmige Kanadier mit Schnauzer). Gleiches Spiel bei den Waffen der Schakale: während Fox eine Präzisionswaffe benutzt, setzt Willis auf eine grosskalibrige Minikanone. Ist halt alles ein paar Nummern größer und lauter im Remake :)
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Re: Zuletzt gesehener Film

9819
Ja, ich hatte zunächst auch ein wenig Probleme mit dem klotzen statt kleckern im Vergleich zum Original. Damit meine ich aber Buch und nicht Film, den Edward Fox-Thriller fand ich ebenfalls enttäuschend, da ich zuvor den imo ultra-spannenden Roman von Altmeister Frederick Forsyth gelesen hatte. Und dann kam der spröde Zinnemann-Film mit noch dazu einem wie ich fand fehl besetzten Fox. Die Hauptattraktion ist hier Michel Lonsdale als Jäger. Heute mag ich den Film lieber.
Der Vorteil des Remakes ist nun, dass er zwar ebenfalls nicht die enorme Spannung des Romans erreicht, aber auch nur noch die Grundprämisse verwendet und in einer gänzlichen anderen Zeit sowie in einem gänzlich anderen Setting spielt.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9820
Jerry Maguire – Spiel des Lebens (1996) - 2/10

Ein Film voller 2-dimensionaler Pappfiguren, ohne jegliches Gefühl für Pacing und Dramatik.

Den Sternen so nah (2016) - 8,5/10

Unglaublich gute Filmidee unglaublich gut umgesetzt. Emotional fesselnd und brillant fotografiert.
...punk in drublic.

Re: Zuletzt gesehener Film

9822
Revoked hat geschrieben: 12. März 2021 22:39 Bad Spies (2018)
Besser als gedacht. Viel Humor und überraschend harte Action.
5,5/10
Ja, der ist unerwartet launig. Da würde ich sogar auf 7 Punkte gehen.

In der ARD Mediathek "Toni Erdmann" gesehen. Schöner und ungewöhnlicher Film, sehr lustig und teilweise tragisch komisch. Mind. 9 Punkte.
#Marburg2021

Though this be madness, yet there is method in’t
William Shakespeare, Hamlet

Re: Zuletzt gesehener Film

9823
Hudson Hawk (1991)
Wieso solch ein Film? Kein Pacing, keine Spannung, kein.... nix. Schlappe Dialoge, Henchmen, die selbst bei Austin Powers zu albern wären 100min pure Zeitverschwendung.
1/10

Air Force One (1997)
Schöner Petersen-Pathos mit schlechtem CGI. Gute Darsteller, guter Spannungsbogen.
7/10
...punk in drublic.