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von HCN007
Agent
Teil 10:
iHaveCNit: Guardians of the Galaxy (2014)
11.02.2019
2014 war für mich ein starkes Jahr im MCU. Die perfekte Mischung aus ernstem Thriller und spaßigem Space-Adventure. Sowohl „The Return of the First Avenger“ als auch „Guardians of the Galaxy“ sind für mich 2 Meilensteine des Marvel Cinematic Universe. Ich kann mich noch erinnern, als ich „Guardians of the Galaxy“ noch ganz Oldschool auf einem Röhrenfernseher und DVD-Player gesehen gesehen habe. Ein Film, der mich noch für viele Jahre begeistern wird und für mich einer der besten Filme des MCU ist. Sogar die Spitzenposition hat er sehr lange belegt. Aber genau diese Spitzenposition ist aktuell unbesetzt und umkämpft. Gerade als ich so in meinem „Legendary Star-Lord-Shirt“ den Film genieße, fällt mir ein, dass ich hierzu noch keine große Kritik geschrieben habe. Das einzige wirklich schriftlich festgehaltene Wort findet man als Kurzkommentar auf der ofdb. Damals habe ich noch so etwas geschrieben: „Einer der Filme des Jahres 2014 - Hier trifft zum einen Filmkunst auf Unterhaltungsmedium - Selten schafft es ein Film, dass man für einen Haufen abgewrackte Loser Sympathie entwickelt, da ist GOTG ein Film, der das schafft, auch schafft er es - jeden Charaktere eine Entwicklung durchzumachen. Dazu die Oldschool-Inszenierung mit fantastischem Soundtrack und so absolut passendem Humor. Da bleibt mir nur zu sagen. I am Groot !!! 10 / 10 Punkte“ Natürlich kann ich das so nicht stehen lassen und will dem Film ein paar mehr Worte widmen.
Peter Quill kann den Moment nicht ertragen, dass seine Mutter im Krankenhaus gerade stirbt, so dass er aus dem Krankenhaus flüchtet und von einem Raumschiff eingeladen wird. Viele Jahre später findet er auf einem Planeten namens Morag einen geheimnisvollen Orb, an dem viele unterschiedliche Parteien ein Interesse hegen, darunter auch der gefährliche Ronan. Beim Versuch den Orb gewinnbringend zu verhökern, macht er die Bekanntschaft mit der Amazone Gamora, einem Baumwesen namens Groot, dem Waschbären Rocket und kurze Zeit später im Knast den Krieger Drax, die alle ihre eigene persönliche Agenda pflegen und sich im Kampf gegen Ronan verbünden müssen um die Zestörung der Galaxie zu verhindern.
Ein astreines Space-Abenteuer bekommen wir mit Guardians of the Galaxy geliefert, das wirklich zu keiner Sekunde langweilig ist. Der Film bietet eine ausgewogene Mischung aus Drama, Action, Humor und Space-Abenteuer und sowohl der Einsatz von Musik, egal ob durch Tyler Bates oder auch die für den Film genutzten Musikstücke, als auch die popkulturellen nostalgischen Referenzen funktioniert perfekt und geben dem Film als solchen zum aktuellen Zeitpunkt eine eigene individuelle Identität. Optisch baut man eine bereits in „Thor – The Dark Kingdom“ etablierte Space-Oper weiter aus und liefert einen weiteren Einblick in das umfangreiche Universum, in dem sich unsere Marvelhelden bewegen. Effekte-technisch bewegt sich der Film auf einem sehr guten Level. Der Kern des Films ist jedoch die entstehende Dynamik dieser Truppe aus abgewrackten Antihelden und Outlaws und der Film schafft es, dass einem jeder ans Herz wächst, Sympathien geweckt werden und das Zusammenwachsen dieser Gruppe absolut glaubwürdig ist. Gerade da liegt für mich so viel Gefühl, die den Film für mich zu etwas Großartigem werden lässt. Leider muss ich jedoch ein paar Abzüge in der B-Note einfließen lassen, denn das typische übergroße Blockbuster-Finale als auch der Bösewicht wirkt im Vergleich zu den großartigen „Guardians of the Galaxy“ etwas blass und uninspiriert. Dementsprechend kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht die volle Punktzahl geben und ihn auch nicht auf die Spitzenposition legen. Trotzdem bleibt er einer meiner Lieblinge.
„Guardians of the Galaxy“ - Multiple Look – 9/10 Punkte.
Teil 11:
iHaveCNit: Avengers: Age Of Ultron (2015)
15.02.2019
Der April 2015 stand irgendwie im Kino ganz im Zeichen künstlicher Intelligenz. Während Alex Garlands „Ex_Machina“ ein unglaublich spannendes und tiefsinniges Kammerspiel geliefert hat, hat es Marvel sich nicht nehmen lassen, ihren Ansatz einer künstlichen Intelligenz im zweiten Avengers „Age Of Ultron“ in Form eines astreinen Actionblockbusters zu liefern, der in allen Belangen nach dem Motto lebt: „Mehr vom Gleichen“ und „Höher, schneller, weiter“. Bis auf ein paar interessante Ansätze ist Marvel jedoch rein qualitativ Garlands Werk unterlegen und auch innerhalb des MCU wirkt der Film jetzt nicht wie die ganz große Offenbarung.
Bei einem Einsatz in Sokovia gegen Baron Strucker von Hydra lässt Tony Stark das Zepter von Loki mitgehen und dort machen auch die Avengers Bekanntschaft mit den talentierten Zwillingen „Quicksilver“ und „Scarlet Witch“. Wieder in New York angekommen arbeitet Tony Stark zusammen mit Bruce Banner an einem neuen Friedensprogramm. Doch als sich die künstliche Intelligenz namens Ultron selbständig extrahiert und sich mit der ganzen Lage konfrontiert und davon erstmal überfordert scheint, gibt es für Ultron nur noch ein Ziel – Die Auslöschung der Avengers und der ganzen Welt. Somit ist es einmal mehr am Team der Avengers, die Welt zu retten, was sich als nicht ganz einfach entpuppt, da innere Konflikte das Team auseinanderzureißen drohen.
„Age of Ultron“ hat es nicht ganz leicht. So direkt zwischen dem ersten „Avengers“ sowie dem Doppelpack „Infinity War“ und „Endgame“ hat er die klaren Probleme eines Mittelteils. Es wird in AOU viel dafür getan, die Geschichte um die Avengers weiterzuerzählen, den „Civil War“ und den „Infinity War“ vorzubereiten und wichtige neue Charaktere einzuführen. Dazu hangelt sich der Plot von MacGuffin zu MacGuffin und bietet neben sehr vielen guten mitreißenden Actionsequenzen ein Finale, das dem aus dem Vorfilm sehr ähnlich ist. Man spürt, dass der Film von der Teamdynamik lebt, die allerdings nicht mehr ganz so frisch und unverbraucht wirkt wie im Vorgänger. Und leider wirkt Ultron als Antagonist etwas kühl, distanziert und sehr blechern. Mir hat jedoch die mentale Manipulation von Scarlet Witch sehr gut gefallen und wie das die Dynamik des Teams beeinflusst hat und ihre Geschichte hier war wie unter anderem auch der nette Einblick ins Leben von Clint Barton und die tragische, angedeutete Romanze zwischen Bruce Banner und Black Widow für mich das interessanteste, was der Film zu bieten hatte, so dass der Film mich dann doch noch relativ zufrieden entlässt.
„Avengers: Age Of Ultron“ - Multiple Look – 7/10 Punkte.
Teil 12:
Hier krame ich einfach mal meine Review vom letzten Sommer hervor.
iHaveCNit: Ant-Man (2015)
wieder gesehen am 17.02.2019
Bevor es nächste Woche soweit ist und Marvel seinen 20. Film „Ant-Man and The Wasp“ in den deutschen Kinos starten lässt war es für mich an der Zeit, nochmal den ersten Teil „Ant-Man“ zu sichten. „Ant-Man“ war der erste Solofilm der Marvelhelden aus der zweiten Reihe und als 12. Film des MCU zwischen „Age of Ultron“ und „Civil War“ angesiedelt. Ant-Man hat in seiner kreativen und auch sehr belebten Entstehungsphase den Verlust des Regisseurs Edgar Wright zu beklagen gehabt, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat. Danach hat der eher weniger bekannte Regisseur Peyton Reed das Ruder übernommen – aber der kreative Einfluss von Wright ist dennoch immer wieder spürbar und da die Faszination dieses großen Marvelblockbuster definitiv im Kleinen liegt und aus noch einigen anderen Gründen die ich gleich nennen möchte hat es der Film bis heute immer noch geschafft, seinen Platz 4 in meiner Rangliste der Marvelfilme zu halten. Nur beide Teile der „Guardians of the Galaxy“ und der erste „Iron-Man“ befinden sich noch vor „Ant-Man“.
Dr. Hank Pym hat vor Jahrzehnten das Pym-Partikel und einen dafür vorgesehenen Anzug gefertigt, der es durch eine Manipulation der Molekularstruktur ermöglicht, seine Größe variabel anzupassen und hier regelmäßig auf die Größe einer Ameise zu schrumpfen. Nun ist er ein alter Mann und seine Firma wird mittlerweile von Darren Cross geleitet, der seine eigenen Forschungen betreibt und diese Technik auf dem internationalen Markt öffentlich machen möchte. Da Hank Pym jedoch seit der Entwicklung der Technik ein Gegner der Publikation dieser Technik ist, möchte er das verhindern und sucht sich als neuen Träger den talentierten Kleinkriminellen Scott Lang aus, der gerade erst gesessen hat und eigentlich nicht mehr auf den kriminellen Pfad wandeln möchte. Doch durch die Liebe zu seiner Tochter und dem Drang sie dadurch wiedersehen zu können, willigt er ein. Zeit für ein kleines, großes und auch sehr gefährliches Abenteuer für Scott Lang.
Im Grunde ist der Plot eine leicht abgewandelte Kopie des Plots aus dem ersten MCU-Film „Iron Man“. Die Geschichte eines Helden, der die grundsätzlich kapitalistisch orientierten Motive eines Industriellen nicht mit sich selbst und auch gegenüber der Öffentlichkeit nicht verantworten kann ist nicht unbedingt neu, funktioniert aber super. Egal ob es sich um die persönliche Wandlung eines steinreichen Arschlochs und Playboys oder eines talentierten Kleinkriminellen der alles für seine Tochter tun würde handelt. Die Frage ist immer, wie sich ein Film entsprechend abhebt. Und hier bietet „Ant-Man“ genug Ideen. Mir gefällt die ganze Mischung des Films. Egal ob es wir mit einem klassischen Heistmovie mit zusätzlichen Anleihen aus „Mission Impossible“, einer klassischen Superhelden-Origin-Geschichte, einem doppelten Vater-Tochter-Drama und auch einer in Ansätzen angedeuteten Dreiecks-Vater-Sohn-Beziehung. Gerade in der doppelten Vater-Tochter-Beziehung zieht der Film sehr vieles an Humor und auch emotionalem Drama heraus, was dem Film sehr gut tut. Hier leisten sowohl Paul Rudd und Abby Ryder Fortson als auch Evangeline Lilly und Michael Douglas einen guten Job. Und mir gefällt neben der Wandlung von Rudds Lang auch wie er als Fish-Out-Of-Water erstmal Stück für Stück seine Fertigkeiten erlernt und noch viel mehr darüberhinaus kennenlernt. Das führt zu einer recht unterhaltsamen Trainingsmontage im Film und auch der klassische Heistmovieplot sorgt im Film vor allem durch Michael Penas Charakter Louis zu einer der kreativsten und witzigsten Art einer Exposition, die ich bis jetzt in diesem Genre erleben durfte. Auch wenn man im heutigen Kino nahezu in vielen Blockbustern mit CGI erschlagen wird und das auch bei „Ant-Man“ der Fall ist, komme ich zu dem Schluss, dass es gerade hier sehr viel Sinn macht und die visuelle Kreativität des Films unterstreicht. Wer hätte gedacht, dass ein Flug auf einer Ameise inmitten eines kurzgeschlossenen Serverraums wie eine Raumgleiterfahrt in einer futuristischen Großstadt mit Hochhäuserschluchten wirkt oder wieviel Spaß man bei einem Kampf in einem Aktenkoffer oder einer Lokomotive im Kinderzimmer haben kann. Und der Kampf bedingt durch einen Gastauftritt eines bereits vorher etablierten Avenger-Mitglieds ist auch ein cooles und kreatives Actionhighlight des Films. Man sieht, der Film bietet ein tolles und sehr unterhaltsames Rundumpaket und ich bin gespannt was man im 2. Teil nun abgeht. Man hat ja im ersten Teil bereits einen kurzen Ausflug in die Quantenebene unternommen und auch in der Eröffnungssequenz von „Ant-Man“ hat man mit einer sehr glaubwürdigen Verjüngung von Michael Douglas natürlich auch genug Möglichkeiten, die Handlung auf diversen Zeitebenen spielen zu lassen. Dementsprechend erwarte ich nicht unbedingt den großen Überblockbuster wie „Infinity War“ oder auch den für die afroamerikanische Bevölkerung so wichtigen Blockbuster wie „Black Panther“ - sondern eher einen kleineren Actionfilm, der ganz auf die Stärken seines Vorgängers setzt.
„Ant-Man“ - Multiple Look – 9/10 Punkte.
Teil 13:
iHaveCNit: The First Avenger: Civil War (2016)
wieder gesehen am 17.02.2019
An dieser Stelle leicht angepasst meine Review nach der Erstsichtung.
Nach den früheren Ereignissen der Avengers sieht sich die weltweite Politik gezwungen, ein Programm zur politischen Kontrolle der Avengers einzuführen. Dieses Programm spaltet das Team der Avengers und führt zum hauptsächlichen Konflikt zwischen Iron Man und Captain America sowie dem Rest der Avengers.
Vor der Sichtung hatte ich ein paar Befürchtungen und diverse Punkte, die ich kritisieren könnte. Der Chefproduzent von den Marvel Studios heißt Kevin Feige. „Feige“ - ist das allgemeine Stichwort, was ich Marvel Studios zurechnen muss – auch wenn das Wort etwas zu hart ist. Die Plots sind allgemein risikolos an der klassischen Richtung des modernen Kinos orientiert. Die bisherigen Entwicklungen haben kaum direkte Konsequenzen für die Protagonisten gehabt und Captain America ist für mich einer der wohl blassesten Hauptcharakter aus dem MCU. Der Plot ist an sich etwas dünn gesät und bei der Vielzahl an Charakteren kommt das klassische Problem von Ensemblefilmen zu tragen, dass der ein oder andere Charaktere nicht sauber genug herausgearbeitet und in die Handlung integriert worden ist und damit auch genug Screentime erhält. Dementsprechend war für die beiden Regisseure des zweiten Captain-America-Films Anthony und Joe Russo dieser Film eine extreme Mammut-Aufgabe. Und diese Mammut-Aufgabe haben die Russos auf jeden Fall gemeistert. Wie schafft man es, einen dünnen, oberflächlichen Plot in einem Ensemblefilm garantiert locker auszugleichen ? Klar mit den einzelnen Charakteren, deren Hintergründe, die Motivation, die charakterliche Ausarbeitung und die Beziehung der Charaktere untereinander. Der Film nimmt uns mit auf eine extrem gut ausbalancierte Geschichte, bei der die Hintergründe und Emotionen der Charaktere sowie für welche Seite sie sich entscheiden richtig sauber herausgearbeitet wurde und den Kern dieser Geschichte darstellen. Dabei musste man einen bereits eingeführten Charakter und zwei neue Charaktere integrieren – was dem Film auf der Ebene des Humors und der charakterlichen Seite eine gelungene Ergänzung gibt. Rache, Freundschaft, Kontrolle, Verantwortung und Verlust werden als Motive der Konflikte extrem gut und nachvollziehbar integriert. Die Action wurde von den Regisseuren von John Wick, Chad Stahelski und David Leitch inszeniert – welche in diesem Film wirklich beeindruckende Actionsequenzen geschaffen haben, die zwar teilweise hektisch ausfallen, aber extrem gut handgemacht aussehen und nur an den notwendigen Stellen Spezialeffekte erkennen lassen. Es gibt großflächige Schlachten, Verfolgungsjagden und sehr intime Fights, die durch die einzelnen Fähigkeiten der Charaktere sehr kreativ umgesetzt sind und auch für den gewissen Fan-Service sorgen. Der Film ist eine direkte Fortsetzung der Ereignisse aus dem zweiten Captain-America-Film und dem „Avengers: Age of Ultron“, er zeigt Konsequenzen auf und diskutiert auch eine interessante politische Frage nach der Kontrolle von Superhelden. Ebenso wie die Schatten, die die guten Taten der Avengers werfen und zu diversen Agenden von noch nicht bekannten Beteiligten führen, die einen Teil der Avengers auch auf psychologischer Ebene extrem gefährlich werden. Der Film kommt ohne wirklichen Antagonist aus, was dem Film zugute kommt, da bis auf wenige Ausnahmen die Antagonisten bisher sehr blass und austauschbar gewirkt haben. Der richtige Drive in der Story ist der Konflikt der Hauptprotagonisten. Er ist unterhaltsam, spannend, dramatisch, sehr gut erzählt und hatte eine kleine Prise notwendigen Humors.
Nach meiner Erstsichtung im Jahre 2016 hat sich meine eigentliche Wertung von 9 Punkten etwas nach unten korrigiert. Dafür ist der Plot um den von Daniel Brühl gespielten Baron Zemo und dessen Agenda viel zu stark durchkonstruiert um dem Konflikt zwischen Iron Man und Captain America anzuheizen. Und den direkten Vergleich zum zweiten Captain America sowie späteren Ensemblewerken hält dieser Film leider nicht stand.
„The First Avenger: Civil War“ - Multiple Look – 8/10 Punkte.
Teil 14:
Hier packe ich einmal kurz meine Review aus 2016 hervor:
iHaveCNit: Doctor Strange (2016)
wieder gesehen am 19.02.2019
Da ist das Marvel Cinematic Universe bereits beim 14. Film angelangt und das in 8 Jahren seit der Veröffentlichung des 1. Iron Man-Films. Respekt, in einer so rapiden Geschwindigkeit bereits eine solche Anzahl an Filmen hervorzubringen, die mindestens qualitativ überdurchschnittlich sind. Kinoticket Nr. 34 dieses Jahr also ging an „Doctor Strange“. Der Film war schon lange als Pflichttermin vorgemerkt und die Trailer haben schon Lust auf den Film gemacht. Die Vorfreude war entsprechend da – und ich wurde bis auf wenige Kleinigkeiten nicht enttäuscht.
Doch zunächst auf Anfang. In „Doctor Strange“ geht es um den weltbesten Neurochirurgen Dr. Stephen Strange, der nebenbei ein absolutes Arschloch und Lebemann ist, bis bei einem Autounfall seine beiden Hände irreparabel verletzt werden. Da selbst seine medizinische Expertise nicht mehr für eine vollständige Heilung ausreicht, gerät er in eine Sinnkrise, bis ihn ein Tipp in ein Kloster in Kathmandu, Nepal führt – und somit in eine Welt jenseits seiner Vorstellungskraft. Diese Welt hat nicht nur ihre eigenen Regeln, sondern auch Konflikte, in denen Strange eine Rolle spielen wird.
Origin-Storys haben Tradition im Bereich der Superheldenfilme, aber auch in manch anderen Filmen wird man mit der Herkunft seiner Protagonisten narrativ konfrontiert. Die Wahl für Studios bei den Storys für einen neuen Helden endet schließlich in den meisten Fällen immer bei einer Origin-Story, da man somit dem Zuschauer auch die Hintergrundgeschichte zu den entsprechenden neuen Charakteren liefert und sie auch somit in ein filmisches Universum einführt. Den Film dafür zu kritisieren, dass er ein bewährtes und notwendiges Konzept einer Herkunftsgeschichte nutzt, halte ich hier an dieser Stelle für unfair und stellt auch keinen verwertbaren Kritikpunkt dar.
Der Trailer hat einem schon einen Mix suggeriert, der an Filme wie „Inception“ ; „Matrix“ und „Batman Begins“ erinnert. Die Special-Effects liegen auch zwischen „Inception“ und „Warcraft-The Beginning“ inklusive einer Mischung aus „Guardians of The Galaxy“ und „Ant-Man“ und sehen absolut perfekt aus. Sie sind keine Kopie, sondern eher eine gelungene Hommage und Verbeugung vor dem Besten, was diese Filme an Special-Effects zu bieten hatten. Visuell ist der Film eine absolute Wucht und braucht sich vor seinen MCU-Kollegen in dieser Hinsicht nicht zu verstecken.
Darstellerisch bietet der Film ein paar Höhepunkte. Benedict Cumberbatch ist die Idealbesetzung für „Doctor Strange“ und liefert uns einen tollen Mix aus Dr. House und Tony Stark, gepaart mit der intellektuellen Arroganz eines Alan Turing (The Imitation Game) oder auch Sherlock. Tilda Swinton als „The Ancient One“ erklärt Strange die Welt der Magie und pendelt in der Interaktion zwischen Ihr und Strange gekonnt zwischen der Narration durch Exposition und den Fisch-aus-dem-Wasser-Charakter, was den Zuschauer auch an dieser neuen Welt teilhaben lässt. Benedict Wong als „Wong“ und Chiwetel Ejiofor als „Baron Mordo“ sind hier auch als nette Side-Kicks beschäftigt, Strange ein wenig die Welt mit zu erklären. Der eine spaßig amüsant – der andere ambivalent zwielichtig. Ebenfalls dem Plot dienlich ist die von Rachel McAdams gespielte Ärztin Christine Palmer, die die einzige Verknüpfung von Strange zur reellen Welt ist. Mads Mikkelsen pendelt sich mit seinem Kaecilius in die lange Reihe von Marvel-Bösewichten ein, die darstellerisch unterfordert sind und nur bedingt als antagonistisches Plotinstrument ohne größeren Mehrwert genutzt werden.
Das größte Problem des Films in meinen Augen war die Tonalität. Wie es sich für einen Popcorn-Blockbuster von Marvel gehört, war der Humor erstklassig platziert – von popkulturellen Referenzen bishin zu flachen Witzen und Missverständnissen war alles dabei. Dieser Humor wurde auch konsequent durchgezogen. Konsequenz heißt auch Holzwege zu Ende zu gehen. So sorgt der Humor dafür, dass man die ernste Thematik der Zeit- und Realitätsverschiebung nicht mehr als Problem und Bedrohung ansieht und sondern eher dafür, dass man den Film nicht mehr wirklich ernst nehmen kann, auch wenn er das mit seinem Thema verdient hätte.
So bleibt aber ein extrem unterhaltsamer und guter Marvel-Herbst-Blockbuster übrig, der für mich nun auf Platz 5 meines persönlichem Marvel-Ranking hinter „Ant-Man“ ; „Iron Man“ ; „Civil War“ und „Guardians of the Galaxy“ steht. Die filmische Aufbereitung von Marvel-Helden aus der 2. Reihe hat dieses Jahr bereits gut begonnen und gehört für mich trotz kleinerer Schwächen zu den Gewinnern des Jahres – egal ob es sich um „Deadpool“ oder jetzt auch „Doctor Strange“ handelt.
Doctor Strange ist stellenweise wie bereits Ant-Man ein MCU-Film wie ein LSD-Trip.
„Doctor Strange“ - My First Look – 9/10 Punkte.
Teil 15:
Hier kann ich auch nach der 3. Sichtung immer noch meine Review aus 2017 hervorholen.
iHaveCNit: Guardians of the Galaxy Vol. 2. (2017)
wieder gesehen am 24.02.2019
Eine der größten Überraschungen für mich war, als ich irgendwann zu Anfang 2015 im Wust aus MCU-Filmen „Guardians of the Galaxy“ im Heimkino nachholen konnte – und damals noch auf einem Röhrenfernsehbildschirm und einem DVD-Player, der den Retro-Charakter des Films noch viel stärker herausgestellt hat. Ich war davon überrascht, wie sehr der Film es bei mir geschafft hat, diese Antihelden zu einem sympathischen Haufen zusammenzuraufen und als Einheit in ein klassisches Science-Fiction-Action-Abenteuer zu schmeißen. Ich hatte damals einfach Bock auf eine Fortsetzung des Ganzen, weil ich mehr wollte – und nun habe ich es bekommen. Und was für einen Mist ich hier bekommen habe – der bei mir wieder eine volle Punktlandung wie der erste Film gewesen ist.
Die Guardians sind gerade auf einem Job für die Sovereigns, eine elitäre Rasse,zum Schutz eines Artefakts. Da die Belohnung Rocket Racoon zuwenig ist, lässt er ein wichtiges Artefakt der Sovereigns mitgehen. Bei der Flucht von den angepissten Sovereigns machen sie eine unverhoffte schicksalhafte Begegnung, die die Guardians auf eine galaxiezerstörende Bedrohung zusteuern lässt, in der das Team sich zusammenraufen muss.
Retroflair, popkulturelle Referenzen, flache und derbe Sprüche direkt in die Fresse und eine perfekte Ausgewogenheit. So sehe ich den ersten Teil, und auch den zweiten, der für mich sogar als Fortsetzung besser geworden ist. Er erzählt keine klassische Originstory, sondern macht sich daran, etwas richtig fortzusetzen. Technisch bekommen wir abgefahren coole Spezialeffekte, wohl dosierte Action, ein tolles Setdesign und wieder mal einen tollen Soundtrack, der die Stimmung des Films perfekt unterstützt. Inszenatorisch gibt es genug coole und kreative Entscheidungen, die allesamt gepasst haben. Handlungstechnisch bewegt man sich hier extrem gut um die Charaktere herum, indem jeder entsprechend Zeit bekommt, um sich im notwendigen Zeitraum in der Story zu entfalten. Themen um Familie und Vaterfiguren werden in diesem Film als emotionale Falltiefe perfekt integriert. Man kann bei der Comedy, dem gewissen Drama, und dem Science-Fiction-Action-Abenteuer schon gewisse Längen und einen inkonsisten Ton vermuten, der dem ein oder anderen sauer aufstoßen wird, aber für mich hat diese ausgewogene Mischung auf den Punkt funktioniert. Jeder emotionale Moment wird ganz ruhig auserzählt, ohne ihn durch entsprechende Action oder sonstige Elemente abrupt abzubrechnen. Drax macht extrem Spaß, Rocket Racoon und Baby Groot ebenfalls. Der Zwist zwischen Nebula und Gamorra wird schön weiter geführt. Star-Lord bleibt zwar etwas hinter den anderen zurück, doch der Hauptkonflikt macht ihn zur wichtigen Schlüsselfigur, die das ganze perfekt ausbalanciert. Darüberhinaus hat es mir gefallen, dass der von Michael Rooker gespielte Yondu hier noch weiter als wichtiger Charakter herausgearbeitet. Die übrigen Nebenrollen und auch kleinen Cameos funktionieren in ihrem Rahmen perfekt und liefern noch einige Überraschungen, auf die ich spoilerfreundlich nicht eingehen werde.
Ein extremer Spaß für mich im Kino, der für mich perfekt funktioniert hat und sogar die tolle Formel des Erstlings gekonnt weiterentwickelt. Für mich war er zurecht einer von wenigen meisterwarteten Filmen des Jahres 2017. Und er ist klares Material für meinen Toplisten-Zehnercountdown am Ende des Jahres.
„Guardians of the Galaxy Vol.2“ - My First Look – 10/10 Punkte.
Update: Hier würde ich den Film auch auf eine 9/10 runtersetzen.
Teil 16:
Die Review aus 2017 gilt auch hier noch.
iHaveCNit: Spider-Man: Homecoming (2017)
wieder gesehen am 25.02.2019
Nun kommt Spider-Man endlich wieder nach Hause – sinnbildlich ist mit dem Titel „Homecoming“ die Heimkunft des blauroten Webenschwingers gemeint. Die Rechteinhaber Sony und das Filmstudio Marvel Studios bzw. Disney haben sich mittlerweile darauf geeinigt, dass Spider-Man auch im großen Marvel Cinematic Universe verwendet werden und auftreten darf. Im letzten Jahr also der charakterliche Neuanfang, der Dritte in 15 Jahren ! Man hat den mittlerweile 21-jährigen Briten Tom Holland als Peter Parker und Marisa Tomei als Tante May gecastet und der „freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft“ einen Auftritt im großen Ensemble des letzten Captain-America-Films „Civil War“ spendiert. So war es klar, dass die Heimkunft nun noch einen Solofilm braucht, der uns nun serviert wird – und dieser reiht sich irgendwo im Mittelfeld ein, sei es bei den Spider-Man-Filmen und auch bei den MCU-Filmen.
Peter Parker muss nach den Ereignissen aus Civil War feststellen, dass das Tagesgeschäft als Spinnenmann zwischen Schulbankdrücken doch relativ eintönig ist, wenn man nur Kleinkram erledigt, darauf wartet einen Anruf von Tony Stark zu bekommen und mit den Gefühlen für die schöne Mitschülerin Liz zu kämpfen hat. Als er jedoch bei einem Banküberfall feststellt, dass die Einbrecher mit überaus interessanten und starken Wummen arbeiten, geht Peter dieser Technologie auf den Grund, die ihn zum Entsorgungsunternehmer Adrian Toomes führt, der sich mithilfe dieser Technologie einen fliegenden Exosuit gebaut hat und die Technologie auf dem Schwarzmarkt anbietet, nachdem ihm ein Dekret vor 8 Jahren die Geschäftsgrundlage entzogen hat.
Eine der größten Befürchtungen, die ich nach Postcreditszene aus „Civil War“ hatte war, dass der übertechnologisierte Anzug von Stark Industries dem Namen des Herstellers aller Ehre macht und somit ein wenig zu große Überlegenheit bei dem Spinnenmann hervorruft. Doch das tut es zum Glück nicht. Es ist irgendwie passend, den 15-jährigen Peter Parker mit dem jungen Tom Holland zu besetzen. Durch diese junge, naive Art, die uns hier präsentiert wird, ist ein Peter Parker vorprogrammiert, der sich etwas tollpatschig verhält und mit den unzähligen Möglichkeiten des Stark-Suits noch nicht vollständig umgehen kann. Eine andere Sache, die mich jedoch zu dem Entschluss kommen lässt, dass ein wenig Potential verschenkt worden ist, ist die Handlung des Films bis zum „dritten Akt“, wenn man es so nennen möchte. Es plätschert so vor sich hin ganz naiv, selbstverständlich und natürlich, klar ist das unterhaltsam, aber intensiv ist das dann noch nicht ganz und die Action ist bis zu kleinen Momenten noch recht sparsam. Wer mich und meine Meinung in den letzten Jahren etwas verfolgt hat, wird merken, dass Michael Keaton immer wieder für mich ein großartiger Gewinn ist. Es hat schon etwas vorrausschauendes, wenn man bedenkt, dass er in „Birdman“ in gewisser Art und Weise mit dem Superheldengenre und einem beflügelten Held in Berührung bekommen ist – selbst Meta-Seitenhiebe in Richtung des MCU sind gefallen. Und es ist auch cool, dass er einen opportunistischen finanzgierigen Ray Kroc in „The Founder“ gespielt hat. Irgendwie ist sein Adrian Toomes eine Mischung aus beiden Charakteren und spiegelt einen Teil der ehrlichen, amerikanischen, unternehmerischen Arbeiterklasse wieder, die durch politische Entscheidungen ihrer Geschäftsgrundlage entzogen wird. Sein Vulture „dieser Geiertyp“ ist einer der coolsten Antagonisten des MCUs seit langer Zeit und für mich auf einer gleichen Stufe wie Molinas Dr. Otto Octavius aus „Spider-Man 2“. Betont wird das vor allem durch einen nicht vorhersehbaren Twist zum dritten Akt hin, die die Beziehung zwischen Peter Parker und Adrian Toomes zu einer bedrohlichen Intensität und Spannung entwickeln lässt, die einen dann im Finale richtig mitfiebern lässt. Klar lässt sich auch hier keine effektreiche Action in dunkler Umgebung vermeiden, aber die passt hier vollkommen. Allgemein ist die Action durch die neue Stark-Technologie kreativ und mit Parkers Naivität etwas tollpatschig und slapstickreich. Regelrechte Szenendiebe, die dem comedyhaften Touch des Films gut tun, sind Peters Buddy Ned und Tony Starks Fahrer Happy. Allgemein finde ich es auch gut, dass man uns hier nicht zum 3mal in 15-Jahren die gleiche Geschichte über den Ursprung von Peters Fähigkeiten präsentiert und auch weitestgehend auf typische Spider-Man-Nebencharaktere wie z.B. Onkel Ben, J. Jonah Jameson und einigen anderen verzichtet. Für MCU-Fans jedoch gibt es einige Easter-Eggs und Dinge zu entdecken. Musikalisch wird uns ein klassischer Giacchino-Score geliefert, der witzigerweise auch das klassische Spider-Man-Thema einbindet. So bleibt ein unterhaltsame Teenie-Actionkomödie übrig, die am Anfang etwas vor sich hin plätschert, aber dann richtig auftrumpft und einige nette Ideen bringt.
„Spider-Man: Homecoming“ - My First Look – 8/10 Punkte.
Teil 17:
Ebenfalls immer noch Zeit für die Review aus 2017.
iHaveCNit: Thor: Tag der Entscheidung (2017)
wieder gesehen am 26.02.2019
Nach meiner „Road To Ragnarok“ - dem Weg zu „Thor: Ragnarok“, so der Titel im Original, war ich gespannt, wie man nach dem gewissen shakespearesquen „Thor“ von Kenneth Branagh sowie der schnellen Space-Oper „Thor: The Dark Kingdom“ von Alan Taylor nun den nächsten Teil aufzieht. Wer die Trailer gesehen hat, wird mitbekommen haben, dass der Film nun mehr auf Humor setzt und auch einen gewissen Trashlook erhält – er nähert sich somit mehr dem Ton, der uns bereits aus „Guardians of the Galaxy“ bekannt ist. Wer mich kennt, weiß, dass mir genau dieser Ton extrem gut zusagt, und auch dieser sorgt dafür, das „Ragnarok“ für mich der beste Thor-Film geworden ist.
Thor ist an einem Tiefpunkt angelangt. Nachdem er erfolglos versucht hat, die Invasion von Hela auf Asgard zu verhindern, verliert er seinen Hammer und findet sich auf einem Schrottplaneten wieder. Dort muss er es irgendwie schaffen, wieder zurück zur Rettung Asgards aufzubrechen.
Und dort trifft er zufällig auch auf einen ihm sehr bekannten Wegbegleiter.
Extrem unterhaltsam – das ist wohl der erste Eindruck, den wohl jeder haben wird, der sich mit dem Film anfreunden kann. Man muss sich mit extrem vielen Gags anfreunden, mit teils sehr flachem Humor, der einem auch teilweise mit der Brechstange serviert wird. Diese Gagdichte kann bei der Ernsthaftigkeit des Themas leicht irritieren und den Ton des Films überlagern, aber wenn der Film genau auf diese Richtung gehen wollte, dann hat er das Ziel, eine Science-Fiction-Fantasy-Komödie zu erzählen, vollends erfüllt und dafür bekommt der Film von mir höchsten Respekt in Anbetracht der etwas dünnen und doch ernsten Geschichte, die er damit überspielt. Man kann auch den Look des Films vor allem auf dem Schrottplaneten als trashig und billig betrachten, aber das ist Schrott, von daher hat dieser Look gepasst und mich mitunter auch fasziniert. Da kommen einem die Abschnitte auf Asgard dann doch sehr gewöhnlich vor – aber der allgemeine bunte Look macht richtig Spaß. Wenn man den Informationen Glauben schenkt, dass der Regisseur knapp 80 % des Films die Schauspieler hat improvisieren lassen, ist es schon cool, was die Darsteller daraus gemacht haben. Jeder scheint richtig Spaß dabei gehabt zu haben und sich vermutlich auch selbstlos als Teil des Projekts gesehen zu haben. Aber an sich ist die Rollenverteilung im Marvel-Stil klar gehalten. Wir bekommen einen verrückten Auftritt von Jeff Goldblum, eine klassische Oberbösewichtin durch Cate Blanchett und auch einen tollen Neuzugang durch Tessa Thompson. Chris Hemsworth, Tom Hiddleston und Mark Ruffalo bauen ihre bereits in den vorigen Filmen etablierte Chemie weiter aus. Die Effekte sind auch marveltypisch und der Soundtrack von Mark Mothersbaugh baut bekannte Themen ein und kreiirt darüberhinaus noch neue Themen dazu. Eine Sache, die ich ganz cool fand, waren die oft vorhandenen, sehr symetrischen Kameraufnahmen- und auch Fahrten, die dem Film noch etwas eigenes dazu gegeben haben.
Für mich ist „Thor: Tag der Entscheidung“ ein vielleicht zu unterhaltsames und leicht verdauliches Ende der Trilogie um den heroischen Strahlemann und Hammerschwinger, dass seiner Intention als Science-Fiction-Fantasy-Komödie erfolgreich gefolgt ist – für mich aber der beste Film aus der Thor-Trilogie ist.
„Thor: Tag der Entscheidung“ - My First Look – 9/10 Punkte.
Teil 18:
Auch hier uneingeschränkt wieder die Review von vor einem Jahr.
iHaveCNit: Black Panther (2018)
wieder gesehen am 28.02.2019
2018 geht gut weiter – mit dem bisher 18. Film des Marvel Cinematic Universe „Black Panther“. Ein Wort, was mir hier immer wieder einfällt ist „Respekt“ - Respekt dafür, dass man es im Laufe von 10 Jahren auf einen Stand von 20 Filmen bringen wird und jeder Film bisher Zuschauermassen in die Kinos gebracht und begeistert hat. Die Geld- und Filmmaschinerie ist am Laufen und nun springt man mit dem aktuellsten Beitrag auch auf die Reihe der Filme auf, die aktuell für ein neues Selbstverständnis und Selbstvertrauen der afroamerikanischen und afrikanischen Bevölkerung sorgen – dem „Black Cinema“. Der 31-jährige aus Oakland, Kalifornien stammende Ryan Coogler, der bereits mit „Fruitvale Station“ und „Creed“ nicht nur wie hier mit Michael B. Jordan zusammengearbeitet, er hat auch bereits seinen eigenen Einfluss auf das „Black Cinema“genommen. In „Creed“ hat er bereits gezeigt, dass er verstanden hat, was das Gute in der Essenz eines Franchises ist und daraus einen Film geschaffen, der mit die beste Fortsetzung eines Franchises ist. Dementsprechend war ich gespannt, welchen Einfluss er auf das MCU nehmen würde. Der Einfluss auf das MCU fällt wie bei jedem Film üblich aus, aber der Panther zeigt auf ganz anderen Ebenen seine Krallen.
Nach dem Tod von T´Chaka kehrt T´Challa nach Wakanda zurück, um offiziell zum neuen König und auch „Black Panther“ gekrönt zu werden. Seit Jahrzehnten ist es den Wakandern gelungen, ihren technologischen Fortschritt durch ein unerschöpfliches Vibraniumvorkommen vor der Außenwelt abzuschotten. Nur der Waffenschieber Ulysses Klaue ist seit Jahrzehnten dabei, Vibranium in den Umlauf zu bringen, was den Wakandern ein Dorn im Auge ist. Als dann noch der in Amerika aufgewachsene Wakander Erik Stevens auf den Plan tritt, wartet die Frage nach dem Vermächtnis und der Zukunft von Wakanda auf eine Antwort von T´Challa.
In vielen Kritiken wird von einem Mix aus „James Bond“ und „König der Löwen“ gesprochen. Ich finde das etwas oberflächlich und ungenau, da sonst jeder Film mit Spionageeinflüssen dann etwas von James Bond haben müsste. Auch mit „König der Löwen“ verhält es sich so, denn „König der Löwen“ ist ja auch nur eine Abhandlung des Shakespearschen Stoffes „Hamlet“. Der Mix aus klassischem Spionageplot, Shakespeare und auch aktuellem politischem Kommentar funktioniert hier sehr gut, auch wenn „Black Panther“ durch die klassische Marvelformel und seiner Laufzeit von 135 Minuten nicht alles abdecken kann. Aber es gibt vieles, was dieser Film richtig macht und sich erfrischend aus den anderen Marvelfilmen abhebt. Alles hängt hier von politischen und gesellschaftlichen Gründen ab. Aus politischer Sicht ist diese Art des hier gelebten doch etwas abgehobenen und arroganten Protektionismus und der Isolation ein Traum für die Trumps oder Orbans dieser Welt. „Black Panther“ zeigt uns in Form von Wakanda, wohin sich Afrika entwickeln könnte, wenn es nicht über Jahrhunderte ausgebeutet worden wäre – dieser hier gelebte Afrofuturismus sorgt jedoch für ein ganz neues Selbstvertrauen und Selbstverständnis, weswegen „Black Panther“ mit der wichtigste Blockbuster für die Afroamerikaner überhaupt werden wird. Denn man repräsentiert hier auch die Kultur auf beeindruckende Art und Weise. Dafür sorgt auch der gesamte Look des Films – von Sets, über Kostüme bis hin zur Musik von Ludwig Goransson und Kendrick Lamar, die klassische Filmmusik mit afrikanischer Folklore und modernen Hip-Hop-Beats verbindet und damit das Sinnbild des Films für seine Tradition und das Moderne komplettiert. Dabei ist die Welt von „Wakanda“ genauso beeindruckend und erfrischend neu wie die 9 Welten in Thor, die Galaxie der Guardians, der Mikrokosmos eines Ant-Man und der magischen Welt eines Dr. Strange. Marvel hatte bisher aber immer ein Problem, dass sie nur selten gut lösen konnten, denn vermutlich lag der Fokus der Filme weniger auf den Antagonisten und mehr auf den Protagonisten. Doch in den meisten Fällen definieren sich die besten Superhelden und ihre Filme durch ihre Antagonisten. Und so blieben viele der Bösewichte eher blass und austauschbar. Nicht so hier bei „Black Panther“. Ich habe bereits eingangs erwähnt, dass Michael B. Jordan hier zum dritten Mal mit dem Regisseur Ryan Coogler zusammenarbeitet. Dementsprechend ist ein gewisses Vertrauen beider klar erkennbar. Coogler weiß, dass er sich auf Jordan verlassen kann und umgekehrt. Da Coogler selbst aus Oakland stammt war es klar, dass dort auch die Herkunft des von Jordan gespielten Erik „Killmonger“ Stevens sein wird. „Killmonger“ ist weniger der Überbösewicht, seine Intentionen und Motivationen, seine Herkunft werden hier fein herausgearbeitet. Diese sorgen natürlich für einen entsprechenden Einfluss auch auf Chadwick Bosemans dadurch etwas blasserer wirkenden „Black Panther“ und sind damit ähnlich stark wie ein bei Thor herausgearbeiteter Bruderkonflikt zwischen Thor und Loki. Neben dem sehr guten Antagonisten sind auch die weiblichen Sidekicks von T´Challa richtig gut gelungen auch die wenigen nicht afroamerikanischen Darsteller wie Andy Serkis und Martin Freeman fügen sich perfekt in die Handlung ein. Der Film hat dieses Mal auch eine sehr gut ausgewogene Balance des für Marvel typischen Humors (aus z.B. den Guardians und Thor: Ragnarok) und dem etwas ernsteren Ton (aus z.B. „Winter Soldier“ und „Civil War“), was ich richtig gut finde. Selbst nach dem 2. Mal schauen innerhalb von 2 Tagen bleibt der Film faszinierend und gut, so dass ich zwar jetzt noch immer zwischen einer 8 und einer 9 schwanke – aus Respekt und dem Ansatz, dass ich dem Film die bestmögliche Wertung gebe, an die ich denke, ist es dann doch klar, was ich ihm gebe.
„Black Panther“ - First and Second Look – 9/10 Punkte.
Teil 19:
Auch hier bleibe ich bei meiner Kritik aus 2018
iHaveCNit: Avengers: Infinity War (2018)
wieder gesehen am 01.03.2019
WARNUNG: Um letztendlich meine Kritik für diesen Film darzustellen, lässt es sich für mich nicht vermeiden, Spoiler selbst auch nur anzudeuten. Weiterlesen dementsprechend auf eigene Gefahr. Wer sich für den Film interessiert und ihn noch nicht gesehen hat, darf selbst entscheiden, ob er weiterlesen oder später zurückkommen möchte.
WARNUNG ENDE !
Ich glaube, ich brauche nicht weiter zu erwähnen, was ich für einen Respekt gegenüber dem MCU habe, ein im Verlauf von 10 Jahren und bereits 19 Filmen umfassendes Filmfranchise aufgebaut zu haben. Und das Franchise nimmt selbst nach aktuellem Stand kein Ende, da das Franchise finanziell so unglaublich erfolgreich ist. Nun kommen wir zum 19. Film dieser Reihe, dem dritten Avengers - „Avengers: Infinity War“, der das bisher größte Superheldencrossover der Filmgeschichte bietet und hier eine noch nie dagewesene Dimension des Ensemble-Films und Blockbusterkinos liefert. Für „Avengers: Infinity War“ ist genau das Segen und Fluch zugleich.
Nach all den bisherigen Ereignissen war es endlich an der Zeit, dass der gottgleiche Despot Thanos seine Jagd auf die 6 Infinity-Steine aufnimmt. Im Moment, indem alle Steine vereint sind, bekommt der Träger die Macht, die Hälfte des Universums mit einem Fingerschnipsen auszulöschen. So wird es also auch Zeit, dass sich die mittlerweile sehr stark zerstreuten Avengers zusammenfinden, um Thanos vor seinem Plan abzuhalten. Dabei machen die Avengers Bekanntschaft mit den Guardians of the Galaxy, die auch an Thanos interessiert sind.
An dieser Stelle den ganzen Cast und die Rollen aufzulisten würde in Namedropping ausarten und ist auch nicht groß wichtig für meine Besprechung. Der unglaubliche Cast und auch ihre Rollen bekommen alle ihre Momente zu glänzen und sie fügen sich auch perfekt ins große Gesamtbild des Films ein. Tonal bekommen wir einen extrem ausgeglichenen Film, der gelungen zwischen Drama und Humor wechselt und sich auch die unterschiedlichen Charaktere nicht unbedingt von ihrem Stil lösen müssen, damit alles funktioniert. Die Story ist ein klassisches Locationhopping von diversen Stationen auf der Erde und dem All und liefert eine auf diverse Stationen verteilte Kettenreaktion an Ereignissen, die auf das Ende hinsteuern. Den unglaublichsten Eindruck liefert hier Josh Brolins Thanos, der sich aufgrund der eher mangelhaften Konkurrenz im MCU ohne Probleme an die Spitze der Antagonisten setzt. Seine Präsenz, sein Hintergrund, seine Motivation macht Thanos auch zu einem der großartigsten Bösewichte im Bereich von Filmen über Superhelden. „Infinity War“ liefert alles, was man von großartigem Blockbusterspektakel erwartet.
Doch was meine ich mit „Segen und Fluch“ ?
Der Film ist Teil einer groß angelegten Filmreihe, in der man eben nie die letzte Konsequenz für Charaktere gehen kann, weil Sie auch Teil eines kommenden Films sein können. Umso überraschter war ich als man dann doch diesen Weg „scheinbar“ eingeschlagen hat. „Scheinbar“ - ja genau, denn wir wissen, dass noch Filme kommen werden, für die dieser Film entsprechende Aufhänger liefert und somit wird „Infinity War“ mitunter auch daran zu messen sein, wie es nun weitergeht und welche Entscheidungen danach noch folgen werden, was dem Big Picture dieses Films die Eigenständigkeit nimmt. Genau das hält mich nun davon ab, eine Höchstwertung zu geben.
„Avengers: Infinity War“ - My First Look – 9/10 Punkte.
Teil 20:
Auch hier ist noch einmal Zeit, die Review aus dem Sommer 2018 hervorzuholen, die immer noch Bestand hat.
iHaveCNit: Ant-Man and The Wasp (2018)
wieder gesehen am 02.03.2019
Im 10ten Jahr seit Beginn des Marvel Cinematic Universe hat man es nun insgesamt auf 20 Filme gebracht. Im Jubiläumsjahr 2018 gab es im MCU sowohl etwas auf der wegweisenden politischen Seite mit „Black Panther“ und das Riesenspektakel „Infinity War“ - womit die Ausgangslage und auch die Erwartungshaltung für „Ant-Man and The Wasp“ sehr groß ist. Da ich jedoch bereits mit „Ant-Man“ vor 3 Jahren meinen Spaß hatte, war ich mal gespannt, wie man nach dem ersten „Ant-Man“ und dem Gastspiel in „Civil War“ die Geschichte weitererzählt. Auch wenn die ganz großen Antworten ausbleiben und der Film nicht so stark ist wie sein Vorgänger, so hat man auf jeden Fall knapp 2 Stunden kompakte und leichtfüßige Unterhaltung.
Einige Zeit ist nach Scott Langs Ausflug in Deutschland vergangen. Er hat Hausarrest und vertreibt sich mit allerlei Nonsens und Besuchen seiner Tochter die Zeit. Zwischen ihm und Hank Pym sowie dessen Tochter Hope Van Dyne besteht Funkstille, doch die Erkenntnisse, dass Scott bei seinem letzten Ausflug in die Quantenebene einen Ausweg daraus gefunden hat, sorgen dafür, dass beide unentwegt an Technologie arbeiten, um die 30 Jahre im subatomaren Raum gefangene Mutter Janet Van Dyne suchen und retten zu können. Dafür benötigen sie jedoch die die Hilfe von Scott. Doch der geplante Ausflug gestaltet sich sehr schwierig. Nicht nur das FBI ist hinter Scott her, der zwielichtige Waffenhändler Sonny Burch und auch die geheimnisvolle Ghost sind hinter der Technik her um eigene Ziele zu verfolgen.
Der Film ist wie bereits genannt relativ kompakt und leichtfüßig unterwegs. Ein gewisser Teil des Films besteht aus der klassischen technologischen Exposition und der Rest aus der Variation des Konzepts, sich selbst oder bestimmte Gegenstände in ihrer Größe zu beeinflussen. Das führt oft zu witzigen und teils absurden Situationen und auch Actionsequenzen. Der Humor ist auf jeden Fall auf Paul Rudds Seite, der mich in diesem Film wieder mit seiner Beziehung zu seiner Tochter recht cool abgeholt hat. Auch die gesamte Crew um Michael Pena macht wieder ordentlich Spaß. Ganz cool ist auch die Weiterführung des Dramas um Hank und Hope und die Suche nach der verlorenen Mutter, was diesem Film genau wie eine weitere Geschichte aus Hanks Vergangenheit die gewisse emotionale Triebfeder gibt. Es ist hier wieder mal toll gelungen, die digitale Verjüngung wie schon im Vorganger bei Michael Douglas und auch dem Neuzugang Michelle Pfeiffer einzusetzen. Auf der Antagonistenseite sind sowohl Walton Goggins Sonny Burch als auch Hannah John-Kamens Ghost ganz interessante Charaktere, auch wenn man aus dem zwielichtigen Waffenhändler sowie der technologisch Verlorenen und Besessenen nicht viel macht und auch der von Laurence Fishburne gespielte Nebencharakter Bill Foster ist trotz konstruierter Relevanz für die Geschichte nur Beiwerk. Aber ich halte dem Film zu gute, dass er auch ohne eine riesige Armada an vorher stattfindenden Filmen und fast komplett eigenständig funktioniert. Trotz allem ein Film, der sich wohl im Mittelfeld der MCU-Filme begnügen muss.
„Ant-Man and The Wasp“ - My First Look – 8/10 Punkte.
Teil 21:
iHaveCNit: Captain Marvel (2019)
09.03.2019
Als letzte Station im MCU vor dem „Endgame“ bekommen wir den ersten Film einer weiblichen Superheldin in diesem Filmuniversum. Über die Kontroverse vor dem Filmstart möchte ich mich an dieser Stelle nicht äußern. Das Regisseuren-Duo Anna Boden und Ryan Fleck hat die Inszenierung übernommen und die Oscar-Preisträgerin Brie Larson übernimmt die Hauptrolle. Herausgekommen ist ein cooler und unterhaltsamer Superheldenfilm, der aber auch ein paar Potentiale verschenkt hat.
Die Kree befinden sich mit den Skrulls im Krieg. Die Kree-Kriegerin Vers plagen Alpträume und Erinnerungsfetzen. Bei einer Mission gegen die Skrull und den Anführer Talos wird sie von ihrer Gruppe unter der Führung von Yon-Rogg getrennt und sie kann sich rechtzeitig aus den Fängen Talos befreien und landet dabei auf der Erde. Dabei versucht sie dem auf die Spur zu kommen, was hinter ihren Alpträumen und Erinnerungsfetzen steckt. Vor der Flucht von Talos bekommt sie Hilfe des SHIELD-Agenten Nick Fury.
Also die narrative Struktur des Films war ganz interessant und ein etwas erfrischender Ansatz die Origin-Story zu erzählen. Brie Larson ist eine tolle Wahl für die Hauptrolle, mir hat Brie Larson eh schon in "Raum" so gut gefallen, dass "Raum" neben "The Revenant" und "Arrival" in meiner Top3 2016 gelandet ist. Sie ist eine sehr gute Charakterdarstellerin und da liegt ein kleines Problem, denn irgendwie ist charakterlich nicht viel aus Captain Marvel herauszuholen so dass dadurch und auch durch die gesicherte Unsterblich- und Unfehlbarkeit der Heldin es schwer fällt eine charakterliche Bindung und emotionale Fallhöhe aufzubauen. Und wäre Captain Marvel in der Vorlage genderneutral gewesen, hätte es keinen Unterschied gemacht, ob die Rolle in diesem Film von einer Frau oder einem Mann gespielt worden wäre, denn die Ausarbeitung des Charakters hat im Film keinerlei Aufschluss gegeben, ob man es hier mit einer Frau oder einem Mann zu tun hat – inwieweit das dem Feminismus zuträglich ist, dass lasse ich an dieser Stelle offen und dass dürfen andere beurteilen. Bei der Action sehe ich es vor allem bei den Kampfsequenzen so dass hier wieder sehr manipulativ und verschleiernd mit verwackelter Kamera und schnellen Schnitten vorgegeben wird, dass da grad etwas passiert, man aber nichts richtig erkennen kann. Die Effekte und die Gags waren ok, mit der ersten halben Stunde hatte ich auch keine Probleme und ich war sehr gut unterhalten. Die vorgegebene 90er-Nostalgie ist irgendwie nur ungenutztes Beiwerk im Hintergrund und teils mit dem entsprechenden Einbetten von Songs von TLC, No Doubt und Nirvana. Der Score von Pinar Toprak hat mir sehr gut gefallen. Der Film hatte im MCU eh nur zum Zweck Captain Marvel in einem Einzelfilm zu etablieren, anstatt sie ohne Vorbereitung ins Ensemblestück des Endgames zu integrieren.
„Captain Marvel“ - My First Look – 8/10 Punkte.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "