Wie findet ihr Moonraker?

1/10 - Grottenschlecht
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (1%)
2/10 - Sehr schlecht
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2 (1%)
3/10 - Schwach
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4/10 - Mässig
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5/10 - Durchschnittlich
Insgesamt abgegebene Stimmen: 15 (10%)
6/10 - Nicht übel
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7/10 - Recht Gut!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 19 (13%)
8/10 - Gut!
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9/10 - Sehr gut!
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10/10 - Überragend!
Insgesamt abgegebene Stimmen: 20 (14%)
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Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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AnatolGogol hat geschrieben: 1. August 2018 14:46 (für mich ist er das nämlich).
Zweifelsohne.
AnatolGogol hat geschrieben: 1. August 2018 14:46 Würde Sandor in TSWLM so auftreten wie sein "Bruder" (so jedenfalls meine höchst eigene und unbelegbare Interpretation dieser ebenfalls beglatzten, bulligen Henchman-Figur) in MR, der Beisser beim Überfall auf die Gondel am Steuerpult hilft
Haha, grossartig, daran hätte ich nie gedacht.
AnatolGogol hat geschrieben: 1. August 2018 14:46 Aber wie gesagt ist Sandors Rolle allen Beteuerungen Strombergs zum Trotz im fertigen Film nicht wirklich anders als die von Chang (der genau wie Sandor eine Art Stellvertreter von Beisser ist in den Szenen, in denen der große Kieler nicht auftritt).
Da sehe ich schon einen deutlichen inhaltlichen Unterschied. In MR ist zunächst glasklar Chang Drax' Mann für Alles, Der Weisse Hai und dessen Zirkuslandung in der PTS haben vorerst nichts damit zu tun. Erst nachdem sich Chang in Venedig als Pianist niedergelassen hat wird der Kiefermann angeheuert, man beachte Hugos Telefonat als er freudig überrascht reagiert dass es seiner HR-Abteilung (oder so ähnlich) gelungen ist, den in der Schurkenwelt berüchtigten Beisser für den Job zu begeistern.
AnatolGogol hat geschrieben: 1. August 2018 14:46 Ohne Flachs: ich kann gerade keinen der Namen irgendeiner Figur zuordnen. Ist Mollaka der Bombenleger? Gibts da nicht auch einen Patrice? Ist das der in SF? Alle total konturlos für mich und zum schnell wieder vergessen verurteilt.
Die sind alle in CR. Mollaka ist in der Tat der baustellenhopsende Bombenleger auf Madagaskar, der sollte ursprünglich auch das Flugzeug in die Luft sprengen, wenn ich mich richtig entsinne. Carlos ist sein Ersatz, den Bond in letzter Sekunde davon abhalten kann, das Attentat am Flughafen auszuführen. Dimitrios ist der Auftraggeber/Vermittler von beiden, dem Bond auf den Bahamas das Mädel ausspannt und ihm beim Spiel den DB5 abluchst. Patrice stammt dagegen aus SF (der ist dann wirklich profillos, ich habe SF schon ein Weilchen nicht mehr gesehen aber bei dem wüsste ich wirklich gar nicht mal wie er aussieht, man sieht ihn meiner Erinnerung nach gar nie richtig aus der Nähe).

Ich habe übrigens wie so oft nach meiner eigenen Schreiberei die ersten Seiten des Threads durchkämmt und da war damals eine wirklich interessante Diskussion über TSWLM, MR und vermeintliche Parallelen, in der ich nach heutigem Standpunkt überwiegend die Seite Maibaums einnehmen würde, auch wenn bei mir das famose Schlussdrittel für so manches entschädigt.
We'll always have Marburg

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Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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Maibaum hat geschrieben: 1. August 2018 17:18 Das Ende ab dem Abflug ins Weltall ist, neben der PTS, wirklich das Beste am Film. Aber ist das wirklich ein Drittel? Gefühlt ist es sehr viel weniger, aber so etwas täuscht meistens.
Für mich liegt der Qualitätssprung kurz vor dem Pythonkampf - der Unterschied zwischen der eher schwach inszenierten und getricksten Bootverfolgung und Bonds sehr gut inszeniertem Zusammentreffen mit den Schönheiten, die ihn in den Tempel führen ist frappant, an dieser Stelle muss der ursprüngliche Regisseur (YOLT-Gilbert) wieder gegen TSWLM-Gilbert ausgetauscht worden sein. Die Stelle befindet sich in dem rund zweistündigen Film etwa bei einer Stunde und zwanzig Minuten. Und auch der Shuttlestart erfolgt ja nur wenige Minuten nach besagter Szene. Es ist also zumindest nicht viel weniger als ein Drittel. Ab dem Start der Moonraker-Shuttles passiert noch eine ganze Menge.
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Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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GoldenProjectile hat geschrieben: 1. August 2018 16:15 Da sehe ich schon einen deutlichen inhaltlichen Unterschied. In MR ist zunächst glasklar Chang Drax' Mann für Alles, Der Weisse Hai und dessen Zirkuslandung in der PTS haben vorerst nichts damit zu tun.
Inhaltlich ist das so, aber eigentlich wird die Sonderstellung von Sandor lediglich behauptet, spielt aber im weiteren Verlauf dann keine Rolle mehr. Klar, Changs Rolle dauert etwas länger, er hat eine Szene mehr, aber unterm Strich sind beide Rollen die zeitweiligen Stellvertreter der klaren Henchman No1 des jeweiligen Films. Wobei ich wie gesagt die Integrierung von Chang in MR diesbezüglich gelungener finde aufgrund ihres zwischenzeitlichen Einschubes, während der Beisser in TSWLM ja eigentlich erst nach Sandors hoffnungslosem Fall wirklich in Erscheinung tritt.
GoldenProjectile hat geschrieben: 1. August 2018 16:15man beachte Hugos Telefonat als er freudig überrascht reagiert dass es seiner HR-Abteilung (oder so ähnlich) gelungen ist, den in der Schurkenwelt berüchtigten Beisser für den Job zu begeistern.
Das meinte ich mit "prächtig zurückholen", die Szene finde ich große klasse und sie repräsentiert viel von dem unvekrampften "easy going", das ich an MR so liebe. Eigentlich total gaga und albern (eine Jobvermittlung für arbeitssuchende Killer), aber in MR genau am richtigen Platz. :D
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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GoldenProjectile hat geschrieben: 1. August 2018 17:34

Für mich liegt der Qualitätssprung kurz vor dem Pythonkampf -
Nee, das finde ich auch noch alles so lieblos runtergekurbelt und durchgehechelt. Das fängt für mich wirklich erst an als die Shuttles ins All starten.

Bis dahin ist das alles schwach inszeniert und eher schlecht photographiert. Denn auch was die Photographie betrifft ist TSWLM auf einem ganz anderen Level.

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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Die Konturenlosigkeit der genannten Rollen aus der Craig-Ära ist wohl nicht ganz unbeabsichtigt. Ich wusste jetzt auch nur, wer Patrice ist. Die sollten wohl auch konturenlos sein. Es sind halt nicht solche Bösewichte, die im Gedächtnis bleiben wie etwa Oddjob, Beisser oder Stamper. Die Filme sind allgemein bodenständiger, ein auffallender Bösewicht wie etwa ein melonenwerfender Oddjob würde z.B. in CR nur stören.

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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Henrik hat geschrieben: 1. August 2018 20:43 Die Konturenlosigkeit der genannten Rollen aus der Craig-Ära ist wohl nicht ganz unbeabsichtigt. Ich wusste jetzt auch nur, wer Patrice ist. Die sollten wohl auch konturenlos sein. Es sind halt nicht solche Bösewichte, die im Gedächtnis bleiben wie etwa Oddjob, Beisser oder Stamper. Die Filme sind allgemein bodenständiger, ein auffallender Bösewicht wie etwa ein melonenwerfender Oddjob würde z.B. in CR nur stören.
Das sehe ich genau so.
Morgenstund' ist aller Laster Anfang

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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Mit "Konturlosigkeit" meinte ich eher die Tatsache, dass Drehbuch und Inszenierung den Figuren keinerlei Eigenständigkeit und Erinnerungswürdigkeit mitgeben. Figürliche Unauffälligkeit bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass man einen Charakter zwangsläufig unterdimensioniert anlegen muss. Als Beispiel sei Red Grant genannt, der eigentlich über die gesamte Laufzeit von FRWL bewusst unauffällig agiert. Noch deutlicher wird dies im Beispiel von Fred Zinnemanns The Day Of The Jackal, in welchem Edward Fox den titelgebenden Schakal als scheinbaren Normalo spielt, der problemlos in der Masse untertauchen kann, ohne dass dabei das Charisma und die Einprägsamkeit auf der Strecke bleiben. Für mich sind daher die konturlosen Craig-Austauschgegener einfach schwach entwickelte Figuren.
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Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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Zudem ist es zu tiefst menschenverachtend, die Bösen wie anonyme Pappkameraden sterben zu lassen. Haben die keine Schmerzen? Haben die keine Familie, die trauert? Vielleicht hatten sie eine schwere Kindheit oder posttraumatische Belastungstörungen. Warum schießt Craig ihnen nicht ins Bein, damit sie therapiert und resozialisiert werden können?

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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AnatolGogol hat geschrieben: 1. August 2018 14:46vielleicht kann unser Mod der Herzen das nochmal kurz hier ausführen, warum Chang für ihn kein typischer Henchman ist
Ich kann mit dieser Henchman-Schublade der Fans nicht so richtig was anfangen, muss ich gestehen. Für mich ergibt es Sinn, Figuren wie Oddjob, Tee-Hee, Jaws oder Gobinda mit einem Label zu versehen. Aber Sandor, Chang, Mollaka und Co., das sind für mich einfach Nebenfiguren, die vielleicht 1-2 Auftritte haben, aber nicht wirklich vergleichbar mit den anderen Gestalten sind. Henchmen der 2. Riege quasi. Aber ich denke natürlich trotzdem, dass man auch solche Figuren, wenn man sie schon einbaut, zumindest markant gestalten sollte. Und das gelingt in den Connery und Moore Filmen definitiv besser als in den Craiglern, bei denen ich auch keine Ahnung mehr habe, wie Carlos und Patrice aussehen.
https://filmduelle.de/
https://letterboxd.com/casinohille/

Let the sheep out, kid.

Re: Filmbesprechung: "Moonraker (MR)"

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Beseelt durch GPs letzte MR Review hatte ich Sonntag voll Bock auf den Film.

Nach der PTS kam ein 7,5 Jähriger ins Wohnzimmer der "nicht schlafen" konnte :). So habe ich meinen ursprünglichen Plan TSWLM mit ihm an seinem 8. Geburtstag zu schauen geändert.

Volle Begeisterung gabs immer, wenn Sir Roger a la Bud Spencer ausgeteilt hat (Venini Glas, Seilbahn, Krankenwagen) oder Beisser dumm in die Kamera schaut (Seilbahn, Wasserfall). Die Raumschlacht hat ihm auch gefallen.

Lustig: "Papa, wie alt ist James Bond da?", "So zwischen 40-50.", "Wieso küsst der so eine Junge Frau?" (Corinne).

Ich bin fast vom Sofa gefallen :D.
TOFANA IOAM