Wenn ich schon sehe, wie der SW Spin off schon einen Hype auslöst, warum ringen sich Michi und Babs nicht zu einem Bond Spin Off durch?
Vielleicht mit 009?
Wenn zumindest in Italien in den 1960igern Bond-Fakes derartig erfolgreich waren, warum dann icht so etwas autorisiert mit dem "EON" Stempel?
Geheimagent zu werden scheint vielen als die beste Lösung ihrer Zukunft, als eine
brillante Karriere, aufregend und gleichzeitig einträglich,
für die es bestimmt die Mühe lohnt, einige Risiken ein-
zugehen. Als >Sorrisi e canzoni<, eine Volkstümliche
Wochenzeitschrift mit mehr als 7oo ooo Auflage, beginnt,
eine große Umfrage über Spionage zu veröffentlichen, be-
kommt die Redaktion Tausende von Briefen. Hausfrauen,
junge Burschen aus der Provinz, Rentner, nach Auf-
regungen fiebbernde Mädchen, Geschäftsleute, Body-
builder, Kinder, Verkäuferinnen, Angestellte und Kell-
nerinnen wollen die Karriere des internationalen Spions
einschlagen, wollen wissen, wohin und an wen man sich
wenden müsse, um Geheimagent zu werden, erbitten auf
jeden Fall alle Informationen, die nötig sind: wieviel man
verdiene, ob man ein Auto gestellt bekomme, wie alt man
zu sein habe, ob man unbedingt Judo können, ob man
Junggeselle sein müsse, wieviel die Spionskurse kosten,
ob man sie per Korrespondenz mitmachen könne oder ob
man Geheimagent werden könne, wenn man Angst vor
Flugreisen habe. Unter Tausenden von Anfragen dieser
Art ist der einzig geäußerte moralische Vorbehalt quan-
titativer Natur: »Wenn man zum Geheimdienst gehö-
ren will, wieviel Personen genau muß man jedes Jahr
töten ?«
Die Songs aus den Filmen <Liebesgrüße aus Moskau<
und <Goldfinnger< rücken sofort an die Spitze der Schall-
platten-Bestsellerlisten. Am Abend der <Goldïfnger<-Pre-
miere in Mailand muß die Polizei Gewalt anwenden, um
den Tumult der Zuschauer zu unterdrücken, die um je-
den Preis Einlaß finden wollen und wild um sich schla-
gen, um einen Platz zu erobern; in Rom wird der Film
drei Monate lang in den überfüllten Sälen von vier Erst-
aufführungskinos gespielt. Die sonntäglichen Einspieler-
gebnisse jedes Kinos erklimmen die Höhe von 9 Millio-
nen Lire. Der Aston Martin, den Bond in >Goldfinger<
fährt, wird im Verlauf einer triumphalen Tournee in ganz
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Italien ausgestellt, in Lokalen, die von Neugierigen ge-
stürmt werden. In Mailand ist der Wagen zu einer un-
rühmlichen Flucht gezwungen: das enthusiastische Pu-
blikum war dabei, Zubehörteile und Griffe mit bloßen
Händen abzureissen. Ein auf der Durchreise befindlicher
arabischer Scheich Will das Auto unbedingt kaufen; er ist
bereit, 60 Millionen Lire dafü auszugeben, obwohl der
Aston Martin doch nur 28 Millionen kostet. Die Tages-
presse widmet James Bond immer zahlreichere und kolo-
rierte Seiten, sie zeigt seinen Geschmack und seine Ge-
wohnheiten und rühmt seinen Charme. Eine Wochenzei-
tung engagiert ein Modell, bestreicht es mit Goldfarbe
und schickt es nur wenig bekleidet durch die Straßen von
Mailand: die Ãrmste wird von der Menge fast in Stücke
gerissen. Sich golden anzumalen, ist auch im Karneval
1965 äußerst empfehlenswert. Schnell entstehen die Paro-
dien: Franchi und Ingrassia drehen die Fiilme >oo7 agenti
segretissimi< und >ºMissione Goldginger<; ein Film mit
Toto, der ursprünglich als Parodie auf <Lawrence von
Arabie> geplant war, macht nach der Hälfte der Dreh-
arbeiten, nach dem Erfolg Bonds, eine plötzliche Kehrt-
wendung, und der Komiker wird statt dessen zum Agen-
ten oo8. Ebenso schnell erwacht das Interesse für alle
Filme, die das Thema Spionage behandeln, und die Imi-
tationen häufen sich. Einen Spionagefilm, der ohne jeden
Erfolg herausgekommen war, synchronisiert man völlig
neu und tauft den Protagonisten auf die Nummer o 1 7 um:
wieder in Umlauf gesetzt, macht diese neue Version beste
Kasse. Gewitzte Filmverleiher erfinden die Agenten o77,
o7o, 107, taufen die Figuren Jean Bond, ändern die Film-
titel; irgendein Kriminalfilm wird zum Beispiel >Da oo7
criminali a Hong Kong < betitelt. Endlich sind die Rechts-
berater der United Artists gezwungen, eine entschiedene
Warnung auszusprechen: Nur James Bond, der Prota-
gonist der Romane von Ian Fleming, kann der Agent oo7
sein. Diese Bezeichnung steht ausschließlich den Darstel-
ler.
"There is sauerkraut in my lederhosen."