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von 00T
Agent
So, nach langer Zeit endlich geschrieben:
Das Imperium schlägt zurück(1980)
Nach dem Erfolg des ersten Films „Krieg der Sterne“ kam drei Jahre später die Fortsetzung dieses Films in die Kinos. George Lucas wurde hier im Regiestuhl von Irvin Keshner ersetzt. Auch dieser Film ist mittlerweile allerweltsbekannt und birgt auch zahlreiche Szenen, die bis heute als Klassiker gelten. Und das vollkommen zurecht, da man sich beim zweiten Teil der Weltraumsaga noch um ein vielfaches gesteigert hat.
Irvin Keshner übernimmt vieles aus dem Vorgängerfilm, das heutzutage zum Kult geworden ist. Dieselben Raumschiffmodelle wurden benutzt, neben Sternzerstörern und X-Wings ist natürlich der tolle Millenium Falke wieder das Schiff, das im Mittelpunkt steht, bzw. fliegt. Auch das Lichtschwert wurde erneut eingesetzt, jedoch wurde der Fokus auf die sogenannte Macht mit Lukes Ausbildung sehr vergrößert und mehr eingebunden, was dem Film allerdings auch gut gelingt. Im Gegensatz zum Vorgänger ist die Stimmung des Sequels aber sehr viel düsterer und die Szenen sind um einiges brutaler als im Vorgänger, ganz zu schweigen von der Story, die zwar auch nicht schwierig, aber weniger einfach gestrickt ist als die des Vorgängers. Überhaupt traut sich dieser Film extrem viel, wodurch ein nicht gerade reiner Film entstanden ist, was aber auch gut ist.
Auch John Williams hat sich in seinem Soundtrack um ein vielfaches verbessert. So sind Stücke wie „The Imperial March“ auch heute noch legendär und Williams setzt sie immer an der passenden Stelle ein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen oder zu betonen.
Fast alle bekannten Charaktere des Vorgängers kommen in diesem Film zurück und weisen teilweise eine ziemliche Weiterentwicklung auf. Bestes Beispiel hierfür ist der Protagonist Luke Skywalker. War er im ersten Teil eine recht uninteressante Figur ohne Ecken und Kanten, zeigt er diese im zweiten Film deutlich, gerade während seine Jedi-Ausbildung im mittleren Teil des Films. Dies wird von Mark Hamill sehr gut gespielt und überzeugt vollkommen. Auch wieder mit dabei sind natürlich die immer noch süße Carry Fisher als Prinzessin Leia und der charismatische Harrison Ford als Draufgänger Han Solo. Auch ihre Figuren werden mit der gut dargestellten Liebesgeschichte weiterentwickelt. Neben den gewohnt für Humor sorgenden C-3PO, R2-D2 und Chewbacca lässt sich auch der Bösewicht wieder blicken, der als einziger den Todesstern überlebt hat: Darth Vader. Hier wirkt er nicht minder bedrohlich und ist wieder ein überzeugender Gegenspieler, gerade im Hinblick auf die schockierende Enthüllung gegen Ende des Films.
Aber nicht nur alte, sondern auch neue Charaktere gibt es in diesem Film. Frank Oz spielt den mit einer Puppe dargestellten Jedi-Meister Yoda, der sehr schön dargestellt wird. Dieser kleine, grüne, 800 Jahre alte Außerirdische, dessen Identität man anfangs überhaupt nicht vermutet, erobert sich das Herz des Zuschauers, wenn er einen mit seiner Herumschnüffelei zum Lachen oder mit seinen Lehren zum Nachdenken bringt. Denn alles, was Yoda in seinen Szenen sagt, beinhaltet teilweise äußerst philosophische Wahrheiten und über diese Weisheiten kann man auch gerne einmal schmunzeln. Und der andere neue Charakter ist der „Schurke“ Lando Calrissian, der ebenfalls schön von Billy Dee Williams dargestellt wird. Und auch Alec Guiness hat als Obi-Wans Geist einige Gastauftritte.
Keshner behält die Dreiteilung des ersten Teils bei, jedoch verfeinert er sie noch, indem er seine Protagonisten im Mittelteil trennt und ihre eigenen Abenteuer erleben lässt, um sie am Ende wieder zusammenzuführen.
So bilden die Szenen auf dem Planeten Hoth den anfänglichen Teil, in dem die Protagonisten noch zusammen kämpfen. Dabei setzt Keshner gleich zu Beginn mit einem relativ brutalen Angriff eines Eismonsters auf den Helden ein, der in der Befreiung Lukes endet, wobei Han Solo ihn in einen Tierkadaver steckt. Schon das kann dem Zuschauer ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern.
Nach diesen bereits überzeugenden Szenen folgt eine große Schlacht mit Fliegern, die allerdings wesentlich besser funktioniert als der Showdown des Vorgängers. Hier, auf dem Eisplaneten, stimmt so gut wie alles in der Schlacht und der Flucht der einzelnen Charaktere von dem Planeten.
Nun folgt sogleich Teil 2, in dem die Charaktere getrennt werden. Während Han und Leia mit C-3PO und Chewbacca vor dem Imperium fliehen, landet Luke mit R2-D2 auf Dagobah, dem Heimatplaneten von Yoda.
Die Flucht mit dem Millenium Falken vor den imperialen Schiffen durch das Asteroidenfeld, das Verstecken in einer Höhle, die gar keine Höhle ist und das intelligente Abtreiben mit dem Müll unterhalten und lassen eigentlich nichts zu wünschen übrig. Auch die Beziehung zwischen Han und Leia verändert sich immer mehr und ist schön ausgearbeitet. Auf imperialer Seite ist die Darstellung des Imperators auch sehr gut gelungen, wobei ich natürlich von der ersten Version rede, nicht von der, wo Ian McDiarmid den Imperator spielt.
Ein noch viel größeres Highlight sind jedoch die Yoda/Luke-Szenen. Bereits das erste Treffen der beiden strotzt nur so vor Witz und später, als Yoda Luke trainiert, sind die Szenen mit dem kleinen grünen Männchen sehr unterhaltsam und die Dialoge so gut wie unübertrefflich, gerade in der Szene, in der Yoda Luke dazu bringen möchte, das Schiff mithilfe der Macht aus dem Sumpf zu heben.
Im letzten Akt eilt Luke seinen Freunden zur Hilfe, die mithilfe von Lando Calrissian doch noch dem Imperium in die Hände gefallen sind. Und dieser letzte Akt ist richtig stark und in seinen Szenen äußerts beeindruckend. Vor allem findet man hier so viele düstere und brutale Szenen, wie sie im Vorgänger undenkbar gewesen wären. Die Zerstückelung von C-3PO ist bei so eine Figur schon ziemlich hart anzusehen, auch wenn durch Chewbaccas Bauten an ihm wieder viel Witz in den Film kommt. Doch auch die Folterung von Han ist sehr gut inszeniert und kommt zudem sehr überraschend düster. Selbiges gilt für die Vereisung von Han, was einen sehr guten Cliffhanger bildet und die Dramatik im Film nochmals zuspitzt. Auch die Beziehung zwischen Han und Leia wird hier schön auf ihren Höhepunkt getrieben, so wird die Szene nochmals emotional. Während der Flucht der übrigen mit Calrissian zum Millenium Falken wird Luke von Darth Vader gestellt und sie liefern sich einen überzeugenden und spannenden Lichtschwertkampf. Das Ende des Lichtschwertkampfs untermalt die düstere und schmutzige Stimmung nochmals: Nicht nur, dass Luke eine Hand abgeschlagen wird, es kommt auch noch zu einer der wohl schockierendsten – wenn auch heute allzu bekannten – Enthüllungen der Filmgeschichte, als Vader zugibt, Lukes Vater zu sein. Und es stimmt alles in dieser Szene, vor allem Hamills Verzweiflung ist sehr schön gespielt.
Auch die restliche Flucht von der Wolkenstadt und die Verfolgung im Weltraum.bringen das Fest gut zu Ende und wenn der Abspann über den Bildschirm flackert, schaut man auf die Uhr und denkt: Oh, schon zwei Stunden um!
Ganz stark! Irvin Keshner benutzt die gleichen Zutaten wie Lucas im ebenfalls guten „Krieg der Sterne“, jedoch um ein vielfaches besser. „The Empire Strikes Back“ traut sich mehr, viel mehr, als Lucas es getan hat, ist ein richtig düsterer und schmutziger Film und ist gleichzeitig Unterhaltung erster Klasse. Im Film stimmt alles, die Action, der Humor, die Darsteller, die Story... ach, ich könnte ewig weitermachen! Der Film übertrifft die Erwartungen, beeindruckt in nahezu jeder Szene und schafft große Emotionen. Meine Hochachtung und Höchstnote!
Punkte:(10/10)
"East, West, just points of the compass, each as stupid as the other."
(Joseph Wiseman in Dr. No)