Ich bewerte QOS mit...

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Re: Filmbesprechung: Quantum of Solace

406
Ich verstehe die ganze Kritik nicht.

Ich habe QOS zwar "nur" zweimal gesehen, aber für mich ist es der beste Bond-Film den ich bisher gesehen habe! Richtig gute Action und das von der ersten bis zur letzten Minute. Dazu ein sehr cooler Bond, der auch knallhart ist. Und die Bond-Girls waren auch sehr schön!

Wie gesagt, ein ganz toller Film!
Zuletzt geändert von Master am 31. Oktober 2012 14:49, insgesamt 1-mal geändert.

407
Ich finde es schade, dass man sich bei Dikussionen über diesen Film ständig über die Schnittechnik oder den Mut zu künstlerischen Experimenten aufregt. Für mich ist die Schwäche dieses Bondfilms eindeutig das Drehbuch, welches den Zuschauer letztlich mit mehr Fragen zurücklässt, als es beantwortet hat. Es scheint seltsam inkohärent, als habe man sich zu Beginn mehr vorgenommen, als dann schlussendlich geschafft wurde. Das mag an dem Streik der Drehbuchautoren liegen, tut es wahrscheinlich auch.
Was die Ästhetik von "Ein Quantum Trost" angeht, bin ich immer wieder begeistert, für mich ist der Beginn großartig, die schnellen Schnitte katapultieren einen direkt in die Situation, man behält nicht die Distanz, die man von der sonstigen Bond-Action kennt, sondern man kämpft mit Bond um sein Leben. Der repräsentative Wert, den die sonst sehr übersichtlichen Kämpfe der Bondfilme besitzen, ist für mich überholt, denn mit Daniel Craig ist(viel zu spät) ein Bond gekommen, den man versteht, der nicht eine hedonistische Kampfmaschine ist, sondern ein Individuum, welches Schmerz spüren kann und Liebe. Die Empathie, die wir für Craigs Bond empfinden, funktioniert nicht über die auktoriale Erzählung. Für mich zählen "Casino Royale" und "Ein Quantum Trost" zu den wenigen Bondfilmen, in denen man die Dinge über Bonds subjektive Wahrnehmung empfindet. Und das macht, meiner Meinung nach, diese Filme so stark. Auch die Hektik der Verfolgungsjagd über die Dächer von Siena gehört nach meinem Empfinden zu den packendsten Szenen der 50 Jahre James Bond.

"Ein Quantum Trost" hat eine klare, ästhetische Linie, welche von der spektakulären Ouvertüre über den wunderschönen Vorspann bis in die irreale Wüstenlandschaft führt.
Auch die, in diesem Thread vorher bemängelte, Szene in der Oper finde ich großartig. Warum sollte James Bond immer ein Westernheld bleiben, Action immer nach Action klingen und wenn, dann mit dem Bondtheme unterlegt werden? Ich genieße diese Szene immer wieder, denn durch die Überlagerung von Puccinis Musik über das Gefecht, bekommt das ganze etwas unwirkliches, was für mich zu der gespenstischen Organisation Quantum passt, welche in diesen Szenen eingeführt wird.
David Arnolds Musikregie ist bei diesem Film besonders hervorzuheben, schon das schwelende Thema zum Anfang, bei der Kamerafahrt über das Wasser, ist an Bedrohlichkeit kaum zu überbieten.
Ich denke, dass das Bond-Franchise auch experimentieren darf, ich will nicht immer wieder den selben Film sehen, mit den selben Zutaten. Stillstand ist gleich Rückschritt.

Dieser Film hätte unfassbar gut werden können, doch das schwache Drehbuch sorgt dafür, dass dieser Film nur ganz schlicht und einfach gut ist. Nicht mehr aber auf gar keinen Fall weniger.

Re: Filmbesprechung: Quantum of Solace

409
Willkommen im Forum und Kompliment für deinen ersten Beitrag - wenn ich auch nicht deiner Meinung bin.

Ich werfe QOS nicht nur den Schnitt und die Kamera vor auch wenn das gewichtige negative Aspekte sind. Da ich aber schon unendlich oft die Details beschrieben habe, nur 1-2 neue Aspekte die auf deine Punkte eingehen:
- Die Toska Szene ist für mich leider wirklich nicht zu genießen. Sicher kann man Action mal anders inszenieren und vor allem hat QOS so viel Action, dass durchaus Platz für Experimente ist. Doch leider geht durch Forsters pretentiöse Regie hier für mich der Spaß vollkommen verloren. Ich verliere mich in Bildfetzen, die ich nicht zuordnen kann, es geschehen Dinge die ich nicht deuten kann, die Musik und die ganze Inszenierung wirkt auf mich befremdlich und am Ende bin ich einfach froh, wenn dieser "Fremdkörper" (im Film selbst und im ganzen Bonduniversum) vorüber ist. Total schade, wenn man bedenkt, wie aufwendig das ganze Filmen in Bregenz war. Man vergleiche mal wie ähnlich die Voraussetzungen der Szene zur Pyramiden Szene in TSWLM ist. Obwohl dort auch eine surreale Stimmung (durch Bild und Ton und die Einführung des Beißers) erzeugt wird, unterstützt die Szene den Film noch und ist wunderbar in die Stimmung des Films eingebettet. Leider ist die Toska Sache hingegen ein totaler Flop für mich.

- Das unfertige Drehbuch zeigt sich nicht nur negativ in Bezug auf die Handlung oder Sprünge darin. Leider wirken auch die elementaren Dinge die der Film erzählen will (das Empfinden Bonds, der innere Konflikt von M) unausgereift und sträflich vernachlässigt. Es wirkt einfach inkoherent.

In Summe ist der Film für mich durch beide Schwachpunkte (Drehbuch und Umsetzung) wenig greifbar und irgendwie befremdlich. Schade
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: Quantum of Solace

410
danielcc: Danke!
Für mich ließe sich die Toska-Szene tatsächlich mit der von dir erwähnten in "Der Spion der mich liebte" vergleichen. Diese gefällt mir auch ausgesprochen gut, auch, wenn ich Beißer nie wirklich ernst nehmen konnte.
Gerade die Zuordnungslosigkeit, die du beschreibst, finde ich genial. Sie wird oft mit den "Bourne"-Filmen verglichen, auch, wenn ich sie eher mit den Kampfsequenzen in "Batman Begins" vergleichen würde. Man steckt in dem Kampf drin, kann das ganze nicht so richtig verstehen, dadurch wird die vierte Wand eingerissen. Ich finde das toll. Und natürlich sind gerade solche Szenen, in denen nicht wirklich viel gezeigt wird, besonders aufwendig. Man merk, wie punktgenau die Regie den Kampf komprimiert hat, man spürt das, was man nicht mehr sehen kann. Mich erinnert die Ton-Bild-Diskrepanz außerdem an Filme der Überforderung, die zum Beispiel Godards "Histoires du cinema" oder David Lynchs "Inland Empire". Das sind Filme, die man logisch nicht begreifen kann, denn der Rezipient wird durch die Überzahl an Eindrucken komplett überfordert. Aber wir Menschen sind so gebaut, dass wir die Dinge logisch begreifen wollen, deshalb versuchen wir es. Und das Scheitern beim Versuch, etwas zu überschauen, etwas zu verstehen, vermittelt mindestens genauso viel, wenn nicht mehr, als das Verständnis. Man versteht das ganze auf einer viel instinktiveren Ebene. So geht es mir bei der Toska-Szene.

Maibaum:
Zum Drehbuch: Ich hatte das Gefühl, dass die eigentlich sehr klare Rachestory und der gute Entwurf eines Planes für Greene, gereicht hätten für einen guten Film. Es wäre ein klarer Plot gewesen, in dem man sich viel mehr auf Bonds Psyche konzentriert hätte, in dem man vielleicht mehr das Gefühl gehabt hätte, dass es wirklich um Vesper geht. Denn ich hatte zuweilen das Gefühl, es geht diesem Drehbuch darum, möglichst viele Bond-Situationen zu absolvieren. Weder die Bootszene noch die Flugzeugszene hätte es gebraucht. Ich finde sie in ihrer Umsetzung gar nicht so schlecht, aber es ist viel Lärm um nichts. Das ganze verschleiert auf möglichst spektakuläre Art die sehr simple Handlung. Dieses Theaterfeuer kommt allerdings vom Skript, denn der Film wehrt sich gegen jegliche Form von billigen Tricks und macht noch das Beste aus diesen Fehlkonzeptionen.
Außerdem öffnet der Plot ein großes Fass, wenn Quantum ins Spiel kommt. Doch um diese Organisation geht es ja letzten Endes gar nicht. Es geht um einen von ihnen, Greene. Und der hatte, wie ich in Erinnerung habe, kaum etwas mit Vesper zu tun. Das Fass Quantum wird also geöffnet(das meinte ich damit, dass sie sich so viel vorgenommen haben) und nicht wieder geschlossen und auch nicht ausgeschöpft, es steht halt geöffnet umher und ist zu nichts gut, es ist ein weiterer Showeffekt. Und gerade eine Verbrecherorganisation wie Quantum hätte mich sehr interessiert, Phantom/Spectre ist für mich schon viel zu lange her. Das ist das, was mich stört.

Re: Filmbesprechung: Quantum of Solace

411
Ich denke auch nicht das es wirklich um Quantum geht. QoS funktioniert auf einer direkten Ebene als Actionfilm, und er funktioniert auch auf einer tieferen Ebene als psychologisches Drama, aber ohne jegliches offensichtliches Psychologisieren. Auf der 1. Ebene geht es schon um den Quantum Plot, da dieser ja die vordergründige Handlung betrifft, und diesen auch benötigt um eine Handlung zu haben. Auf der 2. Ebene geht es aber ausschlieslich um Bond selber, um Bond und Vesper, um Bond und Camille (die sein Spiegelbild in der Rache ist), um Bond und M. Das unterscheidet die Craig Bonds von allen vorherigen Bonds, daß es tatsächlich um den Protagonisten geht. Quantum und Greene sind für mich nur Beiwerk. Wichtig, klar, aber austauschbar. Quantum ist in seiner Funktion wichtig weil Quantum die Verbindung zu Vesper herstellt.

Des weiteren ist es vor allem ein Actionfilm, und zwar auch durchaus einer der einiges was innerlich passiert in äußere Handlung umsetzt. Der Film ist fast immer in Bewegung (was viele als Hektik empfinden), und kommt nur an einigen markanten Punkten kurz zur Ruhe. Die beiden von dir genannten Actionszenen wären mir schon allein aus rhythmischen Gründen wichtig (außerdem ist die Flugzeugszene ästhetisch überragend).
Die Action ist halt das Herz der Bondfilme, und auch ohne das Forster die 4 großen Actionszenen den 4 Elementen zuordnete, hätte der Film nicht auf sie verzichten sollen.

Ich vermag jedenfalls in dem Drehbuch keine direkten Schwächen festzustellen. Wie jedes gute Drehbuch steht es im Dienst der Ästhetik, und würde schon deswegen funktionieren weil die Ästhetik von QoS funktioniert.
Ich sehe da auch eher im Drehbuch einen großen Reichtum der sich mir erst so nach und anch erschließt.

Man kann QoS einfach nur als Actionfilm genießen bei dem das Drehbuch die Handlung trägt, man kann aber auch versuchen (aber man muß nicht) sich mit dem zu beschäftigen was da noch so alles ist, und das ist nicht wenig, in Bezug auf die Hauptfiguren und auch die politischen Aspekte.

Wobei mich hauptsächlich die Ästhetik interessiert.

Re: Filmbesprechung: Quantum of Solace

412
Maibaum hat geschrieben: , und auch ohne das Forster die 4 großen Actionszenen den 4 Elementen zuordnete,
Sorry, das ist für mich wieder so ein prätentiöser Pseudo-Kunst bullshit. Hat das irgendeine Relevanz für die Handlung? Hat das irgendeine Relevanz für Bonds Gefühlswelt? Ich sage nein! Genauso wenig wie uns die Parallelmontage irgendwie weiter bringt, ist das mit den 4 Elementen auch unbrauchbar.
Das finde ich so schade an QOS: In CR gab es ein nachvollziebares Thema, und irgendwelche Anspielungen oder Parallelen diesbezüglich haben dann auch erkennbar Sinn gemacht während sie Campbell jeglichen Kunst-Schnörkel erspart. Bei QOS habe ich das Gefühl, dass man schon das Drehbuch und das eigentliche Thema nie richtig in den Griff bekommen hat, und sich Forster stattdessen auf seine Selbstverwirklichung in der verschnörkelten Darstellung konzentriert hat.

Im Übrigen stimme ich HAMLET voll zu: Ohne die Bootszene und ohne die Flugzeugszene würde mir QOS wohl sogar besser gefallen. Diese sind für mich der Tiefpunkt der Einfallslosigkeit, während die Autoverfolgung und die Sienne Verfolgung noch irgendwie durchgeht.
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: Quantum of Solace

417
Eigentlich glaube ich gar nicht das dich das wirklich interessiert, schon weil deine ganze Auseinandersetzung mit QoS auf Desinteresse basiert.
Wenn dir jeglicher Gestaltungswillen und jede Idee hinter einer Szene die nicht einzig und allein auf ihre Verkäuflichkeit spekuliert als prätentiös erscheint, dann muß für dich natürlich QoS eine prätentiöse Zumutung sein.
Und was nützten dir Erklärungen?
Ich finde man muß Filme fühlen, und wenn man sie fühlt dann kann man sich auch mit ihnen auf einer verstandesmäßigen Ebene auseinandersetzen, aber wenn man einen Film nicht gefühlsmäßig versteht dann sollte man ihn am einfachsten ignorieren, und sich stattdessen mit Filmen (oder anderen Dingen) beschäftigen die einem Spaß machen.

Ich weiß nicht wie das groß prätentiös sein kann, weil es zwar eine Idee ist, aber keine die man erkennen muß um den Film zu genießen oder zu verstehen.

Da QoS aber auch sonst sich eher mit elementaren Dingen beschäftigt, und es gibt eigentlich nichts elementareres als Wasser und Land (und das ist elementar im Vergleich zu Atomraketen, Öl oder Dekodierungmaschinen), und auch auf der persönlichen Ebene Elementares wie Rache und Erlösung (statt oberflächlichen Sex oder Dienst am Vaterland) in den Mittelpunkt stellt, sehe ich auch keinen Grund die üblichen Actionszenen nicht einfach mal den 4 Elementen zuzuordnen. Schaden tut das nicht, und wenn er in der Luft beschossen wird statt ein weiteres Mal am Boden, so ist das vom Action Prinzip her so ziemlich egal.

Ich finde das jetzt nicht wichtig, das hat auch wenig mit meinem Spaß am Film zu tun, aber ich finde es vergnüglich so etwas zu lesen. Ist doch mal was anderes.

Re: Filmbesprechung: Quantum of Solace

418
Quantum mag zwar die Verbindung zu Vesper sein, doch Greene hat direkt nichts mit Vesper zu tun. Im Grunde genommen, fühlt Bond also nicht denen auf den Zahn, die Vesper tatsächlich unter Druck gesetzt haben. Es geht ja nicht nur um Rache, so wie ich das sehe. Es geht für Bond darum, Fragen zu beantworten. Er möchte seinen Frieden mit Vesper machen, er kann ja den Verrat eines geliebten Menschen(und vermutlich des ersten Menschen, den er je geliebt hat, schließlich können wir annehmen, dass "Ein Quantum Trost" vor "Im Geheimdienst ihrer Majestät" spielt) nicht einfach so hinnehmen. Er möchte wissen, wie es dazu kommen konnte. Ich hatte zumindest diese Erwartungen an den Film. Ich wollte mehr über Vespers Vergangenheit wissen, wie sie mit Quantum in Berührung kam, wie sie sich darauf eingelassen hat und daher lässt mich der Film von der Geschichte her unbefriedigt zurück.
Was die Wasser- und Luft-Szenen angeht, so stören mich diese nicht aufgrund ihrer Machart, ich finde sie spannend, die Bootszene löst sogar ein bisschen "Liebesgrüße aus Moskau" - Nostalgie bei mir aus. Ich finde sie jedoch nicht notwendig, im Gegenteil, dem Rhythmus des Films sogar abträglich.
Die Idee mit den vier Elementen ist sicherlich ganz nett, gerade, wenn sie so ist, wie du, Maibaum, es beschreibst, nämlich, dass sich der Film durchaus auch ohne Hintergrundwissen genießen lassen kann, nur als konzeptuelles Extra, sozusagen. Ich finde auch, dass es bei der Wahrnehmung auf Filme, wie auch auf alle andere Kunst, hauptsächlich um Gefühle geht. Deshalb gefällt mir "Ein Quantum Trost" auch so gut, weil er mich mit seiner linearen Ästhetik sehr bewegt hat.
Wenn es bei den Actionszenen jedoch tatsächlich um die vier Elemente geht, so sollte das auch Sinn ergeben für die einzelnen Szenen und nicht nur für die elementare Polung des gesamten Films. Wenn Forster diese Symbole absichtlich verwendet, dann müssen sie auch schlüssig sein an ihrer jeweiligen, konkreten Stelle und nicht nur im Gesamtkontext. Die Befreiung von Camille hat thematisch überhaupt nichts mit Wasser zu tun. Und Wasser als Symbol löst ja eine Menge an Konnotationen aus. Doch weder die zerstörerische Kraft, noch die reinigende Kraft, noch irgendeine Kraft berechtigt diese Szene dafür mit dem Element Wasser übertitelt zu werden. Im Gegensatz dazu steht zum Beispiel ein Symbol wie der Titel "Skyfall", wo man schon eine Hybris assoziieren kann, was sehr viel mit Bond im Allgemeinen zu tun hat, genau wie man es auch wörtlich für den Sturz Bonds sehen kann. Sicherlich wird "Skyfall" auch noch in der Storyline aufgegriffen, doch schon jetzt ergibt die Symbolik dieses Titel immens viel Sinn für mich.
Die vier Elemente in "Ein Quantum Trost" allerdings sind tatsächlich nur Kulisse und deshalb keine Symbole, denn sie bedeuten in diesem Kontext nichts. Das wäre dann tatsächlich ein wenig prätentiös, wenn Forster die Actionszenen an die vier Elemente angelehnt hat.

Was ich vorher noch vergessen hatte zu erwähnen, ist das großartige Ensemble von "Ein Quantum Trsot". Besonders gefreut habe ich mich über die große Rolle, die Judi Dench schon in diesem Film zuteil wird, sie macht das großartig, sie ist der einzige M, der irgendeinen nachträglichen Eindruck bei mir hinterlassen hat und auch der einzige Geheimdienstchef, der mich auch als Privatperson(beim Abschminken oder Badeinlassen zum Beispiel) interessiert. Daniel Craig finde ich als Bond wundervoll, die große Sorgenfalte, die er den Film über auf der Stirn mit sich herumschleppt mag etwas melodramatisch wirken, doch bei mir hat sie zu einem großen Einfühlungsvermögen in sein traumatisiertes Inneres geführt. Ich mag gleichzeitg die Entschlossenheit seines Bonds, der sich nie verwundert umsieht oder nachdenkt. In "Casino Royale" schnappt er sich ohne langes Zaudern das Salzfass und ein Glas, als er vergiftet wird, in diesem Film bricht er ohne mit der Wimper zu zucken die Türklinke der Operntoilette ab. Man glaubt ihm den pragmatisch trainierten Agenten, der nie lang zaudern muss, wenn es wirklich um seinen Beruf geht. Nur mit seinen Gefühlen kommt er nicht voran, er brennt von innen und dieses Brennen veräußerlicht sich nicht wirklich. Dass man dieses Brennen trotzdem bemerkt, ist dem großen Talent des Hauptdarstellers anzurechnen.
Mathieu Almaric ist ein hinreißender Schauspieler und er holt aus seinen weniegn Auftritten sehr viel raus. Er ist die ganze Zeit präsent, auch wenn er nicht körperlich anwesend ist. Meiner Ansicht nach, verkörpern Mathieu Almaric und Mads Mikkelsen die interessantesten Bondschurken seit Christopher Walkens Max Zorin.
Sowohl Olga Kurylenko als auch Gemma Arterton spielen schnörkellose Figuren, kluge Frauen, dreidimensionale Charaktere, die nur leider nach der starken Vesper von Eva Green nicht wirklich Aufsehen erregen, es sonst aber mit nahezu jedem Moore- oder Connerybondgirl aufnehmen können.
Schon im letzten Bondfilm haben mich zwei Darsteller sehr beeindruckt: Giancarlo Giannini und Jeffrey Wright. Der Tod von Mathis war für mich besonders traurig, weil ich diesen altgewordenen Filou so geschätzt habe und in ihm eine Art Vaterfigur für Bond gesehen habe.
Jeffrey Wright ist der erste Felix Leiter - Darsteller, an den sich tatsächlich Menschen erinnern. Habe ich früher mit Freunden über diese Figur gesprochen, war sie denen, die sich nicht besonders viel mit Bond beschäftigten, kein Begriff. Auch in "Lizenz zum Töten", immerhin dem Film, bei dem Felix Leiter den Stein ins Rollen bringt, bleibt kein wirklich nennenswerter amerikanischer Freund für Bond zurück. Anders in "Casino Royale" und "Ein Quantum Trost". In beiden Filmen hat Wright keine besonders große Spielzeit, aber er stellt seine Künste so kompromisslos und ehrlich in den Dienst seiner Rolle, dass es ein wahres Vergnügen ist, ihm dabei zuzusehen.
Nicht zuletzt wegen der starken Besetzung bleibt "Ein Quantum trost" für mich ein wirklich guter Bond.

Re: Filmbesprechung: Quantum of Solace

419
Ich finde raffinierte Ideen total toll und liebe es Szenen zu analysieren im Hinblick auf Doppeldeutigkeit, Anspielungen, Parabeln...

Aber wenn es keinen Zusammenhang gibt zwischen visueller Idee und Aussage, dann finde ich es etwas beliebig.

Das was du zur Thematik von QOS gesagt hast, macht aber Sinn und vielleicht war das wirklich die Idee dahinter.
Leider fühle ich bei QOS weniger als bei fast anderem Bond Film. Das ist jetzt wirklich keine Übertreibung aber grade aufgrund seines Stils, bleibt mir der Film merkwürdig fremd.

Umso mehr liebe ich die ruhige Momente, wie Bonds Besuch bei Mathis, oder die Szene im Flugzeug, oder der Empfang am Flughafen. Auch der Beginn in BRegenz ist wunderbar elegant und flüssig (Musik, Bilder...). Hach, QOS hat schon viele schöne Momente aber...
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: Quantum of Solace

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Hey, hab grad ne kleine Diskussion mit meiner Freundin:

Zitat aus'm Film:

Bond: "Wir müssen gehn Mr. Greene!"
Greene: "Meine Freunde nennen mich Dominic (Dominique gesprochen)"
Bond: "Da bin ich mir sicher!"

Wie war das eurer Meinung nach gemeint ?

So das Bond sich lustig über den "auch weiblichen Vornamen" macht UND damit zum Ausdruck machen will, das er NICHT sein Freund ist oder nur eines der beiden ?

Ich bin mir 100% sicher das er sich drüber amüsiert und sich nicht als einen seiner Freunden sieht.

Was meint ihr ?