N'Abend...
Ich bin neu hier - mein erster Beitrag, wäre üner Feedback dankaber
Da ich mir traditionellerweise die 007-Filme in chronologischer Reihenfolge anschaue, musste es zwangsläufig so kommen, dass ich wieder von Beginn an starte und Dr. No sehe.
Nun möchte ich mal meinen eigenen Senf dazu abdrücken:
Der Film beginnt mit einer Stärke, der Musik. Schnell kommt das Südsee-Flair auf - das bekannterweise bei vielen Filmen auftritt. Die ersten Szenen in Jamaika, Strangways' Ermordung und der Diebstahl der Akten sind vielleicht nicht überragend, aber mit den "blinden" Killern sicherlich nicht unattraktiv. Wenig später kommt schon eine der besten Szenen des Films, meiner Meinung nach eine der besten Szenen der Connery-Filme, in der James Bond dem Zuschauer vorgestellt wird. Man sieht erstmal das Baccara-Spiel, bei demein gewisser Herr viel Glück hat, dann seine Hände. Die klassische Antwort auf die Frage "wie ist Ihr Name?" kommt: Bond... James Bond. mit der dabei angezündeten Zigarette eine wichtige Szene der gesamten James-Bond-Filmgeschichte. Die folgende Unterredung mit M ist sicherlich nicht die Stärkste (der Dialog wirkt etwas lahm und äußerst kühl... M ist regt sich nicht wirklich über Bond auf und Bond ist erschreckend unterwürfig) und Major Boothroyd hat auch nicht die
Qualität von Q. Schön finde ich hingegen, dass der Waffenwechsel in den Film Eingang gefunden hat. Eine Ungenauigkeit ist mir dabei aufgefallen: Wenn, wie M gesagt hat, es kurz vor 3 Uhr (nachts) ist, wieso ist dann Moneypenny am Schreibtisch? Gibt es für Büroangestellte Nachtschicht? Ich finde es zumindestens etwas ungewöhnlich...
Bei der Romanze mit Sylvia Trench (beim Golfspielen! das kann nur bei 007 passieren!) gibt es jichts auszusetzen, nur das die Stimme Bonds sich merkwürdigerweise verändert...
Es folgt die Einreise nach Jamaika. "Das mach ich, kümmern Sie sich um das Gepäck!" wirklich ein netter Gag... die kurze Schlagszene mit dem Chauffeur (Actionszene wäre übertrieben) hätte man meiner Meinung nach ausbauen können. Es war für Bond regelrecht ein Kinderspiel... wie gesagt, nur der Hauch von Action. Doch dann trumpft der Film mit einer weitern sehr großen Stärke auf: Bond ermittelt! und er ermittelt richtig, er hat keinen Kontaktmann, der imPrinzip schon alles weiß. Die Ermittlungen werden auch nicht langweilig, da es diverse Anschläge auf Bond gibt, die jedoch alle etwas billig wirken, keine große Action, aber nette Sprüche ("Die hatten's eilig, zu ihrer eigenen Beerdigung zu kommen") typisch Connery. Die Einführung von Felix Leiter ist auch gut gelungen, Quarrel und Leiter werden auch gut dargstellt, besonders Quarrel. Bemerkenswert ist auch, dass der Film ohne Gadgets auskommt und trotzdem Tricks der Agenten aufzeigt: Das Haar an der Schranktür und das Pulver am Koffer. Das wirkt alles sehr real... realer als manche von Qs Spielereien...
Zu der Location auf Crab Key muss ich nicht viel sagen... sie ist einfach genial... diese landschaftliche Szenen am Strand sind unübertroffen. Ursula Andress in der Rolle als Honey Ryder ist natürlich Kult, wie auch der Bikini. Da passt alles zusammen, hübsche Frau (gut gekleidet
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), wunderschüne Location, und ein schönes Lied... ach ja, die Muscheln sehen auch gut aus.
Nach der Gefangennahme Bonds und Ryders fällt der Film für mich ein wenig ab... man hat Dr. No immernoch nicht zu Gesicht bekommen und es wirkt alles etwas Träge, obwohl eigentlich Spannung aufkommen sollte, da Bond gefangen ist und noch vieles äußerst unklar und offen ist... Der Gegensatz zu der wunderschönen Karibik und Dr. Nos bunkerähnliche Anlage ist ein wenig unpassend, eigentlich schade... Dann, endlich... man sieht Dr. Nos Gesicht. Er wird wirklich gut verkörpert, man merkt, das er irgendwie verrückt ist, aber er ist nicht völlig durchgeknallt, wie andere Bösewichte. Fanatisch aber nicht psychopathisch, ein richtig guter Bösewicht. Bonds Flucht aus seiner Zelle wirkt etwas langatmig... man nimmt, finde ich, die Bedrohung, die Dr. No mit seinem Toppling darstelllt nicht besonders gut wahr... es kommt alles etwas flach... auch das Showdown zwischen Bond und Dr. No ist ebenfalls etwas flach... wieder nur wenig Action... ja, fast gar keine... ein paar Hiebe, und Dr. No ist erledigt... geht alles etwas schnell, und der Start ist auch ruckzuck gerettet... so nebenbei...
Die Flucht von der Insel und das Treffen mit dem kopfschüttelnden Leiter rundet das Geschehen stilvoll ab.
Zusammenfassung:
Der Film hat wenig Action, dafür aber eine sehr logische Story, die ziemlich real wirkt. Das Bond ermitteln muss, wirkt auch sehr bodenständig und wirkt daher schon fast "wie aus dem Leben eines Agenten gegriffen". Die Location ist unübertroffen, ähnlich wie Ursula Andress im Bikini. Der junge Sean Connery macht auch eine richtig gute Figur.
James Bond jagt Dr. No ist meiner Meinung einer der besten Bond-Filme. Zudem sollte man nicht vergessen, dass der Film 1962 in die Kinos kam, da war Farbfernsehen gerade erst erfunden, und vieles Andere noch nicht. Kein Wunder, wenn es da keine Spielereien von Q gibt.
Grüße,
Baccara