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Re: Romanbesprechung: Operation Jericho "Brokenclaw" (Gardner - 1990)

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Buchreview zu „James Bond 24: Operation Jericho“

Im Original „Brokenclaw“ von John Gardner in der Neuübersetzung von Cross-Cult aus dem April 2016 nach der Erstveröffentlichung 1990.

„James Bond 24: Operation Jericho“ ist das 24. Bondbuch und der 9. Roman von John Gardner

In meinem Ranking der Gardner-Romane befindet sich „Operation Jericho“ auf dem 3. Platz. Das Ranking nach den ersten 9 gelesenen Romanen sieht wie folgt aus:

1. „Eisbrecher“ und „Scorpius“
2. „Niemand lebt ewig“ und „Das Spiel ist aus“
3. „Flottenmanöver“ und „Operation Jericho“
4. „Der Kunstsammler“
5. „Kernschmelze“
6. „Eine Frage der Ehre“

Worum geht es in „Operation Jericho“ ?:


Ein toter und mehrere verschwundete Wissenschaftler sorgen dafür, dass der britische Geheimdienst den im Urlaub befindlichen Agenten James Bond reaktivieren muss. Bond war bei seinem Urlaub nicht nur unmittelbar in der Nähe des Mords an dem einen Wissenschaftler – er hat auch zufälligerweise den Chino-Blackfootindianer Brokenclaw Lee gesehen, der ein großes Untergrundnetzwerk in San Francisco betreibt und durch diverse aktuelle Operationen ins Visier der Geheimdienste gerät. Bond und eine weibliche Agentin namens Chi-Chi müssen sich in sein Netzwerk einschleusen.

Kapitelverzeichnis der deutschen Version 2016:

1. Tod am Nachmittag
2. Der Verstand ist der Mann
3. Hinter uns da kommt ein Meerschwein
4. Lords und Lords Day
5. Das Trojanische Pferd
6. Wandas Geschichte
7. Wie ein Stier durch die Arena
8. Abaelard und Heloise
9. Gutenachtgeschichten
10. Flug und Trug
11. Willkommen
12. Chinesische Kästchen
13. Schwarze Magie
14. Ein Ausflug zur Bank
15. Sterben wie ein Gentleman
16. Abgefahren
17. Neue Tage, neue Wege, Liebe bleibt
18. Die Chelan Mountains
19. Herausforderung durch Folter
20. O-Kee-Pa

Seitenanzahl: 354 / Kapitelanzahl: 20 = Kapitelfrequenz von 17-18 Seiten.

Hauptschauplätze: Victoria (British Columbia) ; San Francisco ; Chelan Mountains (Washington)

Wichtige Charaktere (neben Bond):

Lee Fu-Chu „Brokenclaw“
Sue Chi-Ho „Chi-Chi“
Commander Edwin Rushia
Wanda Man Song Hing
Nolan und Wood

Was halte ich davon ?


„Operation Jericho“ bzw. „Brokenclaw“ im Original ist ein typischer Gardner-Bond geworden, der jedoch dieses mal weniger mit einer Doppel- bzw. Dreifachbödigkeit auskommt und uns eine kompakte, sehr geradlinige Story erzählt. Doch diese Story selbst bietet genug spannende Cliffhanger am Ende jedes Kapitel, die mich immer wieder wütend machen. Warum ? Ich lese gerne kapitelweise und meistens ist am Ende jedes Kapitels der Zug an seinem Ziel angelangt, so dass ich nicht weiterlesen kann, obwohl ich das so gerne machen würde.

Das Buch hat schonmal vorweg, bis jetzt einen der interessantesten Gegenspieler der Gardner-Bonds bekommen. Lee Fu-Chu bzw. Brokenclaw Lee ist Halb-Chinese und Halb-Blackfootindianer . Gerade die Aura, die ihm zugeschrieben wird, lässt einen ähnlich faszinierenden Eindruck entstehen, wie es Fleming mit dem Voodoo und Mr. Big in „Leben und Sterben lassen“ geschafft hat. Gerade das, was sich Brokenclaw im sehr intimen und passenden Ende aussucht, um den Kampf zwischen ihm und Bond zur letzten Konsequenz zu führen.ist wirklich krass und brutal – nahezu unverfilmbar. Es geht hier mehr um den direkten Kampf zwischen Bond und Lee und im Grunde nur am Rande um die Pläne für ein U-Boot-Ortungssystem und entsprechenden Störsender und auch um die titelgebende Operation zur gezielten Manipulation der Wall-Street. Obwohl gerade die unterschiedlichen Operationen an denen Lee arbeitet, vielleicht ein wenig zu viel des Guten gewesen sind.

Im Mittelteil gibt es dann schon ein paar schöne Twists und auch einen extremen Moment des Slapsticks, wenn man sich den „Deus Ex Machina“ anschaut, mit dem Bond einer tödlichen Folter entgeht. Ich musst so an mich halten, weil ich das so witzig fand. Unterhaltsam, spannend, rund, kompakt und mit einem faszinierend intimen Ende hat mich „Operation Jericho“ gut gepackt.

„Operation Jericho“ bekommt von mir auf der 007er-Skala 006/007 Punkte

Im 10er-System würde ich das ganze auf 8/10 bewerten.
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "

Re: Romanbesprechung: Operation Jericho "Brokenclaw" (Gardner - 1990)

3
Habe 2x in den letzten 15 Jahren angefangen das Buch zu lesen und wieder weggelegt.
Letzte Woche habe ich wieder angefangen und dieses mal macht es richtig Spaß. Werde deine Review lesen wenn ich durch bin und meinen Senf dazu geben.
Meine 90er Jahre Ausgabe trägt übrigens den aussagekräftigen Titel:
Fahr zur Hölle, Mr. Bond!
....ach ja, die 90er, da war Alkohol in den Verlagshäusern noch Grundnahrungsmittel :).
Wenn ich hätte entscheiden dürfen, hätte ich mich am Originaltitel orientiert und ihn mit
Broken Klo
Übersetzt. Bond als Rohrreiniger.
...punk in drublic.

Re: Romanbesprechung: Operation Jericho "Brokenclaw" (Gardner - 1990)

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Brokenclaw - Fahr' zur Hölle, Mr. Bond - Operation Jericho

"My little China girl you shouldn't mess with me
I'll ruin everything you are
You know I'll give you television, I'll give you eyes of blue
I'll give you a man who wants to rule the world."
- David Bowie

Inhaltlich hat HCN alles zum Buch gesagt. Mir fällt sachliche Kritik an dieser Stelle schwer. Ich gebe mir mal trotzdem Mühe.

Eigentlich startet das Buch nicht schlecht:
- Die Locations sind gut gewählt und Teils schön beschrieben: Vancouver Island (!), SF und ein amerikanischer Flugzeugträger samt M.
- Dazu baut Gardner einen sehr mysteriösen und interessanten Villain auf.
- Beim Briefing kommt es zu einer spannenden Vorgeschichte: Man freut sich als Leser auf das, was noch kommt.


So, und dann macht Gardner alles zunichte:
- Ein Zwischenstopp in NYC führt zurück ins Umland von SF in Brokenckaws geheime Bunkerstation.
- Die Story dümpelt absolut actionlos vor sich hin. Nach 3/4 des Buches meint man immer noch beim Prolog zu sein. Der Plot wird nebenbei enthüllt und ist eines Bonds nicht würdig.
- Alle interessanten Attribute, die Gardner sich für Brokenclaw ausgedacht hat (halb Chinese halb Indianer, groß, charismatisch etc) werden nicht mehr benutzt. Der Plot passt nicht ansatzweise zum Villain. Man hätte hier jeden x-beliebigen Hinterhofschlingel einsetzen können.
- Bond macht gar nichts! Die Story zieht einfach an ihm vorbei. Dagegen ist er in GF hyperaktiv.

1/10 Punkten für den guten Anfang.

Fazit: Brokenclaw oder Broken Klo? Zweites passt besser. Verstopfung bei Gardener. Bitte wegspülen.

Man fragt sich, wie Glidrose jemals seinen Namen darunter setzen konnte. Es ist mit Abstand das schlechteste Bondbuch, dass ich gelesen habe.
...punk in drublic.