Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Das merken die Zuschauer gar nicht. Dort wird das sowieso alles zensiert.

Ich habe mal gelesen, dass in der chinesischen Fassung von SF das Symbol an der Hand von Severine mit der Mafia in Verbindung gebraht wird, um nicht auf das Problem der Zwangsprostitution in Macao aufmerksam zu machen.

Ob die Story dann überhaupt noch Sinn ergibt, muss man sich auch fragen.

Btw.: Werden die Filme auf Chinesisch eigentlich synchronisiert? Und wenn nein, kann dort niemand englisch? Ansonsten wäre das mit der Zensur alles etwas sinnlos. Dass das rechtsstaatlich-demokratisch bedenklich ist, wollte wohl klar sein.

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Samedi hat geschrieben: 19. April 2021 20:43
Invincible1958 hat geschrieben: 19. April 2021 19:14 Ich kann mir vorstellen, dass in "Bond 26" mehrere chinesiche Schauspieler mit von der Partie sein werden.
Das kommt darauf an, wo der Film spielt und welchen Plot er hat.

Und wenn man die chinesischen Schauspieler nur deshalb besetzt, weil man auf ein gutes BO hofft, dann wäre es ratsam, die Chinesen nicht als Schurken zu besetzen.
Die bösen Rollen sind doch meist die cooleren.
Die Spanier sind doch nicht schlecht auf Skyfall zu sprechen, weil Bardem den Bösen spielt. Und wir Deutschen halten "unsere" deutschen Bösewichte doch auch seit Ewigkeiten hoch.

Wichtig ist nur, dass der Charakter dann nicht als "typisch chinesisch" gezeichnet wird.

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Invincible1958 hat geschrieben: 19. April 2021 21:12 Wichtig ist nur, dass der Charakter dann nicht als "typisch chinesisch" gezeichnet wird.
Und da ist der Grad eben sehr schmal. Wobei es natürlich möglich wäre, einen chinesischen Schauspieler als Schurken zu besetzen, bei dessen Rolle die Nationalität (ähnlich wie bei Bardem) von nachrangiger Bedeutung ist.
Invincible1958 hat geschrieben: 19. April 2021 21:12 Die Spanier sind doch nicht schlecht auf Skyfall zu sprechen, weil Bardem den Bösen spielt. Und wir Deutschen halten "unsere" deutschen Bösewichte doch auch seit Ewigkeiten hoch.
Bei Russen, Chinesen oder Nordkoreanern als Schurken schwingt da aber automatisch die Erinnerung an den Kalten Krieg mit. Vor allem bei einem Bondfilm.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Ich finde die Argumentation gerade etwas widersprüchlich. Einerseits sollte man einen Chinesen als Bösewicht besetzen, damit der Film bei den Chinesen gut ankommt, andererseits dies wieder relativieren, indem man ihn nicht als "typisch chinesisch" präsentiert, weil dies bei den Chinesen schlecht ankommen könnte. Was denn nun? Da kann man es doch gleich lassen.

In den meisten Fällen kommt hinzu, dass zwar einerseits eine Person einer bestimmen Nationalität bei den "Bösen", aber auch bei den "Guten" vertreten ist. Wai Lin ist chinesische Agentin und Verbündete von Bond, General Chang wiederum auf Seiten Carvers, aber ebenfalls Chinese.

In OP werden zwar die meisten Russen in einem guten Licht dargestellt, die an den Abrüstungsgesprächen festhalten wollen, andererseits ist einer der Main-Villains ebenfalls Russe, der lieber West-Berlin mit einer Atombombe auslöschen will.

Dass dadurch nun eine bestimmte Nation dadurch besonders schlecht dargestellt wird, kann ich nicht sagen.

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Mir ging es darum, dass die Bösen bei Bond weiterhin unabhängig sein sollten und nicht politisch aktiv bzw. für ihre Regierung arbeiten sollten.
So wie bislang auch.

Ein chinesischer Villain sollte also nichts mit der Partei zu tun haben.
So wie Dr. No.

Anders gesagt: Die Tatsache, dass der Darsteller des Villains chinesisch ist, sollte keine Rolle spielen.
So wie es eben bei Silva auch keine Rolle gespuelt hat.

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Henrik hat geschrieben: 21. April 2021 08:18 Einerseits sollte man einen Chinesen als Bösewicht besetzen, damit der Film bei den Chinesen gut ankommt, andererseits dies wieder relativieren, indem man ihn nicht als "typisch chinesisch" präsentiert, weil dies bei den Chinesen schlecht ankommen könnte. Was denn nun? Da kann man es doch gleich lassen.
Hä? Manchmal verwirren mich deine Posts enorm. :)

Invincible hat das doch sehr klar formuliert: Gert Fröbe hat Auric Goldfinger nicht als "typisch deutsch" dargestellt. Javier Bardem spielte mit Silva keinen "typisch spanisch" veranlagten Charakter. Und Le Chiffre aka Mads Mikkelsen war keiner, den ich "typisch dänisch" nennen würde. Warum soll man dann zugunsten des chinesischen Marktes keinen chinesischen Megastar als Schurken besetzen, ohne die Rolle gleich zur einer Chinesen-Karikatur werden zu lassen?
Prejudice always obscures the truth.

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Zumal die Rollen bei Bond selten wirklich nationalitätsbezogen gezeichnet sind. Gerade in Hilles Beispielen. Goldfinger wird vage als Engländer eingeführt, und damit hat's sich auch, Le Chiffre soll möglicherweise eventuell und vielleicht ein "staatenloser Albaner" sein, spielt aber auch keine Rolle und bei Silva fragt sich der Film nie warum dieser britische Agent einen spanischen Akzent hat und auf den Namen Tiago Rodriguez hört.
We'll always have Marburg

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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GoldenProjectile hat geschrieben: 21. April 2021 11:06 Zumal die Rollen bei Bond selten wirklich nationalitätsbezogen gezeichnet sind. Gerade in Hilles Beispielen. Goldfinger wird vage als Engländer eingeführt, und damit hat's sich auch, Le Chiffre soll möglicherweise eventuell und vielleicht ein "staatenloser Albaner" sein, spielt aber auch keine Rolle und bei Silva fragt sich der Film nie warum dieser britische Agent einen spanischen Akzent hat und auf den Namen Tiago Rodriguez hört.
Im Zweifelsfall kommen alle Schurken aus der Schweiz, so wie im wahren Leben.
#Marburg2021

Though this be madness, yet there is method in’t
William Shakespeare, Hamlet

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Casino Hille hat geschrieben: 21. April 2021 10:48
Henrik hat geschrieben: 21. April 2021 08:18 Einerseits sollte man einen Chinesen als Bösewicht besetzen, damit der Film bei den Chinesen gut ankommt, andererseits dies wieder relativieren, indem man ihn nicht als "typisch chinesisch" präsentiert, weil dies bei den Chinesen schlecht ankommen könnte. Was denn nun? Da kann man es doch gleich lassen.
Hä? Manchmal verwirren mich deine Posts enorm. :)
Naja, ich hatte das so verstanden: Man will einen Chinesen, damit er die chinesischen Zuschauer lockt, der darf aber nicht Chinesisch wirken, damit sich niemand angegriffen fühlt. Und das passte für mich nicht wirklich zusammen.

Wie auch immer, ich hab's jetzt inzwischen verstanden. :)


Ob man nun jemanden wie General Chang (TND) auf Seiten des Bösewichts einführen sollte? Nun ja, er steht nicht im Zentrum der Handlung und auch sonst kommen die Chinesen im Film (TND) insgesamt nicht unbedingt schlecht weg.

Ich schreibe das hier einfach mal, vielleicht kann damit jemand etwas anfangen:
Aus Hans Glaub, dem KZ-Arzt aus AVTAK, wurde im Deutschen der Pole Jan Kupersky. Da wird man sich wohl etwas bei gedacht haben. Aber das hängt wohl auch speziell mit der deutschen Geschichte zusammen.
Casino Hille hat geschrieben: 21. April 2021 10:48 Invincible hat das doch sehr klar formuliert: Gert Fröbe hat Auric Goldfinger nicht als "typisch deutsch" dargestellt. Javier Bardem spielte mit Silva keinen "typisch spanisch" veranlagten Charakter. Und Le Chiffre aka Mads Mikkelsen war keiner, den ich "typisch dänisch" nennen würde. Warum soll man dann zugunsten des chinesischen Marktes keinen chinesischen Megastar als Schurken besetzen, ohne die Rolle gleich zur einer Chinesen-Karikatur werden zu lassen?
Wobei ich allerdings tatsächlich das Gefühl habe, dass die asiatischen Schauspieler aus den Bond-Filmen auch eher als solche zu identifizieren sind. Kommt z.B. Gert Fröbe besonders deutsch rüber? Nicht wirklich.

Wenn ich mir demgegenüber die die verschiedenen Personen in YOLT anschaue (Osato/Teru Shimada, Tanaka/Tetsurō Tamba), da kann ich sie auch viel leichter einer bestimmten Nationalität, also den Japanern, zuordnen. Die Namen musste ich googeln, die hatte ich nicht im Kopf :)

Wobei: Götz Otto/Stamper kann man wohl schon als Deutschen erkennen.

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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DonRedhorse hat geschrieben: 21. April 2021 11:25 Im Zweifelsfall kommen alle Schurken aus der Schweiz, so wie im wahren Leben.
Dann im Zweifelsfall aber auch alle aus Zürich, so wie Elvis, der Schuft!
Henrik hat geschrieben: 21. April 2021 12:51 Kommt z.B. Gert Fröbe besonders deutsch rüber? Nicht wirklich.
GoldenProjectile hat geschrieben: 21. April 2021 11:06 Goldfinger wird vage als Engländer eingeführt, und damit hat's sich auch
Im Roman lettischer Herkunft.
We'll always have Marburg

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

1001
Die Lösung liegt doch offensichtlich auf der Hand.
In Zukunft werden eh alle Filme nur mit Motion Capturing in einer digitalen Umgebung erstellt. Dann kann man mit relativ wenig Aufwand je nach Markt entsprechende Gesichter mittels Deep Fake "auflegen".
Fertig.
In China wird ein Bondfilm dann voller Chinesen sein...

:-)
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Invincible1958 hat geschrieben: 19. April 2021 15:25
dernamenlose hat geschrieben: 19. April 2021 13:20Godzilla vs. Kong läuft gerade erstaunlich gut und hat als erster Coronafilm die Chance die halbe Milliarde in den Kinos zu knacken.
Es gibt schon sieben Filme, die es weltweit auf über $300 Mio seit der ersten Corona-Welle geschafft haben, darunter vier aus China, zwei aus den USA und einer aus Japan. Gerade der asiatische Kinomarkt ist seit letzten Sommer wieder vollkommen intakt.

Weltweites Einspielergebnis / Filmtitel (Jahr/Produktionsland)
(Stand: 17.04.2021)

$829,4 Mio / Hi Mom (2021/China)
$693,4 Mio / Detective Chinatown (2021/China)
$473,0 Mio / The Eight Hundred (2020/China)
$435,1 Mio / Demon Slayer: Mugen Train (2020/Japan)
$433,2 Mio / My People, My Homeland (2020/China)
$390,2 Mio / Godzilla vs. Kong (2021/USA)
$363,2 Mio / Tenet (2020/USA)
vodkamartini hat geschrieben: 19. April 2021 16:44 Die Asia-Filme halte ich für völlig irrelevant.
Dieses Wochenende startet der japanische "Demon Slayer" in den USA, und die ersten Prognosen sehen alles andere als "irrelevant" aus:

http://insidekino.de/USAProg/USAProg21APR23.htm

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Das ist ein animierter Film, da gelten andere Regeln. Zumal die lieben Kleinen im Kinoland USA schon ewig nicht mehr in die Lichtspielhäuser durften. Ich bleibe dabei. Asia Filme - mit ECHTEN Schauspielern - interessieren IN DER REGEL und vor allem in der breiten Masse in den westlichen Kinomärkten keinen Menschen. Und Damon Slayer war in Japan der erfolgreichste Film aller Zeiten, die Marke wird er in den USA leicht verpassen.

Endlich hat insidekino ja mal wieder ein bisschen was zu posten. Die dort angeführten prognostizierten 40 Millionen sind für einen Asia-Film natürlich eine Wucht, ansonsten aber meilenweit von irgendeiner relevanten Zahl entfernt.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Coronaverschiebungen: Aktuell Oktober 2021

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Dass der Inhalt in Richtung biologische Kriegführung, Killervirus o.ä. geht, kann ich mir auch gut vorstellen.

Dass der "fragwürdige Inhalt" allerdings der Grund für die Verschiebung ist, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Warum hat man den November-Kinostart erst Anfang Oktober 2020 abgesagt? Selbst wenn der völlig unwahrscheinliche Fall eingetreten wäre und das Virus im Oktober über Nacht verschwunden wäre, wäre es sicherlich in den Köpfen der Menschen noch präsent gewesen. Trotzdem ist man bis zum 1. Oktober 2020 (an dem Tag wurde das Musikvideo veröffentlicht) noch fest von einem November-Release ausgegangen. Und man wird wohl kaum am 1. Oktober 2020 noch ernsthaft davon ausgegangen sein, dass die Pandemie einen Monat später vergessen ist. Und völlig überraschend hat man keine 24 Stunden später spontan gemerkt, dass das Virus in den Köpfen der Menschen immer noch präsent ist!?

Auch im Herbst wird die Pandemie in den Köpfen der Menschen noch präsent sein, selbst wenn bis dahin viele geimpft sind. Und das dürfte den Verantwortlichen bei der letzten Verschiebung auch bewusst gewesen sein.

Wenn man den Film also wegen eines fragwürdigen Inhaltes verschieben wollen würde, dann hätte man ihn gleich auf Ende 2022 oder noch weiter nach hinten verschieben sollen.

Davon abgesehen gibt es doch auch etwa Filme über 9/11, ohne dass das einen riesigen Skandal auslösen würde.

Der Plot des Filmes ist meiner Meinung nach überhaupt kein Grund, weshalb man den Film verschoben hat.


Das Argument ist vielleicht nicht ganz überzeugend, aber ich schreibe es trotzdem mal: NTTD ist ja nicht der einzige Film, der coronabdingt verschoben wurde. Geht es bei all den Filmen um ein Virus? Unwahrscheinlich.
Zuletzt geändert von Henrik am 23. Mai 2021 08:10, insgesamt 9-mal geändert.