Der beste Roman Ian Flemings

Casino Royale
Insgesamt abgegebene Stimmen: 3 (21%)
Leben und sterben lassen
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (7%)
Moonraker
Insgesamt abgegebene Stimmen: 5 (36%)
Diamantenfieber (Keine Stimmen)
Liebesgrüße aus Moskau
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (7%)
Dr. No (Keine Stimmen)
Goldfinger
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (7%)
Im Angesicht des Todes (Kurzgeschichte) (Keine Stimmen)
In tödlicher Mission (Kurzgeschichte) (Keine Stimmen)
Ein Quantum Trost (Kurzgesichte) (Keine Stimmen)
Risiko (Kurzgeschichte) (Keine Stimmen)
Die Hildebrand-Rarität (Kurzgeschichte) (Keine Stimmen)
Feuerball
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (7%)
Der Spion, der mich liebte (Keine Stimmen)
Im Geheimdienst ihrer Majestät
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (7%)
Man lebt nur zweimal
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (7%)
Der Mann mit dem goldenen Colt (Keine Stimmen)
Octopussy (Kurzgeschichte) (Keine Stimmen)
Die Vorzüge einer Frau (Kurzgeschichte) (Keine Stimmen)
Der Hauch des Todes (Kurzgeschichte) (Keine Stimmen)
007 in New York (Kurzgeschichte) (Keine Stimmen)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 14

Re: Die Romane Ian Flemings

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Was für ein Mammut-Post! Es wird mir mangels Zeit und vor allem mangels Leidenschaft für Ian Fleming nicht ganz gelingen, in aller gebührenden Länge auf deine Besprechungen zu antworten, aber ein paar Anmerkungen nehme ich mir mal heraus:

Sehr gefällt mir die Bezeichnung für den "Casino Royale"-Roman, den du sinngemäß als aufgeblasene Kurzgeschichte beschreibst. Den Eindruck hatte ich beim Lesen auch – all das hätte man in einem Drittel der Seiten oder sogar noch weniger abarbeiten können. Es fällt auch auf, wenn man den Film von 2006 schaut, wie viel Mühe sich die Autoren geben mussten, um diese prinzipiell dünne Geschichte filmtauglich zu machen (ihr überhaupt eine Dreiaktstruktur einzuimpfen). Ich teile ferner deine Ansicht, dass die oft geäußerte Vorstellung, der Fleming-Bond sei grimmiger und bodenständiger als sein filmisches Pendant, sich in weiten Teilen auf die ersten 1-2 Fleming-Bücher stützt, die danach genau wie die Filme mehr mit fantastischen Elementen hausieren gehen. Bei LALD finde ich es ganz witzig, dass du die episodenhafte Struktur anmerkst, die für mich auch die meisten Bondfilme (insbesondere die der Moore-Ära) haben – ein Schauwerte abklappern eben, lose durch ein Bedrohungsszenario zusammengehalten. Die Filme sind Fleming eben doch näher als man glaubt. :wink:

In Summe stimme ich mit deinen Bewertungen überein: Für mich sind FRWL, TB & OHMSS die stärksten Fleming-Bücher, während ich andersrum die von dir gelobten YOLT und DN etwas sehr pulpig empfinde – was jetzt gar nicht direkt als Kritik gemeint sein muss, aber wirklich ernstnehmen konnte ich die darin gebotenen Geschichten nicht. Das liegt wohl aber auch daran, dass ich (oder besser mein literarischer Geschmack) generell nicht kompatibel mit Fleming und seinem Schreibstil bin. Ich würde wohl beinahe jedes Buch mindestens zwei Punkte schlechter bewerten als du. Mir ist Fleming (wie im Forum wohl bekannt) als Autor zu banal oder besser gesagt zu flach im Schreiben. Seine Charaktere empfinde ich oft als Abziehbilder, mit denen er nicht viel Interessantes anzustellen vermag. So gebe ich dir beispielsweise recht, dass sein Dr. No sehr viel mystischer gemeint ist als die von Joseph Wiseman verkörperte Leinwandfigur – allein so richtig überzeugen will mich das nicht. Ich sehe eigentlich alle Bond-Romane von Fleming als Pulp Fiction, viele davon als Reiseliteratur, wobei die Geschichten zur Exotik der Schauplätze etwas Gewalt und Sex dazu addieren. Alles eben kaufmännisch zusammen geschrieben, aber nie so ganz überzeugend für mich. Vielleicht würde ich auch deshalb so einen Rezensionspost wie du gar nicht erst machen, weil ich einfach der falsche Typ Leser für die Bücher bin. Nur FRWL hat mich tatsächlich sehr überzeugt, das war ein spannender Kriminalroman, der sich vielleicht nicht mit einem John le Carré messen kann, aber bei dem ich den pulpigen Ton nicht so spüre, bei dem die spannende Spionagegeschichte im Vordergrund steht.

Witzig, was du zu TSWLM schreibst: Der Roman ist besonders interessant in der Bondreihe, weil sich hier Chauvinist Fleming in das Denken einer Frau begibt, was dem Zeitgeist geschuldet etwas … arg ausfällt. Aber das hat beim Lesen wirklich mit am meisten Spaß gemacht, und bis am Ende 007 auftaucht, fand ich es auch sehr amüsant und unterhaltsam. Am besten hätte mir wohl gefallen, Fleming hätte es nicht zwangshaft mit Bond verbunden, sondern für sich stehen lassen. Selbiges gilt für die Kurzgeschichte QOS, für mich das stärkste, was Fleming geschrieben hat – auch hier wäre der überflüssige Rahmen mit Bond aber nicht nötig gewesen.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Die Romane Ian Flemings

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Casino Hille hat geschrieben: 10. November 2020 14:03 Bei LALD finde ich es ganz witzig, dass du die episodenhafte Struktur anmerkst, die für mich auch die meisten Bondfilme (insbesondere die der Moore-Ära) haben – ein Schauwerte abklappern eben, lose durch ein Bedrohungsszenario zusammengehalten.
Wobei ich aber bei LALD vor allem diese Art meine, die den Ablauf des Romans quasi im Vorfeld diktiert. Bond soll mit Felix Bigs Kneipen in Harlem auskundschaften, danach sein Lagerhaus in Tampa, danach seine Yacht auf Jamaika. Dass dabei beide gefangengenommen und bedroht werden, Bond sich den Weg aus dem Keller freischiessen muss, er Solitaire mitnimmt und ihr Zugabteil zerstört wird, Felix dem Hai vorgeworfen wird etc. ändert dabei nicht viel. Oh, Felix ist jetzt ein Krüppel und Solitaire wurde entführt? Als nächstes nach Jamaika, wie geplant! Die Entwicklungen des Abenteuers nehmen mir da zu wenig Einfluss auf die Abfolge der Schauplätze und die Struktur der Mission.
We'll always have Marburg

Re: Die Romane Ian Flemings

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CR
Da stimme ich voll zu: ist eine aufgepumpte Kurzgeschichte. Dafür dann aber sehr gut, wie ich finde. Sehe aber nicht, dass es Mühe bedurfte das Film tauglich zu machen. Sicher, als 1:1 Verfilmung wäre es zu wenig gewesen, so mussten sich die Autoren eben entscheiden WAS sie drumherum schreiben.

Eine Alternative wäre gar gewesen den CR Film mit Montenegro/Zug oder so beginnen zu lassen und dann gleich mit QOS zu einem Film zu verbinden. Das wäre mal ein Klimaxritt geworden 😂.
...punk in drublic.