Welchen Film von Andrew V. McLaglen findet ihr am besten?

MacLintock (Keine Stimmen)
Der Mann vom großen Fluß (Keine Stimmen)
Rancho River
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (50%)
Schmeißt die Affen raus (Keine Stimmen)
Der Weg nach Westen (Keine Stimmen)
Das Teufelsweib von Texas (Keine Stimmen)
Ein wüster Haufen (Keine Stimmen)
Bandolero (Keine Stimmen)
Die Unerschrockenen (Keine Stimmen)
Die Unbesiegten (Keine Stimmen)
Chisum (Keine Stimmen)
Heißes Gold aus Calador (Keine Stimmen)
Die Gnadenlosen (Keine Stimmen)
El Capitano (Keine Stimmen)
Geier kennen kein Erbarmen (Keine Stimmen)
Mitchell - Ein Bulle dreht durch (Keine Stimmen)
Der Letzte der harten Männer (Keine Stimmen)
Die Wildgänse kommen (Keine Stimmen)
Steiner - Das Eiserne Kreuz, 2. Teil (Keine Stimmen)
Sprengkommando Atlantik
Insgesamt abgegebene Stimmen: 1 (50%)
Die Seewölfe kommen (Keine Stimmen)
Sahara (Keine Stimmen)
Das dreckige Dutzend Teil 2 (Keine Stimmen)
Zurück vom River Kwai (Keine Stimmen)
Malko: Eye of the Widow (Keine Stimmen)
Insgesamt abgegebene Stimmen: 2

Die Filme des Andrew V. McLaglen

1
Nach John Ford und Howard Hawks spielte John Wayne in der Spätphase seiner Karriere vor allem unter der Regie von Andrew V. McLaglen.

Hier entstanden "MacLintock", "Die Unerschrockenen", "Die Unbesiegten", "Chisum" und "Geier kennen kein Erbarmen".

Neben seiner Zusammenarbeit mit Wayne, drehte McLaglen auch die Western "Der Mann vom großen Fluß", "Rancho River", "Das Teufelsweib von Texas" und "Der Weg nach Westen".

Abseits davon wurde McLaglen auch für einige Fortsetzungen verpflichet, darunter "Steiner – Das Eiserne Kreuz – 2. Teil", "Zurück vom River Kwai" und "Das dreckige Dutzend Teil 2".

Für mich ist McLaglen ein eigentlich großer Regisseur, der aber sehr oft unterschätzt und auch viel weniger erwähnt wird als Kollegen, die ähnliche Filme gedreht haben (also z. B. John Ford, Howard Hawks oder Sam Peckinpah).
Böser schwarzer Mann

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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

2
Mit nur einer wirklichen Ausnahme hat McLaglen sehr zuverlässig ein Machwerk nach dem anderen verbrochen (auch wenn ich zugegebenermaßen nicht alle seine Filme kenne). Steiner 2 ist schon beinahe denkwürdig schlecht, und die Fortsetzung vom Dirty Dozen bestenfalls lachhaft. Das atlantische Sprengkommando ist in Ordnung und ein hübscher Abenteuerfilm, aber auch der löst in mir nicht mehr als nette Unterhaltung aus.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

3
Samedi hat geschrieben: 4. Oktober 2020 20:31 (…)McLaglen (…) ,der aber sehr oft unterschätzt und auch viel weniger erwähnt wird als Kollegen, die ähnliche Filme gedreht haben (also z. B. John Ford, Howard Hawks oder Sam Peckinpah).
Wow, was für eine Reihe, in welche sich der gute Andrew V. McLaglen da gesellen darf (man mag sich gar nicht ausmalen, welche anderen Regisseure von Weltrang dein „z.B.“ da bewusst auslässt :D ). Angesichts seines umfangreichen Schaffens sehe ich das dann doch nicht ganz so euphorisch. Ich halte AVM für einen soliden Handwerker, der im besten Fall das ihm zur Verfügung stehende dramaturgische und darstellerische Potenzial zweckdienlich auf die Leinwand gebracht hat, im weniger guten Fall aber auch für belanglose bis uninspirierte Einmal- (manchmal leider auch Keinmal-)Kost stand. Dein Verweis darauf, dass er „ähnliche Filme“ wie die von dir angeführten Regielegenden gedreht hat mag in Bezug auf Genre und Inhalt halbwegs zutreffen, da hören meiner Meinung nach die Ähnlichkeiten aber dann auch schon recht schnell auf. Gerade sein Steiner-Sequel ist da ein wunderbares Beispiel, welch unterschiedliche Filme herauskommen wenn bei ähnlichem Stoff und Voraussetzungen einmal ein herausragender Künstler und das andere Mal ein für Sold arbeitender Handwerker sich veantwortlich zeigen. Eine echte und klar wiedererkennbare Handschrift kann ich bei AVM jedenfalls im Gegensatz zu den drei Regie-Granden nicht erkennen. Ebenso kann ich keine bemerkenswerten Spuren erkennen, welche AVM in der Filmgeschichte hinterlassen hat. Und letzteres sollte meiner Ansicht nach der Maßstab sein für wahre filmische Größe. Von daher kann ich nicht erkennen, warum der gute AVM unterschätzt sein sollte. Im Gegenteil halte ich ihn in der allgemeinen Wahrnehmung für genau richtig eingestuft: nämlich als solide-biederen Handwerker. Und das ist dann auch immer noch mehr, als viele andere Regisseure für sich in Anspruch nehmen können.

In Zahlen:
1963: MacLintock (McLintock!) 6,5 / 10
1965: Der Mann vom großen Fluß (Shenandoah) 6 / 10
1967: Der Weg nach Westen (The Way West) 7 / 10
1968: Die Teufelsbrigade (The Devil’s Brigade) 5,5 / 10
1968: Bandolero (Bandolero!) 5,5 / 10
1968: Die Unerschrockenen (Hellfighters) 5,5 / 10
1969: Die Unbesiegten (The Undefeated) 7 / 10
1970: Chisum (Chisum) 6 / 10
1973: Geier kennen kein Erbarmen (Cahill United States Marshal) 6 / 10
1976: Der Letzte der harten Männer (The Last Hard Men) 7 / 10
1978: Die Wildgänse kommen (The Wild Geese) 7,5 / 10
1979: Sprengkommando Atlantik (North Sea Hijack) 7,5 / 10
1979: Steiner – Das Eiserne Kreuz – 2. Teil (Breakthrough) Der unbewertbare Film: Irgendwo zwischen 2 und 9 / 10
1980: Die Seewölfe kommen (The Sea Wolves) 7 / 10
1985: Das dreckige Dutzend Teil 2 (The Dirty Dozen: Next Mission) 4 / 10
1986: Auf den Schwingen des Adlers (On Wings of Eagles) 6,5 / 10
1989: Zurück vom River Kwai (Return from the River Kwai) 4 / 10
Samedi hat geschrieben: 4. Oktober 2020 20:31 Für mich ist McLaglen ein eigentlich großer Regisseur,
Dann schreib doch mal ein bisschen, warum er für dich ein großer Regisseur ist, würde mich schon interessieren wo du bei AVM Anlass zur filmischen Größe siehst – gerade auch, weil diese Einschätzung so weit weg ist von seiner generellen kritischen Wahrnehmung.
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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

4
Samedi hat geschrieben: 4. Oktober 2020 20:31 Abseits davon wurde McLaglen auch für einige Fortsetzungen verpflichet, darunter "Steiner – Das Eiserne Kreuz – 2. Teil", "Zurück vom River Kwai" und "Das dreckige Dutzend Teil 2".
Hast du die Filme denn gesehen? "Zurück vom River Kwai" ist eben keine Fortsetzung des David-Lean-Epos "Die Brücke am Kwai", sondern ein eigenständiger Film, dessen Titel den Zuschauer gewissermaßen in die Irre führen sollte. Im United Kingdom wurde der Film sogar mit einem Disclaimer veröffentlicht, der eindeutig feststellte, dass es sich nicht um eine Fortsetzung handelte. :wink:
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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

5
Casino Hille hat geschrieben: 5. Oktober 2020 09:44
Samedi hat geschrieben: 4. Oktober 2020 20:31 Abseits davon wurde McLaglen auch für einige Fortsetzungen verpflichet, darunter "Steiner – Das Eiserne Kreuz – 2. Teil", "Zurück vom River Kwai" und "Das dreckige Dutzend Teil 2".
Hast du die Filme denn gesehen? "Zurück vom River Kwai" ist eben keine Fortsetzung des David-Lean-Epos "Die Brücke am Kwai", sondern ein eigenständiger Film, dessen Titel den Zuschauer gewissermaßen in die Irre führen sollte. Im United Kingdom wurde der Film sogar mit einem Disclaimer veröffentlicht, der eindeutig feststellte, dass es sich nicht um eine Fortsetzung handelte. :wink:
Dafür sind Dutzend 2 und Steiner 2 vermutlich die Filme, die den Schrecken und die Auswirkungen des Krieges am drastischsten zeigen! Krieg muss wirklich ganz schrecklich sein, wenn man anschaut wie Lee Marvin und Ernest Borgnine innerhalb weniger Monate um Jahrzehnte gealtert sind! Noch schlimmer geht es dem guten Feldwebel Steiner: innerhalb eines halben Jahres vom drahtigen Draufgänger zum eingefallenen Wrack. Krieg macht schreckliches mit den Menschen, da braucht man keinen Cimino dafür, das zeigt uns AVM viel besser! :mrgreen:

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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

6
Casino Hille hat geschrieben: 5. Oktober 2020 02:56 Steiner 2 ist schon beinahe denkwürdig schlecht
Nicht nur beinahe. Aber das scheitert in erster Linie auch an der Umbesetzung der Hauptfiguren. Der erste Teil war vor allem wegen James Coburn und Maximilian Schell ein Meisterwerk, während Steiner 2 davon dann nur noch ein müder Abklatsch war.

Die Umbesetzungen in Fortsetzungen waren in dieser Zeit aber leider gängige Praxis. Siehe "Die Rache der glorreichen Sieben" etc.
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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

7
Samedi hat geschrieben: 5. Oktober 2020 11:58 Nicht nur beinahe. Aber das scheitert in erster Linie auch an der Umbesetzung der Hauptfiguren. Der erste Teil war vor allem wegen James Coburn und Maximilian Schell ein Meisterwerk, während Steiner 2 davon dann nur noch ein müder Abklatsch war.
Steiner I lebt in genauso großem Maße von Peckinpahs Genialität. Coburn und Schell hätten Steiner II in seiner bestehenden Form auch nicht retten können bzw. wäre der Film dann vermutlich noch langweiliger, weil er mit Old Burton wenigstens noch als Trashgranate funktioniert. Mit Coburn und Schell wäre er wohl nüchtern betrachtet etwas besser geworden, aber aufgrund der vielen Defizite, u.a. der völlig uninspirierten Regie, wäre es dann trotzdem nur im besten Fall ein vergessenswerter Film geworden. So wie er ist ist Steiner II aber durchaus erinnerungswürdig, wenn auch unfreiwillig.

Und da du es vermutlich überlesen hast:
Schreib doch mal ein bisschen, warum AVM für dich ein großer Regisseur ist, würde mich schon interessieren wo du bei AVM Anlass zur filmischen Größe siehst – gerade auch, weil diese Einschätzung so weit weg ist von seiner generellen kritischen Wahrnehmung.
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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

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AnatolGogol hat geschrieben: 5. Oktober 2020 12:47 Schreib doch mal ein bisschen, warum AVM für dich ein großer Regisseur ist, würde mich schon interessieren wo du bei AVM Anlass zur filmischen Größe siehst – gerade auch, weil diese Einschätzung so weit weg ist von seiner generellen kritischen Wahrnehmung.
Ich würde nicht sagen, dass McLaglen in der filmhistorischen Gesamtbetrachtung vor allem kritisch wahrgenommen wird, sondern eher ziemlich gleichgültig bzw. mehr oder weniger verschwiegen wird.

Mein Lieblingsfilm von ihm ist bisher "Der Mann vom großen Fluß" mit James Stewart, wobei ich "Der Weg nach Westen" auch sehr gelungen finde.

Demnächst gönn ich mir "Rancho River", dann kann ich McLaglens inszenatorisches Können nochmal genauer unter die Lupe nehmen.
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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

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Samedi hat geschrieben: 5. Oktober 2020 12:57
AnatolGogol hat geschrieben: 5. Oktober 2020 12:47 Schreib doch mal ein bisschen, warum AVM für dich ein großer Regisseur ist, würde mich schon interessieren wo du bei AVM Anlass zur filmischen Größe siehst – gerade auch, weil diese Einschätzung so weit weg ist von seiner generellen kritischen Wahrnehmung.
Ich würde nicht sagen, dass McLaglen in der filmhistorischen Gesamtbetrachtung vor allem kritisch wahrgenommen wird, sondern eher ziemlich gleichgültig bzw. mehr oder weniger verschwiegen wird.
Ich habe nicht geschrieben bzw. gemeint, dass AVM von der Kritik vor allem kritisch wahrgenommen wird, sondern dass deine Einschätzung von der generellen kritischen Wahrnehmung seines Schaffens abweicht. Ich hätte auch schreiben können: sie weicht von der generellen Wahrnehmung der Kritik/Kritiker ab. Von daher bleibt mein Interesse auch nach wie vor bestehen, warum du AVM für einen großen Regisseur erachtest. Bisher schriebst du ja nur, welche Filme du gut findest.
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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

10
Um beurteilen zu können, inwiefern meine Wahrnehmung von der generellen Wahrnehmung abweicht, müsste ich ja erstmal wissen, wie diese ist. Weil McLaglen aber meiner Wahrnehmung nach in der allgemeinen filmhistorischen Wahrnehmung gar nicht vorkommt, muss ich mich darauf beschränken, wie ich ihn sehe.

John Ford ist hier natürlich der um Welten bessere Regisseur, aber das ändert auch nichts daran, dass auch Andrew V. McLaglen sehr gute Filme gedreht hat. McLaglen sehe ich hier in etwa auf einer Stufe mit Anthony Mann.

PS: Jeder gute Regisseur muss übrigens ein "solider Handwerker" sein.
Böser schwarzer Mann

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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

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Samedi hat geschrieben: 5. Oktober 2020 13:45 Jeder gute Regisseur muss übrigens ein "solider Handwerker" sein.
Ja, aber für diesen Thread hier wäre ganz interessant zu wissen, weshalb du ihn für mehr als einen soliden Handwerker hältst. Okay, du hast gesagt, er sei schon mal kein John Ford, aber eher qualitativ mit Anthony Mann zu vergleichen. Hast du da ein paar Gründe, woran du das für dich festmachst? Machen die beiden einfach ähnliche Filme (Wenn ja, welche sind deiner Ansicht nach warum vergleichbar) oder siehst du bei ihnen stilistische Gemeinsamkeiten? Welche Filme von McLaglen hast du überhaupt gesehen? "Zurück vom River Kwai" schon mal nicht, da du den als Fortsetzung bezeichnet hast, was keiner tun würde, der ihn tatsächlich kennt.

Da ich McLaglen weiter oben im Thread als jemanden beschrieben habe, der eine Gurke nach der nächsten gedreht hat, will ich das auch kurz weiter ausführen: Meines Erachtens hat sich McLaglen häufig interessante Stoffe vorgenommen (oder besser gesagt: für mich interessante Themen und Genre beackert), aber dabei selten die richtige Art gefunden, diese zu inszenieren. Ein Film wie "Die Wildgänse kommen" sollte mir eigentlich gefallen, ist aber dermaßen bieder und konventionell gedreht, so dass bei mir der Funken nie überspringt. Auch das Editing speziell dieses Films ist eine lahme Variation der immer gleichen Abfolge: Totale, Halbtotale, Nahaufnahme, Halbtotale, Nahaufnahme, Halbtotale etc.

Ich kann das jetzt nicht auf alle seine Filme münzen, da ich sie erstens nicht alle kenne und zweitens nicht alle bestens im Gedächtnis habe (da kann Anatol sich mehr Details merken). Aber insgesamt hat mich noch jeder McLaglen mit erfreulicher Regelmäßigkeit enttäuscht. Zumindest das mag ich an ihm: Verlässlichkeit. Einzig "Sprengkommando Atlantik" hat mir gut gefallen und dieser Film hat das Versprechen eingelöst, was seiner restlichen Filmografie (soweit mir bekannt) quasi nie gelingt.
AnatolGogol hat geschrieben: 5. Oktober 2020 08:17 Steiner – Das Eiserne Kreuz – 2. Teil (Breakthrough) Der unbewertbare Film: Irgendwo zwischen 2 und 9 / 10
:mrgreen: Teil 2 ist eine Mordsgaudi, aber aus allen falschen Gründen, die es nur geben kann! Ein köstlicher Spaß, der aber nicht nur als so gedachte Fortsetzung zum Sam Peckinpah Original eine bodenlose Frechheit ist.
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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

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Casino Hille hat geschrieben: 5. Oktober 2020 13:59 für diesen Thread hier wäre ganz interessant zu wissen, weshalb du ihn für mehr als einen soliden Handwerker hältst.
Ich hab nicht gesagt, dass er "mehr" als ein solider Handwerker ist, aber ich sehe "solider Handwerker" auch nicht als Beleidigung oder Herabsetzung. Hab diese Einteilung von Regisseuren in "solider Handwerker" und andere Kategorien noch nie verstanden.

Man kann natürlich sagen, dass verschiedene Regisseure unterschiedliche Prioritäten haben und ein Regisseur mehr auf Kameraperspektiven, Schnitt, etc. achtet (also Handwerk) und der andere mehr auf die Schauspieler fokussiert ist, aber auch da lässt sich eine absolute Trennung schwer vornehmen.
Casino Hille hat geschrieben: 5. Oktober 2020 13:59 Okay, du hast gesagt, er sei schon mal kein John Ford, aber eher qualitativ mit Anthony Mann zu vergleichen. Hast du da ein paar Gründe, woran du das für dich festmachst?
Hierfür gibt es eine ausführlichere Gegenüberstellung nach meiner kommenden "Rancho River"-Sichtung. Dem will ich jetzt nicht vorgreifen.

Werd dann glaub ich auch noch "Cheyenne" dranhängen, dann hab ich den direkten Vergleich mit John Ford auch noch.
Casino Hille hat geschrieben: 5. Oktober 2020 13:59 Welche Filme von McLaglen hast du überhaupt gesehen?
Seine "Perry Mason"-Folgen
MacLintock
Seine "Rauchende Colts"-Folgen
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Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

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Samedi hat geschrieben: 5. Oktober 2020 13:45 McLaglen sehe ich hier in etwa auf einer Stufe mit Anthony Mann.
Oh je, da liegen für mich Welten zwischen.

Und das solide Handwerk ist genau das was viele seiner Filme vermissen lassen, denn selbst ein mittelmäßiger Regisseur hätte aus Stoffen wie Chisum, Bandolero oder Der Weg nach Westen (und mit den Besetzungen) wenigstens passable Filme hinbekommen müssen, aber McLalala bleibt selbst bei denen bestürzend schlecht was Erzähltechnik und Inszenierung betrifft. Ganz zu Schweigen von oft gruseligen Dialogen.

Aber es stimmt Sprengkommando Atlantik zeigt ihn etwas inspirierter, und auch mit den Wildgänsen komme ich klar, obwohl auch der so sehr viel besser hätte sein können.

Insgesamt sind jedoch die meisten seiner Filme nicht anschaubar für mich.

Re: Die Filme des Andrew V. McLaglen

15
Zuletzt gesehen: Rancho River (1966)



OUATITW wurde damals ja als "A new kind of western" beworben. Was für mich irgendwie noch nie so recht passte.

Bei "Rancho River" trifft diese Werbezeile aber tatsächlich zu. So einen Western hab ich noch nie gesehen.

Auch wenn es eine US-Produktion ist, so könnte man den Film durchaus als "Briten-Western" bezeichnen, denn vom Dudelsack bis "God save the Queen" ist da alles dabei.

Interessant auch, dass es hier keinen wirklichen Antagonisten gibt. Zumindest keinen, der den ganzen Film über präsent ist.

Trotzdem mindert das die Spannung nicht, sondern erhöht sie eher, weil man sich fragt, was dann noch kommen könnte.

Darstellerisch lässt der Film mit Stars wie James Stewart, Maureen O'Hara, Jack Elam, Ben Johnson, Harry Carey Jr. und Brian Keith nichts zu wünschen übrig und auch die jungen Juliet Mills und Don Galloway wissen zu überzeugen.

Die Musik zum Film wird übrigens von John Williams beigesteuert, der später mit "Star Wars" und "Indiana Jones" weltberühmt wurde und dessen Melodien auch heute noch jedes Kind kennt.

Fazit:

Wer einen klassischen Western erwartet, der ist bei dem Film falsch. Wer aber einen guten Film sehen möchte, der ist bei "Rancho River" genau richtig.

„Rancho River“ - Erstsichtung – 8/10 Punkte.

PS:

Der deutsche Titel (im Original wurde der Film ja als "The Rare Breed" vertrieben) hat wieder einmal so gut wie nichts mit dem Film zu tun.
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