Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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craigistheman hat geschrieben: 13. Mai 2019 23:04 Die Plantagenszene möchte ich eigentlich nicht missen.
Wie gesagt, ich erkenne die unglaubliche Qualität der Szene ebenso (und würde eher ähnliche Szenen wie Maibaum an der Redux-Fassung bemängeln), in Wahrheit ist bei Apo Now ob der filmischen Glanzleistung Coppolas eigentlich unerheblich ob KF, Redux oder bald Final Cut.
GoldenProjectile hat geschrieben: 13. Mai 2019 15:06 Habe ihn nur ein- oder zweimal gesehen und entschieden, dass ich mehr ein Patenkind bin.
Du Narr...
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Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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craigistheman hat geschrieben: 13. Mai 2019 23:04 Die Plantagenszene möchte ich eigentlich nicht missen. Da sind traumhaft schöne Bilder mit dabei, mal ganz davon abgesehen, dass in diesen Szenen ein wichtiger und oft vernachlässigter Punkt der Vietnam-Geschichte verarbeitet wird!
Die Intention der Szene ist klar, aber das ist mir zu aufdringlich, zu viel über lange Monologe gemacht. Die Essenz der Szene liegt aber für mich zwischen den Dialogen, in dieser etwas zu traumhaft unwirklichen Atmosphäre. Daß die Szene ohnehin kaum real sein kann ergibt sich sich aber auch so, dafür ist das Vorhandensein den Franzosen dort zu unwahrscheinlich.

Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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Viele Dinge wirken in Kriegen unreal, obwohl sie (leider) doch stattfinden. Diese Szenen unterstreichen letztendlich bloß die Absurdität und Inkonsistenz der Gesamtsituation "Vietnam", oder "Krieg" im allgemeinen. Deswegen ist AN imo auch so ein durch und durch gelungener Film. Es sind eben solche Details, so absurd sie Coppola auch streuen mag, die den Schauplatz Vietnam/Kambodscha zum Leben erwecken!

Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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In dem Fall aber eher nicht.

Daß da noch eine größere Gruppe Franzosen, mitten im Vietnamkrieg wie eh und je auf einer Plantage lebt, kann ich mir nur schwerlich als halbwegs real vorstellen. Auch nicht in einem Film wie Apo Now, der auch sonst das Absurde nicht scheut.

Aber es ist dann vor allem auch die Inszenierung, vor allem der Beginn und das Ende der Szene, die darauf hinweisen, daß man das auch nicht als real verstehen muß. Und gerade diese Übergänge in den Nebel hinein und wieder heraus, die würde ich vermissen wenn die Szene wie in der KF wieder komplett fehlen würde.

Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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Maibaum hat geschrieben: 14. Mai 2019 18:26Aber es ist dann vor allem auch die Inszenierung, vor allem der Beginn und das Ende der Szene, die darauf hinweisen, daß man das auch nicht als real verstehen muß. Und gerade diese Übergänge in den Nebel hinein und wieder heraus
Faszinierende Idee, Maibaum. Jetzt habe ich große Lust, Apocalypse Now Redux gleich wieder in den Player zu schmeißen und nachzuvollziehen, was du meinen könntest. Dazu würde auch passen, dass die Darstellung der Plantage und der Kostüme der Franzosen deutlich aus der Zeit gefallen wirken, man beachte nur die Uniformen aus dem Französischen Indochinakrieg. Die Franzosen werden von einigen Rezensenten auch häufig als Geister bezeichnet, Roger Ebert hatte meine ich sogar referiert, dass diese Bezeichnung von Coppola selbst stamme.
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Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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GoldenProjectile hat geschrieben: 13. Mai 2019 15:06 Habe ihn nur ein- oder zweimal gesehen und entschieden, dass ich mehr ein Patenkind bin.
Ich bin auch eindeutig ein Patenkind. AN finde ich zwar auch nicht schlecht, aber "Der Pate" ist einfach einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Der wird nur noch von OUATIA übertroffen.
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"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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Casino Hille hat geschrieben: 15. Mai 2019 13:10 Faszinierende Idee, Maibaum. Jetzt habe ich große Lust, Apocalypse Now Redux gleich wieder in den Player zu schmeißen und nachzuvollziehen, was du meinen könntest.
Ebenfalls. Ich habe grosse Lust, Godfather 2 in den Player zu schmeissen.

Ohne Flachs, ich freue mich auf die neuerliche Apo-Kinoauswertung - falls sie hier denn stattfindet. Aber das Rex zeigt diese Woche sogar eine Einzelfolge von Twin Peaks: The Return und letztes Jahr wurde 2001 jubiliert, da mache ich mir bei einem der berühmtesten Filme überhaupt keine Sorgen.

Übrigens, wie sieht denn bitteschön Coppola aus? Den erkennt man nach zwanzig Jahren im filmischen Untergrund ja nicht mehr wieder.

https://www.theguardian.com/film/2019/a ... ew-version
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Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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Die Zeitunterschied zwischen der KF (153 Min) und der Redux (202 min) beträgt rund 49 Min:

https://www.schnittberichte.com/schnitt ... php?ID=769

Es gibt dem Schnittbericht nach eine kurze Szene in der die KF 13 Sek länger läuft, außerdem gibt es noch ein paar kürzere alternative Einstellungen, hauptsächlich damit die Anschlüsse für die Redux stimmen. Außerdem wurde eine Szene um rund 50 min versetzt.
Letztendlich wurde der Großteil der Szenen der KF nicht neu geschnitten oder erweitert, sondern so belassen wie sie waren.

Der Final Cut soll 183 Min laufen. Allerdings ist noch die Frage wie dabei mit den rund 6 min Nachspann verfahren wird.

Und anscheinend im Juli auch im Kino zu sehen.

Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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vodkamartini hat geschrieben: 15. Mai 2019 19:35 Ich mag die Pate-Filme sehr gern, aber Apocalypse Now ist insgesamt das fesselndere Erlebnis. Der Film zieht einen unweigerlich in seinen Bann, geht mir beim Paten nicht so.
Jetzt bin ich an der Reihe zu sagen: Du Narr!

Zugegeben, ich habe alle vier Filme seit gut und gerne zwei Jahren nicht mehr gesehen, aber davor Godfather 1 und 2 sicher an die 6-7 Mal und Apo Now nur einmal. Ein fesselndes Erlebnis sind für mich das erste (Duvalls Surfeskapaden) und das letzte (Brando) Drittel, der Mittelteil mit all den Playboy-Bunnies konnte dem nach meiner damaligen Wahrnehmung nicht ganz gerecht werden und hat sich doch etwas gezogen.

Aber eben, der neue Cut ist sicher eine gute Chance, diese Eindrücke mal aufzufrischen.
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Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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Das ist ja nun wirklich reine Ansichtssache. Mich haben die Pate Filme nie restlos begeistert, obwohl ich sie gut finde (selbst der schwächere Dritte hat seine Momente). Sie wirken inzwischen etwas angestaubt, das Gefühl habe ich bei Apocalypse Now nie. Wie gesagt, der Film hat einen unheilvollen Sog, die Pate-Filme sind da irgendwie konventioneller. Muss nichts schlechtes sein und ist es ja auch nicht
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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vodkamartini hat geschrieben: 15. Mai 2019 22:28 Sie wirken inzwischen etwas angestaubt, das Gefühl habe ich bei Apocalypse Now nie.
Das ist wohl so, aber die Pate-Filme (zumindest die ersten beiden) spielen eben auch zeitlich vor AN. Aber "angestaubt" ist für mich kein Kriterium, das einen Film wie "Der Pate" entwerten könnte.

Dass ein so alter Film, der zudem auch noch in einer noch weiter zurückliegenden Zeit spielt, die Zuschauer aktuell nicht mehr so begeistert, weil er vielleicht auch nicht mehr den aktuellen Sehgewohnheiten entspricht, das leuchtet mir ein.

Für mich zählt er trotzdem zum besten, was das KIno je hervorgebracht hat. Allein das Schauspiel von Brando, De Niro und Pacino, sowie von Duvall, Hayden und Lettieri ist einfach große Klasse! :D
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Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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Okay, wo die Filme angestaubt sein sollen, da kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner. Zeitlos-moderner in seiner Bildsprache und opulenten, edlen Fotografie sowie den rundum herausragenden Darstellerleistungen und Figurenentwicklungen geht ja wohl kaum. Dazu sind sie im Kern hochdramatische, spannende Familiengeschichten mit Gewaltelementen und haufenweise Intrigen und Ränkespielen (ist das nicht auch das, was die Kinder gerade in diesem Game of Dings so abfeiern?). Für mich zwei Meisterwerke für die Ewigkeit und ein ordentlich gelungener Nachklapp.
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Re: Die Filme des Francis Ford Coppola

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GoldenProjectile hat geschrieben: 15. Mai 2019 23:14 Okay, wo die Filme angestaubt sein sollen, da kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner.
Zumindest technisch sind sie angestaubt. Man denke da nur an die Lampen, die die anderen Autos simulieren sollen.



Das ist aber meiner Meinung nach überhaupt nichts negatives. Man hat damals einfach das beste aus den Mitteln gemacht, die man zur Verfügung hatte. Und das Budget gab eben nicht mehr her.

Aber auch andere Filme, die mancher heute als "angestaubt" betrachten würde, wie z. B. "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" sind und bleiben Meisterwerke.
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