Re: Indiana Jones

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vodkamartini hat geschrieben: 12. April 2021 13:19 Zu den Frauen:
Marion ist in Raiders schon sehr eigenständig. Sie führt allein die Spelunke, trinkt die ganzen Quartalssäufer unter den Tisch und ist insgesamt sehr tough. Klar wird das später etwas aufgeweicht und Indy übernimmt das Action-Ruder, aber es ist eben auch sein Film. Die treu-doofe Bettgespielin ist sie aber zu keinem Zeitpunkt.

Elsa hat ebenfalls ihren ganz eigenen Kopf, setzt auf Verführung wenn nötig (was völlig legitim ist und sie eben nicht in die treu-doofe Schiene schiebt), ist aber insgesamt sehr ehrgeizig (die Nazi-Allianz ist nur ein Mittel zum Zweck) und zielstrebig.

Ja, so habe ich das auch in Erinnerung.

Aber wie war Marion in # 4? Kann das sein daß sie da wieder altmodischer angelegt war?

Re: Indiana Jones

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Casino Hille hat geschrieben: 11. April 2021 21:26 Wo ist denn Temple verhasst? :lol: Die Indy-Trilogie wird doch fast überall von jedem in den Film-Olymp gehoben. Etwas überwiegt da sicher die Wertschätzung für Raiders, weil halt der erste Film (ist ja immer so), aber das Temple verhasst wäre, habe ich noch nie so empfunden. Verhast ist der maue vierte Film, der zwar besser als sein Ruf, aber leider trotzdem nicht wirklich gut ist. Am Klamauk liegt das meines Erachtens aber nicht, den haben alle Indy-Filme gleichermaßen – und Temple vielleicht sogar am allermeisten davon. :wink: Crusade empfinde ich allerdings auch kaum als viel gefälliger im Vergleich zu den zwei Vorgängern. Ihm fehlt eine große Ekelszene (stattdessen gibt es süße Mäuse in der extrem sauberen Kanalisation von Venedig) und die Gewalt könnte ein klein wenig zurückgenommen sein im direkten Vergleich, aber das war es dann eigentlich auch schon. Ist für mich geschliffenes Entertainment und immer noch einer meiner liebsten großen Unterhaltungsfilme.
Ich meinte natürlich im Verhältnis zu Raiders und Crusade. Crusade kommt in meinem Umfeld immer ein bisschen zu gut weg, wie ich finde. Ich war bei der letzten Sichtung stellenweise schon schockiert, wie schlecht die eine oder andere Pointe geraten ist, und der Film durch sein sentimentales Ende hetzt.
Temple hat natürlich auch unwitzige Rohrkrepierer-Pointen und Fremdschammomente - finde nicht bloß die Sängerin, sondern auch den Jungen lästig. Allerdings fällt das bei dem rasanten Achterbahntempo, dem fantastischen Score und dem wunderbaren Set-/Lichtdesign für mich wirklich nicht ins Gewicht. Und wie gesagt, dieser aberwitzige Mix aus Familienunterhaltung und Horror funktioniert für mich einwandfrei.
Spielberg und Lucas haben sich im Laufe der Jahre (leider) sehr kritisch zu Temple geäußert, vielleicht habe ich deswegen dieses Gefühl.

Indy 4 blende ich komplett aus. Bis auf den ganz netten Anfang in der Area 51 hat der Film für mich nichts spannendes zu bieten. Und Klamauk - klar gibt's den auch in den anderen Teilen, keine Frage. Aber nie mit dieser unerträglichen und jedem logischen Gesetz trotzenden Selbstgefälligkeit, wie beim Lianen-schwingende Shia LaBeouf mit den CGI-Affen z.B.. Ganz shrecklich...

Re: Indiana Jones

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craigistheman hat geschrieben: 12. April 2021 19:09 Crusade kommt in meinem Umfeld immer ein bisschen zu gut weg, wie ich finde. Ich war bei der letzten Sichtung stellenweise schon schockiert, wie schlecht die eine oder andere Pointe geraten ist, und der Film durch sein sentimentales Ende hetzt.
Kann man natürlich so sehen, aber da finde ich tonal Temple in der Tat deutlich unausgegorener. Vom Dschungelcamp zum Okkultismus-Thriller zum rasanten Actionspektakel sind es da oft nur wenige Minuten. Allerdings meine ich das gar nicht mal unbedingt negativ, ist halt eine wilde Achterbahnfahrt, also das ganze Teil.

Crusade ist denke ich einer der besten Unterhaltungsfilme aller Zeiten für mich. Den kann ich immer anmachen und habe eine gute Zeit dabei. Wäre für mich auch ohne groß zu Zögern mein Platz 1 unter den Indy-Filmen, obwohl Raiders der große Klassiker ist. Das ist einfach kolossaler Fun, wie ihn nicht viele Filme so unverblümt bieten.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Indiana Jones

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Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr würde ich mir für Indy 5 wieder ein Setting wie in der PTS von Temple wünschen. Vielleicht diesmal in Hongkong.
Böser schwarzer Mann

#SanMonique2021

"Wo man lacht, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen lachen immer wieder."

Re: Indiana Jones

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vodkamartini hat geschrieben: 15. April 2021 19:38 Da hätte ich Angst um Harrisons Blutdruck. In dem Alter ist so viel Aufregung gefährlich.
Ich meinte das Setting, nicht das rumkrabbeln. :wink:
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Re: Indiana Jones

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Genau diese unhomogenenen Genresprünge machen Temple meiner Ansicht nach so einzigartig, und das ist nicht bloß auf Indy bezogen. Der selten schlechte Geschmack des reaktionären Plots (die britische Kavallerie und der Huura-Kolonialismus tss tss tss... :D), die teils für Indy-Maßstäbe brachiale Gewalt, gepaart mit dem sexistischen Frauenbild, und dieser unwiederstehlichen 80er ET-Kinderfreundlichkeit ergeben ein ganz besonders grausliches aber in seiner Grauslichkeit virtuoses Bouquet! Spielberg und Lucas sind keine intellektuellen Filmemacher, aber in spektakulären, von Effekten und Suspense lebenden Genres wie dem Abenteuerfilm meines Erachtens bislang ungeschlagen.
John Williams möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben. Ohne seine Beteiligung wären die Filme nicht einmal halb so gut.