Re: Zuletzt gesehener Film

9796
Wie gesagt ich sehe das nicht so. Daniel ist auch im ersten Film ein jähzorniger und aufbrausender Typ, finde nicht, dass er in Teil 3 mehr Ecken und Kanten bekommt (nur im zweiten Film ist er komplett weichgespült, aber da steht auch Mr Miyagi daher im Fokus). Mr Miyagi ist in allen drei Filmen immer derselbe durch und durch gute Charakter. Die beiden Zähnefletscher Silver und Barnes sind für mich drüber und völlig überzeichnet. Leider macht das Ganze aber weit weniger Spaß als z.B. der ebenfalls völlig hohl drehende Death Wish 3 :D , was daran liegt, dass man die Trash-Linie nicht konsequent genug verfolgt und zwischendurch immer wieder ins Seifige abgleitet und dazu irgendwie den Geist des Originals einfangen will.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Zuletzt gesehener Film

9797
Der rosarote Panther (1963)
Klassiker mit viel Charme, guter Besetzung und toller 60er-Atmosphäre, allerdings auch einem recht langsamen Erzähltempo, wenngleich die finale Verfolgungsjagd sehr gelungen ist.
Inspektor Clouseau tritt bereits in diverse Fettnäpfchen, jedoch noch weit nicht so ausufernd wie in späteren Filmen, zumal David Niven als Gentleman-Gauner wohl mehr Screentime hat.
Der gezeichnete Vorspann war die Grundlage für die spätere Zeichentrickserie mit Paulchen Panther und das Musikthema dürfte eines der bekanntesten der Filmgeschichte sein.
Nicht mein Favorit der Reihe, dennoch gute Unterhaltung.
7.5/10

Ein Schuss im Dunkeln (1964)
Nur ein Jahr später nachgeschobenes Sequel in der "Panther"-Reihe, die sich jedoch nicht um den titelgebenden Diamanten dreht, stattdessen hat Clouseau, der nun auch die Hauptrolle übernommen hat, einen Fall ganz im Stile von Agatha Christie zu lösen und tritt dabei erwartungsgemäss in diverse Fettnäpfchen. Erstmals mit dabei sind sein Diener Cato und sein Vorgesetzter Chefinspektor Dreyfus, die ihre Rollen hervorragend umsetzen und sich dabei für weitere Auftritte empfehlen. Ein im Vergleich zum Vorgänger strafferes Pacing ohne Längen und reichlich absurde Situationen sorgen für Kurzweil, jedoch fehlt gleichzeitig der Stil des ersten Films wie auch ein echter Gegenspieler à la Sir Charles Lytton.
7/10

Hitcher, der Highwaykiller (1986)
Highway-Thriller sehe ich aufgrund deren Atmosphäre oft gerne, und dies dürfte für mich der beste Film dieser Art sein. Das eher langsame Erzähltempo in Verbindung mit dem grandiosen Soundtrack erzeugt eine Atmosphäre, die man leider viel zu selten in Filmen findet, da hätte selbst John Carpenter wohl nichts besser machen können. Darüber hinaus überzeugen die Darsteller, allen voran natürlich Rutger Hauer.
9/10

Peter Gunn, Privatdetektiv (1989)
Blake Edwards' Versuch, seine bekannte Krimiserie der 60er, welche in den 70ern noch einen Kinofilm erhielt, wiederzuleben, war nur mit wenig Erfolg gekrönt, da es bei diesem Fernsehfilm blieb und keine neue TV-Serie entstand. Dennoch bietet der Film trotz der üblichen Limitierungen eines Fernsehfilms nette Unterhaltung für Fans des Neo-Noir Detektivfilms, besonders überzeugen hier die überraschend amüsanten Dialoge. Wie bei der Originalserie war Henry Mancini für die Musik verantwortlich. Damit kehrte auch das sehr populäre Titelthema zurück, welches wohl jeder kennt, selbst wenn man von Peter Gunn noch nie etwas gehört hat.
7/10

High Ground - Der Kopfgeldjäger (2020)
Simon Baker legt für den dramatischen Thriller sein "Sunnyboy"-Image ab und liefert eine überzeugende Darstellung als Ordnungshüter Travis im australischen Outback. Entgegen den Erwartungen die Titel und Cover möglicherweise suggerieren, erwartet den Zuschauer kein simpler Actionfilm, da der Film seine Geschichte langsam entfaltet und sich auf die Darstellung der unterschiedlichen Kulturen fokussiert und dies spannend zu erzählen weiss. Das Ende hätte durchaus noch kraftvoller ausfallen dürfen und das Fehlen klassischer musikalischer Untermalung wirkt bisweilen etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch beeindrucken die grossartigen Landschaftsaufnahmen.
7/10

Hammett (1982)
Wim Wenders' Regiedebüt in Hollywood ist eine liebevolle Hommage an den Film Noir über eine fiktionale Geschichte des Krimiautors Dashiell Hammett, der man die Probleme hinter der Kamera (Produzent Francis Ford Coppola soll den Film zu grossen Teilen neu gedreht haben) nicht wirklich anmerkt. Die Kulissen die vermutlich bewusst etwas künstlich wirken, erzeugen in Verbindung mit John Barrys brillantem Score eine stimmige Atmosphäre und obwohl die Geschichte in bester "Noir"-Tradition bisweilen etwas unübersichtlich erzählt wird, folgt man gerne den Ermittlungen der Hauptfigur, überzeugend gespielt von Frederic Forrest, durch das düster dargestellte San Francisco der 1920er-Jahre.
9/10

Re: Zuletzt gesehener Film

9798
Martin007 hat geschrieben: 14. Februar 2021 19:09
Hammett (1982)
Wim Wenders' Regiedebüt in Hollywood ist eine liebevolle Hommage an den Film Noir über eine fiktionale Geschichte des Krimiautors Dashiell Hammett, der man die Probleme hinter der Kamera (Produzent Francis Ford Coppola soll den Film zu grossen Teilen neu gedreht haben) nicht wirklich anmerkt. Die Kulissen die vermutlich bewusst etwas künstlich wirken, erzeugen in Verbindung mit John Barrys brillantem Score eine stimmige Atmosphäre und obwohl die Geschichte in bester "Noir"-Tradition bisweilen etwas unübersichtlich erzählt wird, folgt man gerne den Ermittlungen der Hauptfigur, überzeugend gespielt von Frederic Forrest, durch das düster dargestellte San Francisco der 1920er-Jahre.
9/10
Der Film steht auch schon länger auf meiner Watchlist, aber ich bin bisher noch nicht dazu gekommen.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9799
Martin007 hat geschrieben: 14. Februar 2021 19:09

Hammett (1982)
Wim Wenders' Regiedebüt in Hollywood ist eine liebevolle Hommage an den Film Noir über eine fiktionale Geschichte des Krimiautors Dashiell Hammett, der man die Probleme hinter der Kamera (Produzent Francis Ford Coppola soll den Film zu grossen Teilen neu gedreht haben) nicht wirklich anmerkt.
Nein, FFC hat nichts gedreht, aber er hat als Produzent seine Macht dazu benutzt, daß der Film, mit dem er unzufrieden war, zum Großteil noch einmal neu gedreht wurde. Mit stark verändertem Drehbuch und einer teisl ausgetauschten Besetzung. Aber der Regisseur war und blieb Wenders. In der längeren Drehpause hat Wenders diese Erfahrung verarbeitend aber dafür mit Der Stand der Dinge einen seiner besten Filme gedreht.

Re: Zuletzt gesehener Film

9800
Ah interessant, dann hatte ich das wohl falsch verstanden oder es kursieren im Internet mal wieder falsche Berichte. Ist zumindest mal ein Film, der mir trotz (oder gerade wegen?) der Produktionsprobleme gut gefiel obwohl man natürlich gerne mit der Ur-Fassung vergleichen würde, auch wenn hier wohl nicht möglich.
Auf jeden Fall schön, dass John Barry mit dabei war.

Re: Zuletzt gesehener Film

9801
Martin007 hat geschrieben: 14. Februar 2021 19:38 Ah interessant, dann hatte ich das wohl falsch verstanden oder es kursieren im Internet mal wieder falsche Berichte.
Womöglich letzteres, denn ich meine auch mal gelesen zu haben dass Coppola auch "hinter Wenders Rücken" nachgedreht und umgeschnitten habe. Ich habe den Film aber nicht gesehen, nur den von Maibaum erwähnten Stand der Dinge, der parallel dazu oder direkt im Anschluss gedreht wurde und das ganze Thema Filmproduktion bzw. Schwierigkeiten beim Dreh mit aufnimmt.
We'll always have Marburg

Re: Zuletzt gesehener Film

9802
Die Produktion von "Für eine Handvoll Dollar", "Der Pate" und "Krieg der Sterne" lief ja auch ziemlich chaotisch ab und es sind trotzdem alles super Filme geworden.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9805
Soviel Not war da nicht was Pate und Dollar betrifft.
Dollar war an das beschränkte Budget angepasst, und das war für einen Italowestern in Wahrheit eher üppig als dürftig, und beim Paten waren die Probleme im Vorfeld der Produktion, aber FCC konnte sich ja letzlich in fast allen Punkten durchsetzen. Da waren glaube ich auch nicht mehr Probleme als sie in fast allen kommerziellen Produktionen auftreten.

Re: Zuletzt gesehener Film

9806
Zumal zu bedenken ist, dass gerade bei älteren Filmen, die sich auch einen gewissen Status erarbeitet haben, die üblichen Probleme im Vorfeld später umso größer gemacht und breitgetreten werden. Das stärkt den Legendenstatus. Es erzeugt das Gefühl: "Wow, trotz aller Widrigkeiten haben die am Ende doch noch so ein Meisterwerk hinbekommen." Eine richtige Einordnung im Kontext allgemeiner Voraussetzungen im Filmgeschäft bleibt da meist aus.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Zuletzt gesehener Film

9807
Maibaum hat geschrieben: 15. Februar 2021 12:00 beim Paten waren die Probleme im Vorfeld der Produktion
Beim Paten gab es schon auch noch einige Probleme während der Produktion. Ich glaube, die kurze Einstellung, in der Michael in der Zeitung von dem Attentat auf seinen Vater erfährt, wurde z. B. von George Lucas gedreht.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9808
Ach und das ist ein großes Problem? Oder deutet gar auf Chaos hin?

Bei Produktionen dieser Größenordnung gibt es fast immer auch Probleme vielfältiger Art, das ist fast schon unvermeidbar, und wie Hiile richtig sagt, je mehr man über Filme liest, desto mehr erfährt man über all das was nicht so glatt lief wie man sich das als Laie so vorstellt. Und je bekannter die Filme sind, desto mehr wird das diskutiert.

Re: Zuletzt gesehener Film

9809
Maibaum hat geschrieben: 15. Februar 2021 13:09 Ach und das ist ein großes Problem?
Es ist kein Problem, wenn ein Freund des Regisseurs eine Szene dreht, aber wenn Coppola kein Problem gehabt hätte, dann hätte Lucas das nicht übernehmen müssen.

Das war ja auch kein geplanter Einsatz als Gastregisseur wie z. B. von Tarantino in "Sin City", sondern eben wirklich nur deshalb, weil Coppola das grad nicht hinbekommen hat.

Ob man das dann "Chaos" nennt oder ob man sich lieber ein anderes Wort dafür sucht, das sei jedem selbst überlassen.

Es ist aber eben so, dass oft gerade die Filme so nahezu perfekt werden, bei denen in der Produktion nicht alles so läuft, wie es geplant war oder bestimmte Sachen gleich gar nicht geplant wurden.
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Re: Zuletzt gesehener Film

9810
Samedi hat geschrieben: 15. Februar 2021 13:37
Maibaum hat geschrieben: 15. Februar 2021 13:09 Ach und das ist ein großes Problem?
Es ist kein Problem, wenn ein Freund des Regisseurs eine Szene dreht, aber wenn Coppola kein Problem gehabt hätte, dann hätte Lucas das nicht übernehmen müssen.

Das war ja auch kein geplanter Einsatz als Gastregisseur wie z. B. von Tarantino in "Sin City", sondern eben wirklich nur deshalb, weil Coppola das grad nicht hinbekommen hat.

Ob man das dann "Chaos" nennt oder ob man sich lieber ein anderes Wort dafür sucht, das sei jedem selbst überlassen.
Nicht wenn jemand versucht Nichtigkeiten aufzubauschen.

Die Gründe warum Lucas da eine Szene gedreht hat (insofern das überhaupt stimmt) können auch ganz banale sein, und auch wenn Probleme die Ursache waren, sind das noch längst keine "großen Probleme".

Es ist aber eben so, dass oft gerade die Filme so nahezu perfekt werden, bei denen in der Produktion nicht alles so läuft, wie es geplant war oder bestimmte Sachen gleich gar nicht geplant wurden.
Ach, ist das so?
Macht wenig Sinn ... so wie es generell wenig Sinn macht von Einzelfällen auf das Ganze zu schließen.