Zuletzt gesehener Film

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AnatolGogol
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GoldenProjectile hat geschrieben: 22. Januar 2020 11:27 Ihr werdet den Film doch sowieso sehen... :) Also sicher Anatol zumindest. (Obwohl ihr lieber mal Knives Out schauen solltet)
Erledigt und für nicht sonderlich gut befunden. Kann die Lobeshymnen nicht nachvollziehen, nach recht guter erster Hälfte zog sich die zweite zusehends wie auch die inhaltlichen Wendungen eher aufgesetzt wirkten. Ob das jetzt eine liebevolle Hommage an Agatha Christie (-Filme) oder eine schamlose Selbstbedienung im Oevre der Whodunit-Queen ist muss jeder für sich selbst entscheiden - vermutlich ist es nüchtern betrachtet irgendetwas dazwischen. Am meisten enttäuschten mich die drei Hauptrollen respektive Hauptdarsteller, von denen keine für mich echte Akzente setzen kann. Das ist um so mehr schade, da man eine ganze Reihe charismatischer Darsteller in farbigen (Neben-)Rollen an Bord hat, die man aber praktisch alle innerhalb der ersten Hälfte abfrühstückt und danach nur noch sporadisch hinzunimmt (während Craig, De Armas und Evans die Szenerie bestimmen).
Wertung: 6 / 10 hauptsächlich wegen der besseren ersten Hälfte und den guten Nebendarstellern
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GoldenProjectile
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AnatolGogol hat geschrieben: 11. Oktober 2020 08:07 Erledigt und für nicht sonderlich gut befunden.
Mission trotzdem erfüllt, denn Kern der Aussage wahr ja dass Knives Out empfehlenswerter sei als 1917, was du mit einem halben Punkt mehr auch bestätigt hast. :lol: Auch wenn sich deine Worte eher nach weniger Punkten anhören.
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iHaveCNit: Milla Meets Moses (2020)
10.10.2020


Noch vor wenigen Tagen habe ich mir den deutschen Film „Gott, du kannst ein zensiert sein!“ angesehen, indem ein junges Mädchen das Leben nach einer Krebsdiagnose noch einmal genießt. Thematisch ähnlich, aber um einiges interessanter gestaltet sich hier das Krebs- und Coming-Of-Age-Drama „Milla Meets Moses“ bzw. „Babyteeth“ und Spielfilmdebüt der australischen Regisseurin Shannon Murphy, das mit einer interessanten und ungewöhnlichen Struktur und einem großartigen Cast daherkommt.

Auf einem Bahnsteig kommt es zur zufälligen Bekanntschaft zwischen der krebskranken Milla und dem Rumtreiber Moses. Während sie ihm mit ein wenig Kleingeld aushilft, hilft er ihr bei einem kleinen Schwächeanfall. Dafür darf er ihre Eltern – Ihr Vater ist ein gelassener Psychiater und ihre Mutter betäubt die Sorgen um die Tochter mit Tabletten - am gleichen Abend als ihr neuer Freund schocken. Nachdem Moses von ihren Eltern dabei erwischt wird, Medikamente zu stehlen, kommen ihre Eltern auf die Idee, ihn mit notwendigen Medikamenten zu versorgen, wenn er sich um Milla kümmert.

„Milla Meets Moses“ ist eine tolle Mischung aus Krebsdrama, Coming-Of-Age-Drama und auch eine Spur Liebesfilm. Die Struktur des Films und sein Aufbau ist auch sehr interessant und ungewöhnlich. Viele unterschiedliche Momente werden mit teils witzigen, passenden und auch konterkarierenden Überschriften eingeleitet und wie Kapitel eines Buches erzählt. Und die Schauspieler leisten hier einen unfassbar großartigen Job. Die junge Eliza Scanlen ist mir bereits in „Sharp Objects“ und „Little Women“ positiv aufgefallen und nun nutzt sie als Milla die große Chance perfekt, die Erfahrung einer Krebserkrankung und den Wunsch nach Spaß, einem erfüllten Leben und Glück in vielen großartigen Facetten und Nuancen darzustellen. Auch die Anziehung und Faszination, die sie gegenüber dem rumtreibenden Junkie Moses entwickelt ist spür- und nachvollziehbar und zu jeder Sekunde glaubhaft. Leider verpasst es der Film hier aber durchaus auch in vollem Maße die eigene Geschichte und die Hintergründe von Moses darzustellen, so dass der von Toby Wallace gespielte Moses dahingehend dann doch etwas blass gegenüber Scanlens Milla wirkt. Ein weiterer Pluspunkt sind Millas Eltern Henry und Anna. Der von Ben Mendelsohn großartig gespielte Psychiater Henry geht mit einer positiven Ruhe und Gelassenheit in die Situation, während die von Essie Davis gespielte Anna ihre Trauer mit Tabletten und Glücksgefühlen zu überspielen versucht. Dabei wechselt der Film spielend von Momenten des Glücks hin auch zu Momenten der Trauer mit einer Leichtigkeit und Bodenständigkeit, die großartig ist. Anders als in oben genanntem deutschen Beispiel verliert der Film jedoch bei all den lebensbejahenden Momenten nie die Schwere und Härte der Erkrankung aus den Augen, so dass hier eine starke emotionale Fallhöhe gegeben ist, die einen mindestens dann am Ende des Films bekommt und durchaus auch die ein oder andere Träne vergießen lässt.

„Milla Meets Moses“ - My First Look – 9/10 Punkte.
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iHaveCNit: Vergiftete Wahrheit (2020)
12.10.2020

Kommen wir zu einem der brisantesten und besten Filme des Jahres. Mark Ruffalo ist vermutlich bekannt dafür, in Tatsachenthriller an der Aufdeckung von Problemen beteiligt zu sein. Sei es in David Finchers „Zodiac“ auf der Suche nach einem Killer, sei es in Tom McCarthys „Spotlight“ bei der Aufdeckung eines weltweiten Skandals innerhalb der katholischen Kirche und nun in Todd Haynes „Dark Waters“ bzw. „Vergiftete Wahrheit“, dessen Aufdeckungen uns alle angeht. In einer weiteren guten Rolle Ruffalos läuft er gerne grün an und wird unfassbar wütend, so dass er alles klein haut. Ein ähnliches Gefühl kann „Vergiftete Wahrheit“ auslösen. Nicht nur, dass die Thematik unfassbar wütend macht, die Auswirkungen auf die eigene Gesundheit könnte durchaus auch entsprechende Auswüchse haben.

Robert Bilott ist Firmenanwalt in Cincinnati, Ohio. Normalerweise vertritt die Kanzlei, in der er arbeitet, große Chemieunternehmen wie unter anderem DuPont. Bis ihn ein Farmer aus Parkersburg, West Virginia aufsucht, der vermutet, dass Chemieabfälle vom örtlichen Chemiewerk von DuPont an dem Tod von bis zu 200 Kühen seiner Farm verantwortlich sind. Trotz aller widrigen Umstände, die ihn an der Aufdeckung hindern verfällt Billott in einen regelrechten Ehrgeiz gegen den großen Chemiekonzern zu ermitteln und die riesigen Auswirkungen die die gesamte Menschheit betrifft, aufzudecken.

Todd Haynes Tatsachenthriller verläuft sehr nüchtern und chronologisch und fokussiert sich auf einige Schlüsselmomente, die für sich selbst genommen unglaublich wirkungsvoll sind. Dabei klärt der Film auf, mit welchen Methoden chemische Konzerne für Profit wissentlich Menschenleben in Kauf nehmen und mit welchen Methoden Verfahren jahre- und jahrzehntelang verschleppt werden. Gerade die Tatsache, dass bei der Abnutzung und der Produktion von Teflon bzw. Perflouroctansäure mit achtfach synthetisch hergestelltem Flourkohlenwasserstoff Partikel im Körper und dem gesamten Kreislauf verbleiben und sich dort nicht abbauen lassen bzw. sogar reproduzieren und bei einer sehr hohen Konzentration für Unfruchtbarkeiten, Krebs und viele weitere lebensgefährliche Erkrankungen sorgt ist ungemein brisant, gerade weil nahezu jeder Haushalt mit Teflon in Berührung gekommen ist und somit in 99 % der Weltbevölkerung bereits Partikel nachweisbar sind – und somit betrifft die Enthüllung des Films quasi uns alle. Und das verdeutlicht der Film zum einen sehr subtil und zum anderen sehr drastisch. In den Nebenrollen haben wir großartige Charaktere, die von Tim Robbins, Bill Pullman und einem sehr fiesen Victor Garber gespielt werden. Auch wenn erst Anne Hathaway als Ehefrau von Robert Bilott etwas zurückhaltend agiert, nimmt sie gegen Ende immer größeren Raum ein. Unglaublich stark war auch die Darstellung des Farmers Wilbur Tennant durch Bill Camp. Aber dieses Engangement von Mark Ruffalo und seine Darstellung von Robert Bilott haben mich am stärksten überzeugt. Stellenweise hat mich Ruffalo sogar an Russell Crowes Jeffrey Wigand in Michael Manns „The Insider“ erinnert, der zu meinen Lieblingsfilmen zählt. Visuell wirkt der Film zum einen sehr grau und trist und zum anderen sehr diffus, wenn vor allem die Beleuchtung und die Farben etwas überzeichnet zu sein scheinen, nahezu toxisch. Der nüchterne Aufbau, die eindringliche Thematik und der gesamte Verlauf mit den großartigen Darstellern und Momenten, die einen emotional schockieren und berühren, machen „Dark Waters“ bzw. „Vergiftete Wahrheit“ zu einem sehr großen Highlight meines Filmjahres 2020.

„Vergiftete Wahrheit“ - My First Look – 10/10 Punkte
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Gestern Never Rarely Sometimes Always. HCN hat natürlich seither schon ein Dutzend andere gesehen. :wink:
HCN007 hat geschrieben: 3. Oktober 2020 12:26 Eine interessante Auswahl erst einmal optisch den Film auf 16 mm zu filmen
Sieh an, das wusste ich nicht, macht aber absolut Sinn und erklärt den etwas grobkörnigen Look. Mir hat's gefallen, wie es auch allgemein einer dieser Filme ist die wirken als wurde hier sehr frei mit der Kamera gearbeitet und in der Bildgestaltung grosser Wert auf eine Nähe zu den Akteuren, zu Mimik und Performances gelegt.

Männerhass konnte ich übrigens keinen entdecken und es wird auch keineswegs die feministische Keule geschwungen nur weil die Sorgen einer weiblichen Figur im Mittelpunkt stehen. Ich fand den Film unterhaltsam und Höhepunkt war natürlich die intensiv gespielte Szene um den Filmtitel. Ein Indie der Sorte, wie sie eigentlich immer mal zwischendurch gehen. Bei mir "nur" 7 Punkte, aber wir haben auch andere Wertungsskalen.

Dark Waters dann nächste Woche...
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iHaveCNit: Peninsula (2020)
13.10.2020


Vor 4 Jahren war „Train To Busan“ ein großer Hit wenn man sich das Zombiegenre und das koreanische Kino ansieht. Es folgte ein animiertes Spin-Off mit „Seoul Station“ - und nun die Fortsetzung „Peninsula“ die 4 Jahre später ansetzt – und Oldschool-Action bietet.

Als die Zombiepandemie über die koreanische Halbinsel hereingebrochen ist, war Jung-Seok ein Soldat, der überleben und nach Hongkong flüchten konnte. Er wird für eine Mission angeheuert und muss zusammen mit ein paar weiteren Leuten einen Geldtransporter in Seoul ausfindig machen und nach Hongkong bringen. Dabei geraten er und das Team in den Hinterhalt einer Söldnertruppe. Jung-Seok kann fliehen und muss nun dafür sorgen, dass nicht nur sein Team wieder in Sicherheit gebracht wird, er muss auch mit den Horden an Zombies fertig werden.

War „Train To Busan“ noch ein „Snowpiercer“ mit Zombies und „Seoul Station“ ein relativ intimes Drama inmitten der Zombieapokalypse, handelt es sich wie oben erwähnt bei „Peninsula“ um Oldschool-Action inmitten eines postapokalyptischen Szenarios. Die Handlung und die gesamte Struktur des Films erinnerte mich ein wenig an John Carpenters „Escape from New York“ - nur mit Zombies als zusätzliche Bedrohung und Söldner, die mit Gefangenen eine Art „Battle Royal“ mit Zombies veranstalten. Das klingt auf den ersten Blick natürlich relativ „over the top“ im Gegensatz zu seinen noch bodenständigen Vorgängern, aber zum Glück gibt der Film sich Mühe, was die Charakterzeichnung, die Hintergründe und auch Bindungen untereinander angeht, so dass die Bodenhaftung nicht vollends verloren geht. Die Action kann sich sehen lassen, auch wenn vieles im Dunkeln stattfindet und auch die eher nicht so guten Spezialeffekte damit etwas kaschiert werden.

„Peninsula“ - My First Look – 7/10 Punkte.
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iHaveCNit: Astronaut (2020)
15.10.2020

Vor einigen Wochen habe ich erst einen Trailer zu „Astronaut“ im Kino gesehen und den Film im Anschluss auf die Liste gesetzt. Nun habe ich den Film gesehen und das war auf jeden Fall kein Fehler.

Angus Stewart ist 75 Jahre alt und ein pensionierter, verwitweter Straßenbauingenieur. Er hat in seinem Leben quasi alles erreicht, doch der Traum nach einer Raumfahrt ins All blieb ihm bis heute verwehrt. Bis er von einer Ausschreibung für die Teilnahme an einem Raumfahrtprogramm mitbekommt und sich selbst ins Teilnehmerfeld mogelt und zeitgleich durch seine Erfahrung ein Problem feststellt, dass den Start zu einem Desaster werden lassen könnte.

„Astronaut“ ist das Regiedebüt der Regisseurin Shelagh McLeod und liefert eine großartige Darstellung von Richard Dreyfuss. Der Film ist vor allem sehr gut, wenn er sich auf seine emotionale Seiten fokussiert und dabei ein paar großartige und auch wichtige Botschaften enthält. Zum einen die, dass Lebensträume kein Verfallsdatum haben und man auch noch im hohen Alter über sich hinaus wachsen kann trotz aller Umstände und hier ist er eine sehr emotionale Liebeserklärung. Auch ganz toll und wichtig ist die Botschaft, dass man durchaus von alten Männern halten kann, was man möchte, aber die Lebens- und Berufserfahrung ist durchaus immer noch sehr wichtig und kann wie im Fall von „Astronaut“ sogar das Zünglein an der Waage sein. Jedoch ist die Struktur des Films und auch der involvierte Plot um das Raumfahrtprogramm etwas klassisch und formelhaft geraten. Auch wenn der Verlauf vorhersehbar ist, hat mich der Film emotional bekommen und in seiner kompakten Kürze einen kurzweiligen und warmherzigen Filmabend beschert.

„Astronaut“ - My First Look – 7/10 Punkte
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iHaveCNit: Der Bär in mir (2020)
17.10.2020


Es war mal wieder Zeit für einen Dokumentarfilm im Kino. Und da kam mir „Der Bär in mir“ gerade recht. Als jemand, der ganz oberflächlich im privaten Rahmen unter anderem Bären als Lieblingstiere bezeichnet, war diese Dokumentation auf jeden Fall Pflichtprogramm. Der Trailer und der Film als solcher ist mir auch erst vor wenigen Wochen auf den Radar gekommen und ich war sehr begeistert, dass ich den Film sehen wollte.

Der Dokumentarfilmer Roman Droux ist schon seit seiner Kindheit begeistert von Bären. Durch die Kontaktaufnahme mit dem Bärenforscher David Bittner schließt sich Roman David bei dessen jährlichen mehrwöchigen Aufenthalten in der unberührten Wildnis Alaskas in den Sommermonaten an, um das Verhalten und das Leben der dort lebenden Grizzlybären zu beobachten.

„Der Bär in mir“ ist ein wundervoller Dokumentarfilm geworden. Nicht nur großartige Aufnahmen von der Wildnis Alaskas bekommen wir hier geboten, der Film und auch Roman und David kommen den Grizzlybären unglaublich nah und man fokussiert sich auf den jährlichen Zyklus der Bären, die sich auf den harten Winter vorbereiten und entsprechend auf den jährlichen Fortpflanzungszyklus der Seelachse und deren Rückkehr wartet, um sich zu nähren. Dabei werden wir Zeuge von Bärenkämpfen, dem Großziehen des Nachwuchses und vielem mehr. Es mag sein, dass die sehr entspannten und trockenen Aussagen von David Bittner etwas Witz, Leichtigkeit und eine Glorifizierung und Verklärung der Bären stattfindet, aber der Film gibt sich natürlich die Mühe noch die Gefahr, die von dem eigentlich nicht vorgesehenen Kontakt zwischen Bären und Menschen ausgeht, darzustellen. Da Bittner die Bären in der Gegend bereits kennt, hat er ihnen auch bereits Namen gegeben. So hilft das durchaus auch eine dramaturgische Nähe zu den Tieren herzustellen, die auch allesamt ihre kleinen Geschichten durch den Dokumentarfilm tragen.

„Der Bär in mir“ - My First Look - Ohne Wertung
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iHaveCNit: I Am Greta (2020)
18.10.2020


Das aktuelle Kinowochenende bietet sehr gutes Dokutainment, wenn man es so nennen möchte. Nach der schönen Bärendokumentation gestern geht es im nächsten Dokumentarfilm im die Umweltaktivistin Greta Thunberg und ihren Weg vom Beginn an, als sie noch alleine mit ihrem berühmten Plakat vor dem Stockholmer Parlament gesessen hat, bis hin zu ihrer Rede in New York vor den Mächtigsten der Welt. Der Dokumentarfilmer Nathan Grossman begleitet die junge Schwedin dabei und zeigt neben dieser Reise für Greta auch die Auswirkungen ihres Aktivismus weltweit vor allem bei der jungen Bevölkerung mit der Bewegung „Fridays For Future“. Leider lässt es sich in der Darstellung und dem dramaturgischen Aufbau des Dokumentarfilms nicht vermeiden, dass Greta streckenweise als Heldin glorifiziert wird. Damit dem Ganzen ein wenig gegengesteuert wird, sind es vor allem die ruhigen Bilder, in denen Greta für sich allein ist, ein wenig Unbeschwertheit und Ruhe genießen kann und auch eben ihre eigene Gefühlswelt offenbart Stärken des Dokumentarfilms und dann vor allem auch Programm zu dem der Titel des Dokumentarfilms passt.

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Casino Hille
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Sehe da das Problem gar nicht. Das ist ein subjektiver, emotionalisierender Film, der ohne Versuch einer vermeintlichen Einordnung die Sichtweise von Greta Thunberg und Nathan Grossman zeigt. Warum darf Thunberg (nicht Greta, denn warum ist es bei ihr plötzlich in Ordnung, den Vornamen zu benutzen?) also nicht zur Heldin erklärt werden? Weil das andere Menschen anders sehen? Der Film ist sehr reflektiert, aber er hat auch eine Haltung. Das ist nicht verwerflich.
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Casino Hille hat geschrieben: 19. Oktober 2020 00:01 Warum darf Thunberg (nicht Greta, denn warum ist es bei ihr plötzlich in Ordnung, den Vornamen zu benutzen?)
Weil es in ihrem Alter normal ist? Vielleicht? Eventuell? Für mich war es mit 15/16 jedenfalls das normalste auf der Welt mit meinem Vornamen angesprochen zu werden.
In ein paar Jahren würde ich dir mit deiner Aussage aber zustimmen.
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Für mich trotzdem unnötig. Kinderdarsteller werden in der Regel auch nicht mit Vornamen genannt, sondern wie alle anderen Menschen auch mit Nachnamen. Manchmal geht man einen Kompromiss und nennt Vor- und Nachnamen. Thunberg jedenfalls immer nur mit Vornamen zu bezeichnen, trägt hübsch dazu bei, dass sie von Vielen nicht so sonderlich ernst genommen wird. Sprache bestimmt das Denken.
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Casino Hille hat geschrieben: 19. Oktober 2020 16:11 Für mich trotzdem unnötig. Kinderdarsteller werden in der Regel auch nicht mit Vornamen genannt, sondern wie alle anderen Menschen auch mit Nachnamen. Manchmal geht man einen Kompromiss und nennt Vor- und Nachnamen. Thunberg jedenfalls immer nur mit Vornamen zu bezeichnen, trägt hübsch dazu bei, dass sie von Vielen nicht so sonderlich ernst genommen wird. Sprache bestimmt das Denken.
Frau Thunberg gehört aber zu den Menschen, bei denen das Nennen des Vornamens reicht, und jeder weiß wer gemeint ist (obwohl Greta kein seltener Name ist).

Die Beatles wurde auf Pressekonferenzen in den 60ern von den Journalisten auch mit Vornamen angesprochen, obwohl sie älter waren als Greta Thunberg.

Inzwischen ist "Greta" eine Art Markenname - wie z.B. auch Madonna. Die wird auch kaum als Frau Ciccone angesprochen, noch wird ihr Nachname mitgeschrieben, wenn über sie geschrieben wird.
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Invincible1958 hat geschrieben: 19. Oktober 2020 16:23 Inzwischen ist "Greta" eine Art Markenname - wie z.B. auch Madonna. Die wird auch kaum als Frau Ciccone angesprochen, noch wird ihr Nachname mitgeschrieben, wenn über sie geschrieben wird.
Madonna ist unter dem Namen Madonna aufgetreten. Greta ist ein Name, der Thunberg von außen verpasst wurde. Riesiger Unterschied und so meines Erachtens absolut nicht vergleichbar.
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Invincible1958 hat geschrieben: 19. Oktober 2020 16:23 Die Beatles wurde auf Pressekonferenzen in den 60ern von den Journalisten auch mit Vornamen angesprochen, obwohl sie älter waren als Greta Thunberg.
Ich mag es auch nicht so, wenn Promis beim Vornamen genannt werden. Bei Bond ist das am ehesten noch bei Craig der Fall, dass Fans hier ihn Daniel nennen. Okay, ich mache es selber manchmal bei Moore und Dalton, aber wenn ich die beiden "Old Rog" und "Tim" nenne hat das ja auch wieder irgendwie einen ironischen Zug.

Bei den Beatles sind die Vornamen aber tatsächlich sehr, sehr gebräuchlich und seit den 60ern eine Art Markenname. Aber selbst hier brauche ich lieber die Nachnamen. Im Beatles-Forum bin ich damit vermutlich der einzige.
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