Wie findet ihr Sag niemals nie???

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Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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Review zu „Sag Niemals Nie“ bzw. „Never Say Never Again“ (Produktionsjahr: 1983, deutscher Kinostart: 20.01.1984)

„Sag Niemals Nie“ befindet sich nach einem vorläufig irgendwann 2015 erstelltem Ranking auf Platz 20 von derzeit 26 Plätzen.

„Sag Niemals Nie“ ist nach einem vorläufig irgendwann 2015 erstelltem im Ranking der Connery-Bonds auf Platz 6 von 7.

James Bond: Sag Niemals Nie ist ein 1983 außerhalb der üblich produzierten Bond-Filme veröffentlichter Bond-Film bei 26 veröffentlichten Kinofilmen und der letzte Auftritt von Sean Connery als James Bond

Worum geht es in „Sag Niemals Nie“ ?

Während Bond einen aufgezwungenen Kuraufenthalt über sich ergehen lassen muss, plant SPECTRE ein großes Projekt unter der Aufsicht von Max Largo, der durch die Manipulation eines Drohnenflugs in den Besitz von 2 Sprengkörpern gelangt und somit die Regierungen erpresst werden. Da Bond während seinem Kuraufenthalt scheinbar eine wichtige Spur für den Fall aufgenommen hat, darf er sich an Largos Fersen heften und das Projekt der „Tränen von Allah“ vereiteln.

Was halte ich davon ?

Irgendwie witzig, dass ich zu „Sag Niemals Nie“ noch nie eine Kritik verfasst habe und eigentlich würde ich Kritiken an dieser Stelle seit einiger Zeit mit „iHaveCNit“ beginnen, aber da ich alle Kritiken für Bond-Filme mit einem einheitlichen Layout halten möchte, passt das übliche Layout einer „iHaveCNit“-Review nicht hierher. Das ist aber nicht ganz so tragisch. Tragisch wohl eher ist die Tatsache, dass ich mir einen besseren Moment für das Schreiben dieser Zeilen gewünscht hätte, denn zum Zeitpunkt dieser Review am 02.11.2020 ist die Meldung über den Tod von Sean Connery erst 2 Tage alt und aufgrund terminlicher Konflikte komme ich erst heute dazu, zu Ehren von Sean Connery eines seiner Werke als Schauspieler und da dachte ich mir „Sag Niemals Nie“ - gerade wenn es darum geht, den Film zu sichten und eine Kritik dazu zu schreiben.

Über die rechtlichen Grabenkämpfe zwischen den Bond-Produzenten und Kevin McClory möchte ich hier an dieser Stelle nichts erwähnen. Nur soviel, dass McClory Teilrechte an besaß und eine Neuverfilmung von dem auf Ian Flemings gleichnamigen Buch „Feuerball“ bzw. „Thunderball basierenden Bond-Film aus dem Jahr 1965 produziert hat, die von Irvin Kershner , seines zeichens Regisseur von unter anderem dem Star-Wars-Film „Das Imperium schlägt zurück“, inszeniert worden ist.

Das Jahr 1983 muss wohl für Bond-Fans, die sich damals noch nur im Spannungsfeld von Sean Connery und Roger Moore befanden, eine großartige Zeit gewesen sein, da sowohl mit Roger Moores „Octopussy“ als auch Sean Connerys „Sag Niemals Nie“ gleich 2 Bondfilme am Start waren. Solche Frequenzen sind wenn überhaupt zu heutigen Zeiten nur mit zum Beispiel Filmen aus dem Hause Marvel und Disney vergleichbar, auch wenn diese in noch stärkerer Frequentierung in den Kinomarkt gegeben worden sind.

Auch wenn der gute Sean Connery genau die Rolle, mit der er sowohl die Filmgeschichte maßgeblich mit beeinflusst hat als auch zur Filmlegende wurde, eher weniger mochte und nicht gern darauf reduziert werden wollte eigentlich vorgehabt den Smoking am Haken hängen zu lassen, aber „Sag Niemals Nie“, so dass er ihn sich wieder überstreifte.

Der Film selbst bewegt sich also in einem Spannungsfeld zwischen „Feuerball“ und „Octopussy“. Für mich, der auch Ian Flemings Roman gelesen hat, muss ich sagen, dass er genau zwischen beiden Filmen liegt. Während „Octopussy“ bei mir ein Film ist, der innerhalb der Bond-Filme weniger Anklang findet und „Feuerball“ in der Mitte verortet ist, befindet sich „Sag Niemals Nie“ dazwischen.

Von der Story des Films aus 1965 und des Romans aus 1961 werden in „Sag Niemals Nie“ ein paar Elemente direkt übernommen, wohingegen andere Elemente entweder komplett modernisiert oder gar im Detail verändert werden. Das sorgt bei mir vor allem dazu, dass der Wechsel von Location zu Location mit dem Verlauf und der Verbindung der einzelnen Handlungspunkte zum Teil wie zusammengewürfelt und inkonsistent wirkt. In „Feuerball“ wirkte für mich vieles eher mehr wie aus einem Guß. Dieses Potpurri aus vielen unterschiedlichen Ideen und Einfällen, die im Film präsentiert werden hat trotz des eher inkonsistenten und zusammengewürfelten Aufbaus damit ein für sich stehendes Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Bond-Filme, so dass er sich sowohl vom 1965er-Film als auch dem Buch zum Teil gut emanzipiert.

Der Titelsong von Lani Hall gibt mit seinem Tempo und Stil schon ein wenig die Stimmung des Films vor, lässig, cool, entspannt – genauso wirkt dann auch der letztendliche Film, dem ähnlich wie der 65er ein wenig Straffung gut getan hätte. Ähnlich wie auch beim 65er muss ich sagen, dass sowohl Kim Basingers „Domino“ als auch Klaus Maria Brandauers „Largo“ über ähnliche charakterliche Probleme verfügen, weil es zu diesem Zeitpunkt bereits wesentlich prägnantere Charaktere im Bereich der wichtigen weiblichen Nebenrolle und des Antagonisten gegeben hat.

Als eine der prägnantesten Rollen im ganzen Film sticht vor allem die von Barbara Carrera gespielte Fatima Blush heraus, die sowohl durch ihre Auswahl der Klamotten als auch mit ihrem Temperament und ihrem Charakter hier durchaus auch mal Bond gefährlich werden kann und sich somit in einem weiteren Spannungsfeld bewegt – irgendwo zwischen Luciana Paluzzis „Fiona Volpe“ als auch Famke Janssens „Xenia Onatopp“ aus „Goldeneye“. Im Bereich der doch durchaus eher rar gesäten weiblichen antagonistischen Haupt- und Nebenrollen ist Carreras Blush definitiv ein kleines Highlight.

Keine Ahnung, ob das in einem Zusammenhang steht, aber ich denke mal, dass die Besetzung von Jeffrey Wright als Felix Leiter durchaus bereits gute Vorschusslorbeeren erhalten hat, als mit Bernie Casey der erste afroamerikanische Darsteller als Felix Leiter besetzt wurde und eine tolle Chemie zwischen ihm und Connery besteht.

Die Action im Film weiß mit ihrer Umsetzung allgemein zu gefallen. Vor allem das Intro, die Motorradsequenz als auch das Finale gefallen mir sehr. Wenn es jedoch um die Effekte des Films geht, die vor allem bei der Bildkomposition von z.B. der Entführung der Sprengkörper als auch bei der Nutzung von Jet-Packs als auch ein paar anderen Elementen auffallen, dann finde ich es ein wenig nicht mehr zeitgemäß.

Insgesamt ist „Sag Niemals Nie“ ein sehr unterhaltsamer, lässiger Bondfilm mit einem Augenzwinkern und einem nochmal zum Schluss großartigen Sean Connery, bei dem jeder Martini trocken bleibt.

Das Rating von „Sag Niemals Nie“ beträgt 005/007 !

7/10
"Weiter rechts, weiter rechts ! ..... "
Spoiler
Show
Filmzähler Sammlung iHaveCNit/HCN007:
Stand: 22.12.2018

Spezielle Interessen: 42 DVDS (Musik, Wrestling, sonstiges)
Serienboxen (8 BD / 69 DVD)
DVD: 782 Filme
BD: 498 Filme
Gesamt-Filme: 1280 Filme

Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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Ist es nicht eine schöne Ironie des Schicksals, dass Connery am Ende erst dann außerhalb von Bond richtig Karriere gemacht hat, als er die Bondrolle noch ein mal gespielt hat?

Ich kenne zwar seine Filme der 70er wenig, aber es ist wohl fair zu sagen, dass die größeren Blockbuster in den 15 Jahren Post-NSNA gekommen sind, inkl. des Oscars
"It's been a long time - and finally, here we are"

Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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danielcc hat geschrieben: 3. November 2020 18:42 Ich kenne zwar seine Filme der 70er wenig, aber es ist wohl fair zu sagen, dass die größeren Blockbuster in den 15 Jahren Post-NSNA gekommen sind, inkl. des Oscars
Jetzt wo ich überall Kommentare und Artikel zu Connery und einigen seiner besten Filme sehe fällt mir auf, dass der 1975er-Jahrgang The Wind & the Lion offenbar bei der breiten Masse mehr oder weniger komplett unbekannt ist. Den sollte jeder Connery-Fan sehen und dann am besten noch zu den besten Filmen mit dem King zählen (obwohl ich natürlich wiederum andere Filme mit ihm auch nicht kenne). Ich habe den vorgestern wieder geschaut.

In diesem Mix aus Abenteuerfilm und historischem Politthriller spielt Connery den Anführer eines marokkanischen Berberstammes (!), der eine amerikanische Familie in Tanger entführt um politischen Druck auf den Sultan auszuüben, welcher mit den europäischen Kolonialmächten kuschelt. Eine zweite Handlungsebene schildert die Geschichte und das Wesen von US-Präsident Roosevelt und wie er sowohl politisch als auch persönlich mit dem Vorfall umgeht. Hammerharte Actionszenen, gewaltige Bilder einer vergangenen Epoche in Marokko, ein grandioser Score von Jerry Goldsmith und Connery, dessen Besetzung als marokkanischer "Wüstenpirat" natürlich zuerst absurd erscheint, aber Connery kann alles spielen und macht sich den Film Untertan.

NSNA sehe ich recht ähnlich wie HCN, vor allem das Location-Hopping fand ich auch etwas unpassend als jemand der an den Roman und die Erstverfilmung gewöhnt ist. Trotzdem ein guter Film.
We'll always have Marburg

Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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danielcc hat geschrieben: 3. November 2020 18:42 Ist es nicht eine schöne Ironie des Schicksals, dass Connery am Ende erst dann außerhalb von Bond richtig Karriere gemacht hat, als er die Bondrolle noch ein mal gespielt hat?
Mag sein, aber der Mann hat in den 1970ern immerhin vier Meisterwerke ziemlich direkt hintereinander gedreht: Mord im Orient-Express, Der Wind und der Löwe, Der Mann der König sein wollte UND Robin & Marian. Das ist schon beachtlich. In den 70ern war Connery stark als Charakterdarsteller unterwegs, nach seinem neuen Ruhm durch NSNA und Highlander ist er dann wieder mehr in Blockbuster-Rollen dabei gewesen.
HCN007 hat geschrieben: 3. November 2020 00:58 Ähnlich wie auch beim 65er muss ich sagen, dass sowohl Kim Basingers „Domino“ als auch Klaus Maria Brandauers „Largo“ über ähnliche charakterliche Probleme verfügen, weil es zu diesem Zeitpunkt bereits wesentlich prägnantere Charaktere im Bereich der wichtigen weiblichen Nebenrolle und des Antagonisten gegeben hat.
Ich mag NSNA und ich stehe besonders aus Klaus Maria Brandauer als Largo, der ist einfach ein verdammt guter Bösewicht und es ist schön, dass er durch NSNA Teil des Bond-Kosmos geworden ist. Und Kim Basinger geht auch immer, ihre Domino ist nicht ganz so ikonisch wie ihr TB Äquivalent, aber dennoch launig. Und der Felix Leiter von NSNA ist die bislang tollste Verkörperung der Rolle, endlich kommt in einem Bondfilm mal echte Buddystimmung auf. Nur die Action, die ist in NSNA nicht so dolle, während der Rest des Films viel Spaß macht.
Prejudice always obscures the truth.

Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

546
Kim Basinger und Braundauer mag ich auch :-) Stimmt, Connery hatte in den 70er Jahren einige gute Filme gedreht, aber wohl keine finanziellen Kassenschlager, sonst hätte er sich nicht in den 80er Jahren wieder in die, von ihm so verhasste Bondrolle gezwängt, um wieder sein Taschengeld aufzupolieren. Oder? Apropos: Mir Anfang 30, als relativ unbekannter Schauspieler an so eine Rolle zu kommen (Bond), dann sie dermaßen in der Öffentlichkeit schlecht zu reden - letztendlich aber wieder von ihr zu profitieren (NSNA), da gehört schon etwas dazu. Zumal NSNA in meinen Augen kein "richtiger" Bond-Film ist, sondern nur ein Abklatsch von TB. JA, ich sehe ihn letztendlich auch als einen guten Schauspieler, aber OHNE BOND, was wäre wohl dann aus ihm geworden?

Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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Mag sein, aber der Mann hat in den 1970ern immerhin vier Meisterwerke ziemlich direkt hintereinander gedreht: Mord im Orient-Express, Der Wind und der Löwe, Der Mann der König sein wollte UND Robin & Marian. Das ist schon beachtlich. In den 70ern war Connery stark als Charakterdarsteller unterwegs, nach seinem neuen Ruhm durch NSNA und Highlander ist er dann wieder mehr in Blockbuster-Rollen dabei gewesen.
kenne davon nur den Orient Express und das ist ein Ensemble Film in dem Connery doch nur eine kleine Rolle hat - zudem halte ich den Film für alles aber kein Meisterwek.

Ist aber auch egal. Den richtigen "Star" Status hat er erst mit den Filmen nach NSNA erhalten finde ich
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Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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Das sehe ich ähnlich, NSNA war kommerziell eine andere Liga als alles was er seit DAF (als Hauptdarsteller) gemacht hatte, und erst danach wurde er auch wieder ab Der Name der Rose und The Untouchables ein Kassenmagnet.

Als Meisterwerk betrachte ich keinen der 4 genannten Filme, überhaupt sehe ich in Connerys langer Karriere kein einziges (sorry Sean), keiner seiner Filme kommt für mich über eine gute 8/10 hinaus. Von den 4 Filmen wären das immerhin Der Mann der König sein wollte und Robin und Marian.

Obwohl warte, Time Bandits käme für eine 9 in Frage.

Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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GoldenProjectile hat geschrieben: 3. November 2020 18:56 In diesem Mix aus Abenteuerfilm und historischem Politthriller spielt Connery den Anführer eines marokkanischen Berberstammes (!), der eine amerikanische Familie in Tanger entführt um politischen Druck auf den Sultan auszuüben, welcher mit den europäischen Kolonialmächten kuschelt. Eine zweite Handlungsebene schildert die Geschichte und das Wesen von US-Präsident Roosevelt und wie er sowohl politisch als auch persönlich mit dem Vorfall umgeht. Hammerharte Actionszenen, gewaltige Bilder einer vergangenen Epoche in Marokko, ein grandioser Score von Jerry Goldsmith und Connery, dessen Besetzung als marokkanischer "Wüstenpirat" natürlich zuerst absurd erscheint, aber Connery kann alles spielen und macht sich den Film Untertan.
Das kann man durchaus so sehen. :)
Casino Hille hat geschrieben: 3. November 2020 19:03 Mag sein, aber der Mann hat in den 1970ern immerhin vier Meisterwerke ziemlich direkt hintereinander gedreht: Mord im Orient-Express, Der Wind und der Löwe, Der Mann der König sein wollte UND Robin & Marian. Das ist schon beachtlich. In den 70ern war Connery stark als Charakterdarsteller unterwegs
Über den Meisterwerk-Status lässt sich sicher im Einzelnen diskutieren, allerdings sollte in der Reihe wie ich finde unbedingt auch A Bridge too far/Die Brücke von Arnheim dabei sein, in welchem Connery deutlich präsenter ist und eine elementarere Bedeutung hat als zB im Orient-Express. Ob Connery in den 70ern tatsächlich mehr Charakterdarsteller war als in späteren Jahren oder ob dieser Eindruck nicht eher (auch) der grundsätzlich ambitioniertern Ausrichtung von Filmen in diesem Jahrzehnt geschuldet ist, da bin ich mir noch nicht mal so sicher. Klar, sowas wie The Offence/Sein Leben in meiner Gewalt ist sicherlich eine andere Rolle und ein anderer Film als zB Highlander. Aber das Gros von Connerys Arbeitsnachweis der 70er spielt sich ja immer noch im kommerziell orientierten Kino ab wie auch viele seiner Rollen in den 80/90ern sich dann immer noch ins Charakterfach rechnen lassen (selbst Highlander, aber sicherlich Name der Rose, Untouchables oder Das Russland-Haus).
danielcc hat geschrieben: 3. November 2020 21:24 Den richtigen "Star" Status hat er erst mit den Filmen nach NSNA erhalten finde ich
Füg ein "wieder" ein, dann geh ich mit. :) Es lässt sich kaum leugnen, dass Connerys Stern in den 70ern und vor allem frühen 80ern etwas verblasst ist. Ich denke auch, dass NSNA für seine Karriere wichtig war, um ihn wieder auf der Landkarte zu positionieren. Noch wichtiger denke ich aber waren seine Rollen in Der Name der Rose und Highlander, in welchen er seine ab da für den Rest seiner Karriere typische Mentorrolle begründete. Beide Filme waren keine großen Hollywood-Produktionen und entstanden immerhin drei Jahre nach NSNA, dazwischen hatte Connery mit Camelot lediglich einen recht vergessenswerten und kommerziell wenig auffallenden Film gedreht. Das Jahr 1986 bzw. die Filme die hier entstandenen Filme würde ich daher als eigentlichen Katalysator für Connerys goldenen Karriereherbst ansehen.
"Ihr bescheisst ja!?" - "Wir? Äh-Äh!" - "Na Na!"

Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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Ich bin nicht der größte NSNA-Fan. Ich sehe den Film eher als schwaches TB-Remake, von dem ich auch nicht der größte Fan bin. Im Vergleich mit den Eon-Filmen filde ich die Optik auch extrem schwach. Ob es nun der U-Boot-Angriff auf Palmyra, die Cruise Missiles oder die U-Boot-Raketen, mit denen Bond und Felix an die Oberfläche gebracht werden, sind, das haut mich alles nicht vom Hocker.
Ticho hat geschrieben: 3. November 2020 20:18Mir Anfang 30, als relativ unbekannter Schauspieler an so eine Rolle zu kommen (Bond), dann sie dermaßen in der Öffentlichkeit schlecht zu reden - letztendlich aber wieder von ihr zu profitieren (NSNA), da gehört schon etwas dazu.
Jetzt wollte ich gerade meine Meinung dazu schreiben, aber das lasse ich angesichts der letzten Tage lieber.
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Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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Maibaum hat geschrieben: 4. November 2020 00:32 Als Meisterwerk betrachte ich keinen der 4 genannten Filme
Ich tatsächlich auch nur die drei nach dem Orient-Express, den habe ich eher der Vollständigkeit halber mitangeführt, aber den würde ich prinzipiell jetzt nicht als Meisterwerk betrachten – wohlgemerkt obwohl ich den Film für einen exzellenten Rate-Krimi halte, ein Genre, was mir ansonsten nicht so liegt.
AnatolGogol hat geschrieben: 4. November 2020 07:13
Casino Hille hat geschrieben: 3. November 2020 19:03 Mag sein, aber der Mann hat in den 1970ern immerhin vier Meisterwerke ziemlich direkt hintereinander gedreht: Mord im Orient-Express, Der Wind und der Löwe, Der Mann der König sein wollte UND Robin & Marian. Das ist schon beachtlich. In den 70ern war Connery stark als Charakterdarsteller unterwegs
Über den Meisterwerk-Status lässt sich sicher im Einzelnen diskutieren, allerdings sollte in der Reihe wie ich finde unbedingt auch A Bridge too far/Die Brücke von Arnheim dabei sein, in welchem Connery deutlich präsenter ist und eine elementarere Bedeutung hat als zB im Orient-Express. Ob Connery in den 70ern tatsächlich mehr Charakterdarsteller war als in späteren Jahren oder ob dieser Eindruck nicht eher (auch) der grundsätzlich ambitioniertern Ausrichtung von Filmen in diesem Jahrzehnt geschuldet ist, da bin ich mir noch nicht mal so sicher.
Möglich, die Unterscheidung konnte ich für mich jetzt gar nicht so feststellen, aber in den späten 80ern und 90ern war er schon in deutlich massentauglicheren Filmen unterwegs als in den 70ern oder? Immerhin drehte er da "The Offence", "Zardoz", "The Molly Maguires" und so weiter. In eine solche Kerbe schlägt in seinem Karriere-Herbst doch wenn überhaupt nur noch "The Russia House". Vielleicht schätze ich das aber auch falsch ein. Ich denke jedenfalls, dass Connery in den 70ern auch noch vollkommen präsent war, und es wenn erst Anfang der 80er eine kurze Ebbe-Zeit kam, die dann aber durch "Highlander" beendet wurde. "Never Say Never Again" würde ich da nicht als ausschlaggebend sehen, denn der war ja ein Erfolg, weil Connery wieder seinen 007 gespielt hat – um dich als Star zu etablieren solltest du aber abseits deiner einen Paraderolle Erfolge landen (ansonsten liegt die Bindung am Charakter, nicht am Star).

Die Brücke von Arnheim ist auch sehr gut, habe ich aber vergessen in meiner Aufzählung – vielleicht auch, weil mir insbesondere die drei genannten Abenteuerfilme noch viel besser gefallen (bei denen ich bei allen bedenkenlos den Meisterwerk-Status anerkennen würde, für mich drei der schönsten Filme des Jahrzehnts).
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Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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Casino Hille hat geschrieben: 4. November 2020 15:04 Möglich, die Unterscheidung konnte ich für mich jetzt gar nicht so feststellen, aber in den späten 80ern und 90ern war er schon in deutlich massentauglicheren Filmen unterwegs als in den 70ern oder? Immerhin drehte er da "The Offence", "Zardoz", "The Molly Maguires" und so weiter. In eine solche Kerbe schlägt in seinem Karriere-Herbst doch wenn überhaupt nur noch "The Russia House".
Und selbst das wunderbare Russland-Haus ist eindeutig mainstreamiger als sowas sperriges wie The Offence. Aber mir ging es eigentlich auch eher um Connerys Status als Charakterdarsteller, seine Filme mögen in den 80ern/90ern massenorientierter gewesen sein, seine Rollen gingen aber zumeist trotzdem als Charakterrolle durch (bzw. er machte seine Parts zu einer). Wobei man neben dem ganz wunderbaren Russland-Haus (erwähnte ich es schon?) auch noch Der Name der Rose, Family Business und Medicine Man als sich vom Mainstream abhebende Filme nennen könnte.
Casino Hille hat geschrieben: 4. November 2020 15:04Vielleicht schätze ich das aber auch falsch ein. Ich denke jedenfalls, dass Connery in den 70ern auch noch vollkommen präsent war, und es wenn erst Anfang der 80er eine kurze Ebbe-Zeit kam, die dann aber durch "Highlander" beendet wurde. "Never Say Never Again" würde ich da nicht als ausschlaggebend sehen, denn der war ja ein Erfolg, weil Connery wieder seinen 007 gespielt hat – um dich als Star zu etablieren solltest du aber abseits deiner einen Paraderolle Erfolge landen (ansonsten liegt die Bindung am Charakter, nicht am Star).
Er war präsent, aber richtige Hits hatte er mit Ausnahme von A Bridge too far ab der 2.Hälfte der 70er keine mehr. Daher war NSNA schon nicht unwichtig für seine Karriere, da er zumindest mal wieder ein kommerzielles Ausrufezeichen setzen konnte. Aber ich sehe es wie du: der Erfolg von NSNA zählt nur "so halb", weil halt seine Paraderolle. Aber für jemanden, der kurz zuvor noch sowas wie Meteor gedreht hat trotzdem ein schöner Erfolg. :)
Casino Hille hat geschrieben: 4. November 2020 15:04Die Brücke von Arnheim ist auch sehr gut, habe ich aber vergessen in meiner Aufzählung – vielleicht auch, weil mir insbesondere die drei genannten Abenteuerfilme noch viel besser gefallen (bei denen ich bei allen bedenkenlos den Meisterwerk-Status anerkennen würde, für mich drei der schönsten Filme des Jahrzehnts).
Für mich mittlerweile wohl der beste Kriegsfilm überhaupt, auch wegen dem hier absolut grandiosen Connery. Grandios war Connery übrigens auch in dem ganz und gar wunderbaren Russland-Haus, nur damit das auch mal gesagt wurde! :D
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Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

553
Ich mag NSNA sehr, sehe ich immer wider gerne. Mein Review-Fazit:

Fazit:
Das inoffizielle „Feuerball“-Remake ist trotz zahlreicherer fehlender Erkennungsmerkmale (Gunbarrel, Bond-Thema, MI6-Cast) ein Bondfilm von echtem Schrot und Korn. Das liegt natürlich zuvorderst an der Rückkehr Sean Connerys in seine (lange Zeit verhasste) Paraderolle. Der Schotte hat sichtlich Spaß an seinem späten Revival, wirkt viril und fidel wie zu seinen besten Bond-Zeiten und kokettiert süffisant mit seinem fortgeschrittenen Alter. Enorme Spielfreude auch beim übrigen Hauptcast, eine zugleich entspannte wie fokussierte Regie sowie ein süffisant-selbstironischer Grundton - der auf höchst vergnügliche Art Mythos und Zutaten der Bond-Serie fast schon persifliert - machen „Sag niemals nie“ zu einem Meta-Spaß der auch noch gut 35 Jahre später prächtig unterhält.

Vor allem finde ich Brandauer in der Villain-Rolle grandios.
Er interpretiert die Figur gänzlich anders als sein Vorgänger Adolpho Celi und gibt einen spitzbübisch charmanten Lebemann, der alles und jedem wie Figuren in einem launigen Gesellschaftsspiel zu betrachten scheint. Viele sahen darin einen zu leichtfüßigen und damit schwachbrüstigen Gegner für den Superagenten. Tatsächlich ist Brandauers Largo beinahe ebenso umwerfend wie Connerys Bond, in jedem Falle harmonieren die beiden prächtig. Der Österreicher mag es hier und da mit seinem sprichwörtlichen Schmäh ein wenig zu übertreiben, findet aber auch immer wieder ins Schwarze treffende Zwischentöne, die den unter der Oberfläche des Bonvivants lauernden Irrsinn, seine Kaltblütigkeit und seinen Größenwahn unvermittelt aufblitzen lassen. Brandauer variiert hier auch seine gefeierte Mephisto-Rolle, in der die Abgründe der Figur ebenfalls die meiste Zeit unter dem Mantel einer einnehmend sympathischen Ausstrahlung verborgen blieben. Wenn Largo bei einem selbst entwickelten Computerspiel gegen Bond antritt und diesen nett lächelnd mit Elektrostößen foltert, wenn in derselben Szene eine anfänglich gönnerhafte Freundlichkeit in fanatischen Irrsinn umschlägt nur um dann wenige Augenblicke später wieder den eleganten Verlierer zu mimen, dann geht Brandauers Ansatz voll auf. Mordaufträge erteilt er in angeregtem Plauderton und Morddrohungen bzw. -ankündigungen lässt er so beiläufig fallen, dass selbst sein Gegenüber nicht so recht weiß ob er/sie nun schockiert ob Largos Gefühlskälte oder amüsiert ob seines schwarzen Humors sein soll.
http://www.vodkasreviews.de

https://ssl.ofdb.de/view.php?page=poste ... Kat=Review

Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

554
Zu Largo muss ich die Recht geben. Selbst von Übertreibung sehe ich nichts. Das Highlight des Films. Ich habe gerade noch mal nachgeschaut, in meinem letzten Ranking habe ich ihn auf Platz 8, was mir schon fast zu niedrig vorkommt.

Schon alleine diese kurze Szene bei 1:48 finde ich grandios.

vodkamartini hat geschrieben: 4. November 2020 18:44 Das inoffizielle „Feuerball“-Remake ist trotz zahlreicherer fehlender Erkennungsmerkmale (Gunbarrel, Bond-Thema, MI6-Cast) ein Bondfilm
Genau das ist für mich eines der wesentlichen Probleme. Zu einem Bond dazu gehört für mich das Bond-Theme. Der Soundtrack klingt für mich einfach nicht nach Bond. Ich mag bekanntermaßen die etwas ungewöhnlichen Soundtracks (LALD, TSWLM, FYEO, LTK, GE). Aber NSNA ist etwas völlig anderes. Nichts, was nach Bond klingt, wie ich es mir vorstelle. Ich musste mir den Soundtrack gerade noch mal zum Teil anhören, um den überhaupt wieder im Ohr zu haben. Er ist nicht besser, als ich ihn in Erinnerung hatte.

Ja, ich weiss, dass das aus rechtlichen Gründen nicht möglich war. Aber darum geht es nicht.
"Ich glaube nie, was in den Zeitungen steht." - TND

Re: Filmbesprechung: "Never Say Never Again (NSNA)"

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Henrik hat geschrieben: Genau das ist für mich eines der wesentlichen Probleme. Zu einem Bond dazu gehört für mich das Bond-Theme. Der Soundtrack klingt für mich einfach nicht nach Bond. Ich mag bekanntermaßen die etwas ungewöhnlichen Soundtracks (LALD, TSWLM, FYEO, LTK, GE). Aber NSNA ist etwas völlig anderes. Nichts, was nach Bond klingt, wie ich es mir vorstelle. Ich musste mir den Soundtrack gerade noch mal zum Teil anhören, um den überhaupt wieder im Ohr zu haben. Er ist nicht besser, als ich ihn in Erinnerung hatte.

Ja, ich weiss, dass das aus rechtlichen Gründen nicht möglich war. Aber darum geht es nicht.
Das Problem war nicht alleine, dass das bekannte Thema nicht verwendet werden durfte, sondern hauptsächlich - wie du selbst sagst - dass der Soundtrack nicht nach Bond klingt. Ein Bond-Soundtrack kann aber auch ohne das Bondthema nach Bond klingen. Das liegt also nicht unbedingt am fehlenden Bondthema alleine, sondern daran, dass der an sich große Michel Legrand hier gnadenlos daneben gegriffen hat. Ein anderer Soundtrack eines anderen Komponisten, der sich "bondig" angehört hätte, hätte das Publikum sicher vergessen lassen, dass das Originalthema nicht auftaucht.
Und das große Warten beginnt von neuem :-(